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Veröffentlicht am 06.12.2024

Entscheidung

Okaye Tage
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„OKAYE TAGE“ geschrieben von Jenny Mustard, übersetzt von Lisa Lögenöhn wurde sehr authentisch von Rebecca Veil und Benno Schulz gesprochen.

Buchverlag: Eichborn, 368 Seiten 
Hörbuchverlag: Lübbe Audio, ...

„OKAYE TAGE“ geschrieben von Jenny Mustard, übersetzt von Lisa Lögenöhn wurde sehr authentisch von Rebecca Veil und Benno Schulz gesprochen.

Buchverlag: Eichborn, 368 Seiten 
Hörbuchverlag: Lübbe Audio, 10 Stunden und 13 Minuten 

Triggerwarnung: Drogen

Die Autorin gliedert den Roman in zwei Teile und es wird abwechselnd aus der Sicht von Sam und Luc erzählt. Es beginnt jeweils bei 180 Tagen bis…! Als Leser:in weiß man nicht, was das Herabzählen der Tage bedeutet. Passiert etwas schlimmes?!

„Wenn Mum ihn aufgefordert hätte, sich zwischen ihr und einem Kind zu entscheiden, hätte er sich für sie entschieden, ohne mit der Wimper zu zucken.“

Luc‘s Dad hat ihm dies bei einem wichtigen Vater-Sohn-Gespräch erzählt und es hat rein gar nichts damit zu tun, dass er ihn über alles liebt.

Sam, 28 Jahre jung, Schwedin und für einen Sommer als Praktikantin in London, trifft zufällig auf Luc, den sie vor knapp 10 Jahren bereits auf einer Dinner-/Afterparty kennengelernt hatte. Sein Schlitzohrgrinsen hat sie schon damals unwiderstehlich angesprochen.

Die beiden verlieben sich und genießen trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere den Sommer in vollen Zügen. Lieber gemeinsame Okaye Tage, als gar keine Zeit miteinander.
Sam ist eher der chaotische Typ, trinkt und feiert gerne, ernährt sich ungesund und ist auch Drogen nicht abgeneigt. Luc achtet auf körperliche Fitness, raucht nicht, trinkt selten und ernährt sich gesund.

Jenny Mustard erzählt in einer authentischen Sprache und einem fast poetischen Schreibstil über die Liebe und das Verliebtsein. Die beiden Protagonisten verbringen einen traumhaften Sommer miteinander, jedoch ist die Zeit der Trennung absehbar.

Sam in Stockholm vermisst London und Luc; Luc vermisst Sam.

Und sie kommt zurück; die beiden führen einen Beziehung und im Alltag lernen sie einander wirklich kennen. Die Autorin beschreibt eine sehr realistische Beziehung, modern, frei, offen und doch begleitet von Werten, Selbstverwirklichung, Ängsten und Hoffnungen. Selbst- und Fremdwahrnehmung wurden sehr deutlich ausgearbeitet.

Aufgezeigt wird, was wirklich wichtig ist im Leben. Stehen wir uns zu oft im Weg? Können wir auf Wünsche verzichten und im Jetzt lieben und leben? Durch den Perspektivenwechsel wird der Leser/Hörer bestens unterhalten; viele Fragen werden geklärt und das Hörbuch bleibt dadurch auch sehr interessant.

Das Cover finde ich durch seine Schlichtheit unglaublich passend und sehr ansprechend. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, teils leicht und unbekümmert, teils mit schweren Themen konfrontiert uns Jenny Mustard mit den alltäglichen Problemen.
Sympathisch und charakterlich gut ausgearbeitet wurden die Protagonisten. Die offene, klare Schreibweise hat mich in das Beziehungschaos gezogen, in welchem man diese unglaublich, schöne, berührende und doch chaotische Liebe der beiden Protagonisten zueinander spürt. Ist es wirklich für die Zukunft, wenn man so unterschiedlich ist? Oder macht genau dies eine interessante Beziehung aus?
Ein warmherziger Roman, welcher mich sehr gut unterhalten hat. Auch das Hörbuch ist absolut empfehlenswert. Rebecca Veil und Benno Schulz passen perfekt für diese Geschichte. Durch den sehr guten Ausdruck und die Stimmlage wurde ich an das Hörbuch gefesselt und konnte es kaum gegen das Buch eintauschen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2024

Empfehlenswert

Broken Crystal
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„Broken Crystal“ von Tobias Miller
Das Hörbuch wurde vom Autor gelesen.

Dieser Umweltthriller überzeugt auf ganzer Linie.
Tobias Miller hat mit diesem Hörbuch seine Hörbuchhörer:in schnell in die Handlung ...

„Broken Crystal“ von Tobias Miller
Das Hörbuch wurde vom Autor gelesen.

Dieser Umweltthriller überzeugt auf ganzer Linie.
Tobias Miller hat mit diesem Hörbuch seine Hörbuchhörer:in schnell in die Handlung der Klimaaktivisten gezogen. Der namenlose Protagonist, ein Ex-Soldat und Militärberater, erzählt in der Ich-Form einem Journalisten von seinem Undercover-Einsatz, die Milliardärstochter Crystal aus der „Eternal-Earth-Group“, welche auf einer Farm leben, zu befreien und zu ihren Eltern zurück zu bringen.

Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die junge Frau selbst eine Aktivistin und Sprecherin der Gruppe ist. Ein gefährliches Unterfangen beginnt, Drogen und geheime Auftraggeber sind im Spiel und die Demonstrationen der Gruppe beginnen gefährlich zu werden.

