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Veröffentlicht am 21.01.2024

Das Leben des Heinz Labensky

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
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Heinz Labensky verbringt seinen Leben im Feierabendheim und ist gefangen in seinem eintönigen Alltag, bis eines Tages ein Brief seine Routine aufwühlt. Heinz erhält einen Brief, der die größte Frage seines ...

Heinz Labensky verbringt seinen Leben im Feierabendheim und ist gefangen in seinem eintönigen Alltag, bis eines Tages ein Brief seine Routine aufwühlt. Heinz erhält einen Brief, der die größte Frage seines Lebens beantworten könnte: Warum hat er seit knapp 50 Jahren nichts mehr von seiner (Jugend-)Liebe Rita Warnitzke gehört? Die Tochter seiner großen Liebe könnte dieses Rätsel lösen und so schwingt sich Heinz ganz spontan in den Flixbus nach Warnemünde, um Antworten zu finden. Auf dem Weg dorthin trifft er auf ein paar Menschen, denen er sein Leben erzählt und kaum erkennen lässt, was Wahrheit und was Fiktion ist. Doch in Warnemünde angekommen, muss er sich dem Leben stellen.

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge vom Ehepaar Tsokos ist in skurriles Werk, dessen Inhalt sich kaum erklären lässt. Heinz Labensky bezeichnet sich selbst als ‚Dummkopf‘, der die Grundschule nicht geschafft und als ‚förderunfähig‘ gilt. Durch die Hilfe seiner besten Freundin, hat es zumindest zum Lesen leichter Lektüre gereicht und Heinz konnte sich so durchs Leben schlängeln. Doch dort, wo seine Grenzen beginnen, erblüht seine Fantasie und die wildesten Geschichten entstehen. Geschichten, von denen Heinz erzählt und damit seinen Blick auf die DDR zeigt. Dabei wird seine Geschichte meist als Erzählung dargestellt, manchmal kommt es jedoch zu Dialogen mit den Mitfahrenden, diese Dialoge sind vor allem von Humor geprägt und konnten mich mehr mitnehmen als Labenskys Erzählungen von damals.

An einigen Stellen war es für mich recht schwierig den Humor und die Geschichte zu genießen, möglicherweise auch, weil ich für das Geschehene zu jung bin und mir an einigen Stellen das Wissen der damaligen Zeit fehlt, dennoch konnte ich der Geschichte auch etwas abgewinnen, weil gewisse Gefühle der damaligen Zeit transportiert wurden.

Ähnlich verhält es sich mit Labensky, seine Fehleinschätzungen der damaligen Geschehnisse und das fehlende aufgehende Lichtlein, waren teilweise schwierig auszuhalten und doch gefiel mir, dass er bei fehlender Bildung eins ganz gewiss hat: das Herz am richtigen Fleck.

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge konnte mich auf eine skurrile Weise in eine andere Welt entführen, dennoch blieb es mir am Ende zu undurchsichtig, was wie bereits erwähnt an meinen fehlenden Vorerfahrungen liegen mag. Möglicherweise kommt der Humor des Buches noch besser durch, wen man die DDR (mit-)erlebt hat.

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Die Hexenjagd

Die Hexen von Cleftwater
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Die stumme Martha lebt seit über vierzig Jahren in Cleftwater, dort hat sie sich als Hebamme und Dienstmädchen einer kleinen Familie angeschlossen. Eines Tages kommt der Hexenjäger Makepeace nach Cleftwater ...

Die stumme Martha lebt seit über vierzig Jahren in Cleftwater, dort hat sie sich als Hebamme und Dienstmädchen einer kleinen Familie angeschlossen. Eines Tages kommt der Hexenjäger Makepeace nach Cleftwater und möchte mit Hilfe von Martha die Hexen unter den Frauen finden, Martha soll die Frauen nach Zeichen absuchen. Martha befindet sich im Zwiespalt und dann muss sie auch noch eine ihrer besten Freundinnen untersuchen. Im Kampf um ihre Freundin gerät Martha selbst in Kreuzfeuer und muss schon bald um ihr eigenes Leben bangen.

