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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2024

Erbarmungslose Rache einer Metzgerstochter

Yoko
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Was für ein Buch! Es hat mich gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Und immer, wenn ich meine Lektüre unterbrechen musste, habe ich mich bereits aufs Weiterlesen gefreut. Immer wieder gibt es ...

Was für ein Buch! Es hat mich gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Und immer, wenn ich meine Lektüre unterbrechen musste, habe ich mich bereits aufs Weiterlesen gefreut. Immer wieder gibt es Überraschungen.
Yoko ist die Tochter eines Metzgers, die von ihrem Vater nach dem Tod der Mutter allein aufgezogen wurde. Dadurch entstand eine sehr enge Beziehung, die Yoko dann auch den Beruf des Metzgers erlernen ließ. Ob dies so ganz freiwillig geschah, sei dahingestellt. Denn nach des Vaters Tod macht Yoko aus der Metzgerei eine Glückskeksmanufaktur. Ihr Unternehmen läuft gut, bis es auf einer Auslieferungsfahrt zu traumatisierenden Ereignissen kommt, die Yokos Leben auf den Kopf stellen.
Nach einer Zeit der Selbst-Isolation wird ihr klar, dass sie die schlimmen Erinnerungen nur aus ihrem Kopf verjagen kann, wenn sie zurückschlägt. So schmiedet sie Rachepläne, die brutaler nicht sein können. Aber auch ihre Widersacher schlagen mit Grausamkeit zurück, so dass ich einige dieser Szenen, die besonders grausam waren, nicht aus dem Kopf bekam und auch außerhalb des Lesens daran denken musste.
Sehr überzeugend beschreibt der Autor, wie Yoko immer mehr in ihren Rachegelüsten aufgeht, anstatt rationale Wege zu beschreiten, um dem Unglück zu entkommen. Dabei bemerkt sie zu spät, dass auch Personen, die ihr wichtig sind, hineingezogen werden. In ihre Vergeltungsgedanken bezieht sie dann auch ihre Vergangenheit ein, denn auch hier gibt es noch Klärungs- und Befreiungsbedarf.
Obwohl ich nachvollziehen kann, wie sich Yokos Rachegedanken entwickelt haben, ist sie mir absolut unsympathisch, denn sie scheint kaum Empathie zu empfinden, was sicher auf ihre Kindheit zurückgeht. Sie beschreibt ihren Metzgerberuf ohne jegliches Mitgefühl und sieht in ihrem Job eine gerechtfertigte Dominanz gegenüber anderen Lebewesen. Diese Einstellung überträgt sie schließlich von Tieren auf Menschen.
Der Schreibstil des Autors gefällt mir, auch wenn ich mich erst einmal darauf einstellen musste. So gibt es z.B. keine Zeichen der wörtlichen Rede. Dialoge werden beim Sprecherwechsel einfach mit einem Gedankenstrich eingeleitet, auf den dann auch bisweilen nichts folgt, weil der andere nicht antwortet. Interessant, aber manchmal musste man den Dialog nochmals durchgehen, um zu erkennen, wer was gesagt hat.
Auf jeden Fall spreche ich eine Leseempfehlung aus, es sei denn, man hat Probleme mit brutalen Szenen. Ich freue mich schon auf den Nachfolgeband, der in 2025 erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Nicht die ganze Wahrheit

Wenn sie lügt
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Dieser Thriller ist ein absoluter Pageturner. Wären da nicht noch andere Verpflichtungen, hätte ich ihn in einem Rutsch durchgelesen, denn man möchte sehr schnell die ganze Wahrheit wissen. Der Autor lässt ...

Dieser Thriller ist ein absoluter Pageturner. Wären da nicht noch andere Verpflichtungen, hätte ich ihn in einem Rutsch durchgelesen, denn man möchte sehr schnell die ganze Wahrheit wissen. Der Autor lässt eine sich ständig steigernde Spannung dadurch entstehen, dass er diese Wahrheit nur peu à peu aufdeckt.
Die Spannung setzt bereits im ersten Kapitel ein, als der Hauptprotagonist Goran von Berlin in sein altes Heimatdorf fährt, wo vor 20 Jahren ein grauenvolles Verbrechen geschah. Seine alte Freundin Norah war damals mit dem Täter liiert und deshalb in Verruf geraten. Nun, nach so langer Zeit, erhält sie plötzlich Drohbriefe. Goran will versuchen, den anonymen Briefschreiber ausfindig zu machen.
Nach und nach erfährt man immer mehr über das damalige Geschehen, und unvermittelt gerät man als Leser in die Rolle des Ermittelnden, denn man rätselt herum, wer wohl derjenige sein könnte, der den alten Fall wieder ausgräbt. Kaum hat man eine heiße Spur, stellt sich diese wieder als Irrtum heraus, und die Suche beginnt von vorne. Mir hat es großen Spaß gemacht, mich gedanklich auf Tätersuche zu begeben, und jeder Rückschlag hat mich umso mehr motiviert. Auf die richtige Spur bin ich dann erst im letzten Achtel des Buches gestoßen.
Dies ist nun schon mein dritter Thriller dieses Autors, und ich kann es kaum erwarten, das nächste Buch von ihm zu lesen. Wie man liest, ist eine Trilogie in Planung.
Mir gefällt so richtig gut, dass diese Bücher zwar unglaublich spannend sind, es aber keine unrealistischen Aktionsszenen oder bluttriefende Abenteuer gibt, sondern alles nachvollziehbar bleibt. Hochinteressant finde ich außerdem die Einschübe mit Fakten zur Kriminalstatistik. Unglaublich, was da alles herausgefiltert wurde.
Das Cover wurde treffsicher gewählt, es zeigt den düsteren Schauplatz des Verbrechens, jedenfalls stelle ich mir das so vor. Die Farben strahlen eine unheimliche Atmosphäre aus, genau wie der grandiose Farbschnitt rundum.
Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Spannung pur bis zum Schluss

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Nachdem ich schon den ersten Band der Art Mayer Reihe, 'Der Morgen', voller Begeisterung gelesen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil der Reihe riesig und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil ...

Nachdem ich schon den ersten Band der Art Mayer Reihe, 'Der Morgen', voller Begeisterung gelesen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil der Reihe riesig und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil - mir hat dieser Thriller sogar noch ein wenig mehr gefallen.
Allein schon optisch fällt das Buch auf, schwarzer Farbschnitt und auffallendes Grün mit Hirschmotiv im Nachtsichtgerät. Unheimlich und Neugier weckend!
Und noch bevor der spannende Prolog einsetzt, wird der Leser mit einem bei Marc Raabe üblichen 'Vorprolog' konfrontiert, der eine rätselhafte und bedrohlichen Szene beschreibt.
Inhaltlich geht es um einen bizarren Mordfund - mitten im Wald. Es handelt sich bei dem Opfer um Charlotte Tempel, stadtbekannt als Wohltäterin, überall beliebt und sogar für den Hirsch Medienpreis nominiert. Sie ist nun als Mordopfer mit einem Hirschgeweih grotesk dekoriert. Schnell steht ihre Tochter Leo unter Verdacht, da ihr Verhältnis zur Mutter nicht gerade herzlich war. Sie ist rebellische Klimaaktivistin und hat kein Alibi.
Art Mayer und Nele Tschaikowski ermitteln, Nele diesmal hochschwanger. An beide habe ich mich im ersten Band peu à peu gewöhnen müssen, da sie mir auf den ersten Blick nicht wirklich sympathisch waren, aber nun erscheinen sie mir als perfekt ermittelndes Team. Art glaubt nicht an Leos Schuld, gerät aber in Zweifel, nachdem eine weitere Leiche gefunden wurde, auch wieder mit einem Hirschgeweih zur Schau gestellt und nominiert für den Medienpreis....eine höchst bedeutsame Tonkassette wird gefunden!
Im Buch werden nun immer wieder Szenen dieser Kassette eingestreut, gekennzeichnet mit dem Symbol 'Abspielen', in der ein geheimnisvoller Ich-Erzähler zu finden ist, über den man immer mehr erfährt. Auch das wiederum sehr spannend!
Der Schreibstil des Autors lässt sich flüssig lesen und ist von Anfang an äußerst fesselnd. Das Buch ist ein richtiger Pageturner und lässt den Leser nicht zur Ruhe kommen. Die Hochspannung bleibt bis zum Ende erhalten, wobei Raabe immer wieder überraschende Wendungen einbaut und am Ende eine überzeugende, aber für mich unerwartete Auflösung präsentiert.
Man kann den zweiten Band lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Ab und an gibt es Anspielungen auf die Geschehnisse damals, aber dies ist ein eigenständiger Thriller.
Alles in allem hat mir das Buch hochspannende Unterhaltung geschenkt, so dass ich es jedem Thriller-Fan empfehlen möchte. Ich freue mich bereits jetzt schon wieder auf den Folgeband, der hoffentlich nicht der letzte sein wird.


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Veröffentlicht am 10.04.2024

Die schweigenden Mönche und ihr Vermächtnis

Das Verbot: Thriller
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Endlich wieder ein Zons-Thriller von Catherine Shepherd! Ich liebe diese Kriminalhandlungen vor der Szenerie dieses kleinen Städtchens am Rhein. Ich war schon ein paarmal vor Ort, um die Gebäude zu sehen, ...

Endlich wieder ein Zons-Thriller von Catherine Shepherd! Ich liebe diese Kriminalhandlungen vor der Szenerie dieses kleinen Städtchens am Rhein. Ich war schon ein paarmal vor Ort, um die Gebäude zu sehen, die immer wieder in den Büchern vorkommen, wie z.B. der Juddeturm oder der Krötschenturm. Diesmal gibt es sogar eine Karte von Zons vorne in der Umschlagklappe, damit man sich besser zurechtfindet.
Die Zons-Thriller spielen sich immer in zwei verschiedenen Handlungssträngen ab, die dann irgendwann Bezug aufeinander nehmen. Der eine Strang spielt in der Gegenwart mit Kommissar Oliver Bergmann und der mittelalterliche Strang hat Bastian Mühlenberg als Stadtsoldat. Spannung ist in beiden Zeitebenen garantiert, diese wird noch ständig gesteigert, indem sich am Ende der Kapitel Cliffhanger finden.
In beiden Zeitzonen geht es um rätselhafte Morde, für die man zunächst keine Erklärungen findet. Als Leser erkennt man schnell Parallelen in beiden Ebenen. Es folgen weitere Morde, und durch intensive Recherchen können bald weitere Übereinstimmungen gefunden werden, zumal in beiden Fällen ein geheimnisvoller Schlüssel entdeckt wird. Dieser führt dann auch zum Vermächtnis der schweigenden Mönche.
Sehr realistisch beschreibt die Autorin, wie die Täter von der Versuchung des Bösen in Beschlag genommen werden und nicht mehr anders können, als diesem inneren Drang zu folgen.
Sehr sympathisch sind mir die beiden Hauptprotagonisten. Da ist zum einen Bastian Mühlenberg, der sehr ruhig und besonnen erscheint und immer noch zu seiner alten Liebe Anna eine platonische Verbindung hat, die ihm auch oft bei der Lösung des Falles hilft. Auch Oliver Bergmann ist ein ehrgeiziger und trotzdem ruhiger Ermittler, kein actiongeladener Superheld. Das gefällt mir. Die Beziehung zu seiner Frau hat sich deutlich stabilisiert. Wir erhalten Einblicke ins Privatleben der Ermittler, aber insgesamt bleibt es angenehm im Hintergrund.
Die ganze Zeit über rätselt man mit, wer der Täter sein könnte, was mir großen Spaß macht. Aber immer wieder landet man in Sackgassen und muss umdenken. Und auch mit unerwarteten Wendungen muss man stets rechnen.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es allen Thriller Fans empfehlen.

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Veröffentlicht am 01.04.2024

Vogelbestimmung - nicht nur für Anfänger

Nature Guide Vögel
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Ich habe schon einige Vogelbestimmungsbücher, da ich mich schon viele Jahre für unsere Wildvögel interessiere. Angefangen hat das auf Helgoland, als wir ein Wintergoldhähnchen mit Hilfe eines Ornithologen ...

Ich habe schon einige Vogelbestimmungsbücher, da ich mich schon viele Jahre für unsere Wildvögel interessiere. Angefangen hat das auf Helgoland, als wir ein Wintergoldhähnchen mit Hilfe eines Ornithologen gerettet haben.
Ich finde dieses Buch sehr kompakt und übersichtlich. Das fängt schon mit der Einteilung mit dem Farbcode an. Hinten findet sich ein alphabetisches Register für Fortgeschrittene, die bereits die Namen kennen. Dort findet sich sogar eine Übersicht über die App-Codes der entsprechenden Vögel, alphabetisch sortiert.
Trotz meines Vorwissens habe ich hier noch einiges lernen können, besonders was die Unterschiede zwischen eng verwandten Vögeln angeht. So habe ich z.B. immer Probleme mit der Bestimmung der Rabenvögel, der Spechte und der Greifvögel. Mit den hier aufgezählten Merkmalen kann ich sie besser klassifizieren.
Mir gefällt, dass hier auch Vögel außerhalb unserer Gärten einen Platz finden, wie z.B. die Reiher und die laut schreienden Kraniche, die man in vielen Büchern vergebens sucht.
Letztendlich gefallen mir auch die Bilder sehr gut, klare Aufnahmen, die die typischen Details zeigen. Ein Beispiel ist der Star mit seinem schillernden Federkleid. Ein Pärchen Stare hat im vorigen Sommer in einem unserer Mauersegler-Nistkästen gebrütet, und wir konnten sie deshalb tagelang gut beobachten.
Alles in allem gefällt mir dieses Bestimmungsbuch sehr, und ich werde es sicher noch oft in die Hand nehmen.
Ich habe schon einige Vogelbestimmungsbücher, da ich mich schon viele Jahre für unsere Wildvögel interessiere. Angefangen hat das auf Helgoland, als wir ein Wintergoldhähnchen mit Hilfe eines Ornithologen gerettet haben.
Ich finde dieses Buch sehr kompakt und übersichtlich. Das fängt schon mit der Einteilung mit dem Farbcode an. Hinten findet sich ein alphabetisches Register für Fortgeschrittene, die bereits die Namen kennen. Dort findet sich sogar eine Übersicht über die App-Codes der entsprechenden Vögel, alphabetisch sortiert.
Trotz meines Vorwissens habe ich hier noch einiges lernen können, besonders was die Unterschiede zwischen eng verwandten Vögeln angeht. So habe ich z.B. immer Probleme mit der Bestimmung der Rabenvögel, der Spechte und der Greifvögel. Mit den hier aufgezählten Merkmalen kann ich sie besser klassifizieren.
Mir gefällt, dass hier auch Vögel außerhalb unserer Gärten einen Platz finden, wie z.B. die Reiher und die laut schreienden Kraniche, die man in vielen Büchern vergebens sucht.
Letztendlich gefallen mir auch die Bilder sehr gut, klare Aufnahmen, die die typischen Details zeigen. Ein Beispiel ist der Star mit seinem schillernden Federkleid. Ein Pärchen Stare hat im vorigen Sommer in einem unserer Mauersegler-Nistkästen gebrütet, und wir konnten sie deshalb tagelang gut beobachten.
Alles in allem gefällt mir dieses Bestimmungsbuch sehr, und ich werde es sicher noch oft in die Hand nehmen.

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