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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2024

Grandios erzählt

Mein Name ist Estela
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Estela erzählt ihre Geschichte und spricht dabei immer wieder die Zuhörer direkt an, wobei man manchmal das Gefühl hatte, sie meint damit die Leser, ganz klar, wird es allerdings nicht. Jedenfalls fand ...

Estela erzählt ihre Geschichte und spricht dabei immer wieder die Zuhörer direkt an, wobei man manchmal das Gefühl hatte, sie meint damit die Leser, ganz klar, wird es allerdings nicht. Jedenfalls fand ich die Struktur des Buches grandios. Denn man weiß von Anfang an, dass Estela, ein Kindermädchen, den Hergang eines tragischen Kindstod berichtet, aber was genau passiert und wer schuldig ist (Estela scheint da unter Verdacht zu stehen oder zumindest darin verstrickt) erfährt man dann erst gegen Ende. Die Bedrohlichkeit, die sich somit langsam aufbaut war spannend. Nebenher werden Sozialkritik eingeflochten und die Verhältnisse in denen Estela aufgewachsen ist. Zudem der Umgang der Eltern mit dem verunglückten Kind, die Erwartungen und der Druck dem dieses manchmal nur noch mit einem Verhalten reagieren konnte, was Estela gelegentlich an ihrer Zuneigung zu dem Kind zweifeln ließ.

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Veröffentlicht am 25.04.2024

Fußball verbindet

Nachspielzeiten
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Fußball verbindet, Fußball spricht eine eigene Sprache und überwindet Barrieren. Es ist mehr als ein Sport, ein Gefühl, eine Leidenschaft.

Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Fußball und die Ikonen dieses ...

Fußball verbindet, Fußball spricht eine eigene Sprache und überwindet Barrieren. Es ist mehr als ein Sport, ein Gefühl, eine Leidenschaft.

Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Fußball und die Ikonen dieses Sportes. Wie ein griechischer Gastarbeitersohn die griechische Elf zum EM Titel begleitet oder wie ehemalige Spieler Aufstieg und Fall in der TV Branche durch das Dschungelcamp erleben. Hier sind so viele interessante Wege verbunden und zeigt, wie Fußball noch nach Abfiff weitergeht, wie die Helden auf dem Grün weitermachen.

Richtig gut geschrieben, locker, informativ und mit einer priese Sarkasmus und Humor.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

Dating und andere Katastrophen

That Girl
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Wie oft habe ich schon gesagt, über die ganzen Tinder und Co Dating- Erlebnisse, müsste ich eigentlich ein Buch schreiben … Tess, die Protagonistin in diesem Roman, hat genau das umgesetzt. Als Social ...

Wie oft habe ich schon gesagt, über die ganzen Tinder und Co Dating- Erlebnisse, müsste ich eigentlich ein Buch schreiben … Tess, die Protagonistin in diesem Roman, hat genau das umgesetzt. Als Social Media content creatorin und Autorin hat sie alles in „Date me“ festgehalten. Nur mit einem versöhnlichen Ende, weil die Lektorin es vorgeschlagen hat, damit es sich besser verkauft.
Die neuste Eskalation, Juli, der ungefragt ein Bild von ihr in einem intimen Moment aufgenommen hat und nun mit „ich weiß nicht, was du meinst“ so tut, als würde es nicht existieren, ist auch schon wieder Vergangenheit und so, mit dem Frust und der Enttäuschung, der Frage, ob sie sich wieder zu sehr im weiblichen Bild angepasst hat, keine Fragen stellt, nicht aufbegehrt, lieb und nett ist, stolpert sie in den nächsten Mann hinein.
Mit einer Freundin spricht sie nicht mehr, die andere wird andauern mit Fatshaming sogar vom eigenen Freund konfrontiert und auf Tess lastet der Druck, ein neues Buch zu schreiben …
Lesenswerter Roman, der so echt ist, als hätte ich mich mit meinen Freundinnen unterhalten. Social Media Kritik, dating App Kritik und die Frage, in wie weit wir uns zu sehr anpassen. Wie uns all das tagtäglich eher schadet, statt Kommunikation schafft.

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Emotional

An Optimist's Guide to Heartbreak
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Dieses Buch ist etwas ganz besonderes und nun weiß ich auch, warum es den TikTok Hype schon bei der englischen Ausgabe gab.

