Profilbild von Daggi

Daggi

Lesejury Star
online

Daggi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Daggi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2017

Zauberhaft und emotional

Lichterzauber in Manhattan
0

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Eva Jordan führt zusammen mit ihren beiden Freundinnen die Eventagentur „Urban Genie“ und erhält den Auftrag, ein Penthouse in der 5th Avenue weihnachtlich zu dekorieren. ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Eva Jordan führt zusammen mit ihren beiden Freundinnen die Eventagentur „Urban Genie“ und erhält den Auftrag, ein Penthouse in der 5th Avenue weihnachtlich zu dekorieren. Auftraggeberin ist die Großmutter des Besitzers, dem Thriller-Autor Lucas Blade. Dieser sollte in Vermont sein und an seinem neueste Buch arbeiten, hat sich aber in seiner Wohnung vergraben und steht plötzlich vor Eva.

Lucas ist ganz und gar nicht begeistert, als er erfährt, dass Eva seine Wohnung dekorieren soll, er will nicht bei der Arbeit gestört und schon gar nicht will er sich zu Eva hingezogen fühlen. Doch als ein Jahrhundert-Schneesturm über die Stadt hereinbricht, ist er nicht bereit, sie auf die Straße hinauszulassen und bietet ihr an, vorerst in seiner Wohnung zu bleiben.

Meine Gedanken zum Buch
„Lichterzauber in Manhattan“ ist der finale Band der „Manhattan“-Serie von Sarah Morgan. Ich kenne die beiden Vorgängerbände nicht und wusste vor dem Lesen auch nicht, dass dieses Buch Teil einer Serie ist. Allerdings sind alle Bände in sich abgeschlossen und ich hatte nie das Gefühl, dass mir Informationen fehlen.

Eigentlich wollte ich das Buch nur kurz anlesen, aber dann konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte ist romantisch und gefühlvoll und gerade zu Beginn sind die Dialoge spritzig und unterhaltsam. Eva ist ein wunderbarer und einfühlsamer Charakter. Sarah Morgan spielt aber auch mit Trauer und schlechten Erfahrungen, so legt Lucas beispielsweise eine eher negative Meinung über die Menschen an den Tag. Eine Eigenschaft, mit der die optimistische Eva zu kämpfen hat und die nach und nach zu tiefgründigen Dialogen führt.

„Lichterzauber in Manhattan“ ist eine ganz zauberhafte aber auch emotionale Geschichte mit tollen Protagonisten, die beide das Herz auf der Zunge tragen und sagen, was sie denken sowie einer Autorin, die es versteht, Wortwitz gekonnt einzusetzen.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Thriller der Superlative

Oxen. Das erste Opfer
0

Inhalt
Der dekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen hat mit den Dämonen des Krieges zu kämpfen und beschließt, sich in der Einsamkeit der dänischen Wälder zu verkriechen.

Auf einem seiner Streifzüge landet ...

Inhalt
Der dekorierte Ex-Elitesoldat Niels Oxen hat mit den Dämonen des Krieges zu kämpfen und beschließt, sich in der Einsamkeit der dänischen Wälder zu verkriechen.

Auf einem seiner Streifzüge landet er auf Schloss Nørlund. Dort wird kurz darauf, der Ex-Botschafter Corfitzen tot aufgefunden. Er ist nicht der einzige Tote und Oxen gerät in die Schusslinie von Polizei und Geheimdienst. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, beschließt er, mit der Agentin Margrethe Franck zusammenzuarbeiten, um sich von allen Anschuldigungen entlasten zu können. Oxen und Franck stoßen auf einen Sumpf aus Macht und Machtmißbrauch und geraten in Lebensgefahr.

Meine Gedanken zum Buch
„OXEN – Das erste Opfer“ ist ein erstklassiger Thriller mit verschiedenen Facetten. Neben dem Handlungsstrang um die Todesfälle beschäftigt sich der Autor Jens Henrik Jensen auch mit den wahren Ereignissen um den Einsatz dänischer Soldaten im Balkankrieg und den Danehof, einer Art mitteralterliches Parlament. Soweit ich das bislang beurteilen kann, hat der Autor die Historie erstklassig recherchiert. Er bedient sich keiner großen Blutrünstigkeit und auch die Gewaltszenen sind so geschrieben, dass sie den Leser nicht verfolgen.

Während der Protagonist Niels Oxen anfangs eher schwermütig erscheint, entwickelt er sich innerhalb dieses ersten Bandes der Trilogie vom gezeichneten Einzelkämpfer zu einem halbwegs umgänglichen Menschen, der langsam wieder Vertrauen fasst und den ich von Seite zu Seite mehr in Herz geschlossen habe. Der Autor hat hier ein völlig unterschiedliches und absolut untypisches Ermittlerteam gebildet: Oxen, der in der Vergangenheit psychische Schäden erlitten hat, und Margrethe Franck, die körperlich eingeschränkt ist.

Der Plot um Politik und Macht, Vertuschung und Verschwörung ist hervorragend konstruiert. OXEN ist ein Pageturner, den ich nur einmal aus der Hand gelegt habe, um ein paar Stunden zu schlafen.

Ich könnte hier noch mehr Superlativen anführen, doch ich kürze es ab: OXEN gehört für mich zu den besten Thrillern, die ich bislang gelesen habe. Kein Wunder, dass diese Trilogie so große Erfolge feiert.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Absolut fesselnd

Todesreigen
0

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Wer Maarten S. Sneijder noch nicht kennt, dem empfehle ich das Interview mit Maarten S. Sneijder auf randomhouse.de. Wer sich dieses Interview zu Gemüte geführt hat, ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Wer Maarten S. Sneijder noch nicht kennt, dem empfehle ich das Interview mit Maarten S. Sneijder auf randomhouse.de. Wer sich dieses Interview zu Gemüte geführt hat, kann den niederländischen Profiler schon sehr gut einschätzen.

Er war polizeilicher Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Außerdem war er Dozent an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs. Am Ende der ersten Trilogie hat er einen Mann erschossen, weswegen er vom Dienst suspendiert wurde.

Mit Marteen S. Sneijder hat Andreas Gruber einen Protagonisten geschaffen, der überall aneckt, der für mich aber einen großen Unterhaltungswert hat, nachdem ich mich nach dem zweiten Buch an ihn gewöhnt hatte.

Sabine Nemez war ursprünglich beim Kriminaldauerdienst in München und wurde nach ihrem ersten gemeinsamen Fall von Sneijder für eine Ausbildung zum BKA geholt. Zwischenzeitlich hatte sie die Ausbildung beendet und war vermutlich der einzige Mensch, dem man es zumuten konnte, an Sneijders Seite zu ermitteln. Nach Sneijder tödlichem Schuss hat sie einen Meineid geleistet und zu seinen Gunsten ausgesagt.

Nachdem mehrere Kollegen Selbstmord begangen haben, wendet sie sich an den suspendierten Sneijder, der sie jedoch abweist und sie davor warnt, in ein Wespennest zu stechen, wenn sie weiter ermittelt. Davon lässt Sabine Nemez sich aber nicht abhalten und gerät damit ins Fadenkreuz eines Mörders.



Meine Gedanken zum Buch
Nachdem ich „Todesmärchen“ beendet hatte, war ich enttäuscht darüber, dass damit die Trilogie um das Duo Sneijder – Nemez beendet war und um so erfreuter, als ich erfahren habe, dass Andreas Gruber die Reihe fortsetzen will.

Andreas Gruber greift in diesem Band auf viele „alte Bekannte“ zurück, daher empfehle ich zunächst zur ersten Trilogie zu greifen. Auch wenn jeder Fall in sich abgeschlossen ist, bauen die Beziehungen der Protagonisten und Nebenfiguren aufeinander auf.

Dieser Thriller konnte mich erneut von der ersten Seite an fesseln und hat sich zu einem Pageturner entwickelt hat. Marteen S. Sneijder nimmt durch seine Suspendierung eine etwas kleinere Rolle als bisher ein, doch Andreas Gruber zeigt am Ende dieses Thrillers auf, dass er konkrete Vorstellungen hat, wie es mit dem Duo Nemez – Sneijder weiter gehen soll. Mich hat er damit neugierig gemacht und ich freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Erstklassig konstruiert

