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Veröffentlicht am 02.11.2017

Eindrucksvolle Beschreibung der Zeit vor 200 Jahren am Rhein

Die Festung am Rhein
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"Plötzlich war sie wieder da, die alte Feindschaft, die unterschiedlichen Welten, die sie weiter voneinander trennten als der Rhein das eine Ufer vom anderen." Zitat

Dieser Roman hat mich gut unterhalten ...

"Plötzlich war sie wieder da, die alte Feindschaft, die unterschiedlichen Welten, die sie weiter voneinander trennten als der Rhein das eine Ufer vom anderen." Zitat

Dieser Roman hat mich gut unterhalten und mitgenommen auf eine spannende Suche nach einem Verräter. Dabei wurde ich auch geschichtlich gut informiert und anschaulich in eine Zeit zurückversetzt, als Verbindungen zwischen Preußen und Franzosen nicht geduldet wurden.
Ich konnte wunderbar in die Handlung eintauchen und wurde einfach mitgerissen von den spannenden Wendungen und der zarten, aber unsäglichen Liebesgeschichte zwischen Franziska und Rudolph.
Diese Verbindung zwischen einem Protestanten und einer Katholikin wurde damals nicht geduldet.

Der Autorin ist es dank ausführlicher Recherche wieder bestens gelungen, die historischen Grundlagen verständlich und authentisch in den Roman einzubinden.
Die traumatischen Erlebnisse der napoleonischen Kriege zeigen sich durch die Person Rudolphs beängstigend nah. Auch die wenigen ärztlichen Möglichkeiten werden aufgezeigt.
Man kann sich ein deutliches Bild davon machen, wie die religiösen und standesmäßigen Unterschiede damals das Leben eines Menschen bestimmten. Aber auch die Lebensumstände der Bewohner am Rhein und ihre finanzielle Situation werden sehr deutlich geschildert. Das Rheinland war tief im Katholizismus verwurzelt und durch die französische Herrschaft eher dem Geist der Revolution verpflichtet, sie standen den konservativen protestantischen Preußen eher feindlich gesonnen gegenüber. Doch die Preußen brachten einige positive Änderungen in diesen Landstrich, die dank Schulreform, neu eingeführte Verwaltung und technische und medizinische Fortschritte der Bevölkerung zugute kam.

Mir hat es gefallen wie sich die Charaktere Franziska und Rudolph im Handlungsverlauf gedanklich mit den religiösen Schwierigkeiten ihrer Verbindung auseinandergesetzt haben. Auch die Unterschiede ihrer Herkunft machten einen großen Teil des Interesses für die Gegend und die Menschen dort aus. Wie sich hier am Rhein alle möglichen Landsleute aus Berlin, Oberschlesien und anderswo verdingen mussten, zeigt Maria W. Peter durch die vielen eingebauten Dialekte. Das bringt eine anschauliche Szenerie mit sich, die sehr lebensnah wirkt.

Meine Vermutung nach dem eigentlichen Verräter hat sich im Roman bestätigt, es war nicht schwer, ihm auf die Schliche zu kommen. Jedoch hat sein spezielles Motiv mich dann doch überrascht.

Dieser Roman hat mit seinem facettenreichen Bild der vielfältig geprägten Bevölkerung und der Darstellung von entgegengesetzten politischen und gesellschaftlichen Strömungen ein eindrucksvolles Sichtfenster dieser Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts gezeichnet.

In einem ausführlichen Nachwort gibt die Autorin noch einen historisch erklärenden Überblick über das Rheinland. Hier kann man versäumtes Geschichtswissen schnell nachholen.


Die Geschichte um Franziska und Rudolph ist spannend zu verfolgen. Wie die Menschen damals am Rhein gelebt haben, kann man im Roman verstehen lernen. Große Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 13.06.2026

Komplexer Skandinavien-Krimi mit vielen Beziehungen

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Im Heyne Verlag erscheint der Auftaktband Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg.

Die ruhige Insel Südkoster an der schwedischen Westküste befindet sich nahe der norwegischen Grenze. Der Leichenfund ...

Im Heyne Verlag erscheint der Auftaktband Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg.

Die ruhige Insel Südkoster an der schwedischen Westküste befindet sich nahe der norwegischen Grenze. Der Leichenfund eines jungen Mannes erschüttert die Bewohner, denn er war einer von ihnen. Polizistin Vega Varg, die in Nordkoster wohnt, übernimmt den Fall und tragischerweise kennt sie den Toten seit er ein kleiner Junge war. Er war der Spielgefährte ihrer beiden Söhne, die heute auch bei der Polizei arbeiten und gemeinsam mit Vega auf Spurensuche gehen. Kurz darauf verschwindet eine norwegische Zeugin, deshalb wird Vegas bester Freund und Kollege Leopold Posse aus Oslo hinzugezogen. Bei den Ermittlungen ergeben sich Parallelen zu einem Cold Case aus 1998, als Vegas Mann Peter getötet wurde.

In diesem Krimi lernen wir Vega kennen, eine Frau Anfang 60, die mitten im Leben steht und sich nicht um ihr Erscheinungsbild schert. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie ihre drei Kinder allein groß gezogen und nun arbeitet sie Seite an Seite mit ihren Söhnen bei der Polizei. Nur ihre Tochter Moa macht ihr Sorgen. Das Familienleben spielt in diesem Buch eine große Rolle und verleiht der Handlung eine angenehme Atmosphäre, die in wohltuendem Kontrast zu den Mordermittlungen steht. Leopold ist ein eigenwilliger Typ, der Patenonkel von Moa und mit Vega freundschaftlich verbunden.

Beide kennen sich schon lange und wissen um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen, die sie sinnvoll einsetzen, je nachdem was die Befragungen erfordern. Als Tatverdächtige kommen zahlreiche Personen in Frage, der gewalttätige Vater des Toten, aber auch eine Gruppe von norwegischen Immobilienmaklern, die zu einem Teambuilding-Seminar auf die Insel gereist sind und den Toten gefunden haben. Sie versuchen ihren Drogenkonsum und leidenschaftliche Affären zu verbergen, die Vega und Leopold aber schliesslich herausfinden.

Åsa Hellbergs schlichter, aber nahbarer Erzählstil hat mich schnell gepackt und mir nicht nur die Landschaft und die Witterungsverhältnisse eindrücklich näher gebracht, sondern mich auch tief in den Fall hineingezogen. Einige Personen versuchen etwas zu verbergen, es gibt Rückblenden in die Vergangenheit, die den Tod von Vegas Mann Peter erklären und und Vegas familiäres Leben näher bringen. Diese Erkenntnisse sorgen für zusätzliche Brisanz, doch mehr möchte ich nicht verraten.

Ich versuchte, den Mörder ausfindig zu machen, doch verschiedene Wendungen und neue Fälle sorgen für ein verwirrendes Bild und das wahre Mordmotiv bleibt bis zum Ende verborgen. Ich war gespannt, wie der Cold Case mit dem neuen Fall zusammen hängt und ob Vega den Täter kennt und freue mich jetzt schon auf den Folgeband.

Ein gelungener Krimiauftakt mit einem interessanten Ermittlerduo, packenden Wendungen und nordischem Setting.

Veröffentlicht am 08.06.2026

Ein berührender, fesselnder und tragischer Roman

Zeit der Schwalben
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Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Zeit der Schwalben von Nikola Scott.

Am ersten Todestag von Elizabeth Harington trifft sich ihre Familie, um sich gegenseitig Halt zu geben. Denn der Unfalltod ...

Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Zeit der Schwalben von Nikola Scott.

Am ersten Todestag von Elizabeth Harington trifft sich ihre Familie, um sich gegenseitig Halt zu geben. Denn der Unfalltod hinterlässt eine große Wunde bei den drei Kindern, besonders Adele trauert sehr. Da erhält sie einen merkwürdigen Anruf, der eigentlich ihrer Mutter gilt und wo von neuen Spuren die Rede ist. Und dann steht eine Frau an der Tür, die behauptet, sie sei ebenfalls eine Tochter der verunglückten Elizabeth. Wie kann das sein und hat die Fremde recht? Adele will mehr über ihre reservierte Mutter erfahren und über die junge Frau, die vorgibt, ihre Schwester zu sein. Beide Frauen versuchen mehr über Elizabeths Vergangenheit zu erfahren und ihr Gemeinmis aufzuklären.

Aus den Perspektiven von Mutter und Tochter tauchen wir in die Geschichte ein. Einmal von der siebzehnjährigen Elizabeth, die in ihrem Tagebuch ihre schicksalshaften Erlebnisse festhält und einmal von der vierzigjährigen Adele, die versucht, einen bestimmten Lebensabschnitt ihrer Mutter zu rekonstruieren. Beide Zeitstränge werden abwechselnd erzählt und enthüllen immer mehr Hintergründe zu der schicksalsträchtigen Zeit, die Elizabeths Leben durcheinander gewürfelt hat.

Nikola Scott hat einen lebendigen und einnehmenden Erzählstil, der mich immer mehr in die Geschichte hineingezogen hat. Die Handlung baut sich um ihre Figuren auf, denn es gilt Familiengeheimnis aufzuklären, das erschreckende Dinge ans Licht bringt. Dieses Buch ist einfach ein fesselnder Schmöker, den ich innerhalb weniger Tage durchgelesen habe.

Als 1958 Elizabeths Mutter im Sterben liegt, schicht sie ihr Vater den Sommer über zu Freunden nach Sussex. Sie verlebt eine unbeschwerte Zeit mit jungen Leuten und verliebt sich.

Adele, genannt Addie ist Bäckerin in London. Ihre Mutter Elizabeth hat zu ihr ein kühles und distanziertes Verhältnis und zieht die jüngere Tochter Venetia vor. Doch das hat auch einen tieferen Grund, der sich erst im Laufe der Geschichte heraus kristallisiert. Denn Elizabeth wurde schwanger und stand plötzlich alleine da. Später heiratete sie einen Mann, der auch für Addie ein echter Vater wurde. Doch dann kam ihr Todestag, der alle erschütterte. Elizabeth wurde überfahren.

Während Addie und ihre Schwester Phoebe sich auf die Spuren in die Vergangenheit begeben,wird deutlich, wie gut sie sich verstehen. Und das hat einen Grund.

In dieser Geschichte wird ein trauriges Kapitel von ledigen, schwangeren Frauen behandelt, das mich sehr erschüttert hat. Offiziell wurden über den Kopf der jungen Frauen hinweg wohltätige Entscheidungen zugunsten der Babies getroffen, die wahren Gefühle der Mütter kümmerten die Moralapostel nicht.

Eine fesselnde und großartig geschriebene Familiengeschichte, die mich emotional berührt hat und eine tragische Entscheidung offenbart.

Veröffentlicht am 03.06.2026

Humorvolle Abenteuer mit den Capybara

Drei Wasserschweine tauchen ab
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"Drei Wasserschweine tauchen ab" ist der 3. Band der Wasserschwein-Reihe und erscheint im DTV. Es ist ein lustiges Tier-Abenteuer zum Vorlesen ab 6 Jahren. Der Autor ist Matthäus Bär und die Illustratorin ...

"Drei Wasserschweine tauchen ab" ist der 3. Band der Wasserschwein-Reihe und erscheint im DTV. Es ist ein lustiges Tier-Abenteuer zum Vorlesen ab 6 Jahren. Der Autor ist Matthäus Bär und die Illustratorin Anika Voigt.

Die drei Wasserschweine Emmy, Tristan und Raul sind liebenswerte Tiere, die sich für die Faultiermama auf die Suche nach ihrem Kind aufmachen. Dabei landen sie schliesslich auf einem Laster, der sie aus ihrer Zoo-Heimat in die Großstadt bringt und sie Menschen und echte Wildtiere treffen, die ihnen dort gefährlich nahe kommen. Doch das Schlimmste auf ihrer abenteuerlichen Reise ist ihr Hunger, denn die Fütterung im Zoo lief immer geregelt und ohne eigenes Zutun. Mutig überwinden sie die Hindernisse und bekommen Hilfe von Tieren der städtischen Wildnis.

"Abenteuerlust hin oder her, Wasserschweine brauchen vor allem: Gemütlichkeit! Sicherheit! Und gutes Fressen!" Zitat S. 37

!!!Capybara sind die größten lebenden Nagetiere, sie leben in Mittel- und Südamerika und ernähren sich von Pflanzen.!!!

Auf der Suche nach dem kleinen Faultierbaby fahren Emmy, Tristan und Raul als blinde Passagiere auf einem LKW, treffen unterwegs auf Schwäne, Raben und einen merkwürdigen Flamingo, der ihnen als schwimmendes Transporttier dient, bis sie im Reich des Bibers landen und später einen Menschen erschrecken. Sie machen sogar eine WildwasserfahrtMehr möchte ich nicht verraten, denn die bunten Abenteuer stecken voller Überraschungen und enthalten jede Menge wortwitzigen Humor.

Bei dieser Geschichte habe ich die neugierigen, mutigen und abenteuerlustigen Wasserschweine gerne begleitet, meinem Vorlesekind hat es ebenfalls gut gefallen und es war besonders von den mimikreichen Capybara angetan.

Die Capybara sind eine nette, sympathische Truppe, die zusammen hält und die man dank ihrer unterschiedlichen Charaktere gut auseinander halten kann. Die Geschichte wird einfach liebenswert und mit etwas Humor erzählt und bietet einige abenteuerliche Überraschungen, die man gut in den zahlreichen Illustrationen verfolgen kann. Für Kinder bietet die gelungene Mischung aus Text und Bildern ein echtes Lesevergnügen und die einzelnen Kapitel eignen sich hervorragend als abendliche Bettlektüre.

Obwohl die Capybara ihre Heimat im Zoo verlassen und sich in der Stadt unerwarteten Hindernissen stellen müssen, bleiben sie mutig und geben die Hoffnung nicht auf. Auf der Suche nach Francis hilft ihnen ein wenig ein glücklicher Umstand, doch trotzdem merkt man, dass sich Mut, Hilfsbereitschaft und Freundschaft auszahlen.

Ein gelungenes Buch, das ich gerne zum Vorlesen weiterempfehle!

Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein entschleunigender Wohlfühlroman!

Brombeerblaue Tage
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Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Blaubeerblaue Tage von Simona Veenstra.

Landschaftsarchitektin Elisa und ihr Vater Henk haben sich entfremdet, nun bittet Henk sie um Unterstützung, da er ins ...

Bei Rowohlt Wunderlich erscheint der Roman Blaubeerblaue Tage von Simona Veenstra.

Landschaftsarchitektin Elisa und ihr Vater Henk haben sich entfremdet, nun bittet Henk sie um Unterstützung, da er ins Krankenhaus muss. Elisa reist von Berlin nach Rügen und freundet sich schnell mit Henks Hund an. Doch die Wohnsituation hat ihre Tücken, es gibt kein fließend Wasser und schon gar kein Internet. Das erschwert Elisas Arbeit enorm. Und überhaupt weiß sie gar nicht viel über ihren Vater, der nun am Herzen operiert werden muss.

Der Roman hat mich mit der warmherzigen Atmosphäre schnell in seinen Bann gezogen, die Geschichte entführt mich an die Ostsee und in einen Garten, der abseits der hektischen Großstadt seine eigene Reize entwickelt. Mit der Zeit lernt man die Figuren besser kennen und kommt ihnen nahe wie alten Bekannten. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Beschreibungen von Pflanzen, Bäumen und Blumen, die in Henks verwildertem Garten wachsen und die auch in Elisas Leben eine entscheidende Rolle spielen. Ich hatte das Gefühl, einen Spaziergang durch diesen geheimen Garten zu machen und habe die Verbindung zur Natur genossen.

Die Charaktere finde ich sehr authentisch, Simone Veenstra zeichnet sie mit liebevollen Facetten und ich habe sie gerne wie alte Bekannte begleitet. Elisas Lebensweg ändert sich durch die enger werdende Beziehung zu ihrem Vater, sie erkennt, dass ihr bisheriger Job nicht das ist, was sie sich fürs Leben wünscht. In dem Haus ihres Vaters ist sie nicht ständig erreichbar und sieht in der Ruhe und dem engen Bezug zur Natur einen neuen Weg. Viele Dinge waren zwischen Elisa und ihrem Vater unausgesprochen, erst durch seine Krankheit nähern sie sich wieder an und Elisa übernimmt die Aufgabe der sorgenden Tochter.

Dieser leise erzählte Roman mit der entschleunigenden Wirkung der Natur hat mich im Inneren bewegt.

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