Aber ich möchte erst einmal mit dem Cover beginnen, dass alleine schon durch ...

Dieses Buch ist etwas ganz besonderes und nun weiß ich auch, warum es den TikTok Hype schon bei der englischen Ausgabe gab.

Aber ich möchte erst einmal mit dem Cover beginnen, dass alleine schon durch die Farbwahrnehmung besticht. Das Sommergelb, das den Charakter der Protagonistin Lucy spiegelt, mit den rosafarbenen Blüten, deren Staub sich verbreitet. Hinzu kommt der Titel, der so wunderbar passt. Auch der Farbschnitt mit den Wörtern am Rand ist toll abgestimmt. Tatsächlich mag ich sogar die Haptik des Buches.

Nun zum Inhalt: Lucy’s Nachname Hope ist Programm. Ihr strahlender Charakter hat mich sofort überzeugt. Und steht im Gegensatz zu ihrem Kindheitsfreund Cal, dem sie nun nach langer Pause wiederbegegnet, als sie ein neues Haus in ihrer alten Umgebung kauft und zudem in seiner Werkstatt aufschlägt.
Die Vergangenheit kommt toll erzählt ans Licht. Hier ist wirklich alles dabei, Emotionen, Herzschmerz, Humor und Witz, Prickeln und authentische Figuren.
Das Ende sorgt dafür, dass ich schnell den nächsten Teil lesen möchte… also Achtung, wenn man wenig Geduld hat, vielleicht erst lesen, wenn der nächste Band erscheint.
Der Schreibstil ist so erfrischend, dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin. Ich freue mich schon auf mehr.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Erschreckend realistisch

Geordnete Verhältnisse
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Das Buch beginnt mit einer rührenden Szene in der Kindheit von Philipp, der sich nur eines wünscht: einen besten Freund. Dieser wird kurz darauf in Form des ukrainisch-jüdischen Flüchtlingsmädchen Faina ...

Das Buch beginnt mit einer rührenden Szene in der Kindheit von Philipp, der sich nur eines wünscht: einen besten Freund. Dieser wird kurz darauf in Form des ukrainisch-jüdischen Flüchtlingsmädchen Faina in sein Leben treten, die wie er Feuerrote Haare hat. Oft werden die beiden im Laufe des Buches für Geschwister gehalten, was sehr verdeutlicht, dass Philipp sein Gegenstück gefunden hat, um nicht mehr alleine in der Welt voller Hänseleien zu sein. Doch schon schnell merkt man, dass Philipp aufgrund seiner Erlebnisse, der alkoholkranken Mutter, einer Tante, die ihn als Kind als Genosse des Teufels bezeichnet, seiner Inkontinenz und Wutausbrüche, Faina manipuliert, um sie an sich zu binden. Aus Freundschaft wird im Laufe der Jahre eine fanatische Obsession. Und Faina, dank der strengen Erziehung, dem Druck die Beste zu sein, einem cholerischen Vater, entwickelt eine bipolare Störung, ein weiteres Fressen für Philipp, sie im Auge behalten zu müssen. Alles unter dem Deckmantel der Liebe.

Der erste Teil des Buches ist komplett aus der Sicht von Philipp, der zweite von Faina und der dritte wir von einem allwissenden Erzähler begonnen und wechselt sich danach in der ich Perspektive zwischen den beiden Protagonisten ab. Ein Kunstgriff, wie ich finde, da man so die Psyche der beiden sehr gut kennenlernt und hautnah miterlebt, wie sie nicht merken, in was für eine toxische Lage sie sich begeben.

Das Buch behandelt wichtige Themen, zeigt allzu deutlich, wie sich Dinge bereits in der Kindheit entwickeln, ergründet die Psyche und endet mit einem großen Knall, der zwar erdrückend spürbar wurde und dann doch sehr plötzlich kam.

Ausländerhass, Antisemitismus, häusliche Gewalt, die Incellbewegung und so vieles mehr sind Themen, die hier eindrucksvoll eingebunden werden. Klare Leseempfehlung, wenn man diese schwere Thematik und das heranwachsen eines aggressiven Geistes aushält. Sprachlich wunderbar gestaltet, dass man trotz der Schwere der Kost einen tollen Lesefluss hat.

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