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Veröffentlicht am 25.10.2017

Erzählgewalt entfaltet sich jetzt so richtig

Days of Blood and Starlight
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Buchreihen sind auf dem Büchermarkt schon lange nichts Seltenes mehr, ganz im Gegenteil, sie scheinen sogar zur Regel zu werden. Die Krux bei diesen Reihen ist jedoch meist, dass sie einen genialen ersten ...

Buchreihen sind auf dem Büchermarkt schon lange nichts Seltenes mehr, ganz im Gegenteil, sie scheinen sogar zur Regel zu werden. Die Krux bei diesen Reihen ist jedoch meist, dass sie einen genialen ersten Band bieten, der jeden Leser denken lässt „da muss ich dranbleiben!“ und dann können die Folgebände die Erwartungen leider nicht halten. Bei der Karou-Reihe bestand bei mir eine ähnliche Befürchtung, weil ich Band 1 sehr ansprechend fand, auch weil er ganz andere Figuren und eine ganz andere Entfaltung der Geschichte bereithielt. Anderssein ist auf dem Buchmarkt häufig ein Muss, aber wenn Band 2 nicht mehr anders sein kann, weil es eben wie Band 1, was bleibt dann übrig? Der zweite Teil der Karou-Reihe antwortet klar und deutlich: ganz viel!
Zunächst muss ich natürlich betonen, dass Band 2 so oder so kein Abklatsch vom ersten Band gewesen wäre, da vor allem die Erzählweise doch wieder eine ganz andere ist. Der erste Unterschied liegt darin, dass wir keine verborgene Erzählebene mehr haben. Diese Vergangenheit von Karou ist nun bekannt, aber da diese immer noch so viel Unerzähltes bereithält, finde ich es großartig, dass noch einmal Rückblenden geboten werden, um erzählerische Lücken zu füllen. Es werden auch Fragen beantwortet, die ich mir gar nicht gestellt habe und dadurch erhält alles noch einmal einen viel größeren Rahmen, der aber die fantastische Welt der Chimären und Engel besser erklärt.
Eine weitere Neuerung ist, dass wir wesentlich mehr Figurenperspektiven zur Verfügung gestellt bekommen. Vom Grundprinzip wäre das nicht nötig, da Karou und Akiva ja die gegnerischen Seiten besetzen, so dass auch beide Geschichten mit Infos gefüttert werden könnten. Aber so erhält die Geschichte wahrlich epische Ausmaße, da man vor allem ausschließlich mit Figuren verknüpft wird, die auch als Sympathieträger fungieren und die vieles Spannende zu berichten haben, die erneut der Welt den detaillierten Schliff geben.
Was in diesem Band völlig zurücksteht, ist die Liebesgeschichte zwischen Akiva und Karou. Sie haben nur wenige Szenen zusammen, diese sind zwar sehr berührend, aber trotzdem habe ich den fehlenden Impulsen in dieser Angelegenheit nicht nachgetrauert, da schon Band 1 nicht nur die Liebesgeschichte war. Band 2 unterstreicht das nun doppelt und dreifach. Ja, ihre Liebesgeschichte war der Anfang, aber jeder für sich bleibt ein eigenständiges Wesen, dass auch so für seine Ideale eintritt. In Band 3 gehe ich davon aus, dass es wieder zunehmen wird, aber grundsätzlich ist so deutlich angezeigt, dass solche Reihen auch ohne die große epische Liebesgeschichte einwandfrei funktionieren können.
Der Handlungsverlauf hält wirklich einige Überraschungen bereit, so dass ich mich wirklich grundsätzlich unterhalten gefühlt habe. Zum einen wurde für mich die fantastische Welt immer klarer und parallel wurde aber die eigentliche Handlung konsequent vorangetrieben. Dieser Band bietet wie auch der Erstling viele nachdenkliche Passagen, die sich über bis zu 6 Seiten ziehen, aber die habe ich dennoch in keiner Weise als langatmig empfunden, da die Sprache dabei auch etwas poetisches hat, so dass man regelrecht zu träumen beginnt.
Fazit: Laini Taylor ist eine Erzählerin wie sie im Buche steht, denn sie setzt dem ersten Band noch einmal die Krone auf. War im ersten Band noch vieles mit Fragezeichen verbunden, werden hier viele Antworten geboten und die Welt wird so weiter ausgebaut, dass ich mich nun fast heimisch fühle. Dazu werden auch einige erzählerische Neuerungen geboten und die Handlung wird spannend vorangetrieben. Somit hat „Days of Blood and Starlight“ für mich schon epische Ausmaße und ich bin voller Vorfreude auf den Abschlussband!

Veröffentlicht am 18.10.2017

Das Beste zum Schluss

Feel Again
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Mona Kasten hat mit „Begin again“ und „Trust again“ bewiesen, dass auch deutschen Autoren das in den letzten Jahren sehr bekannt gewordene Genre NA gut bedienen können. „Feel again“ bildet nun den Abschluss ...

Mona Kasten hat mit „Begin again“ und „Trust again“ bewiesen, dass auch deutschen Autoren das in den letzten Jahren sehr bekannt gewordene Genre NA gut bedienen können. „Feel again“ bildet nun den Abschluss der Reihe und ich muss sagen, dass ich mit der größten Skepsis in dieses Buch gegangen bin. Das lag zum einen daran, dass Sawyer mein Interesse in den ersten beiden Bänden nur bedingt geweckt hat und zum anderen dass Isaac viel zu nerdig wirkte, zu stereotyp, als dass ich ihn richtig ernstnehmen konnte. Und gerade wenn solche Skepsis beim Lesen eines Buches mitspielt, ist die Freude umso größer, dass es sich doch tatsächlich um eine großartige Lektüre handelt.
Was mich ganz besonders an „Feel again“ mitgerissen hat, war die Entwicklung von Isaac. In diesem Genre entwickeln sich in der Regel die weiblichen Protagonistinnen von verschüchterten Entlein zu stolzen Schwänen. Ja, auch Sawyer entwickelt sich, aber die Entwicklung von Isaac steht viel mehr im Zentrum und diese ist einfach großartig dargestellt. Wie bereits im vorherigen Absatz erwähnt, konnte mich der angedeutete Isaac aus den ersten beiden Bänden kaum überzeugen. Aber hier war er von Seite 1 auf eine Art und Weise präsent, die direkt ausstrahlte, der könnte zu meinem Liebling werden. Was mich direkt bei ihm mitgenommen hat, ist die Tatsache, dass er in sich ruht, aber dieses innere Selbstbewusstsein nicht nach außen transportieren kann. Und dieser Weg, wie er irgendwann zu dem innen als auch außen selbstbewussten jungen Mann wird, das war sehr berührend und durchweg einnehmend.
Bei Sawyer ist für mich das Problem gewesen, dass ich mit ihr so gar nichts gemein habe. Wenn ich Parallelen zu Figuren sehe (wie es stark bei Dawn der Fall war), ist die Identifikation schnell gegeben, aber das ändert letztlich nichts daran, dass auch mit diesen Figuren Frustpotenzial besteht. Bei Sawyer war dieser Weg folglich genau andersrum. Vor allem in den ersten beiden Bänden war sie mit Frustpotenzial für mich verbunden und auch zu Beginn von „Feel again“ macht sie viele Dinge, die ich nicht im Geringsten nachvollziehen kann. Aber immer wieder kommen diese kleinen Momente, wo ich ihre wahre Persönlichkeit erahnen kann und je mehr Zeit ich mit ihr und ihrer Denkweise verbrachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass Figuren nicht wie ich sein müssen, damit ich sie als Gesamtkomplex faszinierend und nachvollziehbar sehen kann.
Zusammen haben diese beiden sehr unterschiedlichen Figuren wirklich eine hohe Explosionsgefahr, aber da sich beide aufeinander einlassen, entsteht eine wahnsinnig schöne Chemie, wo jeder seine Stärken ausspielen kann. Mal ist Sawyer die stärkere Hälfte, mal ist sie es und diese vollkommen gleichberechtigte Beziehung hat wirklich meinen Nerv getroffen. Als großartig erwies sich auch der Szenenwechsel weitestgehend weg vom Campus, hin zu der Farm von Isaacs Familie. Dort wurde so viel Heimeligkeit und Wärme ausgestrahlt, es wurden großartige Szenen geboten und es fühlte sich wirklich wie zuhause an. Diese Wohlfühlatmosphäre hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass ich stolz sagen kann, dass Mona Kasten die Reihe mit einem „Bäm!“ beendet hat!
Fazit: Das Beste kommt zum Schluss! Eine bessere Phrase lässt sich für „Feel again“ nicht finden. Mit den geringsten Erwartungen bin ich herangegangen, da mich die Protagonisten schon jeder für sich in den Vorgängerbänden nicht überzeugen konnte und von ihrem Zusammenspiel war da ja noch gar nichts zu erahnen. Folge ist nun, dass ich so positiv überrascht vom Gesamtpaket bin, dass ich „Feel again“ gerne zu meinem Lieblingsband der Reihe küre und noch einmal bekräftigen möchte, dass Mona Kasten eine grandiose Reihe geliefert hat, die für deutsche Autoren den Maßstab setzen wird!

Veröffentlicht am 13.09.2017

Emotional verwickelt in einer Zukunftswelt

Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle
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Als Leserin, die sich immer noch gerne in Jugendbücher flüchtet, wurde ich früh auf „Beautiful Liars“ aufmerksam. Als es dann auch noch hieß, dass sich „Pretty Litlle Liars“ und „Gossip Girl“ in diesem ...

Als Leserin, die sich immer noch gerne in Jugendbücher flüchtet, wurde ich früh auf „Beautiful Liars“ aufmerksam. Als es dann auch noch hieß, dass sich „Pretty Litlle Liars“ und „Gossip Girl“ in diesem Buch vereinen, war ich besonders interessiert. Beide Serien sind zwar viel zu lange gelaufen und haben dadurch ihren Reiz verloren, aber ihr Grundkonzept was faszinierend und ihre ersten Staffeln daher ein unterhaltsamer Begleiter.
Ein faszinierendes Konzept bieten auch die „Beautiful Liars“ von Anfang an. Im Jahr 2118 spielend, also 100 Jahre voraus, wird uns ein New York präsentiert, das nicht mehr viel mit dem aktuellen gemein hat. Wo einst der Central Park Zuflucht für Naturliebhaber bot, steht nun ein fast 1000-stöckiger Turm und jede Etage stellt nochmal ein eigenes Viertel. Die Dimensionen dieses Wolkenkratzers sind fast nicht zu begreifen. Neben diesem veränderten Stadtbild wird auch die Technik gefeiert. Das ganze Buch ist von interessanten, faszinierenden, aber auch erschreckenden technischen Entwicklungen begleitet, die man gar nicht so schnell begreifen kann. Dennoch schwingt immer die Frage mit, würde ich dieses technische Wunder gerne erleben oder lieber doch nicht?
Neben diesem ungeheuer spannenden Setting wird dann eine Geschichte gesponnen, die aus der Sicht von 5 Jugendlichen oder Fast-Erwachsenen erzählt wird. Da hier Eifersucht, Träume, Liebe, Glück, Neid, Intrigen und Manipulationen einen Großteil der Erzählung ausmachen, ist auch nicht zu leugnen, dass die Autorin Katharine McGee einst an „Pretty Little Liars“ mitgeschrieben hat. Diese fünf Perspektiven mitsamt den Neuerungen der Welt der Zukunft waren für den Einstieg in die Geschichte eigentlich viel zu viel. Man braucht schon lange, um wirklich in der Handlung anzukommen und die Figuren auseinanderzuhalten und sie dann kennenzulernen. Hier ist zu Beginn sehr, sehr viel Komplexität, aber das legt sich doch recht schnell.
Ab da verfolgt man vielen einzelnen Handlungen, die sich durch Figuren immer mal wieder überschneiden, dann wieder auseinandergehen, um wieder neu zusammenzukommen. Dadurch entsteht ein toller Lesefluss, da ständig etwas passiert und auch eine schöne Spannung erzeugt wird. Da es einen Prolog gibt, den man für sich als Leser unbedingt auflösen will, steigt die Spannung irgendwann komplett an. Und die Erzählung liefert: am Ende spitzt sich alles zu, alles ist möglich und als die letzte Seite gelesen ist, ist man richtig bedrückt, dass das Lesevergnügen schon wieder vorbei ist. Dieses Lesevergnügen wird auch dadurch untermalt, dass man die Geschichte durch fünf höchst unterschiedliche Köpfe erlebt. Dadurch werden sehr, sehr viele Emotionen freigesetzt, weil man Figuren liebt, andere hasst, bei manchen tut man beides und dadurch war ich emotional so involviert, dass ich mich komplett abgeholt gefühlt habe.
Fazit: Der Einstieg ist sehr komplex, aber ich verspreche es wird besser! Und für das Durchhalten wird man mit einer Geschichte belohnt, die ungeheures Potenzial hat. Man wird mitgesogen, man fiebert mit, man rätselt mit und man wünscht sich, dass es doch nie enden würde. Für die einen mag es abschreckend sein, dass „Beautiful Liars“ tatsächlich Überschneidungen zu Serien wie „Pretty Little Liars“ oder „Gossip Girl“ aufweist, aber ich finde, es gibt nur Überschneidungen zu den besten Zeiten und alleine die detailliert entworfene Zukunftswelt ist es schon wert!

