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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2024

Beziehungsdrama

Geordnete Verhältnisse
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Philipp wächst bei seiner Tante auf. Durch seine roten Haaren und der Inkontinenz hat er keine Freunde und freut sich riesig als eines Tages ein Flüchtlingskind mit ebenfalls roten Haaren in die Klasse ...

Philipp wächst bei seiner Tante auf. Durch seine roten Haaren und der Inkontinenz hat er keine Freunde und freut sich riesig als eines Tages ein Flüchtlingskind mit ebenfalls roten Haaren in die Klasse kommt und neben Philipp gesetzt wird. Geduldig hilft er ihr mit Deutsch und den anderen Fächern da er die Klasse schon wiederholt hat. Die beiden freunden sich an und verbringen auch außerhalb der Schule Zeit miteinander. Philipp und seine Mutter wollen Faina zeigen wie in Deutschland Weihnachten gefeiert wird und werden zum russischen Fest bei Fainas Eltern eingeladen.

Später ist Philipp der Typ mit der Eigentumswohnung während Faina nach einer Zeit in Israel erst wieder Fuß fassen muss. Die beiden ziehen zusammen, Philipp übernimmt sogar die Vaterschaft für Fainas Kind. Doch immer mehr entwickelt sich die Beziehung zu einem Fiasko das tragisch endet.

Alles andere als geordnete Verhältnisse herrschen in diesem Buch von Lana Lux. Geschildert anfangs in Ich-Form aus Sicht der beiden Protagonisten Philipp und Faina wird das Ende aus Sicht von Dritten erzählt. Keine leichte Lektüre wie sich das Drama aus Eifersucht und Wahn da entwickelt.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Freundschaft in dunklen Zeiten

Sturmmädchen
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Ein Eifeldorf in den 1930er Jahren. 3 Jugendliche schwören sich ewige Freundschaft, eine für alle, alle für eine. Rührend kümmern sich Margot und Käthe um Elli, die mit einem verkümmerten Fuß als Hinkemädchen ...

Ein Eifeldorf in den 1930er Jahren. 3 Jugendliche schwören sich ewige Freundschaft, eine für alle, alle für eine. Rührend kümmern sich Margot und Käthe um Elli, die mit einem verkümmerten Fuß als Hinkemädchen nicht immer folgen kann. Mit Beginn der Nazizeit wendet sich die Freundschaft. Margot als Jüdin muss sich bald verstecken, Käthe fühlt sich von der Naziorganisation angesprochen. Nur Elli, Tochter der einzigen Hebamme im Eifeltal sitzt nutzlos zu Hause. Wegen der langen Fußmärsche kann sie ihre Tätigkeit in Monschau im Winter nicht ausführen.

Als Margot und ihre Familie in Gefangenschaft kommen, setzt Elli alles daran sie zu retten und über die Grenze zu bringen. Käthe ist inzwischen glühende Anhängerin und Mitglied der NSDAP und beäugt das Vorgehen mistrauisch. Im ersten Teil erschien mir Elli sehr naiv und unbedarft. Am Ende wächst sie über sich heraus.

Das Buch hat mir gut gefallen, es ist keine einfache Lektüre und das Buch spart auch nicht mit grausamen Details. Der Schreibstil ist lebendig, die Beschreibung sehr detailliert hat zwischenzeitlich ein paar Längen. Der unbedarfte, naive Alltag von Elli wird sehr oft wiederholt.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

stürmische Ostsee

Der Sturm: Vergraben
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Durch einem schweren Sturm werden Knochen an der Steilküste der Insel Rügen freigelegt. Das ruft Kommissar Tom Engelhardt und seine Truppe auf den Plan. Fest steht, die Toten liegen dort etwa seit Grenzöffnung ...

Durch einem schweren Sturm werden Knochen an der Steilküste der Insel Rügen freigelegt. Das ruft Kommissar Tom Engelhardt und seine Truppe auf den Plan. Fest steht, die Toten liegen dort etwa seit Grenzöffnung der DDR im Sand vergraben. Sind es vielleicht Opfer des 'Darß-Rippers'? Diese Taten endeten kurz vor der Grenzöffnung, der Täter bis heute nicht gefunden.
Eine bei den Knochen gefundene CD ruft dann auch wieder Mascha Krieger, Kryptologin beim LKA auf den Plan. Diese ist eigentlich noch mit einem anderen Fall betraut, freut sich dennoch darauf wieder nach Rügen zu kommen.
Die Ermittlungen sind schwierig, es gibt keine vollständigen Ermittlungsakten nachdem die Stasi den Fall übernommen hat.

Der Schreibstil ist nach einem gemächlichen Einstieg rasant spannend und hat jede Menge Nebenschauplätze. Das Buch endet wieder mit einem fiesen Cliffhänger was einen dazu bringt auch die nächsten Bände zu holen.
Allerdings sind es mir in diesem Fall viel zu viele Beteiligte und Nebenschauplätze. Das macht es schwierig den Überblick zu behalten. Auch die Lösung des Falles wiederum auf mehrere Bände aufzuteilen finde ich nicht so gut. Da hätte ich lieben einen dicken Wälzer mit 500 plus Seiten gelesen als dieses recht schmale Buch.

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Veröffentlicht am 16.03.2024

Flippos

Der ehrliche Finder
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Jimmy ist einsam, in der Schule wird er gemobbt, die Leute im Dorf meiden ihn weil sein Vater offensichtlich mit seinem Versicherungsbüro Leute um ihr Geld betrogen hat und damit abgehauen ist. Doch seit ...

Jimmy ist einsam, in der Schule wird er gemobbt, die Leute im Dorf meiden ihn weil sein Vater offensichtlich mit seinem Versicherungsbüro Leute um ihr Geld betrogen hat und damit abgehauen ist. Doch seit mitten im Schuljahr ein neuer Schüler in die Klasse kommt, bekommt er eine Aufgabe. Tristan ist mit seiner gesamten Großfamilie aus dem Kosovo nach Belgien geflüchtet und Jimmy soll ihm helfen mit der Sprache und dem Unterricht.
Als die Familie die Nachricht erhält, dass der Asylantrag abgelehnt ist, muss ein Plan her. Jimmy darf zum ersten Mal bei Tristan übernachten. Wie sehr sich das Leben in dem ruhigen Haushalt von Jimmy und seiner Mutter zu dem turbulenten Alltag in der Großfamilie unterscheidet wird schnell deutlich.

Die Leseprobe fand ich sehr interessant und dieses schmale Büchlein ist schnell gelesen. Der Schreibstil ist eher zurückhaltend, beschreibend und hat mich leider nicht abgeholt. Auch wenn das Thema Freundschaft gut dargestellt wird fand ich doch keinen Zugang zu den Protagonisten. Das Ende fand ich etwas merkwürdig und so hat mich das Buch eher etwas ratlos zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 16.03.2024

Leben im Museumsdorf

Leute von früher
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Marlene fängt nach ihrem Studiumsabschluß einen Saisonjob in einem Erlebnisdorf auf der nordfriesischen Insel Strand an. Während für die Gäste ein Leben wie im 19 Jahrhundert geführt wird, geht es hinter ...

Marlene fängt nach ihrem Studiumsabschluß einen Saisonjob in einem Erlebnisdorf auf der nordfriesischen Insel Strand an. Während für die Gäste ein Leben wie im 19 Jahrhundert geführt wird, geht es hinter der Kostümgrenze ganz anders zu. Damit alles so echt wie möglich wirkt, müssen sich die jungen Saisonkräfte verkleiden und dürfen keine Handys oder ähnliche modernen Geräte haben.

Marlene hilft in einem Krämerladen aus und entdeckt so manche Schummelei. Neben der Arbeit leben die Saisonkräfte in Baracken am anderen Ende der Insel ohne großen Luxus. Marlene verliebt sich in die von der Insel stammende Janne. Aber auch die Insel ist plötzlich eine andere, der Deichbau wurde lange Zeit vernachlässigt und die Insel droht bei einer starken Flut unterzugehen.

Das Setting auf der vor langer Zeit versunkenen Insel Strand und dem legendären Rungholt ist etwas außergewöhnliches. Die Schilderung des Lebens in diesem Erlebnisdorf sind gut dargestellt. Der Schreibstil ist ruhig und eher distanziert und läßt viel Raum für eigene Gedanken.

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