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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2024

Einfach nur Überleben

Der Glashund
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Iris Conrad erzählt in diesem Buch eine spannende und nachvollziehbare Geschichte über eine junge jüdische Kunststudentin, die sich im letzten Moment vor der Deportation in den Osten retten kann. Jetzt ...

Iris Conrad erzählt in diesem Buch eine spannende und nachvollziehbare Geschichte über eine junge jüdische Kunststudentin, die sich im letzten Moment vor der Deportation in den Osten retten kann. Jetzt lebt sie heimatlos im Berliner Untergrund. Ganz besonders wird sie von Rolf Reinhardt bedroht, einem Gestapo-Mann, der in sie verliebt war und dem sie vor Jahren zusammen mit ihren Freundinnen einen bösen Streich spielte. Er sinnt auf Rache, zumal Henriette etwas von ihm hat, was ihm gefährlich werden könnte. Sie trifft Benjamin wieder, einem früheren Mitstudenten und Streber, dem sie einst mit Verachtung und Häme begegnete. Jetzt nähern sie sich und freunden sich an. Denn beide wollen nur eines: überleben.
Es ist eine Geschichte, die das Leben der verfolgten Juden im Untergrund beschreibt, ihre Ängste und Nöte
realistisch in Szene setzt. Und die ohne einen übermenschlichen Lebenswillen und den heimlichen Helfern kaum eine Chance zum Überleben gehabt hätten.
Detailliert hat die Autorin die einzelnen Charaktere ausgearbeitet und umgesetzt. Die Handlung ist voller Dramatik, emotional, reich an Wendungen und doch an keiner Stelle kitschig oder unglaubwürdig. Durch unvorhersehbare Ereignisse und Wendungen bleibt die Geschichte sehr spannend, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Unglaublich fesselnd

Das Echo der Gezeiten
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In diesem Buch erzählt die Autorin zwei historische Romane in zwei Zeitebenen, die am Ende zu einer Einheit werden.
1955 in St. Peter: die junge Tilla will tauchen. Sie entdeckt in der Nordsee ein altes ...

In diesem Buch erzählt die Autorin zwei historische Romane in zwei Zeitebenen, die am Ende zu einer Einheit werden.
1955 in St. Peter: die junge Tilla will tauchen. Sie entdeckt in der Nordsee ein altes Schiffswrack, um das sich seit Jahren Geschichten ranken. Jetzt möchte sie das Geheimnis jenes versunkenen Schiffes ergründen.
Im Jahr 1633 flieht die junge Nes mit ihrer Mutter in ein Beginenkonvent, um hier Schutz zu finden. Doch hier sind sie den Anfeindungen der einheimischen Inselbewohner ausgesetzt.
In beiden Handlungssträngen dreht es sich um Frauen, die sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen. Realhistorische und fiktive Ereignisse sind nachvollziehbar beschrieben und die relevanten Charaktere bildhaft in Szene gesetzt. Die unglaublich fesselnde Handlung lässt sich durch den flüssigen und mitreißenden Schreibstil sehr gut lesen.
Mir hat dieses Buch spannende und kurzweilige Lesestunden bereitet. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Gelungener Start der Norderney-Saga

Das Kurhotel auf Norderney - Stürmische Zeiten
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Die Autorin schreibt hier eine fesselnde und gefühlvolle Geschichte über zwei Freundinnen, die den Mut haben, ihre eigenen Ziele und Wünsche zu verfolgen und auch gegen familiären Widerstand durchzusetzen. ...

Die Autorin schreibt hier eine fesselnde und gefühlvolle Geschichte über zwei Freundinnen, die den Mut haben, ihre eigenen Ziele und Wünsche zu verfolgen und auch gegen familiären Widerstand durchzusetzen.
Der Leser begibt sich auf der Nordseeinsel Norderney in das Jahr 1885. Jella, die Tochter des Inselarztes, hilft ihrem Vater in der Praxis. Sie ist mit Carl, Sohn des Kämers, verlobt. Als sie ein kleines verstörtes Mädchen kennenlernt, das im Kinderheim zur Kur ist, beschließt sie, dort den Diakonissen bei ihrer Arbeit zu helfen.
Elisa, die Tochter eines eingefleischten Fischers, hilft ihrer Mutter, die zwei Zimmer vermietet. Elisas Traum ist es, daraus eine größere Pension zu machen. Doch ihr Vater wehrt sich entschieden dagegen.
Diebstähle und ein ominöser Brand sorgen für Empörung unter den Inselbewohnern und es ist klar, dass
es nur die ungeliebten Kurgäste sein können. Elisa hingegen verdächtigt den Krämerssohn Carl.
Schnell war ich mitten in der Handlung. Claudia Schirdewan hat die relevanten Charaktere authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse machen die Handlung spannend und lassen keine Langeweile aufkommen. Durch den flüssigen und gut lesbaren Schreibstil flogen die Seiten nur so dahin. Jetzt freue ich mich schon auf die Fortsetzung, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Jella und Elisa weitergeht.
4/5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.04.2024

Eine fesselnde Geschichte nach einer wahren Begebenheit

Heimliche Frucht
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In einem kleinen Ort im Schwarzwald lebt Rosa als Magd auf dem Lenzerhof, der von Emil Dold und seinem Vater betrieben wird. Schon bald haben Rosa und Emil ein Liebesverhältnis und Emil verspricht Rosa, ...

In einem kleinen Ort im Schwarzwald lebt Rosa als Magd auf dem Lenzerhof, der von Emil Dold und seinem Vater betrieben wird. Schon bald haben Rosa und Emil ein Liebesverhältnis und Emil verspricht Rosa, sie zu heiraten. Doch wegen der Mitgift ist Emil gezwungen, die unscheinbare Astrid zu ehelichen. Heimlich halten Emil und Rosa ihr Verhältnis aufrecht und Rosa wird schwanger. Emil besteht darauf, dass das Kind weg muss und lässt Rosa mit ihren Nöten alleine. Die Dorfbewohner beginnen zu tuscheln, denn die junge Frau nimmt an Umfang zu. Die Gerüchtküche brodelt und schließlich beginnt Oberwachtmeister Bruno Strecker Ermittlungen anzustellen.
Diese Geschichte, die im Jahr 1950 spielt, beruht auf wahren Begebenheiten. Nachvollziehbar hat die Autorin die einzelnen Charaktere gezeichnet. So hat sie die sensationslüsterne Dorfbevölkerung, die ihren tristen und arbeitsreichen Alltag durch Klatsch und Tratsch kurzweiliger gestaltet, glaubhaft beschrieben. Rosas Schicksal hat mich sehr berührt. Zu dieser Zeit war eine ungewollte Schwangerschaft ganz alleine die Sache der Frau und jegliche Unwissenheit entsprach der Normalität. Julia Heinecke hat diese Geschichte gründlich recherchiert. Sie führt mit einem sensiblen und flüssigen Schreibstil durch dieses Buch. Ich habe es auf einen Rutsch gelesen. Diese sehr berührende und erschütternde Geschichte empfehle ich sehr gerne weiter. 4/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.04.2024

Eine berührende Familiengeschichte

Martha und die Ihren
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Lukas Hartmann schreibt in dieser Biografie die Geschichte seiner Großmutter Martha, sowie die ihrer Kinder und Enkel.
Nach dem Tod des Vaters kommen die aus allerärmsten Verhältnissen stammende kleine ...

Lukas Hartmann schreibt in dieser Biografie die Geschichte seiner Großmutter Martha, sowie die ihrer Kinder und Enkel.
Nach dem Tod des Vaters kommen die aus allerärmsten Verhältnissen stammende kleine Martha und ihre 5 Geschwister getrennt als "Verdingkinder" zu fremden Leuten, um dort für ihren Unterhalt zu arbeiten. Martha wird bei einer Bauernfamilie untergebracht. Ohne Pause muss sie arbeiten und darf keine Schwäche zeigen. Dieses wird ihr ganzes Leben prägen und auch auf ihre Kinder übergehen. Nur ihre Enkel werden sich später dagegen aufbäumen. Sie schafft es als Erwachsene zu einem kleinen Wohlstand zu gelangen. Doch ihr Leben wird stets ein Kampf bleiben.
Der Autor beschreibt einfühlsam die Schicksale der Protagonistin und ihrer Nachfahren. Detailliert und lebensecht hat er die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Dabei ist mir besonders Marthas Geschichte zu Herzen gegangen. Mit ihr habe ich gelitten und gehofft, gebangt und mich auch gefreut. Sie lebte ein Leben voller Zwänge. Das einzige, was ihr in der neutralen Schweiz erspart blieb, waren die Kriege.
Diese fesselnde Biografie mit ihren dramatischen Wendungen hat mich sehr berührt. Sie ist sehr unterhaltsam geschrieben und machte mich zeitweise sehr nachdenklich. Gerne empfehle ich sie weiter. 4 Sterne.

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