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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2024

Interessantes neues Ermittlerduo

Tode, die wir sterben
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Als in einem Brennpunktviertel in Malmö ein Junge erschossen wird, ist für die Polizeichefin Nora Mellander und die Presse schnell klar, dass es sich um ein weiteres Opfer der Drogenbandenkriege handelt. ...

Als in einem Brennpunktviertel in Malmö ein Junge erschossen wird, ist für die Polizeichefin Nora Mellander und die Presse schnell klar, dass es sich um ein weiteres Opfer der Drogenbandenkriege handelt. Mit dem Fall wird Kommissar Jon Nordh, der gerade seine Frau durch einen Unfall verloren hat, und die strafversetzte Ermittlerin Svea Karhuu betraut. Beide sind durch ihre Vorgeschichte belastet. Nordh hat durch den Unfalltod seiner Frau erfahren, dass diese eine Affäre mit seinem Freund und langjährigen Kollegen hatte. Karhuu hat eine verdeckte Ermittlung hinter sich, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Beide tun sich zunächst schwer miteinander, wissen jedoch auch, dass man sie als Außenseiter aus gutem Grund auf diesen undankbaren Fall angesetzt hat. Bald stellt sich heraus, dass der erschossene Junge wohl nur ein Zufallsopfer war und es eigentlich um etwas ganz anderes geht.
Mir gefällt, dass das Privat- und Vorleben der beiden Ermittler eine gewichtige Rolle spielt, denn so versteht man ihre Verhaltensweisen besser. Zudem ist ihre zunächst problematische Zusammenarbeit recht amüsant geschildert.
Es sind viele Themen wie Drogenclans, soziale Misere und Armut, alleinerziehende Eltern, Rassismus, aber auch Verrat, Missgunst, Schuld usw., die den Krimi eventuell etwas überfrachtet erscheinen lassen. Allerdings bewirkt dies auch eine authentische Mischung.

Veröffentlicht am 08.08.2024

Starke Hauptfigur

Im Unterholz
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Vera Bergström ist eine sehr eigensinnige und eigenwillige Figur. Mit 56 Jahren wohnt sie wieder in ihrem Heimatstädtchen und arbeitet ziemlich motivationslos als Hilfslehrerin. Ihre Arbeit als Journalistin ...



Vera Bergström ist eine sehr eigensinnige und eigenwillige Figur. Mit 56 Jahren wohnt sie wieder in ihrem Heimatstädtchen und arbeitet ziemlich motivationslos als Hilfslehrerin. Ihre Arbeit als Journalistin musste sie beenden, als ihre Lokalredaktion geschlossen wurde. Zudem hat sich ihr langjähriger Lebenspartner wegen einer jüngeren Frau von ihr getrennt. Vera igelt sich in ihrer Wohnung über dem ehemaligen Bahnhofsgebäude ein und hat noch nicht einmal die Umzugskartons ausgepackt. Nur ihre Freunde aus Kindheitstagen können sie hin und wieder zu einer gemeinsamen Aktivität motivieren.
Als in den Wäldern unter einem Hochsitz die Leiche einer Frau gefunden wird, wird Vera von ihrem früheren Redaktionschef beauftragt, die Hintergrundgeschichte zu der Tat zu recherchieren.
Zunächst nur widerwillig und zögerlich macht sich Vera an diese Arbeit, die ihr aber zunehmend Motivation schenkt und ihrer Arbeit wieder einen Sinn gibt. Dabei stößt sie auf eine düstere Geschichte.
Die Handlung ist spannend, tiefgründig und verzwickt. Besonders interessant für mich ist aber vor allem die Hauptfigur Vera Bergström mit ihren Ecken und Kanten. So lethargisch und eigenbrötlerisch sie zu Beginn auch wirkt, entpuppt sie sich zu einer beharrlich nach der Wahrheit Suchenden und bedient sich dabei auch unkonventioneller Wege.
Auf Band 2 darf man gespannt sein.

Veröffentlicht am 25.04.2024

Norwegische Spannung

Das Haus der Lügen
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Die Journalistin Kajsa Coren wird eines Nachts von der Notaufnahme angerufen, um einer Freundin zur Seite zu stehen, die überfallen wurde. Anki Ulstein, die Freundin aus Studientagen, die erst vor einigen ...



