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Nilchen

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Veröffentlicht am 05.11.2023

Solarpunk im Jugendbuch

Solartopia – Am Anfang der Welt
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Solartopia ist der der erste Band eines neuen Jugendbuch-Zweiteilers von Victoria Hume. Mit diesem ersten Band hat sich die Debütantin sofort in die Herzen der jugendlichen Leser geschrieben und wurde ...

Solartopia ist der der erste Band eines neuen Jugendbuch-Zweiteilers von Victoria Hume. Mit diesem ersten Band hat sich die Debütantin sofort in die Herzen der jugendlichen Leser geschrieben und wurde 2022 von ‚The Society of Children's Book Writers and Illustrators‘ ausgezeichnet als eine unentdeckte Stimme. Also als Underdog gleich hochhinaus!
Besonders an diesem zukunftsorientierten Jugendroman ist der positive Spin. Keine Dystopie wie wir sie kennen sondern mit nachhaltiger Zukunftsvision (solar) kombiniert mit radikalem ökologischen und gesellschaftlichem Umbruch (Punk). Was momentan als Solarpunk bezeichnet wird.
Die 16jährige Nova ist die Protagonistin des Romans und lebt in einem Hochhaus in Turris. Hier hoch oben geht es ihnen gut, da die Luft noch gut ist und er giftige Smog unten bleibt. Bis eines Tages auch der Dachgarten beginnt abzusterben und die unabhängige Lebensform im Hochhaus nicht mehr möglich ist.
Nova und Finn, ihr bester Freund, machen auch auf den Weg und verlassen Turris um nach Solartopia zu gelangen. Mit dieser Reise und er anderen Welt, die sie in Solartopia entdeckt, öffnen sich ihr die Augen und viele bisher geglaubten Wahrheiten sind nichtig. Im Lauf der Geschichte stößt noch ein Pilot (Jett) zu ihnen dazu und das Dreiergespann hat eine gute Dynamik.
Natürlich endet der Roman mit einem Cliffhanger und ich hätte mir gewünscht, dass sofort Band 2 zur Hand wäre, aber da müssen wir uns alle noch ein wenig gedulden.
Insgesamt ein tolles Buch, super geschrieben, flüssig zu lesen. Wirklich gelungen und für Jugendliche wie Erwachsene eine unterhaltsame Lektüre.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Die Bestie des Gévaudan

Ich träumte von einer Bestie
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Knapp 450 Seiten schwer ist dieser Wälzer, aber er hat es in sich! Wahnsinn was Nina Blazon hier zu Papier gebracht hat. Ein wirklicher Schatz der Neuerscheinungen, dieses Buch hat mir äußerst gut gefallen.
Es ...

Knapp 450 Seiten schwer ist dieser Wälzer, aber er hat es in sich! Wahnsinn was Nina Blazon hier zu Papier gebracht hat. Ein wirklicher Schatz der Neuerscheinungen, dieses Buch hat mir äußerst gut gefallen.
Es ist eine Familiengeschichte, die düsterer nicht sein könnte. Alles beginnt damit, dass die datenliebende Fleur eine Wohnung erbt in Frankreich. Andere würde vor Glück einen Luftsprung machen, nicht sie. Denn die Wohnung ist ein Erbe ihrer Großmutter und die beiden hatten, charmant ausgedrückt, kein gutes Verhältnis. Nun muss Fleur nach Frankreich reisen und dieses Erbe aussortieren. Nicht das was sie will, aber sie muss. Lieber versteckt sie sich mit ihrer Narbe und ihren Albträumen daheim, wo sie sich in Sicherheit wiegt.
Diese Reise ist auch eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie, in ihre Herkunft und was sie zum Teil zu dem machte was sie ist. Das familiäre Erbe steht hier im Fokus und das geschickt kombiniert mit französischer Geschichte. Gekonnt erzählt mit viel Spannung von Nina Blazon. Mir hat auch die Dynamik wie Fleur mit ihrer Mutter und ihrem Bruder kommuniziert gefallen.
Es ist ein wirklich guter Roman, denn ich gerne allen ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Rettet das Mietshaus

Paulas Papier-Labyrinth
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Die Protagonistin Paula liebt das Skateboarden wie nichts anderes. Sie lebt in einer Mietwohnung und dieses Haus soll nun verkauft werden. Unten im Haus befindet sich ein Bücherantiquariat. Dort hilft ...

Die Protagonistin Paula liebt das Skateboarden wie nichts anderes. Sie lebt in einer Mietwohnung und dieses Haus soll nun verkauft werden. Unten im Haus befindet sich ein Bücherantiquariat. Dort hilft Chung aus, ein Bücherwurm, der mit Paula zur Schule geht und auch im Haus wohnt. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, aber durch ein Fehler Paulas und den Eifer Chungs, kommt es dazu das beide zusammen dem Antiquar und letztlich sich selbst helfen.
Schön ist, dass hier unterschiedliche Charaktere bleiben können wie sie sind und jeder mit seinen Stärken einen Beitrag leisten kann. Dazu noch eine Prise Magie, Witz und Skurrilität und voila ein nettes Kinderbuch kommt raus.
Es gibt Illustrationen von Alexandra Helm, aber davon eher wenige. Das Buch ist mit 175 Seiten sehr textlastig und eher was für gute Leser (ca Klasse 3-4) geeignet.
Lena Havek hat wieder ein super nettes Kinderbuch für Grundschüler geschrieben, dass genauso begeistert wie Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule mit all seinen Teilen!

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Ach Walter

Kein guter Mann
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Das erste Buch, dass ich von Andreas Izquierdo gelesen habe war: Das Glücksbüro. Und das war auch ein Glücksfall! Denn er schreibt eigentlich immer gut, auch wenn die Texte sich sehr unterscheiden. Ich ...

Das erste Buch, dass ich von Andreas Izquierdo gelesen habe war: Das Glücksbüro. Und das war auch ein Glücksfall! Denn er schreibt eigentlich immer gut, auch wenn die Texte sich sehr unterscheiden. Ich mag das ja, wenn ein Autor oder eine Autorin nicht festgefahren ist in einem Genre oder in einer sehr speziellen Szenerie.
Nun also „Kein guter Mann“. Dieses Buch nimmt sich dem Thema der ungewöhnlichen Begegnungen an. Es geht vor allem um zwei sehr unterschiedliche Protagonisten: Walter und Ben. Der eine ist ein scheinbar verhärmter alter Mann, der fast so weit ist in den Ruhestand zu gehen. Er ist Postbote und wird in die Abteilung versetzt, die sich unzustellbarer Briefe annimmt.
Hier landen vor allem Briefe an das Christkind und an den lieben Gott. Und einen dieser Briefe hat der kleine Ben geschrieben, der Gott um Hilfe bittet. Das rührt Walter so sehr, dass er antwortet – als Gott- und versucht zu helfen!
Ein wunderbares emotional ergreifendes Portrait eines alten Stiesels, aber ist er das denn wirklich? Dieser Roman lehrt uns auch gut 2x hinzuschauen und das die Vergangenheit einen Menschen prägen kann. Auch Einsamkeit ist hier ein elementares Thema das Walter umgibt. Wir erfahren viel über ihn in Rückblenden.
Allerdings ist es kein trauriges Buch, im Gegenteil! Es gibt einige sehr witzige Stellen, die den Text auch wieder heiter machen! Andreas Izquierdo schreibt wie bisher auch berührend, unterhaltsam und einfühlsam über 2, die sich gesucht und gefunden haben.
Fazit: Seid nachsichtiger mit den Menschen in eurem Umfeld.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

„Ich will meine Mama“

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Wer „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ gelesen hat, wird „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lieben. Denn der erste Roman war gut, ich finde diesen zweiten sogar noch besser. ...

Wer „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ gelesen hat, wird „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lieben. Denn der erste Roman war gut, ich finde diesen zweiten sogar noch besser. Er knüpft an den ersten an, ist aber eine in sich geschlossene Geschichte und kann auch ohne Vorwissen gelesen werden.
1989. Silvia, in Berlin, soeben Mutter geworden, Vater über alle Berge und in einer WG wohnend überkommt das Gefühl nach Hause zu wollen. Nach 15 Jahren Großstadt zieht es sie zurück in das piefige Kleinstadtleben in der schwäbischen Provinz. Zurück zur eigenen Mutter, nun mit dem eigenen Kind.
Und genau das ist das Thema dieses großartig geschrieben Romans. Wie sich die Perspektive ändert sobald ein eigenes Kind vorhanden ist. Die Beziehung zur eigenen Mutter wird erneut auf den Prüfstand gestellt, eine Fragilität und eine neue andere Art der Annäherung findet statt.
Der Roman ist eine Analyse genau dieses Verhältnisses, aber sehr unterhaltsam geschrieben. Alena Schröder macht die Kommunikation so bewusst zwischen den Beiden. Das Gesagte und Nicht-Gesagte, der richtige Ton und das richtige Maß. Hier hat sie die Dynamiken klasse dargestellt.
Einfach gut wo sie auch die Mutter Evelyn beleuchtet und somit die prüden 50er Jahre ins Spiel bringt. Wie sie als Medizinerin dann nur noch auf das Muttersein reduziert wurde in der alten BRD.
Ein absolut lesenswerter Roman!

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