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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2024

Reichlich viel Wut und Rachegefühle verleiht dem Opfer hier Flügel.

Yoko
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Die Farbgebung des Covers ist im Hintergrund in zart gehauchten blau-rosa Tönen gehalten, im schwarzen Buchtitel findet sich im Buchstaben O ein richtungsweisender Schuss. Autor und Genre sind in klarem ...

Die Farbgebung des Covers ist im Hintergrund in zart gehauchten blau-rosa Tönen gehalten, im schwarzen Buchtitel findet sich im Buchstaben O ein richtungsweisender Schuss. Autor und Genre sind in klarem 3d-Aufdruck gehalten – alles sehr geschmackvoll und ausdruckstark auch ohne die übliche Krimifarbe ROT. Im Mittelpunkt steht YOKO, eine junge Metzgerin und spätere Glückskeks-Herstellerin. Als kreativ, liebenswert und tatkräftig wird sie dargestellt, sich um den Vater treu sorgend. Ihre Freundin Marlen im Schrebergartenhaus wohnend, ihre spätere große Liebe, bildet neben dem jungen Türken Azad, dem Taxifahrer Yusuf und Vaters Freund, dem Polizisten, die sympathische, helfende Gruppe im Kontrast zur brutalen chinesischen Mafia. In diesem Spannungsfeld mit kreativen Dialogen, realistisch passend in der Wortwahl, erfolgt Yokos Wandel zur schonungslosen Mörderin. Die Bewältigung ihres Traumas ist glaubhaft beschrieben. Ihre Reaktionen darauf sind zwar etwas extrem und ungewöhnlich, schaffen jedoch einen kreativen Spannungsbogen mit Happy End.
Ein Lesegenuss

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Veröffentlicht am 30.07.2024

Viel mehr als nur ein Kletterabenteuer!

Der unendliche Gipfel
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Der Ich-Erzähler Walter Welzenbach berichtet fesselnd vom Klettern, von seinen Anfängen bis zu seinem letzten Gipfel, auch von seiner tiefen Freundschaft zu Lenny. In diesem Roman-Gerüst verwoben ist Alpin-Geschichte ...

Der Ich-Erzähler Walter Welzenbach berichtet fesselnd vom Klettern, von seinen Anfängen bis zu seinem letzten Gipfel, auch von seiner tiefen Freundschaft zu Lenny. In diesem Roman-Gerüst verwoben ist Alpin-Geschichte mit Rückblicken auf bedeutende Bergsteiger - Legenden wie Edmund Hillary oder Reinhold Messner. Reflexionen über den Sinn des Lebens, über Gefühle der Einsamkeit trotz großer Leidenschaft zu diesem Alpinsport lassen manchen Leser nachdenklich zurück. Der Schreibstil ist so lebendig, in seinen Details so mitreißend beschreibend und dadurch emotional bewegend. Insgesamt ein spannender Roman mit Gedanken zu unseren unstillbaren Sehnsüchten, Antrieben bis zu innerer Leere.

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Veröffentlicht am 17.07.2024

Spannend bis zum Ende

Letzte Lügen
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Das Cover zeigt eine fauchende, schwarze Katze vor vernebeltem helleren Hintergrund – passend für einen Thriller. Die Szenerie spielt in einem Feriendomizil für betuchte Menschen, einer Idylle in der ...

Das Cover zeigt eine fauchende, schwarze Katze vor vernebeltem helleren Hintergrund – passend für einen Thriller. Die Szenerie spielt in einem Feriendomizil für betuchte Menschen, einer Idylle in der Nähe der Stadt Ridgeville: in der Mc Alpine Familien-Lodge, seit Generationen in Familienhand. Die Flitterwochen von Will und Sara sollten hier wohl gelingen. Deren Charaktere, detailliert klar skizziert, könnten unterschiedlicher nicht sein. Familienmitglieder aus diesen abnormen Familienverhältnissen, scheinbar teils sehr verkorkste Psychopathen, aber auch die anwesenden Gäste erschaffen durch ihre sehr kreative Lügereien und geheimen Aktivitäten ein spannendes Netz aus nachvollziehbaren Verdächtigungen. Aus dem anfänglichen Tötungsdelikt entwickeln sich geschickt durchgeführte Ermittlungen, die mehr als nur Illegales, Gewalt und häuslichen Missbrauch offenbaren. Die vielen kreativen Wendungen in der Handlung machen es zu einem abwechslungsreichen Leseerlebnis. Die im Charakter sehr verschiedenen Figuren sind authentisch dargestellt und die vielen Details machen die jeweiligen Szenen sehr lebendig. Der bildliche Schreibstil lässt reichlich Gefühle für das jeweils Gute bzw. Böse aufkommen. So wird die scheinbare Idylle der Lodge zum Alptraum mit dem Leser mittendrin.
Ein tiefgehender Thriller.