Freier Fall
0

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Polizist Ben Funke ist Leiter der Polizeidienststelle in Hachenburg im Westerwald. Seine Tochter war ein Jahr lang verschwunden und in dieser Zeit war Ben auf dem ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Polizist Ben Funke ist Leiter der Polizeidienststelle in Hachenburg im Westerwald. Seine Tochter war ein Jahr lang verschwunden und in dieser Zeit war Ben auf dem besten Weg, seine Karriere und sein Leben wegzuwerfen, weil er die Tage nur noch dank Alkohol durchstehen konnte. Am Ende von Band 1 dieser Reihe wurde seine Tochter aus der Gewalt eines Serienverbrechers befreit und lebt seither bei Ben. Doch nach ihrer Rettung hat sie kein Wort gesprochen. Umso glücklicher ist Ben, dass mit Carola eine Frau in sein Leben getreten ist, die Zugang zu seiner Tochter gefunden hat. Doch dann wacht er morgens auf und findet Carola tot neben sich, erschossen mit seiner Dienstwaffe und Ben fehlt jede Erinnerung an die letzten Stunden.

Die Profilerin Helen Stein sollte in Band 1 durch einen Polizeipsychologen für dienstunfähig erklären wollte, deshalb hat ihr Chef sie kurzerhand vorübergehend nach Hachenburg versetzt, um sie aus der Schusslinie zu nehmen. So haben sich Helen und Ben kennengelernt und zusammengearbeitet. In der Zwischenzeit arbeitet Helen wieder in Koblenz. Nachdem ihr alter Chef in Ruhestand gegangen ist und sie bei der Besetzung des Postens übergangen wurde, muss sie sich mit dem Unsympathen Berthold Kain herumschlagen, der auch für Ben kein Unbekannter ist. Schließlich sind die beiden vor Jahren schon einmal aneinander geraten und das trägt Berthold Ben bis heute nach.

Wenn Ben den Mord an Carola meldet, würde Berthold Kain als leitender Ermittler eingesetzt werden. Um Helen nicht in Schwierigkeiten zu bringen, kann er sie deshalb nicht um Hilfe bitten. Also lässt er Carolas Leiche verschwinden und ermittelt auf eigene Faust, doch es dauert nicht lange, bis Berthold Kain ihm dicht auf den Fersen ist und der sieht endlich seine Chance gekommen, um zum finalen Gegenschlag gegen Ben auszuholen und ihn hinter Gitter zu bringen.

Helen und Ben haben mir erneut sehr gut gefallen. Während Ben als Einzelkämpfer unterwegs ist, steht Helens ganzes Team hinter ihr und unterstützt sie.

Meine Gedanken zum Buch
Volker Dützer katapultiert seinen Leser mitten in die Geschichte hinein, indem er Ben neben der toten Carola aufwachen lässt und setzt damit den Spannungsbogen direkt hoch an. Wie schon im ersten Band hatte ich danach kaum Zeit, um Luft zu holen, weil ein Ereignis auf das nächste folgt.

Auch in diesem Buch hat es der Autor verstanden, mich auf falsche Fährten zu führen, die ich über kurz oder lang wieder verwerfen musste.

„Freier Fall“ ist erstklassig konstruiert und konnte mich absolut überzeugen. Ich bin gespannt, wie es mit Ben und Helen weiter geht.

Veröffentlicht am 05.11.2017

Ungewöhnlicher Protagonist

Das Glücksbüro
0

Meine Gedanken zum Hörbuch
Bedingt durch den ungewöhnlichen Protagonisten hatte ich anfangs Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Aber je mehr Albert Glück ausgetretene Pfade verlässt und von seinem ...

Meine Gedanken zum Hörbuch
Bedingt durch den ungewöhnlichen Protagonisten hatte ich anfangs Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Aber je mehr Albert Glück ausgetretene Pfade verlässt und von seinem strikten Tagesablauf abweicht, desto mehr habe ich ihn in mein Herz geschlossen.

Andreas Izquierdos Geschichte hat einerseits etwas märchenhaftes, unwirklich, aber doch zauberhaft und bedient andererseits die Klischees deutschen Beamtentums, was sie herrlich unterhaltsam macht. Zeitweise musste ich dabei an Passierschein A38 – Das Haus das Verrückte macht bei Asterix und Obelix denken.

Mein einziger Kritikpunkt ist ein fehlendes rundes Ende für einige Nebencharaktere. Ich hätte gerne gewusst, wie es mit dem Vorgesetzten Wehmeyer weiter ging oder was aus der Bürohilfe Susanne wurde. Gab es ein Happy End für Mike Schulze und hat das Karma bei Elisabeth Scheel zurückgeschlagen?

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau