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Veröffentlicht am 09.09.2023

Krimi-Schatz

Mord im Christmas Express
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"Ellie wollte die Worte nicht aussprechen, damit sie bloß nicht wahr würden. Als könnte selbst ein bisschen Atem, der über die Lippen strich und ein Wort bildete, das Grauen schon Realität werden lassen."

Nicht ...

"Ellie wollte die Worte nicht aussprechen, damit sie bloß nicht wahr würden. Als könnte selbst ein bisschen Atem, der über die Lippen strich und ein Wort bildete, das Grauen schon Realität werden lassen."

Nicht nur solche feinen Beobachtungen sind es, die diesen Krimi zu etwas Herausragendem machen. Ebenso wie Protagonistin Roz hat die Autorin einen wunderbar scharfsinnigen Blick auf die Zugreisenden, die sich in London versammeln, um mit dem Christmas Express zu Weihnachten nach Schottland zu fahren. Die Figurenzeichnung hat mich absolut überzeugt und mir viel Spaß gemacht. Anklänge an Agatha Christies Mord im Orient Express sind dabei vollkommen beabsichtigt und sehr gelungen. Wie Alexandra Benedict die Stimmung von Christies Romanen einfängt und gleichzeitig äußert modern interpretiert, hat mich beeindruckt.

Roz, eine ehemalige Polizistin in den Wechseljahren, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat, ist eine wirklich originelle Ermittlerin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist.

Winterliche Atmosphäre, die selbst im Sommer Schneeflocken vors innere Auge zaubert, eine wendungsreiche Mordermittlung und jede Menge private Verstrickungen: dieses Buch hat mich wirklich gefesselt.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Drei Wörter für die Liebe

Psyche und Eros
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Die antiken Griechen kannten drei Worte für die Liebe: Philia, Agape und Eros. Diese und andere klassische Weisheiten erfährt man in diesem wunderbaren Roman ganz nebenbei. Ich liebe die griechische Mythologie ...

Die antiken Griechen kannten drei Worte für die Liebe: Philia, Agape und Eros. Diese und andere klassische Weisheiten erfährt man in diesem wunderbaren Roman ganz nebenbei. Ich liebe die griechische Mythologie schon seit meiner Kindheit und freue mich darum, dass einige Mythen nun zu Romanen werden. Wo sich andere Autorinnen aber in zu vielen Perspektivwechseln und Begebenheiten verlieren und nur noch an der Oberfläche dahinschwimmen können, hat es mich besonders begeistert, dass sich Luna McNamara endlich wieder etwas mehr Zeit nimmt. Sie beschränkt sich auf zwei Ich-Erzählende, Eros und Psyche, die großen Liebenden.

Da Eros quasi vom Anbeginn der Zeit an und Psyche von ihrer Kindheit erzählt, hätte auch dieser Roman noch viel mehr Seiten vertragen können. Aber auch so hat mir jede einzelne Lesefreude bereitet. Eros' fremder Blick auf die Menschheit und Psyches Wesen, die, sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit, wie ein Junge ausgebildet wird, fand ich sehr gut eingefangen. Endlich konnte ich in ein Buch wieder richtig hineintauchen.

Wunderschön gestaltet wurde auch der Buchumschlag, so traumhaft, dass ich mir unwillkürlich gewünscht habe, das Motiv möge sich auf einem farbigen Buchschnitt fortsetzen.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Rette das Paradies

Das Geheimnis der Flüstermagie (Band 3) – Die dunkle Hüterin
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Es ist wunderbar, wie zu Beginn des Buches alles Wichtige aus Band 2 locker in die Handlung eingeflochten zusammengefasst wird. Das erleichtert den Wiedereinstieg in die Story, die spannend fortgesetzt ...

Es ist wunderbar, wie zu Beginn des Buches alles Wichtige aus Band 2 locker in die Handlung eingeflochten zusammengefasst wird. Das erleichtert den Wiedereinstieg in die Story, die spannend fortgesetzt wird. Sophies Freundin Paula ist plötzlich verschwunden. Sophie macht sich gemeinsam mir Raffael und Holzwicht Jasper auf eine gefährliche Suche, in der nicht nur Sophies Gefühle, sondern auch ihre Überzeugung, wer wirklich hinter den gefährlichen Machenschaften steckt, auf den Kopf gestellt werden.

Die Geschichte ist gewohnt fantasievoll und bietet auch ein paar düsterere Anklänge als Teil 2. Wenn ein Holzwicht eine Schlange auswürgt, Riesenvögel und Drachen fliegen und Einhörner Sophie schützen, entfaltet die Erzählung einen funkelnden Zauber. Überraschende Wendungen gab es noch obendrauf. Nur von Sophies Schwarm Silvio bekommen wir in diesem Teil etwas weniger zu lesen.

Irgendwie hatte ich befürchtet, dieses werde zwangsläufig der letzte Teil sein, da man so an Trilogien gewöhnt ist. Sophies Abenteuer kommt zwar zu einem schönen Abschluss, bietet aber genug Anschlusspotenzial für einen möglichen nächsten Band. Meinetwegen können Sophies Ferien auf dem Hof hrer Tante noch eine Weile weitergehen!

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Wandler zwischen den Wassern

Seahorse - Die Hoffnung der Wasserpferde
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Meinetwegen könnte es ja noch lange weitergehen mit Shona und Cuan, ihrer Liebe, dem traumhaften Schottland und seinen Legenden. Aber Seahorse ist nun einmal ein Trilogie und Karin Müller bringt auch alles ...

Meinetwegen könnte es ja noch lange weitergehen mit Shona und Cuan, ihrer Liebe, dem traumhaften Schottland und seinen Legenden. Aber Seahorse ist nun einmal ein Trilogie und Karin Müller bringt auch alles zu einem wunderbaren Abschluss, bei dem man sich dennoch ein Wiedersehen wünscht.

Haben Cuan und Shona eine gemeinsame Zukunft? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen sie das Buch der Mythen finden, entschlüsseln und das Rätsel ihrer eigenen Herkunft lösen. Wie gewohnt werden Szenen der Vergangenheit zu Beginn der Kapitel eingeflochten, so dass sich nach und nach auch das Rätsel um Shonas Mutter Mhairi lösen kann. Hindernisse wie Shonas Familie und den geheimnisvollen Widersacher Peabody gibt es zudem genug, um den Spannungsbogen bis zum Schluss auf die Spitze zu treiben.

Pferde, Wandler, Romantik, Mystik und eine herrliche Landschaft - wieder einmal ein perfektes Rezept für ein zauberhaftes Leseabenteuer!

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Wildnis im Innern

Die Unbändigen
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Geschichten auf mehreren Zeitebenen zu erzählen, ohne dass die Erzählstränge an Faszination einbüßen, ist eine Kunst, die nur wenige Autorinnen beherrschen. Zu Beginn hatte ich Bedenken, dass auch Emilia ...

Geschichten auf mehreren Zeitebenen zu erzählen, ohne dass die Erzählstränge an Faszination einbüßen, ist eine Kunst, die nur wenige Autorinnen beherrschen. Zu Beginn hatte ich Bedenken, dass auch Emilia Hart hinter meinen Erwartungen zurückbleiben würde, hat sie doch mit Altha (1619), Violet (1942) und Kate (2019) gleich drei miteinander verwandte Protagonistinnen geschaffen. Die anfangs recht kurzen Kapitel und schnellen Perspektivwechsel erschwerten es zudem zunächst, eine Verbindung zu den drei Frauen aufzubauen. Doch dann wurden die Szenen länger, es entstand ein echter Erzählfluss und manchmal sogar ein Lesesog.

Die drei Frauen verbinden nicht nur Familienbande, sondern auch, dass sie der Herrschaft oder Gewalt von Männern ausgesetzt sind. Fast ausnahmslos wird dabei ein sehr negatives Männerbild gezeichnet. Ob dies in frühen finsteren Zeiten eventuell die Realität darstellte, muss jeder für sich entscheiden.

Magisch und mitreißend erzählt Emilia Hart, wenn sie die Grenzen zwischen Realität und Magie verschwimmen lässt und die tiefe Kraft beschreibt, die die Frauen aus der Natur schöpfen können. Ob Altha, Violet und Kate tatsächlich übernatürliche Kräfte haben, bleibt lange Zeit raffiniert unklar.

Eine ungewöhnliche Geschichte, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich freue mich auf mehr Romane der Autorin.

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