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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.08.2023

Ein spezieller Abschied

Eigentum
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Ich liebe die Brenner-Krimis von Wolf Haas und war daher sehr neugierig auf "Eigentum". Den Titel verstand ich zunächst nicht, bis sich mir beim Lesen erschloss, dass sich das ganze Leben von Marianne ...

Ich liebe die Brenner-Krimis von Wolf Haas und war daher sehr neugierig auf "Eigentum". Den Titel verstand ich zunächst nicht, bis sich mir beim Lesen erschloss, dass sich das ganze Leben von Marianne Haas im Prinzip mit diesem einen Wort auf den Punkt bringen lässt.

Wolf Haas gibt den Lesenden Einblicke in die Lebensgeschichte seiner Mutter, die von einschneidenden Erfahrungen geprägt ist. Mir ist besonders im Gedächtnis geblieben, wie stoisch ihre Erzählungen in diesem Buch anmuten und wie stoisch sie scheinbar auf Veränderungen reagierte. Mich hat das Buch beim Lesen sehr bewegt, da Wolf Haas auch gut darlegt, wie er selbst das Leben seiner Mutter und einen Teil seines Lebens in ihren letzten Tagen reflektiert und damit auch in gewisser Weise sich selbst.

Das Buch ist kurzweilig und lässt sich zügig und flüssig durchlesen. Allerdings muss man Wolf Haas' Sprache mögen, da er eine eigenwillige Art zu schreiben hat. Mir sagt diese sehr zu, wenn auch diesmal – dem Thema angemessen – wenig Humor enthalten ist. Ein spezielles Werk von Wolf Haas, aber nicht minder lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Spannender und unterhaltsamer Kunstkrimi

Die Akte Madrid
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"Die Akte Madrid" ist der zweite Band der Reihe um Lennard Lomberg, der es sich zum Hobby gemacht hat, gestohlene Gemälde aufzuspüren.

Wie im ersten Teil gibt es auch in "Die Akte Madrid" mehrere Zeitebenen, ...

"Die Akte Madrid" ist der zweite Band der Reihe um Lennard Lomberg, der es sich zum Hobby gemacht hat, gestohlene Gemälde aufzuspüren.

Wie im ersten Teil gibt es auch in "Die Akte Madrid" mehrere Zeitebenen, die aufmerksamem Lesens bedürfen, damit alle Zusammenhänge klar werden. Vor allem im Mittelteil des Romans treten sehr viele Protagonisten auf den Plan, sodass ich hier manche Passagen zweimal lesen musste, um alles genau nachvollziehen zu können.

Ansonsten ist der Kriminalroman aber gut geschrieben und sprachlich leicht zu folgen. Die Hauptfiguren sind alle durchweg vielschichtig und es ist nicht immer ganz klar, wer welche Interessen verfolgt, was dem Roman zusätzliche Würze verleiht.
Weiterhin gibt es interessante geschichtliche Einblicke in Raubkunst, die mich, wie bereits beim ersten Teil, kopfschüttelnd zurücklassen. Ein Buch für Liebhaber:innen guter, kunst- und zeitgeschichtlicher Krimis mit mehreren Handlungsebenen. Es ist nicht zwangsläufig nötig, den ersten Teil, "Das neunte Gemälde", gelesen zu haben, aber ich empfehle es dennoch, da ich finde, dass es das Lesevergnügen steigert.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Berührender, zum Nachdenken anregender Roman

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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"Bei euch ist es immer so unheimlich still" ist der zweite Roman, den ich von Alena Schröder gelesen habe. Wie ihr Erstlingswerk ist auch das zweite Buch gelungen, vor allem im Hinblick auf die gezeichneten, ...

"Bei euch ist es immer so unheimlich still" ist der zweite Roman, den ich von Alena Schröder gelesen habe. Wie ihr Erstlingswerk ist auch das zweite Buch gelungen, vor allem im Hinblick auf die gezeichneten, authentischen Figuren und ihre Gesellschaftskritik, was zum Nachdenken anregt.

