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Veröffentlicht am 10.09.2024

Geschichte spannend serviert

111 Orte, die von deutscher Geschichte erzählen
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Der Autor Ralf Nestmeyer schickt uns mit ‚111 Orte, die von deutscher Geschichte erzählen‘, auf eine unterhaltsame und breitgefächerte Reise durch die deutsche Historie. Der Autor hat 111 wichtige Ereignisse ...



Der Autor Ralf Nestmeyer schickt uns mit ‚111 Orte, die von deutscher Geschichte erzählen‘, auf eine unterhaltsame und breitgefächerte Reise durch die deutsche Historie. Der Autor hat 111 wichtige Ereignisse mit ihren Orten verbunden. Das Buch startet bei den Anfängen der deutschen Geschichte bis in die Gegenwart.

Für jeden Ort wird eine Doppelseite aufgewendet, links der Text und rechts ein ganzseitiges Foto des jeweiligen Ortes. Ralf Nestmeyer serviert deutsche Geschichte fesselnd und gut lesbar. Einige Beträge fand ich im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich. Z.B. das man sich noch 1970 in unserem Bundestag über eine Frau im Hosenanzug mokierte und dies als anstößig empfand. Einige Orte, z.B. das geteilte Dorf oder die Fuggerei in Augsburg, sind mir bekannt, andere werde ich sicherlich demnächst aufsuchen. Mein Interesse konnte der Autor jedenfalls wecken.

Fazit: Hier wird Geschichte höchst spannend präsentiert. Lassen sie sich an geschichtsträchtige Orte entführen. Unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 06.09.2024

Brüder und ein gemeinsamer Sommer

Gemeinsam, anders, glücklich
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Der Autor und Journalist Uli Hauser erzählt in diesem Buch von seinem geistig behinderten Bruder Johannes, der seit fast zwanzig Jahren sein Zuhause in einem Heim für Menschen mit Behinderung gefunden ...


Der Autor und Journalist Uli Hauser erzählt in diesem Buch von seinem geistig behinderten Bruder Johannes, der seit fast zwanzig Jahren sein Zuhause in einem Heim für Menschen mit Behinderung gefunden hat.

Johannes hatte bei seiner Geburt zu wenig oder keinen Sauerstoff abbekommen. Dadurch waren Gehirnzellen abgestorben. Wir erfahren vom Schmerz der Mutter, ihren heimlichen Tränen. Sie glaubte an Wunder, suchte Trost in der Kirche. Als die 89jährige Mutter zum erstmal zur Kur fährt, verbringen die beiden Brüder einen gemeinsamen Sommer zusammen.

Johannes ist tatsächlich ein erstaunlicher Mensch. Seine unbekümmerte gute Laune, seine Fröhlichkeit machen es seinen Mitmenschen leicht ihm zu begegnen. Uli fragt sich oft, was geht meinem Bruder durch den Kopf? Was denkt er von Dingen, über Leute, wie sieht er das Leben? Und wovon träumt er? Diesen Fragen geht er in ihrer gemeinsamen Zeit nach.

Auf die Frage, ob ihn bewusst ist, behindert zu sein, muss Johannes erst überlegen, dann sagt er: „Ich kann nicht allein rausgehen. Nicht allein einkaufen. Nicht allein spazieren gehen, da bin ich traurig darüber. Aber ich kann nichts dran ändern.“ Bei Johannes gibt es kein Aufbegehren, er ergibt sich in sein Schicksal. Er wurde schon oft im Großen wie im Kleinen enttäuscht. Doch Johannes lässt es sich nicht anmerken, sagt dann „schade“, ist dann aber auch nicht nachtragend.

Herrlich, wie viel Spaß Johannes an den Fahrten mit dem Fun2go, dem Paralleltandem hat. Am liebsten möchte er fliegen, durch die Luft sausen. Johannes liebt Schlagermusik und hat einen Riesensammlung von CDs.

Mich hat das Buch sehr berührt. Viele Menschen wissen ja nicht wie man sich behinderten Menschen gegenüber verhält. In vielen Köpfen gibt es Vorurteile. Dabei ist es so einfach. Bleib menschlich und hab Geduld. Sprich mit ihnen wie mit jedem anderen auch und behandle sie ganz normal. Auch behinderte Menschen können ein erfülltes Leben führen.

Zum Schluss des Buches erfahren wir auch von anderen Bewohnern des Hauses in dem Johannes lebt und von Menschen, die sich um sie kümmern.

Fazit: „Gemeinsam, anders, glücklich“ ist ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, Verständnis.

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Veröffentlicht am 29.08.2024

365 Tage Selbstversorgung

Selbstversorgung im Winter
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Im Winter ruht der Garten, so ist die allgemeine Auffassung. Til Gendrich motiviert uns mit seinem Buch ‚Selbstversorgung im Winter‘ diesen Glaubenssatz zu widerlegen.

Der Autor ist schon als kleiner ...


Im Winter ruht der Garten, so ist die allgemeine Auffassung. Til Gendrich motiviert uns mit seinem Buch ‚Selbstversorgung im Winter‘ diesen Glaubenssatz zu widerlegen.

Der Autor ist schon als kleiner Junge mit dem großen Selbstversorger-Garten der Familie aufgewachsen. Darauf gründet seine Leidenschaft. Hier liegt ihm vor allem die Permakultur am Herzen.

Selbstversorgung für den Winter ist ein Prozess, der das gesamte Gartenjahr umfasst, d.h. Vorräte für den Winter schaffen: Einlagern, Einkochen, Fermentieren, Oxymel ansetzen, Apfelessig herstellen, Obst dörren, Sauerteigbrot backen, Gemüsereste nochmal zum Wachsen bringen. Das klingt alles sehr spannend und ist es auch. Wer mag nicht die leckeren Apfelchips oder eine fruchtige Erdbeermarmelade? Und warum macht es Sinn, Wirsing und Rotkohl wortwörtlich rumhängen zu lassen, wenn man sie einlagerst? Und wusstest du, dass die Knospen vieler unserer heimischen Laubbäume essbar sind und sogar schmecken?

Die verschiedenen Methoden des Haltbarmachens habe mich persönlich am meisten angesprochen. Was ich demnächst umsetzten werde, ist einen eigenen Sauerteig anzustellen. Der Autor beschreibt diesen Vorgang bis ins Detail. Auch die Anleitung zur Joghurt Herstellung ist kein Hexenwerk. Sauerkraut hat früher meine Oma in einem großen Bottich bzw. Fass angestellt. Ich werde es im Kleinen versuchen. Dieses Apfel-Karotten-Sauerkraut könnte ich hinbekommen.

Und ganz nebenbei schmeckt Angesetztes, Eingelegtes oder Gebackenes aus der eigenen Küche gleich doppelt so gut, ist günstig und super gesund und macht auch ein bisschen stolz.

Einziger Kritikpunkt: Das Cover. So lobenswert es auch ist, dass das Buch klimafreundlich hergestellt und cradle-to-cradle gedruckt wurde, so muss ich leider anmerken, dass ich dieses ungeschützte Cover als keine gute Idee empfinde. Ein Tropfen Wasser und das wirklich schön gestaltete Buch ist versaut. Ist mir leider bei einem Kochbuch schon passiert. Und da sich in diesem Buch auch Rezepte befinden, ist die Gefahr doch sehr groß, dass sich auch hier ein Wassertropfen verirrt. Dennoch werde ich keinen Punkt hierfür abziehen, denn der Inhalt des Buches ist absolut gelungen, mit vielen praktischen Tipps und inspirierenden Anleitungen. Außerdem erzählt der Autor humorvoll und unterhaltend.

Fazit: “Selbstversorgung im Winter” ist ein wertvoller Begleiter fürs ganze Jahr, in dem viel altes Wissen modern umgesetzt wird.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Beste Freundinnen und ein Plan

Unser Buch der seltsamen Dinge
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“Unser Buch der seltsamen Dinge” von Jennie Godfrey ist in erster Linie ein Roman über Familie und Freundschaft. Die Geschichte spielt Ende der 70iger Jahre. Ein Serienmörder, bekannt als Yorkshire-Ripper, ...



“Unser Buch der seltsamen Dinge” von Jennie Godfrey ist in erster Linie ein Roman über Familie und Freundschaft. Die Geschichte spielt Ende der 70iger Jahre. Ein Serienmörder, bekannt als Yorkshire-Ripper, dem bereits 13 Frauen zum Opfer fielen, hält die Welt in Atem.

Miv lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer Tante Jean in einer kleinen Stadt in Yorkshire. Ihre Mutter ist krank. Seit zwei Jahren ist sie verstummt, deshalb kümmert sich die Tante um die Familie. Der Vater beschließt von der Gegend wegzuziehen, doch Miv möchte unbedingt bleiben. Sie will sich nicht von ihrer besten Freundin Sharon trennen. Deshalb fasst sie den waghalsigen Plan, sie und Sharon werden den Mörder zur Strecke bringen. Miv und Sharon erstellen Listen, sammeln Hinweise und beobachten die Menschen in ihrer Umgebung. Dabei enthüllen sie viele Geheimnisse und lernen bemerkenswerte Menschen kennen.

Die Autorin erzählt sehr einfühlsam. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Sie beschreibt die Freundschaft zwischen Sharon und Miv wie eine Wippe. Miv hat die Ideen und Sharon setzt sie um. Auch das Bild von Mivs Zuhause ist sehr plastisch dargestellt. Miv empfindet Sharons Zuhause als farbenfroher als ihr eigenes, dass in ihren Augen grau und braun war, seit die Mutter nicht mehr sprach. Die Situation zuhause nimmt Miv die Luft. Sie vermisst ihre Mum, wie sie vorhergewesen war. Trotzdem sagt Miv an einer Stelle: Meine Familie war vielleicht kaputt, aber wir hatten sie provisorisch wieder gekittet. Was hinter der Krankheit ihrer Mutter steckt, erfährt der Leser ganz zum Schluss.

Von der Quelle in Knaresborough hatte ich bisher noch nicht gehört, die Gegenstände in kurzer Zeit versteinern lässt, da sie immens viele Mineralien enthält.

Der Roman führt den Leser in die Welt der 70iger Jahre, er zeigt ein Abbild dieser Zeit und ihrer Gesellschaft. Manche Dinge haben sich leider nicht zum Besseren geändert, wie Mobbing, Rassismus und Gewalt.

Fazit: Ein berührender Roman, der den Finger in Wunden legt.



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Veröffentlicht am 16.08.2024

Die Badende

Die Löwin von Jerusalem
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Der Autor Thomas Ziebula, hier unter dem Namen Ruben Laurin, hat sich einem interessanten Thema mit Bathseba und König David angenommen. Von Thomas Ziebula kenne ich schon etliche Romane, die in ihrer ...


Der Autor Thomas Ziebula, hier unter dem Namen Ruben Laurin, hat sich einem interessanten Thema mit Bathseba und König David angenommen. Von Thomas Ziebula kenne ich schon etliche Romane, die in ihrer Art sehr unterschiedlich sind, über Historische Romane und Historische Krimis und nun also ein Stoff aus der Bibel.

Wir befinden uns im Jahre 1000 v. Chr. vor den Toren von Hebron, einer Stadt in Israel. Die knapp sechzehnjährige Bathseba und der Hirtenjungen David verlieben sich in einander, als sie ihn mit viel List vor dem Angriff einer Löwin rettet. David möchte sie zur Frau nehmen, aber Bathseba ist bereits Uriah, einem Offizier des Königs versprochen.

Ich erinnere mich, in meiner Kindheit von David gehört zu haben, der als Hirtenjunge den Riesen Goliat mit einem Stein aus seinen Steinschleuder tötete, der später König von Israel wurde. Für mich war der Verfasser der Psalmen und Urvater des künftigen Messias immer ein glorifizierter Held. Um seine dunklen Seiten hatte ich mir keine Gedanken gemacht, um den Herrscher, der Ehebruch begeht und der den Mann seiner Geliebten ermorden lässt. Und ja, er ging nicht zimperlich mit Feinden um. Das alles habe ich erst jetzt in der Bibel noch einmal nachgelesen, veranlasst durch diesen Roman.

Der Autor hat diese biblische Geschichte in einem fesselnden Roman verarbeitet. Bathseba wird als eine für ihre Zeit sehr selbstbewusste und starke Frau gezeichnet, die um ihre Liebe kämpft. Zumal sie in ihrer Ehe nicht glücklich geworden ist und von ihrem Mann misshandelt wird. Die Liebesgeschichte wird glaubhaft und berührend erzählt. Der Autor schickt uns auf eine Zeitreise, versetzt uns weit in die Vergangenheit. Als Leser habe ich das antike Jerusalem deutlich vor Augen, die Schauplätze und Örtlichkeiten, aber auch die Menschen dieser Epoche. Ruben Laurin versteht es gekonnt seine Leser:innen zu fesseln. Ich habe diesen sorgfältig recherchierten historischen Roman mit viel Freude genossen. Hilfreich ist das Glossar am Ende des Buches. Es erklärt Begriffe, die einem sich beim Lesen nicht gleich erschließen. Interessant auch das Nachwort, in dem der Autor noch einiges zur Entstehungsgeschichte verrät.

Fazit: Ein ganz besonderer historischer Roman. Unbedingt lesen.

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