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Veröffentlicht am 30.08.2017

Russland und die Liebe

Die Stadt des Zaren
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Allein mit dem Cover ist dem Verlag ein Hingucker gelungen, wunderschön und dazu stimmungsvoll in den Farben Weiß und Blau gehalten. Dann liest man den Klappentext und denkt sich: Klingt spannend und ...

Allein mit dem Cover ist dem Verlag ein Hingucker gelungen, wunderschön und dazu stimmungsvoll in den Farben Weiß und Blau gehalten. Dann liest man den Klappentext und denkt sich: Klingt spannend und gut. Dann fängt man an zu lesen und der Sog der Geschichte hat einen gepackt, zumindest ist es mir so ergangen.
Martina Sahler versteht es den Aufbau dieser Stadt mit vielen verschieden Einzelschicksalen zu verweben. Der Adel, die Handwerker, die „ausländischen“ Spezialisten und die Leibeigenen bekommen von ihr eine Stimme und schildern jeder aus seiner Sicht die Geschehnisse in dieser Stadt.
Die Liebe spielt in diesem Roman eine große Rolle, denn wir haben die Paar Helena und Erik, sie die Tochter des deutschen Arztes, er der schwedische Zwangsarbeiter. Paula, die zweite Tochter des Arztes, verliebt sich in den niederländischen Handwerker. Die italienischen Brüder Francesco und Matteo versuchen in St. Petersburg ebenfalls ihr Glück. Aber auch die Beziehung des Zaren zur seiner Frau und seinem Sohn wird thematisiert, ebenso die Beziehung zu seiner Mätresse.
Der Aufbau der Stadt ist dramatisch, denn die Natur muss bezwungen werden und kostet zuvor einigen Menschen das Leben. Die Autorin erzählt den Roman chronologisch ohne Rückblenden, lediglich Kostja, der das andere Gesicht hat, gewährt dem Leser einen „verschlüsselten“ Einblick in die Zukunft, durch Andeutungen und Aussagen, die erst im Nachhinein verständlich sind.
Am Ende werden fast alle Fäden zusammengeführt, leider aber nicht alle. Einiges bleibt im Unklaren. Der Erzählstil der Autorin ist sehr gut zu lesen, der Roman entwickelt einen guten Sog. Hinzu kommen die teilweise recht kurzen Episoden, die ebenfalls das Tempo hochhalten.
Vor jedem Kapitel befindet sich eine Angabe zu Zeit und Ort, sodass dem Leser die Orientierung leicht fällt.
Primäre Zielgruppe sind sicherlich geschichtlich interessierte Frauen, da für die männliche Leserschaft (und vielleicht auch für einige Frauen) der Liebesaspekt zu deutlich hervortritt. Dennoch ist dieser Roman beileibe kein Liebesroman, eine gewisse Affinität zu historischen Themen muss schon gegeben sein, um diesen Roman zu mögen. Sehr interessant fand ich mal in ein Land zu reisen, welches gerade bei den historischen Romanen kein alltäglicher Schauplatz ist, im Gegensatz zu England, Frankreich oder Deutschland.
Ein farbenprächtiger Auftakt zu der neuen Reihe um die Stadt St. Petersburg von Martina Sahler. Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Ullstein, dem List Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Ebenso gilt mein Dank meinen MitleserInnen bei Büchereule.de und Martina Sahler, die die Leserunde wieder zu etwas ganz besondere gemacht haben.

Veröffentlicht am 23.08.2017

Der junge Hacker

Ein Kinderspiel
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Die Autorin setzt auch im 10. Fall auf die bewährte Mischung, die die Fans in den ersten Bänden begeistert haben. Das Cover hat einen sehr guten Wiedererkennungswert, was mir gerade bei Serien sehr gefällt. ...

Die Autorin setzt auch im 10. Fall auf die bewährte Mischung, die die Fans in den ersten Bänden begeistert haben. Das Cover hat einen sehr guten Wiedererkennungswert, was mir gerade bei Serien sehr gefällt. Der Klappentext macht neugierig und verspricht Spannung pur, was der Roman auch hält. An nur einem Tag gelesen und das Buch kaum zur Seite gelegt, schaffte es Petra Schier mich wieder zu fesseln und gut zu unterhalten.
Die Jagd die Janna und Markus sich mit den Verfolgern liefern ist spannend und gut geschrieben. Kopfkino pur. Zudem ist auch immer wieder unterschwellig die Beziehung von Janna und Markus ein Thema. Der Leser fragt sich, wann die beiden es endlich schaffen, sich selbst und vor allen Dingen dem anderen gegenüber die Gefühle einzugestehen und auch zu zeigen. Hier sollte meiner Meinung nach das „Happy End“ nicht mehr zu lange herausgezögert werden, sonst wirkt dieses um-einander-herumschleichen, doch ein wenig „ausgelutscht“.
Das Tempo des Romans ist wieder sehr gut und man mag als Leser diesen Erzählstil von Petra Schier einfach. Leider hat mich das abrupte Ende der Verfolgungsjagd dann doch negativ überrascht. Hier hätte ich mir eine andere Auflösung gewünscht. So kam alles doch recht plötzlich und man war über die nächste Szene in Bonn doch sehr verwundert.
Grandios finde ich wie immer den Redeschwall, den Janna von Zeit zu Zeit ereilt, hier entfaltet die Autorin ihr schriftstellerisches Talent und man kann einfach nur grinsen beim Lesen.
Dieser Roman ist nicht nur allen Serien-Junkies gewidmet, sondern richtet sich auch an diese, denn mit diesem Fall sollte man nicht in die Serie einsteigen, sonst versteht man viele Anspielungen nicht.
Mir hat der Kurz-Roman wieder sehr gut gefallen und ich bin beim nächsten Fall von Janna und Markus auf jeden Fall wieder mit dabei.
Ich bedanke mich bei Petra Schier für die kurzweilige und spannende Unterhaltung, sowie für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
P.S. Für alle Fans ihrer historischen Romane, im Herbst, genauer gesagt im Oktober, erscheint „Das Gold des Lombarden“. Darauf freue ich mich schon sehr 

Veröffentlicht am 11.06.2017

Machtspiele

Die Wege der Macht
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Das Cover hat einen guten Wiedererkennungswert zu den ersten vier Bänden, zudem ist durch die Covergestaltung auch direkt ein Schauplatz des Romans klar. Auch der Klappentext verspricht wieder Spannung ...

Das Cover hat einen guten Wiedererkennungswert zu den ersten vier Bänden, zudem ist durch die Covergestaltung auch direkt ein Schauplatz des Romans klar. Auch der Klappentext verspricht wieder Spannung und macht den Leser neugierig. Hinzu kommt, dass der Cliffhanger vom vorherigen Band wie immer noch aufgelöst werden muss, doch diesmal war das Ende sehr offen und sehr dramatisch.
Im Fokus stehen diesmal vor allen Dingen Harry, Emma und ihr Sohn Sebastian. Harry setzt sich für einen inhaftierten sowjetischen Schriftsteller ein, Emma kämpft gegen die Verleumdungsklage von Lady Virginia, Sebastian verliert seinen großen Mentor und muss nun schauen, wie er alleine seinen Weg geht.
Der Roman ist wie seine Vorgänger auch wieder sehr spannend gestaltet, langweilig wird es eigentlich nie. Die vielen Perspektivwechsel und Erzählstränge tragen zu einem sehr lockeren und abwechslungsreichen Erzählstil bei. Besonderes Augenmerk hat der Verfasser diesmal auf Harry‘s Geschichte gelegt, die besonders ausführlich und gut dargestellt wird. Passagen des Buches, welches den Schriftsteller in Gefangenschaft geführt hat, werden zum Ende des Romans immer wieder zitiert, um das vermeintliche Verbrechen deutlich zu machen. Besonders die Dialoge haben mir bei diesem Band sehr gut gefallen, dies liegt zum einen an der Entwicklung, die vor allen Dingen Sebastian genommen hat und der gerne zweideutige Redewendungen benutzt und sich der Macht der Worte bewusst ist.
Auch die Nebenfiguren dieses Romans, werden in gewohnter Manier von dem Autor gezeichnet. Keine Figur ist nur schwarz/weiß, wobei bei einigen Figuren eine Schwerpunktsetzung nicht zu leugnen ist. Besonders bei Sebastian wird dies sichtbar, dass er zwar beruflichen Erfolg hat, aber privat eine schwerwiegende Entscheidung trifft, die er später bereuen wird.
Diesen Band kann ich definitiv nur allen Fans ans Herz legen, er ist meiner Meinung nach besser als der vierte Band, der ja seinen Schwerpunkt auf Emma und den Schiffbau hatte. Allen anderen Interessierten kann ich nur raten, auf jeden Fall mit dem ersten Band zu beginnen, sonst werden viele Zusammenhänge nicht klar und man sieht einige Verbindungen einfach nicht.
Von mir gibt es für diesen Roman eine klare Kauf- und Leseempfehlung, ich wünsche jedenfalls viel Vergnügen mit Emma, Harry und Sebastian und freue mich schon auf die nächsten beiden Bände, die Gott sei Dank, dieses Jahr noch erscheinen sollen.

Veröffentlicht am 14.05.2026

Die Welt der Mathematik und Synästhesie

Die Kryptografin
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Hanna Aden entführt uns in die Welt der Mathematik und der Synästhesie. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken oder sogar abschreckend, doch die Autorin schafft es, den Lesenden beide ...

Hanna Aden entführt uns in die Welt der Mathematik und der Synästhesie. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken oder sogar abschreckend, doch die Autorin schafft es, den Lesenden beide Themenwelten in einem unterhaltsamen Roman näherzubringen. Wer Rätsel liebt, ist hier auf jeden Fall richtig.

Im Mittelpunkt des Romans steht Margot Buth. Sie studiert in den frühen 1950er-Jahren Mathematik an der LMU. Ihr mathematisches Können fällt nicht nur ihrem Professor auf, sondern auch dem Geheimdienst, der sie anwerben möchte. Doch Verschwiegenheit steht über allem, und Margot darf weder ihrer Mutter noch ihrer besten Freundin Sue erzählen, wo sie arbeitet – geschweige denn, was sie dort macht. Der Nachbar Jasper bedrängt sie zunehmend, und sie fühlt sich in seiner Gegenwart immer unwohler. Anders verhält es sich mit dem Studenten Willi, den sie im Amerikahaus bei einem Diskussionsabend kennenlernt.

Sue möchte unbedingt Journalistin werden, muss jedoch in einer Näherei Geld für die Familie verdienen und sich um ihre beiden jüngeren Schwestern kümmern. Ihr Bruder ist als Kriegsheimkehrer schwer gezeichnet. Besonders am Herzen liegt ihr die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft. Frauen müssen den Spagat zwischen Beruf, Familie und Haushalt meistern, was in den 1950er-Jahren angesichts der hohen gesellschaftlichen Erwartungen alles andere als einfach ist.

Hanna Aden beschreibt sehr einfühlsam die Welt von Menschen mit Synästhesie. Dabei werden verschiedene Sinneseindrücke miteinander verknüpft, sodass ein sehr komplexes Bild beziehungsweise Gefühl entsteht. Schon die Kapitelüberschriften geben einen guten Einblick in dieses besondere Phänomen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, teilweise hätte ich mir jedoch etwas mehr Tempo in der Geschichte gewünscht. Besonders interessant fand ich die Verschlüsselungsmethoden für Nachrichten und die Art, wie diese wieder entschlüsselt werden können. Auch die Einblicke in die Arbeit des Geheimdienstes waren sehr spannend. Letztlich bin ich nun gespannt, ob es Margot gelingt, den Spagat zwischen Beruf und Privatleben zu meistern. Wir werden es in der Fortsetzung erfahren, die im Dezember 2026 erscheint, denn Margots Geschichte geht weiter in „Die Kryptografin – Der Preis der Freundschaft“.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Intensive Familien- und Unternehmensgeschichte

Villa Rivolta
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Daniel Speck hat einen Roman geschrieben, der vor uns das Panorama Italiens in den 40er- bis 60er-Jahren ausbreitet. Wir tauchen ein in eine italienische Industriellenfamilie und lernen die Unternehmenskultur ...

Daniel Speck hat einen Roman geschrieben, der vor uns das Panorama Italiens in den 40er- bis 60er-Jahren ausbreitet. Wir tauchen ein in eine italienische Industriellenfamilie und lernen die Unternehmenskultur Italiens kennen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Valeria und Piero; sie sind seit Kindertagen befreundet. Rückblickend erzählt Valeria ihrem Sohn Tonino eine Geschichte zwischen Freundschaft und Liebe, zwischen Familie und Loyalität.

In zwei Erzählsträngen verwebt der Autor eine intensive Geschichte, die immer mehr offenbart und berührt. Tonino (Ich-Erzähler) ist vierzehn Jahre alt und gerät in den späten 70er-Jahren in Schwierigkeiten. Um ihn aus der Schusslinie zu nehmen, fährt Valeria mit ihm zu ihrem alten Kindheitsfreund Piero.

Auf der Vergangenheitsebene wird die Geschichte von Piero Rivolta, dem Sohn eines Industriellen, und Valeria, der Tochter der Hausangestellten der Rivoltas, geschildert. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, über Loyalität und Familie, über Zusammenhalt und Abhängigkeiten, über Ingenieurskunst und Unternehmertum in Italien, aber auch über das Erwachsenwerden.

Ein gelungener Roman, der wunderbar die Stimmung einfängt und einem einen kleinen Italienurlaub im Kopf beschert. Man lernt beim Lesen viel über die Automobilindustrie in Italien, aber auch über die italienische Gesellschaft.

Insgesamt gliedert sich der Roman in drei große Teile. Jeder Wechsel wird durch eine Orts- und Zeitangabe angekündigt, sodass man dem Autor mühelos folgen kann. Die Spannungsbögen sind gut gesetzt; selbst wenn man sich – wie ich – nicht so sehr für die technischen Aspekte von Autos interessiert, wird es nicht langweilig.

Die Sprache ist wunderschön und großartig zu lesen. Teilweise spürt man die Sonne auf der Haut im Garten der Rivoltas oder den Rausch der Geschwindigkeit – so sehr spielt Daniel Speck mit der Sprache und hat mich damit vollends gefesselt, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch: die Beziehung zwischen Piero und Valeria. Dieses Hin und Her zwischen Freundschaft und Liebe konnte ich am Ende nicht mehr so gut nachvollziehen. Am liebsten hätte ich sie beide einmal kräftig durchgeschüttelt und ihnen die Leviten gelesen, damit sie zumindest ehrlich zu sich selbst sind.

Ein Roman, der mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Wer gerne Familiengeschichten und/oder Romane über Italien liest, wird hier mit Sicherheit gut unterhalten werden.

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