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Veröffentlicht am 20.09.2024

Willewitt

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten. Was erleben wir Tag für Tag?
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15 Vorlesegeschichten für die Kleinen aus der beliebten Reihe Wieso? Weshalb? Warum?, die mit diesem Konzept neue Wege geht. Hier stehen mal mich nicht Wimmelbilder im Vordergrund, sondern in ...

15 Vorlesegeschichten für die Kleinen aus der beliebten Reihe Wieso? Weshalb? Warum?, die mit diesem Konzept neue Wege geht. Hier stehen mal mich nicht Wimmelbilder im Vordergrund, sondern in sich abgeschlossene kurze Geschichten, die gleichzeitig Wissenshäppchen vermitteln. Wie zum Beispiel, dass das Zwerchfell nichts mit Zwergen zu tun hat und alle Säugetiere Schluckauf bekommen können.

Obwohl mein kleiner Neffe in der Großstadt Berlin aufwächst und vielseitig interessiert ist, hatten manche Geschichten für ihn einfach wenig Faszination. Was Kinderärztin Zawadi Fremdes bäckt, interessiert ihn schlichtweg nicht. Dafür ließ ihn das Eichhörnchen aufhorchen. Vieles war sicherlich einfach von dem, was er und sein Umfeld als Großstadtkinder tatsächlich täglich erleben, doch relativ weit entfernt. Jedenfalls ein Kinderbuch mit dem Anspruch, vielfältige Lebensmodelle zu präsentieren.

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Weltenretterin

So Let Them Burn
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Vor fünf Jahren hat sie die Welt gerettet. Jetzt könnte sie ihr Untergang sein." Das verrät schon das Cover über Protagonistin Faron. Den weiteren Klappentext sollte man sich möglichst sparen, um nicht ...

Vor fünf Jahren hat sie die Welt gerettet. Jetzt könnte sie ihr Untergang sein." Das verrät schon das Cover über Protagonistin Faron. Den weiteren Klappentext sollte man sich möglichst sparen, um nicht zwangsläufig gespoilert zu werden, denn dieser erzählt zu viel.

" Bin ich hier unvermutet in einen zweiten Teil geraten?" Das werden sich wohl die meisten Lesenden fragen. Faron hat schon als Zwölfjährige als das berühmte Empyreische Kind gemeinsam mit den Göttern ihre Heimat, das Inselkönigreich San Irie, gerettet. Diese Vorgeschichte spielt zu Beginn eine so entscheidende Rolle, dass man sich fragt, was man schon verpasst hat. Bei der Friedenskonferenz mit dem gegnerischen Reich Langley wird Farons ältere Schwester Elara unvermutet als Reiterin eines Langley-Drachen berufen. Faron setzt alles daran, ihre Schwester zurückzubringen....

Eine wunderschöne Optik und eine sehr interessante Grundidee treffen hier auf eine Erzählweise, die leider oft arg konstruiert wirkt. Sowohl für Faron als auch für Elara muss eine Liebesgeschichte untergebracht werden, beide müssen dem Trope enemies to lovers entsprechen und sich anscheinend absolut parallel entwickeln. Konnte ich mich bei Faron und dem unglaublich sympathischen Reeve noch recht gut identifizieren, war mir Elaras Faszination für ihre stichelnde Drachen-Mitreiterin, deren Vorzüge vornehmlich gutes Aussehen und schöne Kleider zu sein scheinen, einfach zu viel.

Dennoch gab es auch viel Gutes. Interessante Verwicklungen, einen Cliffhanger und Drachen gehen bekanntlich immer!

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Vom Vermissen

Blue Sisters
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"Ich vermisse sie so", sagte sie. " Und warte darauf, dass dieses Gefühl aufhört, weil bisher jedes Gefühl, egal wie intensiv, irgendwann aufgehört hat. Aber das Vermissen nimmt kein Ende. Mein ...

"Ich vermisse sie so", sagte sie. " Und warte darauf, dass dieses Gefühl aufhört, weil bisher jedes Gefühl, egal wie intensiv, irgendwann aufgehört hat. Aber das Vermissen nimmt kein Ende. Mein Leben hat sich aufgeteilt in ein Davor und ein Danach... Und ein Teil von mir ist froh darüber, dass es nie aufhört, weil es das letzte ist, was mich noch mit ihr verbindet."
Wir begegnen vier Schwestern, Avery, Bonnie, Nicky und Lucky Blue, doch nach Nickys tragischem Tod sind sie nur noch zu dritt. Und an Nickys erstem Todestag wird mehr als deutlich, dass die verbliebenen Schwestern, egal wie erfolgreich ihre Leben nach außen scheinen, auf ihre ganz eigene Art verloren sind. Doch kann, wer verloren ist, immer auch gefunden werden?

Cocos Mellors zeichnet eindringliche Protagonistinnen, die man gleichzeitig mögen und gelegentlich schütteln möchte. Anwältin Avery, die mit dem Kinderwunsch ihrer Frau ringt. Boxerin Bonnie, die nach Nickys Tod ihre Weltkarriere in den Sand gesetzt hat. Model Lucky, die sich nur mit Drogenexzessen über Wasser halten kann. Süchte und dysfunktionale Familienbande sind große Themen, dir weite Teile der Handlung tragen und einige brillante Szenen liefern, die ich nicht so schnell vergessen werde. Es spricht sehr für das Buch, dass ich von vielem gern noch viel mehr gehabt hätte: Szenen mit den Eltern, Rückblicke aus Nickys Sicht und Details zu ihrem Leben und Tod. Gerade zum Ende hin eilte die Handlung dahin. Die Autorin hat sich, beeinflusst durch ihr eigenes Leben, für einen Abschluss entschieden, der sich in seiner Zuckersüße für mich zu stark von der harten Realität des übrigen Buches unterschied. Das kostet diese herausragende Geschichte leider einen kleinen Abzug.

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Veröffentlicht am 17.08.2024

Sündenspiegel

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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Wo bin ich hier eigentlich? Das habe ich mich während des mit "Zuvor" betitelten Teils so manches Mal gefragt. Die Adrasteau genannte Republik weist Anklänge ans historische Frankreich auf, aber ...

Wo bin ich hier eigentlich? Das habe ich mich während des mit "Zuvor" betitelten Teils so manches Mal gefragt. Die Adrasteau genannte Republik weist Anklänge ans historische Frankreich auf, aber das Worldbuilding bleibt vor allem dort so vage, dass ich fast überrascht war, als Protagonistin Zoe später erklärt, sie sehne sich zurück nach der Erde.

Dieser Teil, an dessen Ende Zoe gerade nicht im Zielort der Handlung, Xanthia, landet, zieht sich überraschend lange hin. Und dann ist sie auf einmal doch dort, in einer Art Vorhölle, in der vampirähnliche Wesen, die Xanthyr, über den Sündenspiegel und somit über Himmel oder Hölle entscheiden und dabei Blut und Sünden saugen. Ich habe nun lange darauf gewartet, dass ein ebenso ausführlicher Rückblick den Weg nach Xanthia erzählt, aber dieser wird quasi nebenbei in ein paar Sätzen abgehandelt. Irgendwie ein nicht ganz stimmiger Handlungsaufbau.

Zoe ist ein Protagonistin, mit der man nur schwer warm werden kann. Zwar begeht sie ihre Sünden aus Not, hat dabei aber kein wirkliches Problem damit, Schwächere auszubeuten. Dem Grafen von Xanthia verfällt sie ob seines guten Aussehens recht schnell. Immerhin sorgt die Suche nach geheimnisvollen Relikten, auf die er sie schickt, für Spannung und es deutet sich schon an, dass es in weiteren Bänden Abwechslung geben wird und das Ganze nicht nur auf den dominanten Grafen oder ein Liebesdreieck hinauslaufen wird.
Die düstere Welt von Xanthia bietet gute Ansatzpunkte, die hoffentlich in den Folgebänden noch stimmiger und tiefgründiger ausgebaut werden.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Wikinger an Land

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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Die Historikerin Alexandra Bröhm liefert hier wirklich interessante Einblicke in das Alltagsleben der Wikinger, die man ja eher für ihre Raubzüge zu Schiff kennt. Besonders gefallen hat mir, ...

Die Historikerin Alexandra Bröhm liefert hier wirklich interessante Einblicke in das Alltagsleben der Wikinger, die man ja eher für ihre Raubzüge zu Schiff kennt. Besonders gefallen hat mir, dass die junge Yrsa nicht vom Heiraten träumt, sondern davon, eine Kriegerin zu werden. Ihr kleiner Bruder Sjalfi hat, eher ungewöhnlich für einen Jungen, die seherischen Fähigkeiten der verstorbenen Mutter geerbt. Eines Tages ist Sjalfi verschwunden. Yrsa gibt die Suche nach ihm nicht auf. Sie stößt dabei auf Familiengeheimnisse, intrigante Männer und den faszinierenden Krieger Avidh, der ihr zu Seite steht.

"Möge der giftspeiende Wintertroll dich holen!" Mit solchen Formulierungen hat man wirklich das Gefühl, authentisch in die ferne Zeit einzutauchen. Wie sehr damals das Leben von Göttern, Elfen, Trollen und magischen Denken durchdrungen war, wurde sehr gelungen eingefangen. Auch dass sich die Beziehung zu Avidh so behutsam entwickelt, hat mich angesprochen.

Obwohl die Suche nach Sjalfi ein paar Längen hatte, freue ich mich schon sehr, Yrsa im zweiten Teil weiter auf ihrer Reise zu begleiten. Dass der Verlag den Büchern der deutschen Autorin englische Untertitel verpasst, hätte sie eigentlich gar nicht nötig.

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