Mir gefällt an diesem Roman besonders, dass ich die Beweggründe und Gefühle der Charaktere gut nachempfinden kann. Der Schreibstil Alenas Schröder macht es leicht, sich in die Personen einzufinden und mit ihnen mitzufühlen. Dabei spart die Autorin nicht mit Gesellschaftskritik. Ich denke da an Betti, die unter den Konventionen der damaligen Zeit genau so zu leiden hatte wie Evelyn. Beiden Figuren merkte ich beim Lesen an, wie sehr sie das gesellschaftliche Korsett in Rollen zwängte, die ihre Persönlichkeiten unterdrückt hat. Silvia hingegen ist diejenige, die sich aus dem Korsett befreit hat, wenn auch "die Leut'" sicherlich darüber anders gedacht haben (und dies heute vermutlich teilweise noch tun). Nicht unerwähnt lassen möchte ich Karl Borowski, der zumindest ein wenig gegen die Konventionen der damaligen Zeit ankämpfte und dadurch bei mir einige Sympathiepunkte einheimste.

Die Geschichte des Romans an sich ist glaubwürdig und nachvollziehbar; gerade vor dem Hintergrund einer kleinen dörflichen Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und dementsprechend wenig geheim bleibt. Ich bin nur nicht so ganz mit der Auflösung des finalen Bruchs zwischen Tochter und Mutter zufrieden. Das wirkte auf mich dann als "zu viel gewollt". Das ist bei Alena Schröder allerdings Meckern auf hohem Niveau. Wer einen gesellschaftskritischen Familienroman mit viel Tiefgang sucht, wird bei ihr auf jeden Fall fündig.

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Der etwas andere historische Kriminalroman

Spur des Verrats
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"Spur des Verrats" von Matthias Wittekindt ist ein besonderer historischer Kriminalroman. Er spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wartet mit mehreren Handlungssträngen und zum Teil recht außergewöhnlichen ...

"Spur des Verrats" von Matthias Wittekindt ist ein besonderer historischer Kriminalroman. Er spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wartet mit mehreren Handlungssträngen und zum Teil recht außergewöhnlichen Protagonist:innen auf. Wer bereit ist, sich auf dieses Wagnis einzulassen, bekommt einen interessanten historischen Roman zu lesen. In diesem Buch gibt es einige Nebensächlichkeiten, die aber meiner Meinung nach den Charme des Romans ausmachen (neben den Figuren). Wer gerne einen Roman lesen möchte, der neben der Krimihandlung Sinn für Humor hat, ist hier richtig.

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Veröffentlicht am 05.07.2023

Singen mit SAMi

SAMi – dein Lesebär - Meine liebsten Kinderlieder
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Es gibt wieder ein neues Buch, das mit SAMi, den Lesebären, funktioniert. "Meine liebsten Kinderlieder" ist ein schönes Buch mit einer guten Auswahl Kinderlieder, die gut bei meinen beiden Nichten angekommen ...

Es gibt wieder ein neues Buch, das mit SAMi, den Lesebären, funktioniert. "Meine liebsten Kinderlieder" ist ein schönes Buch mit einer guten Auswahl Kinderlieder, die gut bei meinen beiden Nichten angekommen ist. Die meisten Lieder kannten sie bereits aus dem Kindergarten (unter anderem "Ich geh' mit meiner Laterne" und "Grün, grün, grün sind alle meine Kleider") und zumindest meine 3-jährige Nichte fühlte sich animiert, mitzusingen.

Schön an den Liedern ist zum einen, dass die Auswahl an den Jahreszeiten orientiert ist und zum anderen, dass von den Liedern alle Strophen gesungen werden und im Buch abgedruckt sind.

Ich ziehe bei meiner Bewertung dennoch einen Stern ab, da ich mir persönlich ein paar Lieder mehr gewünscht hätte. Wobei es vermutlich ein weiteres Kinderliederbuch geben wird und dann da sicherlich von mir vermisste Lieder (z.B. "Häschen in der Grube") enthalten sein werden.

Weiterhin ist meine Bewertung diesmal mit einem Abstrich versehen, weil die Aufforderung zum Mitmachen, nachdem die Lieder gesungen wurden, bei beiden Nichten nicht verfing. Eventuell kann es sinnvoll sein, die Aufforderung direkt vor dem Lied zu bringen oder vielleicht nach der ersten Strophe, wenn die Kinder den Rhythmus schon mal gehört haben? Denn bei uns war es so, dass die Kinder direkt umblättern und das nächste Lied anhören wollten anstatt zu hüpfen oder Ähnliches. Das ist aber vielleicht auch typabhängig und andere Kinder wollen erst mal ein wenig Bewegung. Alles in allem aber wieder ein schönes Kinderbuch, das sich für Kinder ab 3 Jahren wunderbar eignet.

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