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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2020

Ausschweifend bis zum Ziel

Das Haus der tausend Welten
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In der Stadt Atail steht das berüchtigte Haus der aufgehenden Sonne, das ein begehrtes Geheimnis birgt: das Haus der tausend Welten. Hinter einem verschlossenen, magischen Tor befindet sich das Haus mit ...

In der Stadt Atail steht das berüchtigte Haus der aufgehenden Sonne, das ein begehrtes Geheimnis birgt: das Haus der tausend Welten. Hinter einem verschlossenen, magischen Tor befindet sich das Haus mit unzähligen Räumen und Hallen. Wer es bis ganz noch oben schafft, den soll nach den Gerüchten ein wertvoller Schatz erwarten. Gleich mehrere Banden machen sich auf den Weg, den Schatz für sich zu beanspruchen.

Es ist wirklich schwierig mit der Bewertung des Buches zu beginnen, denn es gibt viel zu betrachten. Die Storyline startet eher verhalten, da man zunächst alle Hauptprotagonisten kennenlernt, die sich auf dem Weg zum Haus der aufgehenden Sonne befinden. Ob nun wissentlich oder unwissentlich. Trotz der vielen Charaktere und Perspektiven kann man die einzelnen Personen gut voneinander unterscheiden, zudem gibt es ein Namensverzeichnis am Ende.

Durch das Vorgeplänkel dauert es aber fast bis zu Hälfte des Buches bis der eigentliche Schauplatz – das Haus der tausend Welten – eine Rolle spielt. Dafür werden viele Informationen über die Welt eingestreut, aber leider nicht besonders gut. Es handelt sich um eine erfundene Fantasy-Welt und ohne Karte ist es schwierig einen Überblick zu bekommen. Zudem werden spezielle (Fantasy)-Tiere nur sporadisch beschrieben, sodass man kaum eine Vorstellung von diesen bekommt.

Es ist schon faszinierend, wie sich die Autorin in Ausschweifungen und Beschreibungen verlieren, man aber kein klares Bild von der Welt oder den Charakteren bekommt. Es macht die Geschichte teilweise auch sehr zäh und langatmig und es war stellenweise ein regelrechter Kampf weiter zu lesen.

Die Ereignisse im Haus der tausend Welten konnten mich auch nicht mehr wirklich überzeugen. Man bekommt nur wenige Eindrücke von diesem außergewöhnlichen Haus und auch die Gegner und Gefahren, die sich den Charakteren in den Weg stellen, sind nicht besonders abwechslungsreich, sondern wiederholen sich öfters.

Die meisten der Hauptprotagonisten können Magie wirken – in dieser Welt Shao genannt – aber jeder auf eine andere Weise. Es sind keine Regeln erkennbar, die der Magie zugrunde liegen; auch wenn es sich um Fantasy handelt, sollte die Welt Regeln haben, die sie authentischer macht. Das Ende war dann sehr skurril und auch irgendwie merkwürdig.

Das Buch hat mich sehr unentschlossen zurück gelassen. Es gab durchaus positive Aspekte, aber die negativen sind eindeutig mehr im Kopf geblieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2019

Nicht ganz mein Fall

Find mich da, wo Liebe ist
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Grace hat eine große Leidenschaft für Musik. In einem kleinen englischen Dorf repariert und baut sie Musikinstrumente. Dabei war sie selbst sogar einmal eine talentierte Cellistin, aber ein traumatisches ...

Grace hat eine große Leidenschaft für Musik. In einem kleinen englischen Dorf repariert und baut sie Musikinstrumente. Dabei war sie selbst sogar einmal eine talentierte Cellistin, aber ein traumatisches Ereignis hat sie vom Spielen abgebracht. Nicht einmal vor ihrer großen Liebe David traut sie sich zu spielen und ihre Beziehung ist auch ansonsten nicht gerade perfekt und ein Ereignis stellt alles in Frage.

Die Ausgangslage, in der Grace sich befindet, war für mich anfangs spannend und interessant. Es unterscheidet sich von anderen Geschichten dieser Art und ich war neugierig, was da auf den Leser noch zukommt. Die zweite außergewöhnliche Sache sind die vielen Informationen über Musikinstrumente. Dabei merkt man, dass sich die Autorin damit wirklich auskennt und eine große Leidenschaft darin hegt, die sie auf die Hauptprotagonistin übertragen hat. Hier wäre aber stellenweise weniger mehr gewesen, denn die ganzen Details können mit der Zeit ermüdend und zu viel werden.

Die beiden Hauptcharaktere Grace und David sind alles andere als perfekt und das macht sie und die Geschichte auch authentisch, aber leider bin ich mit keinen von beiden warm geworden. David war mir meistens einfach unsympathisch und Grace‘ Handlungen konnte ich einfach nicht nachvollziehen.
Die Nebencharaktere Mr Williams und Nadia dagegen fand ich toll und erfrischend. Beide haben ihre liebenswerten Eigenheiten und es ist toll, wenn die Nebencharaktere so gut ausgebaut sind, aber es spricht nicht gerade für die Protagonisten, wenn diese dabei untergehen.

Mit der Geschichte an sich habe ich mir auch eher schwer getan. Vieles ist langatmig ausgebaut und es dauert lange bis etwas Spannendes passiert. Das macht die ganze Geschichte etwas zäh und ich habe recht lange für dieses Buch gebraucht. Manche Passagen waren für mich auch einfach zu poetisch geschrieben und das hat mich zusätzlich im Lesefluss gestört.

Es ist keine klassische Liebesgeschichte, was aber am Anfang suggeriert wird und es war leider einfach nicht mein Fall.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Wenig Nervenkitzel

NACHTWILD
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Es sollte ein ganz normaler Tag im Zoo für Joan und ihren vierjährigen Sohn Lincoln werden. Als sie sich jedoch auf den Rückweg machen, liegen Tote vor dem Ausgang des Zoos und ein Mann mit einem Gewehr ...

Es sollte ein ganz normaler Tag im Zoo für Joan und ihren vierjährigen Sohn Lincoln werden. Als sie sich jedoch auf den Rückweg machen, liegen Tote vor dem Ausgang des Zoos und ein Mann mit einem Gewehr versperrt ihnen den Weg. Joan versteckt sich mit ihrem Sohn und versucht sie beide zu schützen. Dabei hat sie keine Ahnung, was vor sich geht und muss bald eine Entscheidung fällen.

Das Buch fängt sehr gemütlich an und stellt erst einmal Joan und Lincoln als die Protagonisten vor. Bald aber schon lassen sich die ersten Anzeichen erkennen, dass irgendetwas nicht stimmt und dann beginnt die Geschichte schon richtig. Größtenteils wird aus Joans Sicht erzählt, aber es werden auch kurz andere Perspektiven verwendet und sogar aus Sicht des Täters.

Man stellt sich diese Geschichte sehr spannend und adrenalingeladen vor, aber es ist stellenweise sehr langatmig und es geht hauptsächlich darum, wie sich Joan und ihr Sohn verstecken. Keine Szene hat wirklich an meinen Nerven gezerrt oder hat in mir das Gefühl ausgelöst, ich müsste unbedingt weiter lesen. Vielleicht ist es für Mütter anders, da sie sich besser in Joan hinein fühlen können.

Für mich ist das ganze Buch auch nicht wirklich rund. Man bekommt immer nur Häppchen hingeworfen. Ein bisschen aus Joans und Lincolns Leben, warum jemand in einen Zoo eindringt und Leute erschießt. Aber man erfährt nie alles, nur Bruchstücke, die kein klares Bild von den Charakteren und den Handlungen zeichnen.

Die Idee fand ich sehr interessant und hat durchaus Potenzial. Leider hat mir hier etwas gefehlt. Die emotionale Nähe zu den Charakteren, die nachvollziehbaren Gründe des Täters. Eine atmosphärische Erzählung der Situation. Das Ende hat mich dann auch eher enttäuscht zurück gelassen.

Veröffentlicht am 16.09.2017

Kann sich nicht abheben

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow Roman
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Simon Snow. Der Außerwählte. Der mächtigste Zauberer auf der Welt. Er ist dazu bestimmt, die dunklen Mächte zu besiegen. Das einzige Problem dabei ist, dass Simon nicht mit seiner magischen Kraft umgehen ...

Simon Snow. Der Außerwählte. Der mächtigste Zauberer auf der Welt. Er ist dazu bestimmt, die dunklen Mächte zu besiegen. Das einzige Problem dabei ist, dass Simon nicht mit seiner magischen Kraft umgehen kann und dadurch nicht nur für sich eine Gefahr darstellt. An seiner Seite stehen aber immer Penelope und Agatha und irgendwie auch sein verhasster Zimmergenosse Baz.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Simons Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Es kommen aber auch diverse andere Charaktere wie seine Freunde Penelope oder Agatha zu Wort. Da alle aus der Ich-Perspektive erzählen kann es manchmal verwirrend sein, wer denn nun gerade an der Reihe ist. Vor allem wenn die Erzählsichten hin und her springen.

