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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2024

Die Möglichkeit des Unmöglichen

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Die 72jährige, pensionierte Mathematiklehrerin Grace erlebt einsam und unglücklich ihren Lebensabend. Bis sie überraschenderweise ein Haus auf Ibiza von einer fast vergessenen Freundin erbt, um die Gründe ...

Die 72jährige, pensionierte Mathematiklehrerin Grace erlebt einsam und unglücklich ihren Lebensabend. Bis sie überraschenderweise ein Haus auf Ibiza von einer fast vergessenen Freundin erbt, um die Gründe ihres Erbes zu erfahren, reist Grace nach Ibiza. Dort findet sie nicht nur eine magische Fähigkeit, sondern auch einen ganz anderen Blick auf ihre Welt.

Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig ist ein lebensbejahender Roman mit fantastischen Elementen. Diese haben mir den Einstieg etwas schwer gemacht, da ich sie nicht erwartet habe und im ersten Moment mit ihnen haderte, weil daraus natürlich eine ganz andere Vielfalt in der Erzählung der Geschichte entsteht und gezwungenermaßen die Realität verlassen wird.

Nun ist dieses fantastische Element zwar sehr präsent, dennoch bekommt die Geschichte auch auf der realen Ebene eine Tiefe, die vollkommen unabhängig betrachtet werden kann und die viele wichtige und wunderschöne Botschaften enthält. Die Unmöglichkeit des Lebens sorgt für neue Blickwinkel auf die Gedanken zum eigenen Sein und zeigt auch die Magie unserer reellen Welt, die in den kleinsten Dingen steckt.

Die Geschichte richtet Grace an einen ihrer ehemaligen Schüler, weswegen ich mich als Leserin angesprochen fühlte und die Geschichte noch stärker wahrgenommen habe.

Wenn man weiß, dass fantastische Elemente in diesem Buch vorhanden sind und diese akzeptieren kann, dann erwartet einen hier ein tolles Buch über das Leben in all seinen Facetten und möglicherweise auch viele Sätze, die das eigene Denken (positiv) verändern können und ein toller Schreibstil des Autors, der einen durch die Geschichte trägt.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Ein Tagebuchroman zum Mitfühlen!

It's me oder Wie mein Leben plötzlich glitzerte
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Gwinnys Leben hat sich rapide verändert, seitdem sich ihre Eltern getrennt haben und diese ihre Arbeit und ihre beiden Töchter unter einen Hut bekommen müssen. Eine Situation, die auch für Gwinny nicht ...

Gwinnys Leben hat sich rapide verändert, seitdem sich ihre Eltern getrennt haben und diese ihre Arbeit und ihre beiden Töchter unter einen Hut bekommen müssen. Eine Situation, die auch für Gwinny nicht leicht ist, weswegen sich ihr Leben teilweise wie eine Prüfung anfühlt, die sie nicht bestehen kann. Alles ändert sich als Gewinny zufällig auf Noam trifft, ein Junge der sich als Fee ausgibt und ihr sieben wochenlang, jede Woche eine neue Aufgabe stellt. Auf diesem Weg lernt Gwinny sich selbst kennen, erkennt ihre Träume und erfährt immer mehr über den mysteriösen Unbekannten.

It’s me oder Wie mein Leben plötzlich glitzerte von Mara Andeck ist ein tolles Buch für Mädchen ab elf Jahren, um mit Gwinny mitzufühlen, aber auch die eigenen Gefühle wahrzunehmen und einordnen zu können.

Wir erleben die Geschichte durch Tagebucheinträge der 13jährigen Gwinny. Diese sind humorvoll geschrieben und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Aber vor allem zum Mitfühlen, ein junges Mädchen, das nach der Trennung zwischen zwei Elternteilen steht, große Schwester ist und als wäre das nicht genug, ändert sich auch ihre Sicht auf die Welt und sie entwickelt Gefühle für einen Jungen. Wenn auch nicht jedes Kind die Trennung der Eltern durchmachen muss, die Pubertät trifft sie alle und genau hier zeigt Gwinny, das man damit nicht alleine ist und all die ‚komischen‘ Gedanken normal sind. 



It’s me oder Wie mein Leben plötzlich glitzerte ist ein super Buch für Mädchen, die sich in einer ähnlichen Lebensphase wie Gwinny befinden und sich in ihr wiederfinden und mit ihr mitfiebern und mitfühlen können.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Auf der Suche nach dem Bücherskorpion

Lesen NERVT! – Bloß keine Bücher! (Lesen nervt! 2)
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Die Weberknechtdame Karoline Kneberwecht wohnt in einer Bibliothek zwischen Büchern hat sie sich ihr Traumhaus gewebt und liebt vor allem ihre Ruhe. Doch aktuell herrscht Chaos, denn ihr junger Bücherskorpion ...

Die Weberknechtdame Karoline Kneberwecht wohnt in einer Bibliothek zwischen Büchern hat sie sich ihr Traumhaus gewebt und liebt vor allem ihre Ruhe. Doch aktuell herrscht Chaos, denn ihr junger Bücherskorpion Zwicko ist ausgebüxt und Karoline macht sich große Sorgen um ihn. Zwickt liebt vor allem Buchstaben und verrückte Geschichten, deswegen macht Karoline sich auf die unbeliebte - denn sie ist weiterhin davon überzeugt, dass lesen nervt - Reise durch die Bücher.

Lesen NERVT! - Bloß keine Bücher! von Jens Schumacher und geschmückt mit Illustrationen von Steffen Winkler, ist der zweite Teil der mürrischen Weberknechtdame Karoline Kneberwecht und animiert auf humoristische Weise Lesemuffel zum Lesen. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Die Protagonistin Karoline Kneberwecht ist dieses Mal auf der Suche nach ihrem Bücherskorpion Zwicko und obwohl ihre Abneigung gegenüber Buchstaben, Worten, Sätzen und Geschichten weiterhin durchschwingt, animiert sie die Leser:innen dieses Mal zum weiterlesen, denn Zwicko ist in Gefahr und für ihn kämpft auch Karoline gegen ihre generelle Abscheu. Eine tolle Botschaft, die auf diese Weise eingebaut wurde.

Auf der Suche nach Zwicko reisen wir in vier unterschiedliche Geschichten, die alle andere Schwierigkeiten mit sich bringen und ein Gefühl für (Schrift-)Sprache übermitteln. Sei es durch das Erkennen, dass unterschiedliche Wörter (Sprachen) dasselbe bedeuten und dementsprechend auch dasselbe mentale Bild erzeugen oder dass der Satzbau wichtig ist, um eine Geschichte schneller sinnentnehmend lesen zu können. Auf dieser Reise, zeigt sich erneut, wie schön Lesen ist, weswegen Karoline trotz ihrer negativen Einstellung am Ende doch wieder mehr zum Lesen motiviert.

Ein tolles Buch, das Kinder durch lustige Geschichten zum Lesen animiert. Einzig das Lesen der letzten Geschichte war für mein Lesekind alleine nicht ganz nachvollziehbar und hat etwas für Verwirrung gesorgt.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Entdecke Arkadia

Sternenschweif, Wimmelbuch, Abenteuer im Einhornland
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Das kleine Einhornfohlen Schimmerhorn hat bei den großen Einhörnern gelauscht und mitbekommen, dass Einhörner spätestens an ihrem zweiten Geburtstag auf die Erde geschickt werden, um dort ihren Einhornfreund ...

Das kleine Einhornfohlen Schimmerhorn hat bei den großen Einhörnern gelauscht und mitbekommen, dass Einhörner spätestens an ihrem zweiten Geburtstag auf die Erde geschickt werden, um dort ihren Einhornfreund fürs Leben zu finden. Zusammen sollen sie Gutes tun, eine Aussicht die dem kleinen Fohlen gefällt, doch auch unglaublich traurig macht, denn Schimmerhorn weiß nicht, wann er Geburtstag hat. Die Einhörner erkennen, dass das Fohlen traurig ist, doch wissen nicht und rufen Laura und ihr Pony Sternenschweif zur Hilfe. Zusammen versuchen sie den Geburtstag des Fohlens herauszufinden und reisen durch Arkadia. Sie erkunden den Elfenwald, die Drachengebirge und die Glitzerklippe, ob dort irgendjemand Schimmerhorns Geburtstag kenn?

Sternenschweif Wimmelbuch: Abenteuer im Einhornland von Linda Chapman und den bezaubernden Illustrationen von Anna-Lena Kühler laden Kinder ab vier Jahren auf eine Reise durch Arkadia ein. Auf insgesamt 16 Seiten gibt es viel zu entdecken, die Illustrationen sind superbunt gestaltet und haben einen glitzernden Effekt. Jede Seite lädt zum Verweilen ein. Die Geschichte selbst ist recht simpel und eignet sich super zum Vorlesen, je nach Kind könnte es daher auch bereits vor dem vierten Lebensjahr vorgelesen werden.

Die Geschichte ist relativ simpel und ihr kann gut gefolgt werden, am Ende hat mir eine Kleinigkeit gefehlt. Gewiss kann man aus diesem eine Botschaft ziehen, aber mir hätte es besser gefallen, wenn diese auch im Text übermittelt wird, damit man diese auch den Kindern vorliest.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Yokos Leben!

Yoko
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Yoko möchte Glück in ihr Leben bringen und eröffnet mit Ende zwanzig eine kleine Glückskeks-Manufraktur, dort wo früher die Metzgerei ihres verstorbenen Vaters war. Eine Metzgerei, in der sie seit ihrer ...

Yoko möchte Glück in ihr Leben bringen und eröffnet mit Ende zwanzig eine kleine Glückskeks-Manufraktur, dort wo früher die Metzgerei ihres verstorbenen Vaters war. Eine Metzgerei, in der sie seit ihrer Kindheit gearbeitet hat und daher genau weiß, was es bedeutet, ein Leben zu beenden. Die kleine Manufraktur sorgt das erste Mal für Leichtigkeit in ihrem Leben und auch in der Liebe hat sie endlich ihren Anker gefunden, doch dann ist Yoko zur falschen Zeit am falschen Ort. Yoko sieht, wie zwei Männern einen Hund quälen und schreitet ein. Eine Courage, die ihr Leben auf den Kopf stellt und ihr Glück zerbricht.

Yoko ist erfüllt von Rachegefühlen, von der Umsetzung hofft sie, dass der Pein enden wird. Yoko schlägt zurück!

Yoko von Bernhard Aichner zeigt erbarmungslos auf, dass man nicht alles im Leben beeinflussen und zum Opfer seiner Umwelt werden kann. Ziemlich schnell ist man mittendrin in der Geschichte, durch kurze prägnante Sätze und der düsteren Atmosphäre liest sich der Thriller in rasender Geschwindigkeit, auch weil man wissen möchte, welche Pfade Yoko als Nächstes einschlägt.

Yoko, eine Protagonistin, die ziemlich ambivalent ist. Sowohl ihre Beziehung zu ihrem Vater, den sie trotz einer schwierigen Vergangenheit bis zum Schluss gepflegt hat, als auch ihr Berufsweg. Früher Metzgerin, die erbarmungslos das Leben unzähliger Tiere beendet hat, nun eine Vegetarierin, die das Leben eines Hundes retten möchte und sich selbst dafür in Gefahr bringt. Yokos Gedankenwelt ist komplex und nachvollziehbar, wenn auch nur in der Fiktion gutzuheißen.

Yoko bietet ein rasantes Leseerlebnis, das nachdenklich stimmt. Lediglich die Zeichnung der Figur ‚Henrik‘ hat mir nicht gefallen, das hätte man für meinen Geschmack geschickter Lösen können.

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