Profilbild von holdesschaf

holdesschaf

Lesejury Star
offline

holdesschaf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit holdesschaf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2024

Auch Meeresbewohner wollen frei sein

Emily Meermädchen, Band 4 - Rettung für die Delfine
0

Emily Meermädchen und ihre Freunde Hanna und Aaron überlegen, womit sie sich die Zeit vertreiben könnten. Da entdecken sie ein Boot auf dem Meer, das die besten Attraktionen des Meeres anpreist. Die drei ...

Emily Meermädchen und ihre Freunde Hanna und Aaron überlegen, womit sie sich die Zeit vertreiben könnten. Da entdecken sie ein Boot auf dem Meer, das die besten Attraktionen des Meeres anpreist. Die drei sind begeistert, doch dann werden sie von einem Delfin abgelenkt, der sich in einem Netz verfangen hat. Und das ist nicht der einzige. Als die die Freunde nach erfolgreicher Rettungsaktion zum Boot schwimmen wollen, werden sie unsanft von den Delfinen davon abgehalten. Was ist da los?

Für uns ist es jetzt schon der zweite Band der Reihe, den wir gelesen haben. Das Buch gehört nicht zu den Leseraben, sondern zu einer eigenständigen Serie von Erstlesebüchern. In allen spielen Emily Meermächen und ihre beiden Freunde Hanna und Aaron die Hauptrollen. Dass im Titel diesmal Delfine vorkamen, hat das Herz meiner Tochter schon höher schlagen lassen, denn die mag sie gern. Genau wie viele andere Meeresbewohner. Unter anderem hatte uns der erste Band so gut gefallen, weil die Unterwasserillustrationen so toll und stimmungsvoll sind. In der Fantasie schwimmt man mit den Meermenschen durch den Ozean, vorbei an Fischschwärmen und Wasserpflanzen. Einfach fantastisch bebildert!

Die Geschichten sind vom Wortschatz recht einfach gehalten, so dass sie Leseanfänger auch verstehen. Die Schriftgröße und -art ist etwas anders als bei den Leseraben, die die große Fibelschrift verwenden. Hier ist die Schrift kleiner und auch nicht ganz so dick gedruckt, dennoch nicht so klein, wie bei den "normalen" Kinderbüchern ab 8 Jahren. Gut geübte Erstleser können das Buch auf jeden Fall meistern. Die Textpassagen wechseln sich mit den Illustrationen sehr vorteilhaft ab, so dass es auch immer etwas zum Anschauen gibt, das das Verständnis erleichtert. Die Handlung der Geschichte ist schnell erklärt, denn bei dem Boot, das die Meermenschenkinder sehen, handelt es sich nicht wie ursprünglich gedacht um einen Park mit Wasserrutschen und Co. sondern um einen Meereszoo, der Tiere einsperrt. Dagegen muss natürlich vorgegangen werden. Die Idee der Kinder finde ich sehr riskant, aber natürlich funktioniert sie unerwartet gut. Der Parkbesitzer zeigt sich einsichtig. Das gibt Kindern ein gutes Gefühl. Für mich hätte es da etwas mehr Reibung geben können. Daher bekommt das Buch einen halben Stern weniger. Meine Tochter hat es sehr gern gelesen. 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2024

Actionreich und witzig mit vielen Plottwists

Die Oaknight-Chroniken (Bd. 1)
0

Die Eltern der adligen Zwillinge Scott und Scarlett Oaknight sind viel unterwegs, was den Unmut ihrer Kinder auf sich zieht. Doch dann erhalten die beiden die Nachricht, dass ihre Eltern verschwunden sind ...

Die Eltern der adligen Zwillinge Scott und Scarlett Oaknight sind viel unterwegs, was den Unmut ihrer Kinder auf sich zieht. Doch dann erhalten die beiden die Nachricht, dass ihre Eltern verschwunden sind und nicht mehr zurückkehren. Sie entdecken deren gut gehütetes Familiengeheimnis: Sie stammen von einer Linie von Werwolfjägern ab und die letzte Mission wurde ihnen zum Verhängnis. Mit Hilfe ihres treu ergebenen Butlers Hamish sind die Kinder fest entschlossen herauszufinden, welche Bestie für das Ende ihrer Eltern verantwortlich ist und reisen in ein mysteriöses Dorf, von wo sie deren letzte Nachricht erreicht hat. Doch in der Gegend droht ihnen großes Unheil...

Ich gebe es zu, ich habe mich von der tollen Aufmachung des Buches samt Farbschnitt einfangen lassen, aber natürlich hat mich auch der Inhalt neugierig gemacht. Die Geschichte war mal wieder etwas ziemlich Neues für mich, denn Bücher mit gruseligen Fabelwesen lese ich nur selten. Hier war ich von Anfang an begeistert von dem lockeren, aber gleichzeitig in die Zeit des 18. Jahrhunderts passenden Schreibstil. Die beiden Zwillinge Scott und Scarlett waren gleich so rätselhafte Charaktere und grundverschieden, dass ich davon ausgehen konnte, das hier noch einiges zu entdecken sein wird. Besonders auf den ersten 150 Seiten musste ich des Öfteren kräfig schmunzeln, weil hier tatsächlich so etwas wie Slapstick-Feeling auf kommt. Die raschen Perspektivenwechsel an einigen Stellen spielten da sicher mit hinein.

Sind die beiden erstmal zu ihrer Reise angebrochen, wird die Erzählung etwas düsterer, mythischer und geheimnisvoller. Die Perspektivwechsel bleiben und es kommen noch einige Personen dazu. Und mit jedem Charakter scheinen es mehr Geheimnisse und unausgesprochene Wahrheiten zu werden. Das irritiert und verunsichert manchmal ganz schön, weil die Gedanken der jeweiligen Person so aufgebaut sind, dass man merkt, dass sie etwas weiß, ich als Leser aber nicht weiß, was das wirklich ist. Zudem kommen noch Hinweise, Prophezeiungen und dergleichen. Verwirrspiele hat der Autor wirklich drauf, ebenso wie Plottwists. Man weiß nie, wem man im Dorf am Ziel der Reise trauen kann und wem nicht. Auch Scott und Scarlett sind da manchmal nicht sicher, daher bleibt es eigentlich immer spannend, weil man erwartet, dass hinter der nächsten Ecke wieder eine neue Erkenntnis wartet. Das Setting ist auch nicht ohne, düster, gruselig mit viel Wald, einem seltsamen Dorf, einer alten Kirche... eine sehr bildgewaltige Kulisse. Sprachlich war es ab und zu ein bisschen zu verschachtelt, dann wieder recht abgehackt, aber ich glaube, dass das die Funktion hat, den Leser noch mehr in bestimmte Richtungen zu lenken, die nicht immer die richtigen sein müssen. Selbst am Ende, der aus einem einzigen großen Showdown besteht, konnte mich die Story noch überraschen.

Im Buch enthalten sind auch noch einige coole Zeichungen von Werwolfklassen. Kurze Kapitel ließen mich noch schneller durch die Seiten fliegen. Ingesamt ein super Buch für alle, die gerne Abenteuer in einer historisch-fantastischen Welt mit blutrünstigen Fabelwesen mögen und kein Problem mit leicht brutalten Kämpfen haben. 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2024

Schöner magischer Abschluss der Dilogie

Luna und Sunny - Wenn der Zauber der Sonne erstrahlt (Band 2)
0

Mondmagierin Luna und Sonnenmagierin Sunny haben sich dem Feind entgegengestellt und so die Bedrohung erst einmal abgewendet. Doch der Schurke in dem Spiel ist untergetaucht und schlimmer noch. Ihm ist ...

Mondmagierin Luna und Sonnenmagierin Sunny haben sich dem Feind entgegengestellt und so die Bedrohung erst einmal abgewendet. Doch der Schurke in dem Spiel ist untergetaucht und schlimmer noch. Ihm ist ein Stück von Lunas Mondstein in die Hände gefallen, mit dem er sich die Kraft der Sternbilder zu eigen machen könnte. Die beiden Magierinnen und ihre Freunde müssen einen Weg finden, den Stein zurückzubekommen und den Feind daran hindern, ihn zu nutzen. Dabei gibt es einige Schwierigkeiten. Werden sie die Rätsel, die ihnen helfen könnten, rechtzeitig lösen?

Wir waren sehr gespannt auf die Fortsetzung von Luna und Sunny - Wenn die Magie des Mondes erwacht. Im ersten Band entdeckt Luna zunächst ihre Magie und muss sich mit Sunny verbünden. Mittlerweile sind die Gastschülerin und die Tochter der Gastfamilie ein untrennbares Gespann geworden und bilden mit den beiden Jungs Aiden und Liem ein tolles Vierer-Gespann, in dem jeder einzelne seine ganz eigenen Talente besitzt, die dabei helfen können, dem Schurken in der Geschichte das Handwerk zu legen. Der zweite Band ist eine direkte Fortsetzung der Geschichte aus Band eins, so dass man auf jeden Fall beide Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen sollte. Mit dabei sind auch wieder unsere Lieblinge, die magischen Tiere, aber auch andere Gesellen tauchen wieder auf.

Die Stimmung ist etwas gedrückt, denn nicht nur Sunnys Mutter ist nach den letzten Ereignissen in Ungnade gefallen. Fast verzweifelt versuchen die Freunde, einen Weg aus der Misere zu finden. Dabei begegnen ihnen einige Rätsel, die uns sehr gut gefallen haben, weil man als Leser*innen so in die Geschichte hineingezogen wird und miträtseln kann. Dabei wird die Situation immer dringlicher und das erzeugt natürlich Spannung beim Lesen. Der Schreibstil der Autorin ist toll, eingängig und sehr fesselnd, an manchen Stellen hatten wir das Gefühl, dass wir den Gedankengängen nicht ganz folgen können und hätten uns diese etwas ausführlicher gewünscht, aber das hätte vielleicht auch den Fluss gestört. Auf jeden Fall haben wir auf das Ende hingefiebert. Da tun sich wirklich große, teils unerwartete "Dinge". Der Showdown war ok, man hätte noch ein paar mehr Knalleffekte einbauen können. Alles in Allem - besonders, wenn man die ganze Dilogie betrachtet - ein tolles Abenteuer mit Magie, einem schönen britischen Setting und liebevoll angelegten Charakteren. 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2024

Rasant und spannend

Das falsche Blut (Ishikli-Caner-Serie 2)
0

In Paris flüchtet ein Mädchen vor seinen Verfolgern in die Obhut der Polizei und schon kurze Zeit später sind Staatsschutz und weitere zwielichtige Personen unterwegs, um das Mädchen in ihre Gewalt zu ...

In Paris flüchtet ein Mädchen vor seinen Verfolgern in die Obhut der Polizei und schon kurze Zeit später sind Staatsschutz und weitere zwielichtige Personen unterwegs, um das Mädchen in ihre Gewalt zu bringen. Zwar spricht es nicht, aber bald schon ist klar, dass sein Wissen einige mächtige Figuren auf dem Schachbrett zu Fall bringen könnte, allen voran einen großen Pharmakonzern, dessen ethische Grundsätze mehr als zweifelhaft sind. Auch Ishikli, inzwischen beim MAD ist auf der Suche nach dem Mädchen, noch nicht ahnend, dass dieser Fall für sie persönlicher ist, als sie denkt. Sie muss das Kind um jeden Preis schützen.

Als ich gesehen habe, dass Ishikli Caner in die zweite Runde geht, war die Vorfreude groß. Der erste Band hatte mich mit einer Story überrascht, die ganz großes Kino war. Zunächst musste ich aber umdenken, denn die deutschen Ermittler aus Teil eins sind nicht mehr dabei. Ishikli ist in Paris untergebracht und arbeitet dort für den MAD und einen alten Bekannten. Der Fall mit dem Mädchen, das aus zunächst unerfindlichen Gründen Ishiklis Namen kennt, kommt unerwartet und man fragt sich, was ein Kind mit der ehemaligen Auftragskillerin der türkischen Mafia zu tun hat. Obwohl es sich in Polizeigewahrsam befindet, scheinen alle hinter dem Mädchen her zu sein. Die beiden neuen Charaktere von der Pariser Polizei gefallen mir dabei ganz gut. Sie sind nicht glatt poliert, sondern hinter jedem steckt eine ganz eigene Geschichte und teilweise ist das Verhalten nicht vorherzusehen. Genauso wenig wie das Setting in der französischen Hauptstadt: Unterweltbosse, Korruption, Stadtviertel, die man besser nicht betritt. All das trägt zu einer genialen Atmophäre bei, die ich bisher eher aus Action- und Agententhrillern im Kino kenne.

In Buchform ist das weitaus schwieriger zu realisieren, aber wie auch schon beim ersten Ishikli-Band bekommt Philipp Gravenbach das super hin. Man weiß eigentlich nie genau, woran man ist oder was als nächstes passieren wird. Löst Ishikli an einer Stelle ein Problem, kommen an anderer Stelle wieder neue hinzu. Doch Ishikli wäre nicht Ishikli, wenn sie sich dadurch aus der Ruhe bringen lassen würde. Trotzdem ist da jemand, ein Unbekannter, der ihr das Leben schwer macht und dessen Gedanken Kapitel neben der Haupthandlung füllen. Aus diesen lässt sich nichts Gutes für das Mädchen und ihre Beschützer erahnen. So bleibt die Spannung eigentlich immer auf einem hohen Level, ständig befürchtet man das Schlimmste. Auch die Action kommt nicht zu kurz, sei es bei Verfolgungsjagden, Fern- oder Nahkampf. Wer sowas im Kino mag, der sollte sich das Buch unbedingt schnappen, aber auch Thrillerleser werden an dem Buch ihre Freude haben. Denn worum es eigentlich geht und warum das Mädchen so wichtig ist, klärt sich erst nach und nach. Der zweite Band war anders, als der erste, aber dennoch atemberaubend gut. 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2024

Verstörend, spannend, gut!

Das Baumhaus
0

Nora, Henrik und ihr fünfjähriger Sohn Fynn wollen den Urlaub in der Hütte von Henriks Großvater in den Wäldern Schwedens verbringen. Die Abgeschiedenheit soll der Familie gut tun, doch der vermeintliche ...

Nora, Henrik und ihr fünfjähriger Sohn Fynn wollen den Urlaub in der Hütte von Henriks Großvater in den Wäldern Schwedens verbringen. Die Abgeschiedenheit soll der Familie gut tun, doch der vermeintliche Sommerspaß wird getrübt, denn es ist deutlich erkennbar, dass jemand die Hütte genutzt hat und denjenigen nichts davon abhalten kann, zurückzukommen. Zudem schwebt Henrik als Kinderbuchautor in seinen eigenen Sphären und Nora hat ein Geheimnis, dass keinesfalls ans Licht kommen soll. Doch als Fynn verschwindet bringt dies das Kartenhaus der Bilderbuchfamilie gehörig ins Wanken. Zu den Ermittlungen wird auch Rosa hinzugezogen, die seit kurzem wieder in Schweden wohnt, um ihren verunfallten Bruder zu pflegen. Nebenbei versucht sie ihre forensischen Studien weiterzubringen und macht im Wald einen grausigen Fund.

Nur kurz währt in "Das Baumhaus" die schwedische Idylle, dann verwandelt sie sich in ein äußerst gruseliges, düsteres Setting und die Geschichte mutiert vom friedlichen Familienurlaub zu einem verwirrenden Albtraum. Dabei arbeitet Vera Buck mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, um Spannung und Gänsehautmomente zu schaffen. Gerade am Anfang gibt es für den Leser so viel, was er nicht weiß, dass man mit allem rechnet. Unterschiedliche Erzählebenen verwirren und schaffen zusätzlich Unsicherheit, was manche Leserinnen stören könnte, ich allerdings großartig fand. Es ist oft nicht einmal klar, wann sich die Ereignisse abspielen, das erfährt man erst im Laufe der Geschichte. Für einige Details muss man auch ziemlich leidensfähig sein. Es gibt einige sehr unschöne Szenen, die aber nötig sind, um die Grausamkeit der Täter zu offenbaren.

Die Charaktere sind allesamt auf ihre Art skurril, allen voran Rosa, die man erstmal einordnen und näher kennenlernen muss, weil sie so außergewöhnlich ist, dass es hart an der Grenze zum unglaubwürdigen ist. Ich mochte sie aber gerade deswegen sehr, sie tickt vollkommen anders. Sie versteht den Tod besser als das Leben. Bei den Eltern, Nora und Henrik, hat man ständig das Gefühl, dass sie nicht alle Karten auf den Tisch legen. Noch dazu ist Henrik als Kinderbuchautor teilweise in seinen phantastischen Geschichten so gefangen, dass man nie sicher ist, ob man ihm glauben kann. Vor allem als in ihm plötzlich Erinnerungen hochkommen, die nichts Gutes verheißen. Als Leser
in kann man nur möglichst schnell vorwärts lesen, um endlich die ganze Geschichte zu erfahren und daher fliegt man durch die Seiten und hat dabei mehr als einen unerwarteten Moment. Wer hier wann ein Verbrechen begangen hat, das klärt sich erst ganz am Ende, wobei mir hier nach der atemlosen Spannung etwas der finale Paukenschlag gefehlt hat. Insgesamt aber ein Top-Thriller für alle, die gekonnte Verwirrspiele mögen. 4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere