Profilbild von SalMar

SalMar

Lesejury Star
offline

SalMar ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SalMar über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2024

Zum Dahinschmelzen

Spellshop
0

Kiela arbeitet sehr zurückgezogen als Bibliothekarin in der Hauptstadt, als dort eine Revolution ausbricht und sie fliehen muss. Sie entscheidet sich dazu, auf die kleine Insel zurückzukehren, von der ...

Kiela arbeitet sehr zurückgezogen als Bibliothekarin in der Hauptstadt, als dort eine Revolution ausbricht und sie fliehen muss. Sie entscheidet sich dazu, auf die kleine Insel zurückzukehren, von der sie als Kind mit ihren Eltern weggegangen war – mit im Gepäck kistenweise geretteter Bücher voller Magie und die sprechende und äußerst intelligente Pflanze Caz. Die Menschen auf der Insel sind eine eingeschworene Gemeinschaft, aber ihr charmanter hilfsbereiter Nachbar lässt ihre Bedenken bald schmelzen…
Manche Bücher versprechen eine Sache und am Ende bekommt man etwas ganz anderes. Hier ist das absolut nicht der Fall. Sowohl Klappentext als auch das Cover lassen einen „Cosy Fantasy“ erwarten und das liefert „Spellshop“ wirklich par excellence.
Kiela ist eine tolle, sympathische Protagonistin, aber auch das ganze Setting war so liebevoll ausgearbeitet – das überwucherte Häuschen, das kleine Dorf im Inneren der Insel, die wunderbar bunten (wortwörtlich!) Bewohner, Kielas ganz besondere Mitbewohner –, dass es einfach zum Dahinschmelzen war. Sehr klasse fand ich auch die Art und Weise, wie in dieser Geschichte die Magie funktioniert.
Die Liebesgeschichte war für mich ein bisschen zu zuckersüß und hätte für meinen Geschmack noch weniger Raum einnehmen dürfen. Im Gegensatz dazu fand ich die Freundschaften, die Kiela schließt, ganz toll geschrieben und perfekt passend zum „Cosy Setting“.
Alles in allem hat mir dieses Buch ein paar wirklich unterhaltsame Lesestunden beschert – genau richtig für die kühlere Jahreszeit. Wer also Lust dazu hat, einmal diese Art von Fantasy auszuprobieren und nicht durchgehend Action braucht, der kommt hier definitiv auf seine Kosten.

Veröffentlicht am 19.09.2024

Abwechslungsreiche Geschichte, die sich im Nu wegliest

Der Morgen nach dem Regen
0

Nach vielen Jahren im Ausland kehrt Johanna in die Heimat am Rhein zurück und versucht dort im Haus der verstorbenen Tante einen Neuanfang. Dazu gehört aber nicht nur das Entrümpeln der in die Jahre gekommenen ...

Nach vielen Jahren im Ausland kehrt Johanna in die Heimat am Rhein zurück und versucht dort im Haus der verstorbenen Tante einen Neuanfang. Dazu gehört aber nicht nur das Entrümpeln der in die Jahre gekommenen Einrichtung, sondern auch ein gedanklicher Rückblick in die Vergangenheit – und vielleicht ist dann ja endlich eine Versöhnung mit ihrer Tochter Elsa möglich.
Der Klappentext zu diesem Buch klang einfach vielversprechend und die Leseprobe konnte mich vom Schreibstil her direkt begeistern. Besonders toll daran ist aber, dass das Buch alle Versprechen tatsächlich hält und die Geschichte um Johanna und Elsa wirklich bis zum Schluss gekonnt umgesetzt wird.
Im Wechsel darf man als Leser die beiden im Jetzt und in Rückblicken in die Vergangenheit begleiten. Das alte Haus der Tante ist in der Gegenwart fast so etwas wie eine eigene Figur und ich fand die ruhigen Momente dort richtig schön erzählt. Johannas Vergangenheit im Einsatz für die Vereinten Nationen ist der komplette Gegensatz dazu und entführt einen mitten in diverse Krisengebiete.
Insgesamt habe ich das Buch richtig gerne gelesen. Es ist eine abwechslungsreiche Geschichte mit gekonntem Tempowechsel und das Verhältnis von Mutter und Tochter war spannend und mitreißend geschrieben. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 20.08.2024

Kreativer Auftakt

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1)
0

Im Land Quill herrscht strenge militärische Ordnung und alle Personen, die aus der Reihe tanzen, werden bereits mit 13 Jahren bei einem regelmäßig stattfindenden Ritual aussortiert. Als genau dies Alex ...

Im Land Quill herrscht strenge militärische Ordnung und alle Personen, die aus der Reihe tanzen, werden bereits mit 13 Jahren bei einem regelmäßig stattfindenden Ritual aussortiert. Als genau dies Alex passiert muss er jedoch erstaunt feststellen, dass statt der erwarteten „Liquidation“ eine ganz neue Erfahrung namens Artimé auf ihn wartet – ein Land, das das komplette Gegenteil von Quill ist und in dem Kreativität an erster Stelle steht.
Im ersten Band zu ihrer Reihe „Wächter der Magie“ schafft die Autorin Lisa McMann eine dystopisch anmutende zweigeteilte Welt, bei der gewiss einige Elemente an bereits bekannte Geschichten, wie die „Hunger Games“ erinnern, die aber doch in vielerlei Hinsicht mit Neuem begeistern kann. Insbesondere die Magie in Artimé und die dortige magische Unterkunft der Ungewollten fand ich richtig toll geschrieben und hätte mich auch als Kind definitiv sehr fasziniert.
Alex ist kein ganz einfacher Charakter, da er doch sehr wankelmütig ist. Eigentlich ist das natürlich sehr menschlich, aber mir fiel es dadurch manchmal schwer, mit ihm mitzufühlen. Was mir jedoch richtig gut gefallen hat und für viel Spannung gesorgt hat, ist, dass ein Großteil der Figuren eine Entwicklung durchläuft und nicht eindeutig gut oder böse ist.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich hingegen mit dem Maß an angedrohter und tatsächlicher Gewalt, insbesondere beim Showdown gegen Ende des Buches, im Hinblick auf die angegebene Altersempfehlung von 10 Jahren. Diese würde ich deshalb vermutlich etwas höher ansetzen.
Insgesamt hat mich der erste Teil dieser neuen Reihe auf jeden Fall gut unterhalten. Wenn der nächste Band ebenso kreativ und spannend weitergeht, werde ich die Bücher gerne weiterempfehlen. 3,5 Sterne aufgerundet.

Veröffentlicht am 14.08.2024

Kein neues Konzept, aber packende Umsetzung

Death. Life. Repeat.
0

Spencer versucht sich nach einem Schicksalsschlag eher abzulenken, als sich mit den ernsten Dingen des Lebens zu beschäftigen. Aber dann stirbt ein Mädchen auf einer Party, und als der schreckliche Tag ...

Spencer versucht sich nach einem Schicksalsschlag eher abzulenken, als sich mit den ernsten Dingen des Lebens zu beschäftigen. Aber dann stirbt ein Mädchen auf einer Party, und als der schreckliche Tag sich am nächsten Morgen zu wiederholen beginnt, bleibt Spencer nichts anderes übrig, als sich damit auseinanderzusetzen.
Dass sich der Protagonist in einer Zeitschleife wiederfindet und einen furchtbaren Tag immer und immer wieder neu erleben muss, ist kein neues Konzept, aber es ist eines, dass ich trotzdem immer wieder spannend finde. Gleich vorneweg: Die Umsetzung in diesem Buch ist so packend, dass man es kaum beiseitelegen kann. Ich habe es an einem Tag durchgesuchtet.
Spencer macht definitiv Fehler, aber trotz alledem bleibt er eine sympathische Hauptfigur, deren Verhalten nachvollziehbar ist. Überraschenderweise gibt es trotz der Wiederholungen viele Entwicklungen, auch bei den anderen Figuren, weil man an Spencers Seite immer wieder neue Perspektiven und Details erfährt.
Entsprechend der Zielgruppe und dem Highschool-Setting gibt es viele typische Elemente, wie die Dynamik zwischen den beliebten Sportlern und den anderen Gruppen der Schule, aber es werden etliche andere wichtige ernste Themen eingeflochten und angemessen thematisiert.
Insgesamt konnte mich dieses Jugendbuch wirklich sehr packen und meine Erwartungen erfüllen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 14.08.2024

Einstieg nicht einfach, aber es lohnt sich

Long Live Evil
0

Rae geht es alles andere als gut: Sie hat Krebs und keinerlei Kraft mehr. Aber dann erhält sie das unglaubliche Angebot, in die Welt eines bekannten Fantasybuchs überzutreten, um sich selbst mit der dortigen ...

Rae geht es alles andere als gut: Sie hat Krebs und keinerlei Kraft mehr. Aber dann erhält sie das unglaubliche Angebot, in die Welt eines bekannten Fantasybuchs überzutreten, um sich selbst mit der dortigen Magie das Leben zu retten.
Die Ausgangsidee, eine Person darf in ein Buch schlüpfen und die dortigen Figuren persönlich kennenlernen, fand ich richtig toll - vor allem in Kombination damit, dass Rae dort vorgeblich zu den Bösen gehört.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um in der Geschichte anzukommen. Raes Sprache und Verhalten passen so gar nicht zu der Buchwelt und ihr Vorwissen über den Handlungs¬verlauf, das man als Leser nicht hat, empfand ich eher als störend.
Aber ich finde, dranbleiben lohnt sich! Es gibt unglaublich viele interessante Entwicklungen, von denen nur die wenigsten vorhersehbar sind. Die Grenzen zwischen "Gut" und "Böse" sind ständig im Fluss – womit sich auch Rae gedanklich viel auseinandersetzt.
Insgesamt würde ich sagen, es ist keine einfache Lektüre, weil es doch sehr ungewöhnlich geschrie¬ben ist, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit vielen interessanten Figuren (in sämtlichen Grauschattierungen) und erfrischend ungewöhnlichen Entwicklungen belohnt. Ich bin auf jeden Fall dabei, wenn die Autorin die Geschichte weitererzählt!