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Veröffentlicht am 13.07.2024

Ein berührender Roman

Mitternachtsschwimmer
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Die Szenerie spielt an der steilen, irischen Küste in dörflichem Ambiente mit kauzigen, aber liebenswürdigen Charakteren. Das Alltagsleben in Cottages, mit einem Pub und einem Laden mit Postannahme wird ...

Die Szenerie spielt an der steilen, irischen Küste in dörflichem Ambiente mit kauzigen, aber liebenswürdigen Charakteren. Das Alltagsleben in Cottages, mit einem Pub und einem Laden mit Postannahme wird belebt durch Touristen wie Evan aus Belfast, der zu Pandemiezeiten durch seine Vermieterin Grace nach großer Trauer durch den Verlust der kleinen Tochter wieder sein seelisches Gleichgewicht findet. Die zentrale Figur ist Grace mit all ihrer harten Ruppigkeit, aber auch ihrer subtilen Herzenswärme besonders gegenüber Evan, seinem tauben Sohn Luca und ihrer Nichte. In drei Teilen kommt besondere Dynamik ins Spiel durch die bildhafte Beschreibung von Grace in ihrem häuslichen Umfeld und ihrem scharfzüngigen, kargen Umgang mit den Dorfbewohnern. Auch die Trauer und der Verlust von Evan in seiner kriselnden Ehe werden empfindsam beschrieben. In all seiner Verzweiflung kündigt er sogar seine Partnerschaft mit seinem Geschäftspartner in der Hoffnung auf weniger Belastung, auf der Suche nach mehr Freiheit und besserer Heilung. Die Freundschaft und das besondere Vertrauen zwischen Grace und Evan wird sukzessiv geschickt aufgebaut durch verschiedene Twists und Turns rund um die stürmische See. Die psychosomatische Erkrankung wie das Münchhausen-Stellvertreter-(by-proxy-)Syndrom spielt hier eine wichtige Rolle. Sie ist klinisch dadurch gekennzeichnet, dass die betreuende Person, hier die Mutter von Luca, Krankheitssymptome bei ihm provoziert, die einen Kontakt zum Arzt rechtfertigen. Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom ist eine Form der Kindesmisshandlung. Wie SIDS, Sudden Infant Death Syndrome, also plötzlicher Kindstod wie bei dem hier unerwartet verstorbenen Baby, eine bisher harmonische Familie ruinieren kann, wird eindrucksvoll beschrieben mit Schuldgefühlen aller Familienmitglieder. Abgerundet wird dieser aufrührende Roman durch angenehme Gefühle wie Hoffnung auf einen Neuanfang, auf eine eigenwillige Liebe und eine starke Dorfgemeinschaft mit rührigem Charme. Ein tief berührender Roman.

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Veröffentlicht am 08.07.2024

Eine spannende Gesellschaftsstudie aus Irland

Feuerjagd
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Im dörflichen Milieu von Ardnakelty in Irland spielt die Szenerie voller schlitzohriger Schafsfarmer, gewürzt mit wortgewandten, mehrdeutigen Intrigen, Rachegelüsten, Gerüchten und Geheimnissen. Mit den ...

Im dörflichen Milieu von Ardnakelty in Irland spielt die Szenerie voller schlitzohriger Schafsfarmer, gewürzt mit wortgewandten, mehrdeutigen Intrigen, Rachegelüsten, Gerüchten und Geheimnissen. Mit den Hauptfiguren Cal Hooper, ehemaliger Cop aus Chicago, dann Lena, einheimische Witwe und „Trey“ Reddy, 15-jähriger Teenager wird ein berührender, aber auch spannender Plot vorgestellt, in den auch Treys Vater Johnny, begleitet von Cillian Rushborough, einem Fremden aus London, eine gewichtige, Unheil bringende Rolle spielen. Die Landschaftsbeschreibungen lassen das anfangs idyllische Bild mit Irlands Schafsweiden im zu heißen Sommer langsam erblassen. Die kantigen, kauzigen Charaktere der Einheimischen werden mit spitzer Feder treffend karikiert. Ob im Pub, im Dorfladen oder z.B. am Zaun zum Nachbarn – immer deutet der wortgewandte, teils humorvolle Schreibstil auf kreative, mehrdeutige Dialoge hin, die vielleicht auch die Wesensart von Iren auf dem Land repräsentieren mag. Ihre Einstellungen zu Auswärtigen, Touristen und Außenseitern wie Johnny, Rushborough, Cal und Trey werden sehr realistisch vorgestellt. Äußerst feinfühlig gehen Cal und Lena mit den familiären und persönlichen Problemen von Trey um, der sie ein beschützendes Heim schaffen. Mit einem Mord und einem Detektiv aus Dublin entfaltet sich ein komplexes Konstrukt aus sehr gefährlichen Twists und Turns für alle Beteiligten. Der Buchtitel „Feuerjagd“ gewinnt erst am spannenden Ende an Bedeutung.
Mehr als nur ein Krimi!

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