Die Charaktere sind alle recht eindimensional und man bekommt auch keinen wirklichen Bezug zu ihnen. Penelope ist die beste Freundin ohne die der Held aufgeschmissen wäre. Agatha ist so unscheinbar, dass man sich fragt, was sie überhaupt zu Geschichte beiträgt. Simon stolpert von einem Missgeschick ins nächste ohne zu wissen, was er da gerade eigentlich macht. Baz ist noch der interessanteste Charakter und bringt zumindest etwas Schwung mit.

Die Story an sich schleppt und zieht sich die erste Hälfte ziemlich hin. Gefühlt passiert einfach nichts und praktisch ist das wohl auch so. Die meiste Zeit handelt es sich Rückblenden, was vor Jahren mal passiert ist und was die Charaktere in den vorangegangenen Schuljahren erlebt haben. Das trägt nicht unbedingt zur Spannung bei. Erst ab der Hälfte wendet sich die Geschichte aktuellen Geschehnissen zu und es gibt auch ein paar interessante Wendungen. An manchen Stellen musste ich tatsächlich auch schmunzeln, was größtenteils aber an den Zaubern lagen, die an bekannte Sprichwörter oder auch Filmzitate angelehnt sind. Eine nette Idee.

Die Geschichte um Simon Snow ähnelt stark an die Abenteuer eines anderen bekannten Zauberlehrlings und kann sich daher nicht so gut davon abheben. Es war nett zu lesen, aber es ist kein Buch, das unbedingt in Erinnerung bleibt.

Veröffentlicht am 29.07.2026

Keine Spannung, unsympathische Charaktere

Summer Heat
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Mia arbeitet den Sommer über als Yogalehrerin in einem Luxusresort in Portugal. Sie ist aber nicht für die Arbeit dort, sie hat eine andere Mission. Doch im Resort angekommen, läuft nichts nach Plan. Sie ...

Mia arbeitet den Sommer über als Yogalehrerin in einem Luxusresort in Portugal. Sie ist aber nicht für die Arbeit dort, sie hat eine andere Mission. Doch im Resort angekommen, läuft nichts nach Plan. Sie lässt sich zu leicht von dem attraktiven Yanis ablenken, die Kolleginnen scheinen etwas gegen sie zu haben und dann wird auch noch eine Leiche an den Strand angespült.

So wie das Buch beschrieben wird, hat es etwas an ‚The White Lotus‘ erinnert. Ein Luxusresort für die Reichen, in dem die unterschiedlichsten Charaktere aufeinandertreffen. Es gibt Geheimnisse, Intrigen und eine Leiche. Leider hat das Buch an sich überhaupt nichts mit der Serie gemein.

Die Autorin schafft es nicht die Atmosphäre von einem Luxusresort in Portugal oder allgemein das Gefühl von Portugal zu vermitteln. Das Buch hätte auch an jedem anderen beliebigen Ort spielen können. Anfangs passiert auch nicht wirklich etwas. Es wird zwar versucht, durch kleine Ungereimtheiten und den Zwistigkeiten zwischen den Charakteren, Spannung aufgebaut, das gelingt aber nicht.

In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um das toxische Hin und Her zwischen Mia und Yanis, was sehr schnell ermüdend ist. Was auch daran liegt, dass keiner der Beiden wirklich sympathisch ist und mit keinem mitfühlt. Auch die anderen Charaktere sind durchweg ziemlich unsympathisch.

Bei der Hälfte der Geschichte kommt kurz Spannung auf, die aber auch schnell wieder vergeht und das übliche Beziehungsdrama wird fortgesetzt. Die eigentliche Handlung – der große Twist – die sich die Autorin überlegt hat, wird in den letzten paar Kapiteln schnell aufgemacht und auf wenigen Seiten aufgeklärt. Dadurch wirkt der ganze Plot ziemlich abstrus, konstruiert und unglaubwürdig.

Das Thema, das die Autorin aufgreifen wollte, hätte mal langsamer aufbauen müssen, damit es auch überzeugend wirkt. So hat man sich auf einen kurzen Schockmoment am Ende verlassen, der nicht lange nachwirkt. Es macht den Anschein, als wollte die Autorin das Thema unbedingt aufgreifen, konnte es aber nicht gut in die Geschichte integrieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere