Profilbild von Knorki

Knorki

Lesejury Star
offline

Knorki ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Knorki über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2024

Spannend und unterhaltsam zugleich

Das Mörderarchiv
0

Inhalt:
Als Frances mit 17 Jahren von einer Wahrsagerin gesagt bekommt, dass sie eines Tages ermordet werden wird, setzt sie alles daran, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Beispielsweise hat sie ein ...

Inhalt:
Als Frances mit 17 Jahren von einer Wahrsagerin gesagt bekommt, dass sie eines Tages ermordet werden wird, setzt sie alles daran, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Beispielsweise hat sie ein eigenes Archiv angelegt, in dem Akten mit Informationen über beinahe jeden im Dorf existieren. Und tatsächlich wird sie 60 Jahre später ermordet. In ihrem Testament hat Frances verfügt, dass ihre Großnichte Annie oder ihr Stiefneffe alles erben, falls sie den Mord an ihr aufklären. Wird es Annie, die Frances zu Lebzeiten nie kennengelernt hat, gelingen, den Mörder zu überführen und so rechtmäßige Erbin zu werden?

Meine Meinung:
Autorin Kristen Perrin nimmt den Leser mit nach Castle Knoll, einem kleinen englischen Dorf samt herrschaftlichem Anwesen. Das atmosphärische Setting des Buches passt perfekt zum Cosy Crime, ebenso wie der sehr humorvolle Schreibstil der Autorin, der dem Leser immer mal wieder ein Schmunzeln entlockt. Auch die bildhaften Beschreibungen von Land und der (zum Teil etwas schrulligen und das eine oder andere Klischee bedienenden) Leute sind gelungen und runden das Ganze ab.

Die Protagonistin des Buches, Frances Großnichte Annie, war mir sehr sympathisch. Völlig unbedarft stolpert sie mehr oder weniger in Ermittlungen zu einem Mordfall, stellt sich dabei aber eigentlich ganz geschickt an. Sie ist intelligent und clever, also weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen. Es macht Spaß, sie als Leser bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Nicht zuletzt, weil man dazu animiert wird, mitzurätseln und eigene Theorien zu entwickeln.

Der Plot an sich ist spannend und gut durchdacht. Es gibt insgesamt zwei Handlungsstränge, die auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen. Der Leser begleitet so nicht nur Annie bei ihren Nachforschungen in der Gegenwart, sondern erfährt anhand von Tagebucheinträgen auch eine Menge über Frances Vergangenheit. Nach und nach fügen sich immer mehr lose Enden zusammen. Dank einiger Wendungen im Verlauf der Handlung bleibt die schlussendliche Auflösung jedoch unvorhersehbar und überrascht.

Fazit:
Gelungener britischer Cosy Crime, der mich von Anfang bis Ende gleichermaßen fesseln und unterhalten konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2024

Wenn der Wanderurlaub zum Albtraum wird..

The Hike
0

Inhalt:

Liz, Maggie, Helena und Joni sind Freundinnen aus Schultagen. Inzwischen führen sie zum Teil sehr unterschiedliche Leben, dennoch versuchen sie nach wie vor zumindest einmal im Jahr gemeinsam ...

Inhalt:

Liz, Maggie, Helena und Joni sind Freundinnen aus Schultagen. Inzwischen führen sie zum Teil sehr unterschiedliche Leben, dennoch versuchen sie nach wie vor zumindest einmal im Jahr gemeinsam Urlaub zu machen und in Erinnerungen zu schwelgen. Dieses Mal soll es zum Wandern nach Norwegen gehen. Doch schon bald zeigt sich, dass die geplante Wanderung die vier Frauen nicht nur körperlich an ihre Grenzen bringt, sondern auch unausgesprochene Konflikte an die Oberfäche drängen und Risse in ihrer Freundschaft sichtbar werden. Und dann ist da noch die junge Frau, die vor einem Jahr genau auf dieser Tour spurlos verschwand..

Meine Meinung:

Lucy Clarke gehört schon seit Längerem zum Kreis meiner Lieblingsautor:innen. Nicht zuletzt aufgrund ihres unglaublich angenehm zu lesenden und bildhaften Schreibstils. Auch dieses Mal gelingt es der Autorin, den Leser schon nach wenigen Seiten in den Bann zu ziehen. Ein Highlight sind die Beschreibungen der wunderschönen, aber teils auch sehr rauen Landschaft Norwegens, die sehr anschaulich und atmosphärisch sind.

Die Protagonistinnen des Buchs, die vier Freundinnen Liz, Maggie, Helena und Joni, könnten unterschiedlichen kaum sein. Ihre Leben unterscheiden sich stark voneinander. Gerade Joni, die inzwischen als erfolgreiche Sängerin um die Welt tourt, meldet sich nur sehr sporadisch. Dennoch verbindet die vier eine sehr lange Freundschaft und viele gemeinsame Erlebnisse. Aber es gibt auch Unausgesprochenes und Geheimnisse, die zwischen ihnen stehen. Ich fand das Beziehungsgeflecht der vier Frauen sehr spannend. Vorallem Maggie, die im Laufe der Wanderung über sich selbst hinauswächst, und Liz, die ein wenig der Fels in der Brandung ist, sind mir im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen. Daher habe ich insbesondere zum Ende hin sehr mit den vier Freundinnen mitgefühlt und gebangt.

Der Plot an sich hat mir gut gefallen. Beginnt die Story zunächst eher gemächlich, steigert sich die Spannung kontinuerlich, bis sie sich in einem dramatischen Ende entlädt. Das geplante Abenteuer entwickelt sich schnell zu einem Albtraum für die vier Frauen. Nicht nur ihr eigenes Leben steht auf dem Spiel. Sondern auch das Verschwinden der jungen Frau vor einem Jahr wird zunehmend relevant. Mir hat die Kombination aus aktuellem Überlebenskampf und Aufklärung eines vergangenen Ereignisses sehr gut gefallen. Ebenso wie das schlussendliche Ende samt Auflösung, das einen traurig und erleichtert zugleich zurücklässt.

Fazit:

Gelungener Roman, bei dem sich die Spannung bis zum Ende kontinuierlich steigert und schließlich in einem packenden Ende gipfelt. Vorallem das Setting und die Charaktere überzeugen. Top!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2024

Toller Naturführer mit abwechslungsreichen Mitmachideen

Familien-Naturführer
0

Schon von der Haptik und Optik überzeugt das Buch auf den ersten Blick. Es ist ansprechend und hochwertig gestaltet, hat eine noch recht handliche Größe und ist ein wahrer Hingucker - sowohl von außen, ...

Schon von der Haptik und Optik überzeugt das Buch auf den ersten Blick. Es ist ansprechend und hochwertig gestaltet, hat eine noch recht handliche Größe und ist ein wahrer Hingucker - sowohl von außen, als auch von innen. Denn auch inhaltlich hat dieser Naturführer so einiges zu bieten und weiß damit sowohl Klein als auch Groß zu begeistern.

Zum einen beinhaltet das Buch 50 kreative und abwechslungsreiche Ideen rund um das Thema Natur, die man draußen im Wald oder auf der Wiese aber zum Teil auch zuhause z.B. im heimischen Garten oder aber in der Küche umsetzen kann. Einige davon haben wir bereits ausprobiert und die Kids waren jedes Mal begeistert.

Zum anderen gibt es aber auch eine tolle Sammlung mit Steckbriefen zu heimischen Pflanzen und Tieren samt bunter Fotos, die zur Bestimmung genutzt werden können oder aber auch einfach so interessante Infos liefern. Dabei sind die Pflanzen und Tiere sinnvoll strukturiert und in Kategorien eingeordnet, was zusammen mit den Bildern - gerade für Jüngere - das Finden einer bestimmten Pfanze oder eines Tieres vereinfacht. Ein zusätzliches Highlight sind auch die Tierstimmen, die über die Kosmos App abgespielt werden können.

Fazit:
Definitiv ein Naturführer für die gesamte Familie - mit tollen Idee und einer übersichtlichen Sammlung zur Bestimmung heimischer Pflanzen und Tiere. Eine tolle Möglichkeit Kinder an die Natur heranzuführen und für heimische Pflanzen und Tiere zu begeistern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 05.03.2024

Kreatives Kinderbuch zum Thema Sprache

Der Wortschatz: Bilderbuch-Bestseller über den spielerischen Umgang mit Sprache
0

Mit "Der Wortschatz" ist Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger ein wirklich tolles Kinderbuch gelungen.

Die Geschichte ist fantasievoll und kurzweilig. Oscar findet eine Truhe voll mit Wörtern. Seine ...

Mit "Der Wortschatz" ist Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger ein wirklich tolles Kinderbuch gelungen.

Die Geschichte ist fantasievoll und kurzweilig. Oscar findet eine Truhe voll mit Wörtern. Seine anfängliche Enttäuschung über den Inhalt wandelt sich, als er mit den Wörtern um sich wirft, sie ihre jeweilige Wirkung entfalten und Gegenstände und Tiere verändern. So wird die Eiche plötzlich haarig und das Vogelhäuschen pompös. Doch schneller als gedacht sind die Wörter aufgebraucht und Oscars eigene Fantasie gefragt.

Doch das Buch hat neben einer schönen Geschichte noch sehr viel mehr zu bieten. Die wunderschönen, liebe- und humorvoll gestalteten Illustrationen, in denen es so viel zu entdecken gibt, lassen jede Seite zu einem Hingucker werden. Sie sind zum einen perfekt auf den Inhalt angestimmt und schärfen gemeinsam sowohl bei kleinen, als auch bei großen Lesern das Bewusstsein für Sprache und Wörter sowie deren Schönheit und Bedeutung und fördert ihre Fantasie.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2024

Gelungene Mischung aus Spannung und Humor

Die Traumbinderin
0

Inhalt:

Die 18-jährige Ella weiß nicht recht, was sie nach ihrem Abitur nun eigentlich machen möchte. Um sich in Ruhe darüber klar zu werden, nimmt sie kurzerhand ein Angebot als Kindermädchen bei Bekannten ...

Inhalt:

Die 18-jährige Ella weiß nicht recht, was sie nach ihrem Abitur nun eigentlich machen möchte. Um sich in Ruhe darüber klar zu werden, nimmt sie kurzerhand ein Angebot als Kindermädchen bei Bekannten ihrer Eltern an. Mit dem Bus macht sie sich auf den Weg nach Ödenhausen, wo alles irgendwie ein wenig sonderbar und trostlos wirkt. Und auch Familie Traummann, auf deren Sohn Tim Ella aufpassen soll, verhält sich seltsam. Schon bald erfährt Ella, dass das vorherige Kindermädchen der Mädchen spurlos verschwunden ist. Als dann auch noch die Nachbarstochter ertrunken im Weiher gefunden wird, spitzt sich die Lage zu.

Meine Meinung:

Nachdem mir „Memorphia“ von Autorin Kaja Bergmann bereits sehr gut gefallen hat, war ich gespannt auf ihr neuestes Werk „Die Traumbinderin“. Und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und lässt sich gut lesen. Die Autorin findet eine gute Mischung aus Grusel- und Thrillerelementen sowie Humor und Witz. Die Handlung wird aus Sicht der Protagonistin Ella erzählt, sodass der Leser Ödenhausen und Familie Traummann lediglich durch ihre Augen kennenlernt und entsprechend auch keinen Informationsvorteil besitzt.

Die Charaktere des Buches haben mir sehr gut gefallen. Ella fand ich – nicht zuletzt aufgrund ihrer sehr humorvollen Art – sympathisch. Sie hat gerade erst ihr Abi hinter sich und ist etwas plan- und orientierungslos, was ich sehr authentisch fand. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Levi, FSJler im Kindergarten Ödenhausens, den Ella kurz nach ihrer Ankunft kennenlernt und ihr in der Zeit ein Freund wird. Levi ist ein wirklich schräger Vogel, aber irgendwie auch total liebenswert. Ganz anders Familie Traumman, die mir irgendwie von Anfang an etwa suspekt war.

Der Plot des Buches ist spannend und fesselnd. Nicht nur Ella, sondern auch der Leser fragen sich, was hinter den Vorkommnissen in Ödenhausen steckt. Die Autorin lenkt beide geschickt auf falsche Fährten. Nichtsdestotrotz hatte ich spätestens ab der Hälfte des Buches einen schrecklichen Verdacht, mit dem ich tatsächlich richtiglag. Daher kam die Auflösung für mich nicht ganz so überraschend – ganz im Gegensatz zu den Ereignissen auf den letzten Seiten des Buches, die es in sich haben. Ich persönlich hätte mir einen anderen Ausgang der Geschichte gewünscht, aber trotzdem ist er irgendwie stimmig und passend.

Meine Meinung:

Ein Thriller der etwas anderen Art, der definitiv im Kopf bleiben wird. Bis auf wenige Kleinigkeiten hat mir das Buch sehr gut gefallen und spannende Lesestunden beschert, weswegen es von mir insgesamt 4,5 (aufgerundet 5) Sterne bekommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere