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Veröffentlicht am 22.01.2026

Verschwendetes Potenzial

Metal Slinger – Dunkle Verheißung
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Brynn kann endlich mit ihrer Kohorte auf Festland und den jährlichen Markt besuchen. Einer ihrer Träume, da sie mit den Alaha auf dem offenen Meer lebt. Es sollte ein ganz besonderer Ausflug werden, doch ...

Brynn kann endlich mit ihrer Kohorte auf Festland und den jährlichen Markt besuchen. Einer ihrer Träume, da sie mit den Alaha auf dem offenen Meer lebt. Es sollte ein ganz besonderer Ausflug werden, doch gerät sie dort mit dem geheimnisvollen Soldaten Acker zusammen. Dadurch gerät der brüchige Frieden zwischen den Kenta und den Alaha ins wanken. Brynn kann zwar fliehen, aber Acker lässt sie nicht so leicht gehen ...



Ich versuche ohne Spoiler zu schreiben, um aber auf einige Punkte näher einzugehen, muss ich etwas auf die Story eingehen.

Rachel Schneider hat eine Fantasy Romance geschrieben. Brynn gehört nicht wirklich nach Alaha, denn die wurde als junges Kind gefunden und aufgenommen. Ihr bester Freund ist der Prinz von Alaha, Kai, und dazu hält er auch noch um ihre Hand an. Doch sie trifft auf Acker und dieser erzählt ihr einiges über ihre Vergangenheit und Magie. Und sie glaubt ihm sehr schnell, denn sie hat sich noch nie richtig dazu gehörig gefühlt.

Das fand ich nicht mal unlogisch, den Rachel Schneider schafft es und Brynn gut näher zubringen und was in ihrem inneren los ist. Der Schreibstil und die Erzählweise ist dabei einfach und flüssig.

Auch die Art der Magie und due Beschreibung fand ich gut.

Zu Beginn mochte ich auch, wie Brynn und Acker sich annähern, aber es wurde stellenweise sehr langatmig auf dem Boot. Trotzdem habe ich schnell verstanden, dass sie beiden was besonderes verbindet. Doch mochte ich Acker bis zum Schluss nicht. Er lässt Brynn immer wieder ins offene Messer laufen, obwohl er genau weiß, dass sie viele Dinge nicht wissen kann, da sie aus Alaha kommt. Und wenn sie sich zurecht aufregt, stellt er sie immer mit Körperkontakt still. Diese Dynamik wurde mir schnell zu viel.

Und dann kam der Plottwist. Und ja, auch wenn mich Plottwists meistens freuen, war ich hier doch sehr verwundert. Denn wir lesen die Geschichte die ganze Zeit aus Brynns Sicht ... aus der Ich Perspektive... und es war gar kein Hinweis vorher ansatzweise da. Daher wirkte es doch zu sehr gewollt und nicht gut vorbereitet.

Und zusätzlich hatte ich im Deutschen einige Probleme mit den Namen. Brynn hat eine Freund namens Messer ...dieser heißt auch im englischen Original so, was aber bei einem actionreichen Fantasy Roman im deutschen schnell zu Verwirrung beim flotten Lesen führen kann. Acker (Englisch eher Aicker ausgesprochen) störte da nicht so arg, war aber auch gewöhnungsbedürftig.

Ich gebe 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Chaotisches Coming of Age

Die Sache mit Rachel
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Rachel ist eine irische Studentin, die mit ihrem schwule besten Freund James zusammen wohnt. Doch während James versucht zu verstecken, dass er schwul ist, sehnt Rachel sich nach Liebe , Spaß und eine ...

Rachel ist eine irische Studentin, die mit ihrem schwule besten Freund James zusammen wohnt. Doch während James versucht zu verstecken, dass er schwul ist, sehnt Rachel sich nach Liebe , Spaß und eine gute Zukunft. Dabei stürzt sie sich (auch gerne von James gelenkt) in eine Situation in die andere.

