Emazipation und Sehnsucht
Im Schatten des FlammenbaumsDas neue Buch von Anna Levin war natürlich Pflichtlektüre für mich, da ich ihre beiden ersten Bücher sehr gerne gelesen habe. Somit war ich sofort neugierig, auch der Klappentext sprach mich an und ich ...
Das neue Buch von Anna Levin war natürlich Pflichtlektüre für mich, da ich ihre beiden ersten Bücher sehr gerne gelesen habe. Somit war ich sofort neugierig, auch der Klappentext sprach mich an und ich wusste dieses Buch wollte ich lesen. Das Cover ist sehr schön und passt sehr gut zu den beiden vorherigen Büchern der Autorin, die man jedoch selbstständig und unabhängig voneinander lesen kann.
Diesmal entführt uns die Autorin in das Paris der 20er Jahre, von dort aus geht es nach Madagaskar, eine exotische und abenteuerliche Reise beginnt.
Louise ist eine sehr ungewöhnliche Frau ihrer Zeit, nicht nur das sie als Automechanikerin bei Citroen arbeitet nein, sie möchte auch noch ein Fahrzeug mit nach Madagaskar begleiten, um die Möglichkeit zu haben, ihren Zwillingsbruder Adrien wiederzusehen. Viele Frauen hätten sich dies damals nicht getraut und viele würden es sehr wahrscheinlich auch heute nicht tun. Louise ist somit eine sehr starke und kämpferische Frau, die sich ihren Platz in der Gesellschaft nicht streitig machen lässt.
Doch dann entwickelt sich das Buch auf der einen Seite zu einem Kriminalroman, da ein Doppel-Mord geschieht und auf der anderen Seite geht es um große Gefühle, um die große Liebe. Somit erfüllt die Autorin fast alle Leserwünsche auf einmal.
Der Roman wird stringent chronologisch aus der Sicht von Louise erzählt. Dies hat natürlich zur Folge, dass man als Leser der Protagonistin sehr nah ist und die Gefühle und Gedanken der anderen Personen etwas fernbleiben. Somit sind eine gewisse Einseitigkeit und eine gewisse Oberflächlichkeit im Bezug zu anderen handelnden Personen nicht abzustreiten.
Der Roman lässt sich sehr gut lesen und der Schreibstil besticht durch gute Dialoge, allerdings kommen Beschreibungen und Monologe etwas zu kurz, aber dies ist sicher Geschmacksache.
Ein Glossar mit den Bedeutungen der Wörter aus der Sprache der Einheimischen hilft dagegen sehr gut.
Den Roman kann ich allen empfehlen, die ihr Fernweh stillen möchten. Sowohl Frauen, als auch Männer werden an diesem Roman ihre Freude haben. Dennoch schätze ich, werden sich mehr Frauen mit Louise identifizieren können.
Ein leicht zu lesender Abenteuerroman, der einem die Kultur der Einheimischen in Madagaskar näher bringt und gleichzeitig auch solide Unterhaltung abliefert. Somit kann ich eine Kauf- und Leseempfehlung aussprechen.