Die Hexen von Cleftwater von Margaret Meyer beschäftigt sich mit der Hexenjagd im Jahre 1645. Eindrücklich zeigt Meyer auf, welchen Gefahren die Frauen damals unterlagen und wie machtlos sie waren, dies führt zu vielen bedrückenden Szenen

Im Fokus steht für uns die stumme Martha Hallybread, aus deren Sicht wir den Roman erleben. Dennoch bleibt das Erleben eher oberflächlich, sodass ich emotional nicht gecatcht wurde. Schade, denn das Thema und auch die Schilderungen geben das durchaus her. Ebenso faszinierend empfand ich auch, dass Martha stumm ist und wie dies stilistisch herausgearbeitet wurde und dennoch konnte mich auch der Aspekt emotional nicht kriegen.

Die Hexen von Cleftwater ist ein Roman über die Hexenjagd von 1645, der zwar keine neuen Erkenntnisse vorweist, aber dennoch durch die damaligen Ansichten schocken kann. Dabei bleibt es aber eher auf einer sachlicheren Ebene und wird kaum emotional.

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Liebe, die über Grenzen geht

Die unerhörte Reise der Familie Lawson
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Familie Lawson, das sind der Roboter und Vater Giovanni Lawson, sein menschlicher Sohn Victor Lawson, ein sadistischer Pflegeroboter und ein überdrehter Staubsauger, lebt mitten im Wald, fernab der Stadt ...

Familie Lawson, das sind der Roboter und Vater Giovanni Lawson, sein menschlicher Sohn Victor Lawson, ein sadistischer Pflegeroboter und ein überdrehter Staubsauger, lebt mitten im Wald, fernab der Stadt der elektrischen Träume. Auf der Suche nach neuen Ersatzteilen findet Victor den aussortierten und ramponierten Androiden Tom auf dem Schrottplatz und macht es sich zur Aufgabe, ihn zu reparieren. Plötzlich holt alle die Vergangenheit ein und Giovanni wird in die Stadt verschleppt, auf dem Weg Giovanni zu retten, erfährt Victor die ganze Vergangenheit der Maschinen. Kann er seine Gefühle einordnen und sein Leben akzeptieren?

T.J. Klune erschafft auch in diesem Werk wieder außergewöhnliche Charaktere, allen voran den Pflegeroboter „Schwester Grob“ und den Staubsauger „Rambo“. Zwei Persönlichkeiten, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringen können und an manchen Stellen dann doch etwas zu viel sind. Wer das Computerspiel Borderlands kennt, der findet in Rambo möglicherweise Ähnlichkeiten zum Allzweckroboter „Clap-Trap“. Giovanni, Victor und Tom bleiben hingegen ungewohnt blass, auch wenn sie an einigen Stellen berühren können. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass ihre Geschichte weniger ungewöhnlich ist und man Parallelen zu T.J. Kluges vorherigen Bänden wahrnimmt.

Diese Ähnlichkeit hat die Geschichte leider auch vorhersehbar und spannungsarm gemacht, ebenso fehlte es komplett an Tempo. Dennoch gab es immer wieder tollen Einzelszenen, die trotz genereller Vorhersehbarkeit, berühren konnten.

Die unerhörte Reise der Familie Lawson ist ein ruhiger Roman über Liebe, die über Grenzen geht und eine große Freundschaft, die alle Hürden überlebt. Alle die noch keinen Klune gelesen haben, werden bestimmt schöne Lesestunden verbringen, Klune-Kenner werden den Roman wohl vor allem an den Charakteren messen und ich bin mir sicher, dass diese das Potenzial dazuhaben, geliebt zu werden.

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Veröffentlicht am 06.12.2023

Bedrückende Atmosphäre

Schneesturm
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Vor zehn Jahren kam es zu einer Tragödie, die die Polizistin Cara und ihre Freunde entzweite. Nun wollen sie sich auf der irischen Insel Inishmore treffen und den Jahrestag zusammen feiern. Doch bevor ...

Vor zehn Jahren kam es zu einer Tragödie, die die Polizistin Cara und ihre Freunde entzweite. Nun wollen sie sich auf der irischen Insel Inishmore treffen und den Jahrestag zusammen feiern. Doch bevor es zum großen Wiedersehen kommt, ereilt Cara eine schlimme Nachricht: es gibt eine Leiche auf der Insel. Gefangen im Schneesturm, der sie vom Festland abschneidet, beginnt die Freundschaft zu bröckeln und die Angst vorm Mörder steigt.

Wir erleben Schneesturm von Tríona Walsh aus der Sicht der Inselpolizistin Cara, die von den Insulanern aufgrund ihrer sprachlichen Schwäche nur belächelt und nicht akzeptiert wird. Caras Aktionen sind teilweise nicht nachvollziehbar, sodass sie phasenweise lediglich als dramaturgisches Mittel dienen und dem Charakter, der generell sympathisch ist und glaubhafte Gedankengänge hat, nicht gut taten.

Die angepriesenen dramatischen Wendungen haben mir komplett gefehlt, die Auflösung war leider von Anfang an vorhersehbar und konnte nicht überraschen und an einigen Stellen erschien mir die Geschichte auch nicht stringent. Trotzdem konnte mich Schneesturm durch die bedrückende Atmosphäre und einem gutem Schreibstil unterhalten und war eine angenehme Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 25.11.2023

Idefix und seine Freunde

Idefix und die Unbeugsamen - Weissnix weiß Rat
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Halb Lutetia soll abgerissen werden, damit die Katze Monalisa einen eigenen Palast erhält. Damit das nicht passiert, machen sich die Unbeugsamen auf den Weg und auch Weissnix ist dabei. Dieser setzt seinen ...

Halb Lutetia soll abgerissen werden, damit die Katze Monalisa einen eigenen Palast erhält. Damit das nicht passiert, machen sich die Unbeugsamen auf den Weg und auch Weissnix ist dabei. Dieser setzt seinen neusten Zaubertrank ein, um die Arbeiten zu stoppen. Doch Weissnix’ Zaubertränke bergen ihre ganz eigenen Gefahren. Können die Unbeugsamen Lutetia trotzdem retten.

Idefix und die Unbeugsamen - Weissnix weiß Rat ist ein Erstlesebuch zur TV-Serie. Uns fehlte das Vorwissen der Serie komplett, dafür gab es zu Beginn des Comics eine vierseitige Charaktervorstellung, die uns etwas geholfen haben. Trotzdem würde ich den Comic vor allem denen empfehlen, die die Serie und damit die Charaktere und das Format kennen.

Idefix und seine Freunde können, wie das große Vorbild Asterix, mit ihren Namen überzeugen. Die haben beim Lesen Spaß gemacht, auch wenn sie die größte Herausforderung beim Lesen darstellten. Das Schriftbild ist perfekt für Erstleser, eine große Schrift und kurze Sätze helfen beim Lesen. Die Bilder sind, wie angegeben, aus der TV-Serie. Teilweise wurden die Charaktere einzeln abgebildet und gut integriert, teilweise gab es (vermutlich) Screenshots der Serie, die eingerahmt eine halbe Seite eingenommen haben und recht dunkel gehalten wurden. Persönlich konnten uns die eingebundenen Bilder mehr überzeugen.

Die Geschichte selbst ist recht oberflächlich, aber kurzweilig. Sie bietet Szenen zum Lachen, lässt aber etwas tiefgründiges vermissen. Idefix die Unbeugsamen - Weissnix weiß Rat ist eine gute Lektüre, die man nebenbei mal Lesen kann, vielleicht macht sie deutlich mehr Spaß, wenn man die TV-Serie kennt.

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