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Veröffentlicht am 27.07.2024

Unglücksfälle oder Morde?

Tödliche Vorstellung
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Auch in ihrem zweiten Band dieser Reihe entführt Jule Gölsdorf den Leser wieder in das Fürstentum Monaco. Ging es im ersten Band um das Formel-1-Milieu, findet man sich in diesem Krimi beim berühmten Zirkusfestival ...

Auch in ihrem zweiten Band dieser Reihe entführt Jule Gölsdorf den Leser wieder in das Fürstentum Monaco. Ging es im ersten Band um das Formel-1-Milieu, findet man sich in diesem Krimi beim berühmten Zirkusfestival von Monte Carlo wieder.

In dem mondänen Fürstentum geschehen innerhalb kurzer Zeit mehrere tragische Unglücksfälle. Im Hafenbecken wird eine weibliche Leiche angespült und alles deutet auf Selbstmord hin. Bei einer Raubtiernummer im Zirkus stolpert die Dompteuse und wird von einem Tiger angegriffen. Auch eine Schlangentänzerin wird Tod in ihrem Wohnwagen aufgefunden. Unglücksfälle oder Mord? Die Tierschützer, die gegen die Haltung und Dressur von Wildtieren im Zirkus protestieren, schlagen aus diesen Vorfällen Kapital, allen voran der Aktivist Brioc Le Goff. Henri Valeri und Coco Dupont beginnen mit den Ermittlungen zu den tragischen Todesfällen.

Obwohl mir der erste Band dieser Reihe nicht bekannt war, konnte ich problemlos in das Geschehen eintauchen. Jule Gölsdorf katapultiert den Leser nicht plötzlich ins Geschehen, sondern man bekommt als Leser zu Beginn einen Überblick über Monaco und den familiären Hintergrund der Ermittler. Beide haben ihre Ecken und Kanten, was ich sehr sympathisch finde.

Dieser Krimi führt in die Zirkuswelt von Monte Carlo und ich habe interessante Informationen darüber erhalten. Faszinierend empfand ich das Gegensätzliche. Die harte Arbeit sowie das tägliche Trainieren der Artisten und das Leben der Schönen und Reichen, gekleidet in Edelmarken mit Champagner zu jeder Tageszeit. Auch die sehr bildhafte Beschreibung der Landschaft von Monaco hat mir gefallen.

Durch den Mix aus spannender Krimihandlung vor dem Hintergrund des Zirkusfestivals und dem Lokalkolorit von Monaco fühlte ich mich bis zum überraschenden Ende gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wenn der erste Schnee fällt

Schneemann
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Immer wieder verschwinden Frauen an dem Tag, an dem der erste Schnee fällt. Es handelte sich immer um verheiratete Frauen, die ein Kind bzw. Kinder hatten. Der Mörder hinterlässt in ihren Gärten einen ...

Immer wieder verschwinden Frauen an dem Tag, an dem der erste Schnee fällt. Es handelte sich immer um verheiratete Frauen, die ein Kind bzw. Kinder hatten. Der Mörder hinterlässt in ihren Gärten einen Schneemann. Kommissar Harry Hole und seine neue Kollegin Katrine Bratt versuchen dem Serienmörder auf die Spur zu kommen. Es gibt mehrere Verdächtige, doch jedes mal erweist sich die Spur als Sackgasse. Selbst Harry Holes neue Kollegin Katrine Bratt zählt zu den Verdächtigen. Doch dann kommt er dem Geheimnis auf die Spur und erkennt das Motiv.
Es war das erste Buch, das ich von Jo Nesbo gelesen habe und es wird auch nicht mein letztes sein. Zuerst fand ich den Namen Harry Hole für einen norwegischen Kommissar etwas seltsam, doch habe ich mich daran schnell gewöhnt und die Darstellung überzeugte mich. Hole zeigte sich oft als Einzelgänger. Er offenbarte seine Gedanken meist erst dann, wenn er sich Klarheit verschafft hatte. Vor Überraschungen war man nie sicher.
Der Schreibstil des Buches gefiel mir, er war flüssig und mitreißend. Es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, da im Hinterkopf immer die Frage stand: Wer ist der Schneemann? Für Krimifans ein sehr empfehlenswertes Buch, passend zur Winterzeit und wenn dann der erste Schnee fällt…….

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Abgeschnitten

Der norwegische Gast
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Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten ...

Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten Spezialisten für Rückgratfrakturen. Doch plötzlich entgleist der Zug vor dem Finse Tunnel auf 1222 Meter über dem Meer. Die Mitreisenden, teils verletzt, werden in ein Hotel einquartiert. Draußen tobt der heftigste Schneesturm seit 100 Jahren und die Menschen sind abgeschnitten von der Außenwelt. Innerhalb von zwei Tagen werden zwei Hotelgäste ermordet.
Hanne Wilhelmsen verfolgt das Verhalten der Personen in dieser Extremsituation von ihrem Rollstuhl aus und kann durch ihre starke Beobachtungsgabe und unterstützt von einem Arzt, einem Anwalt und der Hoteldirektorin am Ende den Fall lösen.
Umrahmt wird das Geschehen durch den tosenden Sturm, der sich von Kapitel zu Kapitel auf der Beaufort-Skala von 0 bis 12 erhöht.
Anne Holt, die ehemalige norwegische Justizministerin, hat es wieder geschafft einen spannenden Roman über die eigenwillige Ermittlerin Hanne Wilhelmsen zu schreiben, der bis zum Schluss voller Überraschungen ist. Ein passendes Buch für lange Winterabende.

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Veröffentlicht am 22.12.2023

Ein Leben zwischen Licht und Schatten

Blankenese - Zwei Familien
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Leni Hansen hatte ihre Lehre als Sattlerin gerade abgeschlossen, als ihr gekündigt wurde, da in diesen schwierigen Zeiten eher die Männer, die aus dem Krieg zurückkehrten, bevorzugt wurden.

Die Reederei ...

Leni Hansen hatte ihre Lehre als Sattlerin gerade abgeschlossen, als ihr gekündigt wurde, da in diesen schwierigen Zeiten eher die Männer, die aus dem Krieg zurückkehrten, bevorzugt wurden.

Die Reederei Casparius steht kurz vor dem Bankrott. Die Verlobung zwischen Luisa von Tannhaus und John Casparius wird aufgelöst. John steht vor dem Scherbenhaufen seines Lebens. Er überlegt ins Wasser zu gehen, doch am Elbstrand trifft er auf Leni Hansen. Beide ahnen noch nicht wie ihr Leben miteinander verwoben ist.

Michaela Grünig entführt uns nach Blankenese in die Zeit von 1919 bis 1939. Schon nach den ersten Seiten hat mich das Buch begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich fühlte mich mitten in Blankenese und lief am Elbstrand entlang. Doch nach und nach wandeln sich die Zeiten die Wirtschaftskrise schlägt voll zu, die Inflation hat Rücklagen der Menschen vernichtet und bedroht deren Existenz. Der aufkommende Nationalsozialismus und Antisemitismus ist hautnah spürbar, denn er betrifft direkt die Familie Casparius, da John Halbjude ist. Je näher der Zweite Weltkrieg kommt, desto kritischer wird es für die Familie. Gekonnt hat die Autorin tatsächliche Ereignisse mit der Geschichte verflochten, so dass die unruhigen Zeiten spürbar sind. Wobei zum Ende hin die politische Entwicklung einen zu großen Raum für mich einnahm, trotzdem hat dieser Erzähl-Mix rund um die Familien Casparius und Hansen mir sehr gut gefallen, so dass ich auf die Fortsetzung gespannt bin.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Trügt der Schein

In weißer Stille (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 2)
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Dieses ist der zweite Roman von Inge Löhnig mit dem sympathischen Ermittler Konstantin Dühnfort. Der Einstieg bereitet keine Schwierigkeiten, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat.
In der Familie ...

Dieses ist der zweite Roman von Inge Löhnig mit dem sympathischen Ermittler Konstantin Dühnfort. Der Einstieg bereitet keine Schwierigkeiten, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat.
In der Familie Heckeroth geschieht etwas Unfassbares, der ehemalige Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth kehrt nach einem Urlaub im Ferienhaus nicht planmäßig zurück. Voller Sorge fährt sein Sohn Albert los und findet seinen Vater im Ferienhaus. Gefesselt an der Heizung und verdurstet, hat er einen qualvollen Tod erlitten. Auch die Geschwister von Albert Bertram und Caroline sind vom plötzlichen gewaltsamen Tod ihres Vaters erschüttert, da sie bereits vor einigen Wochen ihre Mutter verloren haben.
Kommissar Konstantin Dühnfort übernimmt mit seinem Team, Alois und Gina, die Ermittlungen. Lange tappt die Polizei im Dunkeln und versucht in mühevoller Kleinarbeit die Ermittlungen voranzutreiben. Trügt der Schein der nach außen intakten Familie? Und welche Rolle spielt das entdeckte Fotoalbum von Wolfram Heckeroth?
Inge Löhnig hat es geschafft, dass man sich in das Leben der einzelnen Protagonisten hinein versetzen kann. Nach und nach erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit der Familienmitglieder. Diese sind gut beschrieben, ohne detaillierte Nebensächlichkeiten. Der Schreibstil ist flüssig und die Spannung wird langsam aufgebaut. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und Hintergründe werden offenbart, die zu der Tat geführt haben, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

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