Die Journalistin Kajsa Coren wird eines Nachts von der Notaufnahme angerufen, um einer Freundin zur Seite zu stehen, die überfallen wurde. Anki Ulstein, die Freundin aus Studientagen, die erst vor einigen Monaten in ihr Elternhaus zurückgezogen ist, wurde in ihrem eigenen Schlafzimmer überfallen und vergewaltigt. Anschließend habe sie der Täter gezwungen, zu baden, sodass sich keine Spuren finden lassen. Während die Polizei an Ankis Geschichte Zweifel hat, will Kajsa ihrer alten Freundin helfen, auch wenn sie schon länger keinen Kontakt mehr hatten. Doch der Alkohol- und Medikamentenkonsum Ankis lassen bei Kajsa Zweifel aufkommen. Als es jedoch zu weiteren Vergewaltigungsfällen nach demselben Schema kommt, vermutet die Polizei, dass es sich um einen Serientäter handelt. Einige Männer aus Ankis Nachbarschaft kommen als Verdächtige in Frage. Doch auch Anki selbst verhält sich merkwürdig und verbirgt offenbar einige Geheimnisse über ihre Kindheit und ihre Eltern. Als Anki dann plötzlich verschwindet, spitzt sich die Situation zu.
Die norwegische Autorin Trude Teige ist ein Garant für komplexe, aber schlüssige und spannende Krimiunterhaltung.
,,Das Haus der Lügen“ ist der 5. Band mit der Journalistin Kajsa Coren.

Veröffentlicht am 21.04.2024

Spezielle Charaktere

Der Nachtläufer
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Eddie Feber ist ein ganz besonderer Kommissar. Nicht nur, dass er acht Kinder hat, die so manche Eigenheit haben und eine schriftstellernde Frau, die mehr Zeit in der Welt ihrer Romane verbringt als im ...


Eddie Feber ist ein ganz besonderer Kommissar. Nicht nur, dass er acht Kinder hat, die so manche Eigenheit haben und eine schriftstellernde Frau, die mehr Zeit in der Welt ihrer Romane verbringt als im wirklichen Leben, geht er auch mit seinen Kollegen und insbesondere mit verdächtigen auf eine ganz spezielle Art um. Das irritiert hin und wieder, ist aber ungeheuer unterhaltsam!
Nun hat Eddie Feber es mit einem sehr speziellen Täter zu tun. Er bricht mitten in der Nacht bei Leuten ein, bedroht sie mit einer Waffe und verschwindet dann wieder spurlos. An den ,,Tatorten“ hinterlässt er Zettel mit mysteriösen Zahlenkombinationen – und Opfer, denen zwar körperlich nichts geschehen ist, die von nun aber in Angst und Schrecken leben.
Parallel dazu lernt der Leser den jungen Meidel Jonsson kennen, dessen Großvater gerade gestorben ist. Neben der Trauer um den Großvater, mit dem Meidel ein gutes Verhältnis hatte, hat er schreckliche Angst vor dem Tag, an dem sein Vater Roger aus dem Gefängnis kommt. Denn Roger ist gewalttätig, egoistisch und brutal.
,,Nachtläufer“ ist ein äußerst spannender Krimi mit speziellen Charakteren und so manch überraschender Wendung. Besonders Eddie Feber und seine Familie wachsen einem schnell ans Herz. Gut, dass Band 2 schon im September erscheinen soll.

Veröffentlicht am 18.04.2024

Düster und spannend

Gewittermann
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,,Gewittermann“ ist nach ,,Apfelmädchen“ der zweite Teil der schwedischen Krimireihe mit der sympathischen Ermittlerin Idun Lind.
Kriminalkommissarin Idun Lind und ihr Partner Tareq werden zu einem grausigen ...

,,Gewittermann“ ist nach ,,Apfelmädchen“ der zweite Teil der schwedischen Krimireihe mit der sympathischen Ermittlerin Idun Lind.
Kriminalkommissarin Idun Lind und ihr Partner Tareq werden zu einem grausigen Leichenfund gerufen: ein alter Mann, dem der Penis abgetrennt wurde.
Durch einen DNA-Abgleich ergibt sich eine Verbindung zu einem alten Fall im Rotlichtmilieu, der aber nie aufgeklärt werden konnte.
Die Ermittlungen von Idun und ihrem Kollegen führen sie bald zu einem Menschenhändlerring, der junge Frauen zur Prostitution zwingt.
Parallel dazu gibt es eine Erzählebene in der Vergangenheit, in der ein kleiner Junge, Peter, von seinen Mitschülern drangsaliert wird und sich nicht wehrt. Als aber eine neue Mitschülerin in die Klasse kommt, Silje, die sich mit Peter anfreundet und ihn verteidigt, nimmt sein Leben eine neue Wendung.
Nach und nach erschließt sich der Zusammenhang von Peters und Siljes Geschichte mit dem aktuellen Fall.
,,Gewittermann“ ist ein sehr düsterer, aber schlüssig konstruierter und spannender Fall. Hoffentlich gibt es noch weitere Fälle mit Idun Lind!