Veröffentlicht am 03.07.2026

Spannender Kampf gegen die Dunkelheit

I Am the Blade
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Von Marie Grasshoff habe ich vor einigen Jahren ihre „Neon Birds“-Reihe gelesen, die ich echt toll fand. Aber wie es manchmal so ist, manche Autoren hat man immer auf dem Schirm, andere rutschen beim Überangebot ...

Von Marie Grasshoff habe ich vor einigen Jahren ihre „Neon Birds“-Reihe gelesen, die ich echt toll fand. Aber wie es manchmal so ist, manche Autoren hat man immer auf dem Schirm, andere rutschen beim Überangebot durch die Maschen. Als nun „I Am The Blade“ angekündigt wurde, mit einem fantastischen Cover, da war mir gleich klar, dass es doch die ideale Chance ist, die Autorin noch einmal zu begleiten und sie danach auch nicht mehr aus den Augen zu lassen.

Mir hatte an der SciFi-Reihe von Marie Grasshoff gefallen, dass sie sich so ausprobiert hat. Auch wenn es nicht das Genre ist, in dem ich sonst lese, aber ich hatte einfach den Eindruck, dass sie Welten erschaffen kann und dann auch Meisterin davon ist. Das ist eine Fähigkeit, die auch in Fantasy gefragt ist, dementsprechend war mir klar, dass das andere Genre hier an ihren Stärken nichts ändern wird. Ich bleibe aber zunächst nochmal beim Cover und generell den ganzen Grafiken. Grasshoff ist nämlich auch Künstlerin und ich fand damals auch schon die Illustrationen zu der „Neon Birds“-Reihe wirklich großartig. Umso cooler, dass ihre Sachen nun auch tatsächlich bei dem Buch fleißig eingebunden wurde. Ob nun das Cover, die Rückseite oder alles in den Innenklappen, es sieht echt poppig und einfach großartig aus. Mit mangelnder Vorstellungskraft meinerseits bin ich sehr dankbar, weil ich so die ganzen Bilder vor Augen hatte. Also ein Kunstwerk in Wort und Bild.

Kommen wir nun zum Inhalt. Es wurde schnell augenscheinlich, dass Grasshoff wieder eine extrem reiche Welt erschaffen hat. Sie schreibt selbst in ihren Dankesworten, dass all ihre Bücher zuvor sie an diesen Punkt gebracht haben und das ist die Entwicklung, die ich eigentlich allen wünschen. Man lernt mit jedem erreichten Schritt wieder neu dazu, kann aber immer auf alte Erkenntnisse aufbauen. Und Grasshoff kann hier aus dem Vollen schöpfen. Umgekehrt bedeutet das für mich als Leserin, bei der Fantasy auch nicht das liebste Genre ist, dass ich erst richtig dafür arbeiten muss, um inhaltlich vollkommen mitzukommen. Bei ihrer SciFi-Reihe waren die wechselnden Perspektiven hilfreich, weil so durch die verschiedenen Lebensumstände schnell genug Infos zusammen waren. Hier dauert es länger, weil wir nur mit Seren durch das Geschehen gehen. Einige Konzepte wie das Lager, die Dunkelheit, Echos etc., das brauchte etwas Zeit. Zäh zu lesen war es deswegen aber nicht, es war nur komplex, weswegen ich mir bewusst anfangs auch Zeit gelassen habe. Mein Lesetempo hat sich später dann aber immer mehr gesteigert, weil sich die ganze Vorarbeit gelohnt hat. Dann greifen die Rädchen ineinander und ich konnte mich auf die Charakterarbeit und die Action konzentrieren.

Es ist als Romantasy angekündigt worden, aber ich meine es als größtes Kompliment, dass es nur wenig Romantasy war. So viele tolle Reihen, die sich einfach darin verlieren, dass die Liebesgeschichte viel zu prominent inszeniert wird. Aber das ist hier nicht passiert. Die Ausgangssituation zwischen Seren und Vale ist auch maximal belastet und dann wirkte es stellenweise auch so, dass wir das Echo im Lager etwas vergessen haben, aber das hat mich auch nicht geärgert, weil wir auch mit Mx und Levia so tolle Charaktere noch haben. Es muss nicht immer die Liebesgeschichte sein, die zieht, es gibt so viele Charakterkonstellationen mehr und das hat Grasshoff für mich hier bewiesen. Irgendwann spielt Vale dann eine größere Rolle, aber es ist ein langsamer Prozess. Zwar mit Übersprungshandlung (und es fehlt seine Perspektive), aber die beiden waren anfangs zwei Enden einer Sache und haben sich immer mehr angenähert und deswegen hat es sich so natürlich angefühlt. Die beiden, aber auch MX und Levia werden uns im zweiten Band sicherlich noch viel Spaß bereiten.

Was mir als Ausgangspunkt auch sehr gut gefallen hat, dass man von Anfang an den Finger daran hat, dass unsere Heldin Seren eigentlich auf der falschen Seite steht. So oft haben wir es im Genre, dass die Protagonistin schon zu den Rebellen gehört oder aber dass es zwei Seiten ohne Gewinner geht, oder sie ist Teil der vermeintlich ‘Guten’ und es kommt Gefahr von außen. Hier war es aber schon so, dass Seren von Anfang an als Waffe von anderen inszeniert wird. Sie hat eigene Gefühle und Überzeugungen, aber man merkt, wie sehr sie auch von einem System geprägt wurde. Das hat mir dann doch sehr gefallen, mit ihr gemeinsam eine andere Version von sich zu erkunden. Und es wurde auch deutlich, dass das der Grund der Annäherung mit Vale war. Auch wenn ich sagen muss, dass man bei den suspekten Figuren letztlich immer richtig gelegen hat, aber die Spannung hat das nicht gemindert. Es gab zwar auch mal länger gezogene Passagen, die ich intuitiv vielleicht etwas gekürzt hätte, aber ich möchte wirklich nicht meckern, denn ich habe echt viel geschenkt bekommen und bin schon sehr gespannt auf die ganzen Möglichkeiten aus Band 2.

Fazit: Es war goldrichtig, mich wieder Marie Grasshoff zuzuwenden. Ihre Stärken aus der „Neon Birds“-Reihe haben sich in „I Am The Blade“ voll ausgespielt. Zwar ein anderes Genres, aber auch im Bereich Fantasy sollte man komplexe Welten entwerfen können und das war hier der Fall. Es braucht etwas für den Funken, aber war er einmal gezündet haben wir doch sehr packende Figuren, spannende Entwicklungen und einfach eine gute Zeit.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Liebe auf Augenhöhe

The Front Runner
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Die „Gold Rush Ranch“ ist die erste Reihe von Elsie Silver und gerade beim ersten Band hat man das doch deutlich gemerkt. Die für die Autorin so charakteristischen Grundzutaten sind da, aber sie verharren ...

Die „Gold Rush Ranch“ ist die erste Reihe von Elsie Silver und gerade beim ersten Band hat man das doch deutlich gemerkt. Die für die Autorin so charakteristischen Grundzutaten sind da, aber sie verharren eher noch auf der Oberfläche. Die Reihe hat sich mit Band 2 dann auch bereits gesteigert und Band 2, „The Front Runner“, hat mir dann bewiesen, dass schon ihr drittes Buch ein richtiges Highlight wurde.

Silver hat ein Händchen für Figuren, denen man sehr skeptisch gegenübersteht und das schafft sie auch für beide Geschlechter. Was sie mit Winter in ihrer zweiten Reihe geschafft hat, das hat sie in ihrer ersten Reihe schon mit Stefan Dalca ausprobiert und dann auch bewiesen, dass es großartig klappt. Stefan war in den beiden Reihen davor eine eher düstere Präsenz, die vor allem über Billies große Abneigung noch weiter verstärkt wurde. Nun aber haben wir die Chance, ihm in den Kopf zu blicken und das war echt großartig. Er hat mich von den Männern der Reihe am besten begeistern können, weil er stark wirkte, dennoch verletzlich und sanft und weil er vor allem mit der freigeistigen Mira wunderbar zusammenpasste und ihr ihren Raum gegeben hat. Ich fand es auch spannend, all die Fakten über ihn zu sammeln, seine Schwester Nadia kennenzulernen und dann so nach und nach einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das glücklicherweise nicht schon in Band 1 zu erkennen war. Hier hat sich dann einfach ein Kreis geschlossen, den ich sehr gelungen fand.

Normalerweise bin ich nicht so ein Fan davon, wenn die Geschichte sich so stark an der Liebesgeschichte langhangelt und nicht abseits davon noch Raum schafft, aber hier habe ich es leicht verziehen, weil Stefan und Mira für mich großartig waren. Oft kann man es gar nicht genau begründen, aber die beiden haben es mir einfach angetan. Ich mochte ihre gemeinsamen Erlebnisse, ich mochte all die Arten, wie Stefan Mira überrascht hat, ich mochte auch, wie er ihre Familien kennengelernt hat und ich mochte diese Chemie, die sich auch erst spät entladen hat. Weil die intimen Szenen von Silver nie meine Lieblinge sein werden, bin ich immer froh, wenn sich die Autorin Zeit lässt, denn die Spannung aufbauen, das kann sie. Ich habe da echt an den Seiten geklebt und wollte einfach nur Zeugin werden, wie die beiden glücklich zusammenfinden. Und am meisten habe ich eben gefeiert, dass Mira zwar verliebt anders wurde, aber sie ist immer eine sehr beeindruckende Frau geblieben und ich habe geliebt, wie sehr Stefan das geachtet hat, der nie wie ein Macho rüberkam.

Ja, ich hätte mehr Freundinnen-Szenen gut gebrauchen können. Gerade Billie hat mich doch auch sehr genervt und mir fehlt durch die gemeinsamen Momente der Frauen, dass auch Billie eine Reise antritt. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn wir mehr von Stefan und Nadia bekommen hätten, aber ich konnte das Buch dennoch so gut genießen, dass es hier nicht in die Bewertung einfließt. Zumal ich auch weiß, dass Silver das in ihren zukünftigen Reihen besser drauf hat, auch andere Beziehungen zu ergründen und sich entwickeln zu lassen. Auch wenn wir diesmal wenig von der Rennbahn mitbekommen haben, aber durch Miras Tätigkeit hatten wir viele Anknüpfungspunkte zu den Tieren und es wurde super rübergebracht.

Fazit: „The Front Runner“ sticht für mich in der Gold Rush Ranch-Reihe deutlich heraus. Hätte ich Elsie Silver nicht schon durch ihre späteren Reihen lieb gewonnen, so wäre es mit diesem Buch wohl als Erstes passiert. Die Chemie zwischen Mira und Stefan ist großartig und es war stets eine Liebesgeschichte auf Augenhöhe, was super rüber kam. Es wäre sicherlich noch mehr gegangen, aber der dritte Band ist dennoch spielerisch leicht der beste der Reihe.

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