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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2017

Ein bewegender Roman

Ich treffe dich zwischen den Zeilen
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Bei diesem Roman musste ich mich erst allmählich an die Geschichte herantasten. Zu Beginn wurde ich nicht gleich warm mit Loveday, ganz im Gegenteil, ich konnte sie nicht verstehen. Aber im Laufe der Handlung ...

Bei diesem Roman musste ich mich erst allmählich an die Geschichte herantasten. Zu Beginn wurde ich nicht gleich warm mit Loveday, ganz im Gegenteil, ich konnte sie nicht verstehen. Aber im Laufe der Handlung konnte ich mich ihr nähern und ihr Verhalten gut nachvollziehen.

Die Liebe zu den Büchern springt bei diesem Buch aus allen Ecken und Enden. Viele Buchtitel verlocken zum Lesen und verbreiten ihr besonderes Flair und die Gedichte von den Poetry-Slams zeigen die Gefühle der Protagonisten deutlich auf und unterstützen den literarischen Gesamteindruck.

Was mich aber am meisten berührt hat, ist die Schilderung von Lovedays Kindheit. Die dramatischen Erlebnisse kommen nach und nach ans Licht und man kann verstehen, wie sich Loveday vor anderen Menschen in ihre Bücherwelten flüchtete.
Das merkt man auch an ihren Tattoos, die ihre liebsten Buchanfänge auf ihrem Körper verewigen.

Stephanie Butland hat einen ruhigen, aber direkten Schreibstil. Man hat das Gefühl, hier persönlich als Zuhörer gewählt worden zu sein. Wie hier Liebe und der Weg zur Selbstfindung dargestellt werden hat nichts mit Kitsch zu tun, ganz im Gegenteil, es wirkt sehr authentisch und man hat für die Protagonistin vollstes Verständnis.
Wie Loveday dann ihren Weg findet, möchte ich nicht verraten. Auf jeden Fall muss sie sich entscheiden, ob sie sich weiter abkapselt oder sich für Nathan entscheidet.

Dieser Roman stellt die Kraft der Gedichte und Bücher in den Hauptfokus, manchmal haben Bücher auch heilende Wirkung. Aber auf menschliche Nähe kann man dennoch nicht verzichten.

Veröffentlicht am 03.11.2017

Hier kommt der Zeitgeist, die Atmosphäre und die Hoffnung auf Freiheit gut zum Ausdruck.

Das Schiff der Träume
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Dieser Gesellschaftsroman dreht sich um die junge May Bedloe, die ihren Platz im Leben sucht und dabei ungeahnte Abenteuer erlebt und sich von einer schüchternen grauen Maus zu einer selbstbewussten und ...

Dieser Gesellschaftsroman dreht sich um die junge May Bedloe, die ihren Platz im Leben sucht und dabei ungeahnte Abenteuer erlebt und sich von einer schüchternen grauen Maus zu einer selbstbewussten und mutigen Frau entwickelt.

Nach und nach lernen wir die verschiedenen Charaktere kennen, sehen, wie May von ihrer Cousine Comfort herumkommandiert wird und stossen später mit May auf eine bunte Truppe von Schauspielern und Zauberern auf einem Theaterschiff, die es in dieser Zeit wirklich gab. Es ist die Zeit der Anti-Sklaven-Bewegung, der sogenannten "Abolitionisten" und die Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Auch May wird in die Sache der Sklaven-Befreier gezogen und soll Sklaven über den Fluss in die Freiheit retten, was als strafbare Handlung angesehen wird.

Der Roman wird ruhig, aber detailgenau erzählt, doch es wird nicht langweilig. Mays Leben plätschert erst dahin wie das Wasser des Ohio, doch dann nimmt es gewaltige Fahrt auf und endet in einer Katastrophe, die für May den Wendepunkt ihres Lebens darstellt.



Da May Schneiderin ist, bekommt man immer wieder die Garderobe beschrieben und kann sich die Figuren bildhaft deutlich ausstaffiert vorstellen. Vieles muss aus Geldmangel improvisiert werden, auch das Bühnenbild. Man taucht sehr authentisch in die Zeit ein und erlebt das Leben auf dem Theaterschiff, die vielen Stationen am Fluss und die Menschen, die hier auf dem Schiff gute Unterhaltung und Abwechslung suchen.

Mit May hat Martha Conway eine liebenswürdige Protagonistin geschaffen, die man gerne begleitet. Die besondere Atmosphäre liegt in den zeitgeschichtlichen Hintergründen, aber auch an dem Leben auf dem Theaterschiff.

Einfühlsam, detailliert und unterhaltsam ist der Erzählstil und man kann dieses Buch wunderbar an langen Winterabenden geniessen. Auch die Emotionen, die Situationsbeschreibungen und die Not der Sklaven zeigt die Autorin auf eine realistische und anschauliche Weise, die mich mitgenommen hat.


Hier kommt der Zeitgeist, die Atmosphäre und die Hoffnung auf Freiheit gut zum Ausdruck. Ein unterhaltsamer Roman für lange Abende im Winter.

Veröffentlicht am 03.11.2017

ausgezeichnet geschrieben, sehr komplexe und vielschichtige Handlung.

Toteneis
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Dieses ist mein erster Band der 5-teiligen Reihe um Hannah Jakob, Vorbände habe ich noch nicht gelesen und dann stellt sich immer die Frage, ob nicht etwas Vorwissen hilfreich wäre. In diesem Fall kann ...

Dieses ist mein erster Band der 5-teiligen Reihe um Hannah Jakob, Vorbände habe ich noch nicht gelesen und dann stellt sich immer die Frage, ob nicht etwas Vorwissen hilfreich wäre. In diesem Fall kann man das Buch einzeln lesen, ein paar Insiderinformationen über bestimmte Personen wären aber hilfreich gewesen.

Katharina Peters ist die geborene Krimischreiberin. Es liegt ihr einfach im Blut, Spanung aufzubauen, schwierige Sachverhalte ineinander zu verstricken und dann mit Charakteren zu füllen und sie leben zu lassen. Ihr Schreibstil ist sehr kurzweilig, die Geschichte ist hintergründig und sehr komplex.

Toteneis ist ein Thriller mit einem umfangreichen Plot, der sich aus mehreren Handlungssträngen, zahlreichen Ermittlungen und vielen unterschiedlichen Charakteren zusammensetzt.

Dabei gibt es immer wieder spannende Szenen und geschickte Wendungen sorgen für falsche Fährten. Ich wurde durchgehend auf Spannung gehalten, hatte aber meine Probleme, die vielen Personen alle richtig zuordnen zu können. Hier wäre das Vorwissen sicher von Vorteil gewesen, denn die Person des Sven Möller wird hier vorausgesetzt.

Bei den Charakteren hat die Autorin vielschichtige Facetten angelegt, es gibt sympathische, aber auch problembelastete Personen, die Einblick in ihr Privatleben gewähren. Nur so lernt man Personen besser kennen und mir erschienen alle sehr realistisch dargestellt.

Gleichzeitig meldet sich der Täter zu Wort, sein Handeln aus seiner Sicht erklärt zu sehen, weckt Interesse in sein spezielles psychisches Innenleben. Was ihn jedoch persönlich antreibt, ist eine Form von Rache und Schutz bestimmter Personen.

Bei diesem Thriller gefällt mir die komplexe Handlung, die vielen realistisch wirkenden Ermittlungen und wie am Ende alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. Hannah ist eine sympathische Person und ihr Hund Kotti ist ein Teil ihrer Person.

Ich hatte aber auch Schwierigkeiten, alle Hintergründe genau zu durchschauen, die Vielschichtigkeit macht mir Verständnisprobleme.



Toteneis ist ein spannender neuer Teil der Reihe, ausgezeichnet geschrieben und mit einer sehr komplexen und vielschichtigen Handlung.

Veröffentlicht am 03.11.2017

Der Augenöffner

Der Augenjäger
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Der Augenjäger ist der zweite Band der Augenserie Fitzeks, aber in meinen Augen stellt er ein eigenständiges Werk dar. Den Augensammler habe ich nicht gelesen, aber auch keine Informationen vermisst.
Handlung:
Tagsüber ...

Der Augenjäger ist der zweite Band der Augenserie Fitzeks, aber in meinen Augen stellt er ein eigenständiges Werk dar. Den Augensammler habe ich nicht gelesen, aber auch keine Informationen vermisst.
Handlung:
Tagsüber helfender Augenchirurg und nachts bösartiges Monster, so kann man wohl die zwei Seiten Dr. Sukers beschreiben.
Seine Opfer sind allesamt Frauen, denen er im Keller seiner Klinik erst die Augenlider entfernt, sie anschließend vergewaltigt und hinterher laufenlässt.
Bisher haben alle Frauen Suizid begangen.
Um dem Täter auf die Spur zu kommen, wird die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev um Mithilfe gebeten.
Gemeinsam mit Alexander Zorbach geht sie auf die Suche.


Die beiden Hauptcharaktere werden in den Vordergrund des Buches gerückt. Dabei sind beide ausgesprochen außergewöhnliche Charaktere.
Alina wird mit fast schon übersinnlichen Fähigkeiten beschrieben und ihre einnehmende Persönlichkeit macht ihre Reaktionen in der Handlung gut nachvollziehbar.
Fragwürdig (daher auch nur 4 Sterne) ist für mich folgende Tatsache: Alexander Zorbach schießt sich in den Kopf und geht Monate später wieder auf Verbrecherjagd.
Der Täter agiert als Bösewicht nebenher, wird aber erschreckend als interessantes Genie beschrieben, leider ist er letztendlich ein wahnsinniger Psychopath.
Einige Fährten zum Täter führen den Leser in die Irre und wenn der Irrtum bemerkt ist, geht die Handlung wieder in die entgegengesetzte Richtung.
Das baut eine fesselnde Spannung auf.

Schon auf dem Cover steht eine eindeutige Aussage: PSYCHOTHRILLER.
Das will ich wohl meinen!
Solche abartigen Gruseltaten und brutalen Ideen lassen dem Leser kaum Luft zum Atmen. Die Fahrt in der Achterbahn der Angst und Ungewißheit saust ungebremst durch das Buch. Einzig das Ende überzeugte mich nicht wirklich, daher für mich volle 4 Sterne!

Veröffentlicht am 03.11.2017

Ein mystisches Buch mit melancholischem Touch

Der Schatten des Windes
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An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel ...

An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich: Er heißt "Der Schatten des Windes", und er wird sein Leben verändern.



Das Buch erzählt die Geschichte von Daniel, der nach dem frühen Tod seiner Mutter mit seinem Vater in einer kleinen Wohnung zur Zeit der Franco-Ära in Barcelona lebt. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie mit einer kleinen Buchhandlung, die der Großvater ihnen vererbte.

Daniel wird von seinem Vater auf den Friedhof der vergessenen Bücher mitgenommen und erhält die Patenschaft für das Buch: "Schatten der Winde". Gefesselt vom Buch stellt er Nachforschungen über den verschwundenen Autor an und stellt, je älter er wird, immer mehr Parallelen zu seinem eigenen Leben fest.



Ein einzigartiges Buch, welches Tragik, Romantik und Mystik zu einem Ganzen vereint. Die Sprache ist poetisch, aber auch wunderbar gefühlvoll und melancholisch und die Figuren erscheinen als sehr mysteriöse und tiefsinnige Charaktere. Über der Geschichte liegt eine merkwürdige Melancholie und trotzdem handelt sie von Liebe und Hass, Einsamkeit und aufopfernder Fürsorge. Mir persönlich erscheint allerdings manches recht merkwürdig: so z. B. die Heilung von Kranken und die Aufweckung von Toten. Doch da genau liegt dieser mystische Zauber der Schatten des Windes.

Dieses Buch ist ein besonderes Erlebnis, dem man sich kaum entziehen kann. Daher von mir eine Leseempfehlung für alle Literaturbegeisterten.