An die Erzählweise von der gegenwärtigen Rachel, die zurückschaut auf ihr Leben zu der Zeit, musste ich mich gewöhnen, denn nicht nur erzählt sie recht locker und ungeschönt, sondern streut auch immer wieder gegenwärtige Dinge mit ein, so dass ich gerne mal verwirrt war, wo wir uns befinden.

Und dann haben wir Rachel. Anfänglich mochte ich ihre lockere Art, doch bald schon erkennt man, dass sie sehr uneigenständig ist und sich immer an jemanden ranhängt. Und gerade James ist da nicht der Beste, würde ich mal sagen. Wenn er nicht da ist, fixiert sie sich auf jemanden anderen. Aber das ist eben ihr Charakter.

Die Geschichte spielt zu den 2010er in Irland und es werden auch ein paar politische Dinge angesprochen, die auch teilweise sehr wichtig für die Geschichte sind.

Die Geschichte ist eine Berg und Talfahrt, hat mich aber wie gesagt, gerne mal verwirrt und auch mit Rachel wurde ich bis zum Schluss nicht hundert Prozent warm.

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Veröffentlicht am 23.03.2024

Mystisch mit fehlenden Tiefgang

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
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Wir sind im Jahre 1888 in London. Es wird die kleine Miyo geboren, als Tochter des talentierten Puppenmacher, Kazuki Kobayashi. Doch ihr Leben wurde eigentlich verkauft an den Advokaten Fairweather, denn ...

Wir sind im Jahre 1888 in London. Es wird die kleine Miyo geboren, als Tochter des talentierten Puppenmacher, Kazuki Kobayashi. Doch ihr Leben wurde eigentlich verkauft an den Advokaten Fairweather, denn Kobayashi ist einen düsteren Handel eingegangen um im Wohlstand und guten Ansehen zu leben. Denn ein Puppengeschäft in London läuft trotz der Handwerkskunst nicht wirklich gut. Und Fairweather ist nicht gewillt, diesen Handel fallen zu lassen. Doch mit dem ersten Blick auf Miyo ist Kobayashi sofort klar, dass er den Handel nicht beenden möchte und seine Tochter mit allen Mitteln schützen muss. Und so lässt er sich etwas Besonderes einfallen, um seine süße kleine Miyo zu retten.

Simone Keil hat mich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase mit einem besonderen Schreibstil in den Bann gezogen. Es wird ein wenig fabelhaft und mystisch geschrieben.
Die Idee von der Geschichte klang wirklich spannend und es hat sich anders entwickelt, als ich dachte.
Doch habe ich ein Problem mit der Tiefe der Figuren. Denn durch den Schreibstil und die Kürze des Buches, blieb mir dieses etwas auf der Strecke. Wir haben viele tolle Charaktere und man bekommt auch eine Ahnung von den Gefühlen, aber da alles so schnell von statten geht, fehlte mir etwas.
Besonders spannend fand ich die mechanischen Menschen, die nicht so ganz in die damalige Zeit zu passen scheinen. Doch sie sind da. Wir erfahren ganz wenig darüber und bekommen nur durch die zwei Charaktere mit, dass es nicht nur Maschinen sind.
Es passiert so viel im Laufe der Geschichte und wir treffen und verlassen immer wieder Charaktere, was mich zeitweise auch ein wenig durcheinandergebracht hat. Zur zeitlichen Einordnung werden immer mal wieder geschichtliche Ereignisse eingeschmissen, die mich dann aber auch teilweise aus der Fantasywelt gezogen haben.
Nur die Erwähnung und Verbindung von Jack the Ripper und Fairweather fand ich ganz gut, denn so habe ich Fairweathers Handlungen etwas verstanden, denn dieser Charakter blieb mir am undurchsichtigsten, obwohl wir häufig auch aus seiner Sicht gelesen haben.

An sich fand ich die Geschichte um Miyo und ihr Porzellangesicht spannend und aufregend. Nur an manchen Stellen hätte ich mir ehr Erklärungen und etwas längere Szenen gewünscht. Der Erzählstil war wirklich mal was anderes und besonderes und macht das Buch zu einer Lektüre, die man nicht so nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 04.10.2023

Zeitreisen mit Kniff

Time Shifters
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Stell dir vor, es gibt eine Sondereinheit, die 24 Stunden in die Vergangenheit zurückreisen kann. Sie ist ausgebildet in Geschehen einzugreifen um Menschenleben zu retten. Micaela ist eine dieser Agentinnen ...

Stell dir vor, es gibt eine Sondereinheit, die 24 Stunden in die Vergangenheit zurückreisen kann. Sie ist ausgebildet in Geschehen einzugreifen um Menschenleben zu retten. Micaela ist eine dieser Agentinnen und wird zurückgeschickt, um den Bombenanschlag in dem Gymnasium von Bologna zu verhindern.
Doch irgendwie läuft es nicht wie geplant.

Die Idee des Zeitreisen auf diese Art finde ich spannend und schmerzhaft zu gleich. Was man zu beachten hat, weiß man schon durch andere Zeitreise Romane, doch kommen hier noch ein paar Aspekte mit.
Wir lesen die Geschichte aus mehreren Sichten. Die Hauptpersonen Micaela, die Agentin, Enrico und Ron, die völlig verschiedenen Schüler des Gymnasiums und dann noch einige anderen Sichten. Deswegen war es jedes Mal ein wenig schwierig den Sprung am Anfang des neuen Kapitels zu schaffen.
Der Zeilenabstand im Buch ist sehr groß, wodurch die Seiten nur so dahinfliegen.
Doch leider kommt es mir am Anfang etwas wie „täglich grüßt das Murmeltier vor“ nur jedes Mal mit einer neuen Szene, doch ähnlichen Ablauf. Erst später kommt noch ein Punkt hinzu, der es wieder spannender macht.
Zudem kam mir die Chemie zwischen den Figuren etwas gekünstelt vor. Es wird direkt von Liebe gesprochen, nachdem sie sich ein bis zweimal gesehen haben und wirklich nicht mehr. Auch bleiben die Charaktere für mich zu unnahbar. Am ehesten konnte ich mich mit Ron noch anfreunden.

Es war spannend und kurzweilig und lässt einen grübeln, was wäre wenn, aber nicht sehr lange. Das Buch hat einige Schwierigkeiten in den Charakteren und der Story. Deshalb nur 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 24.09.2023

Gut für immer mal wieder zwischendurch

Gilles der Gauner
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Geworben wurde mit dem niederländischen Asterix und Obelix und ich verstehe, warum dieser Vergleich gezogen wurde.

Gilles der Gauner ist im Zeichenstil aber eher etwas einfacher und wenig detailliert ...

Geworben wurde mit dem niederländischen Asterix und Obelix und ich verstehe, warum dieser Vergleich gezogen wurde.

Gilles der Gauner ist im Zeichenstil aber eher etwas einfacher und wenig detailliert gezeichnet. Dafür sehr farbenfroh und die Figuren haben markante Markenzeichen. Hier mal ein großes Kinn, hier eine dicke Nase oder Bauch oder eine Lange dünne Figur.

Wir begleiten Gilles den Gauner in den Aufstand der Niederländer gegen die spanischen Besatzer im "Achtzigjährigen Krieg" (1568 bis 1648).

Die meisten Geschichten sind kurze Sketche, die nur 2 bis 3 Seiten lang sind. Bis auf die drei Längeren Episoden im Buch.

Mir persönlich gefielen die Längeren mehr, denn dort lernte man Gilles noch etwas näher kennen und er war nicht der dümmste in der Runde . Zudem sind die kurzen Sketche irgendwann immer sehr ähnlich und wenn man es, wie ich in einer Leserunde liest und somit es hintereinander weg in eine bestimmten Zeitraum lesen muss, schon etwas langweilig werden können. Wenn ich das Buch aber nur so auf dem Couchtisch liegen habe und dort immer mal wieder eine Geschichte mir angucken würde, würde ich es mehr feiern.

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