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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2023

Mysteriöses geht in Wien um

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Im 2. Band der Totengräber-Reihe gibt es wieder einiges für Inspektor Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und Totengräber Augustin Rothmayer zu tun. Ermittlungen in gleich 3 Fällen müssen durchgeführt werden. ...

Im 2. Band der Totengräber-Reihe gibt es wieder einiges für Inspektor Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und Totengräber Augustin Rothmayer zu tun. Ermittlungen in gleich 3 Fällen müssen durchgeführt werden. Diese mysteriösen Vorfälle sind: die Entdeckung eines mumifizierten Professors für Ägyptologie aus Wien, der Tod eines Tierpflegers und Morde im Stricher-Milieu.
Wie schon im ersten Teil hat der titelgebende Totengräber auch hier wieder nur gut platzierte Auftritte. Wurde im ersten Band aus dem „Almanach für Totengräber“ zitiert, haben hier nun einige Kapitel vorangestellte Auszüge aus dem neuesten Werk des Totengräbers „Totenkulte der Völker“. Dadurch wird die Verbindung Fall/Totengräber hergestellt und Ermittlungsansätze gegeben. Während der Untersuchungen rücken für alle Beteiligten neben den Routinebefragungen auch noch andere politische und gesellschaftliche Themen in den Vordergrund. Diese reichen u. a. von Judenhass und Fremdenfeindlichkeit bis zu männlichem Sexismus und Homophobie. Somit ist ein breites Spektrum für die polizeilichen Recherchen vorgegeben und im Wien des Jahres 1894 alles andere als einfache Angelegenheiten. In dem Zusammenhang hat mir die Darstellung des historischen Wiens mit seinem Lokalkolorit, den neuen technischen Errungenschaften und den Beschreibungen der sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen sehr gut gefallen.
Alles in allem konnte mich dieser Histokrimi, der aber auch einige Längen hat, wieder gut unterhalten. Somit spreche ich eine Leseempfehlung aus und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.09.2023

gelebte Geschichte – toll recherchiert

Sidonia Eine Teuflische Liebe
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Nachdem die ersten Seiten doch viel Aufmerksamkeit verlangen, und mir klar wurde, dass Sidonia wirklich gelebt hat, muss ich gestehen, habe ich tatsächlich erst einmal das Internet bemüht. Ich habe mir ...

Nachdem die ersten Seiten doch viel Aufmerksamkeit verlangen, und mir klar wurde, dass Sidonia wirklich gelebt hat, muss ich gestehen, habe ich tatsächlich erst einmal das Internet bemüht. Ich habe mir einen ungefähren Überblick verschafft, was zu Zeiten Sidonias so alles auf politischer und gesellschaftlicher Ebene los war. Dank des Namensregisters zu Beginn des Buches bekommt man ja einen guten Überblick über die Vielzahl der auftretender Personen.
Für meinen Geschmack hatte dieser historische Roman alles was es braucht um mich an einem Buch zu halten. Tolle Beschreibungen der handelnden Personen sowie der Lebensumstände und -bedingungen im Mittelalter, Intrigen, Morde, Hexenprozesse - was will ich mehr? Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es diese Personen wirklich mal gegeben hat und dass sie trotz ihrer gehobenen Stellung ihres Lebens eigentlich nie sicher sein konnten - was für eine Zeit muss das gewesen sein. Was als "schwerverdauliche Kost" begann entwickelte sich bis zum Ende zu einem überzeugenden und toll recherchierten HistoRoman.
Die Gestaltung des Buches finde ich passend zum Inhalt. Ich kann das Buch jedem historisch interessierten Leser absolut empfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Historie gut recherchiert und spannend erzählt

Vergeltung
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Wie schon in anderen seiner Bücher hat Robert Harris auch hier wieder einen Teil der Geschichte des 2. Weltkrieges thematisiert und Historisches mit Fiktivem wunderbar verwoben. Der Leser wird durch die ...

Wie schon in anderen seiner Bücher hat Robert Harris auch hier wieder einen Teil der Geschichte des 2. Weltkrieges thematisiert und Historisches mit Fiktivem wunderbar verwoben. Der Leser wird durch die Handlungswechsel, einmal wird der Fokus auf Rudi Graf und dann wieder auf Kay Caton-Walsh, die beiden Hauptprotagonisten, gelegt förmlich in die Story gezogen. Das Geschehen wird so intensiver und fesselnder und zugleich werden beide immer lebensechter für den Leser. Durch Rückblenden kann man z. B. nachvollziehen, das Rudi allmählich seinen Glauben an die propagierten Erfolge verliert und Kay, als Offizieren auf der anderen Seite des Kriegsgeschehens nicht mehr weis, wer Gut wer Böse ist. Diese Darstellungen der Gewissenskonflikte machen letztlich das Buch aus. Gepaart mit den historischen belegten Fakten und dem sehr ausgeprägten Schreib- und Erzählstil ist auch dieser Roman wieder ein unterhaltsames Abtauchen in die Geschichte für mich geworden.
Mein Fazit: Auch wenn das Ende für meine Begriffe etwas zu schnell erzählt war und an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang hätte sein können, hat mich der Roman aber gut unterhalten und ich kann ihn weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Agatha Raisin und die tote Gärtnerin

Agatha Raisin und die tote Gärtnerin
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Die Agatha-Raisin-Reihe von M. C. Beaton ist eine sogenannte Cosy-Crime-Serie – auf gut deutsch Wohlfühlkrimiserie. Agatha Raisin, die zentrale Figur, ist eine ehemalige PR-Managerin die ihren Lebensabend ...

Die Agatha-Raisin-Reihe von M. C. Beaton ist eine sogenannte Cosy-Crime-Serie – auf gut deutsch Wohlfühlkrimiserie. Agatha Raisin, die zentrale Figur, ist eine ehemalige PR-Managerin die ihren Lebensabend in den Cotswolds verbringen möchte – weit ab vom stressigen und lauten Alltag in London. Doch es wird für Agatha weder leise noch weniger stressig, stolpert sie doch immer wieder über Mord und Totschlag. Und weil sie sich nicht zurückhalten kann beginnt sie stets auf eigene Gefahr zu ermitteln, ganz zum Verdruss der Polizei in Gestalt Bill Wongs. Natürlich kreuzen auch immer wieder die Dorfbewohner Agathas Weg. Wobei ihr nicht alle Wohl gesonnen sind, ist sie doch nur eine Zugezogene und reichlich spleenig. Wie auch in anderen Krimis dieser Art kommt es zwar immer wieder zu Gewaltverbrechen, doch diese werden nie bluttriefend beschrieben, so dass das Wohlgefühl beim Lesen nicht abhanden kommt. Die einzelnen Geschichten entspinnen sich sehr gemächlich genauso wie die Tätersuche. Wer einen wirklich sehr leichten Krimi sucht und sich an dem beschaulichen Ambiente eines englischen Dorfes und seiner Umgebung erfreuen kann, ist hier richtig. Mal etwas für zwischendurch – warum nicht. Mir hat es gefallen und ich kann es durchaus weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 08.09.2023

Einfühlsam, lebendig, mitreißend

Kinder ihrer Zeit
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Mit dem Buch „Kinder ihrer Zeit“ hat Claire Winter wiedereinmal bewiesen, dass sie eine Autorin ist, die Geschichten mit historischem Bezug wunderbar in Worte fassen kann. Claire Winter erzählt hier die ...

Mit dem Buch „Kinder ihrer Zeit“ hat Claire Winter wiedereinmal bewiesen, dass sie eine Autorin ist, die Geschichten mit historischem Bezug wunderbar in Worte fassen kann. Claire Winter erzählt hier die Geschichte der Schwestern Emma und Alice, die als Kleinkinder getrennt werden, sich wiederfinden und dann einen Weg finden müssen sich nicht wieder zu verlieren. Als Hintergrund dient hier das Berlin der Nachkriegszeit – Ost und West – mit samt den Geheimdienstaktivitäten von CIA, BND und KGB. Der Autorin gelingt es bravourös die historischen Fakten und Figuren mit der fiktiven Geschichte der Schwestern zu verknüpfen. Sie bedient sich dabei einem Schreib- und Erzählstil, dem ich mich nicht entziehen konnte. Sehr einfühlsam schildert sie die Lebensumstände und das Gefühlschaos von Emma und Alice. Es wirkte auf mich alles sehr authentisch und hat mich bei mancher Passage schon mal tief durchatmen lassen.
Mein Fazit: Dieser Roman ist ein rundum gelungener Roman der durch den angenehm zu lesenden Schreib- und Erzählstil die Nachkriegszeit in Berlin wieder lebendig werden lässt. Mich hat der Roman gut unterhalten und ich empfehle ihn gern weiter.