Der Protagonist wird in die Gruppe aufgenommen und in die Geschehnisse hineingezogen. Sein Auftraggeber kann ihn nur bis zu einem gewissen Punkt beschützen. Die Aktionen der Aktivisten laufen aus dem Ruder; Crystal die Sprecherin und Geldgeberin (indirekt durch ihre Eltern) wird überrollt oder ist dies alles nur gespielt. Wem kann man glauben, wer zieht die Fäden? Der geheime Auftraggeber im Hintergrund oder die Aktivisten?

Tobias Miller hält den Spannungsbogen oben, man wird sehr gut unterhalten und rätselt mit,
wer die Fäden zusammenhält?
Zuletzt wird es nochmal sehr interessant, ungeahnte Wendungen verleihen dem Ende und mir als Hörer:in eine neue Sichtweise.

Der Autor zeichnet die Charaktere sehr authentisch. Die Begebenheit und Örtlichkeiten werden sehr bildlich beschrieben. Die Themen spielen nahe am Zeitgeschehen und man realisiert die Wichtigkeit der Thematik und die unterschiedlichen Beweggründe der Eternal-Earth-Group.

Ein sehr gelungener Thriller - als Hörbuch absolut empfehlenswert.





  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2024

Himmelsboten

Die Glückslieferanten
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„Die Glückslieferanten“ von Sanaka Hiiragi wurde übersetzt von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold 
Verlag: Hoffmann und Campe
In ihrem wundervollen Schreibstil erzählt die Autorin poetisch, nüchtern ...

„Die Glückslieferanten“ von Sanaka Hiiragi wurde übersetzt von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold 
Verlag: Hoffmann und Campe
In ihrem wundervollen Schreibstil erzählt die Autorin poetisch, nüchtern und warmherzig über die Endlichkeit und die Wichtigkeit der unausgesprochenen Worte.
In verschiedenen Geschichten nimmt uns Sanaka Hiiragi auf berührende Weise mit, wie die junge Nanahoshi als Lieferantin für den „Himmelsboten“ unterschiedliche Pakete ausliefert.
„Der Tod ist jenseits des Flusses, fern und unbekannt für uns Lebende. Am anderen Ufer angelangt, kann man nichts und niemanden mehr etwas mitteilen. Von dort gibt es kein Zurück.“ (Pos.2622)
Deshalb nutzen einige Menschen den Kurierdienst für ihre Dienste. 
Sie wissen, dass sie zum Zeitpunkt der Lieferung wahrscheinlich verstorben sein werden, jedoch noch wichtige Botschaften für ihre Lieben übermitteln wollen.
Oft ist es aus verschieden Gründen nicht möglich, diese wichtigen Botschaften zu Lebzeiten den Herzensmenschen mitzuteilen. Die „Himmelsboten“ führen den Auftrag gewissenhaft und konsequent aus.
Warmherzig und berührend erzählt uns die Autorin drei Geschichten mit zugehörigen Unterstorys. Es geht um den Verlust geliebter Menschen, falsche Annahmen, fehlende Kommunikation oder auch einfach nur um den Stolz oder das Festhalten an Traditionen, welche die Menschen bewegen die Himmelsboten hinzuzuziehen.
Es gibt die unterschiedlichsten Hinterlassenschaften an die verschiedensten Menschen, Tiere, Pflanzen oder Dinge.
Jeder Kunde hat seine individuelle Geschichte und nicht immer waren diese harmonisch und friedlich.
Als Leser:in spürt man förmlich die Wichtigkeit, Dinge und Angelegenheiten zu regeln. Auch wenn diese oftmals schmerzhaft sind, ist es befreien, seine Gedanken und Gefühle zu Lebzeiten in Worte zu fassen. Man sollte ohne Wertung, was richtig oder falsch ist, in das Gespräch gehen.
Wer japanische Geschichten und deren besondere Schreibweise liebt, kann von diesem Buch nur profitieren. Die Autorin versteht es, die Protagonisten authentisch zu beschreiben und bringt uns die japanische Denk-/Lebensweise nahe.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Eine inspirierende Geschichte

Das Mondscheincafé
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“Das Mondscheincafe” von Mai Mochizuki erzählt eine Geschichte über den japanischen Mythos, das Katzen den guten Menschen etwas zurückgeben möchten. Dies wird durch die Katzen in einem Horoskop dargestellt. ...

“Das Mondscheincafe” von Mai Mochizuki erzählt eine Geschichte über den japanischen Mythos, das Katzen den guten Menschen etwas zurückgeben möchten. Dies wird durch die Katzen in einem Horoskop dargestellt.
Das kleine Café wird von lebensgroßen, sprechenden Katzen geführt und taucht unvorhersehbar während den Vollmondnächten in Kyoto auf.
Man kann in diesem Café nichts bestellen, es wird nur serviert, was die Katzen für den jeweiligen Menschen vorsehen.
Die sprechenden Katzen verwöhnen mit süßen Speisen, Getränken und unglaublich intensiven Geschmackserlebnissen. Der Chef erstellt gerne ein Horoskop für die Menschen und gibt diesen hilfreiche Lebenstipps mit auf den weiteren Lebensweg.
Die Autorin beschreibt wunderschön in ihrem Roman, wie wichtig das Selbstwertgefühl im Leben ist. Der Glaube an seine eigenen Fähigkeiten, die Wertschätzung sich selbst gegenüber und wie sich durch kleine Veränderungen im Leben bereits alles verändert.
Die Illustrationen im Buch sind wundervoll und sehr ansprechend gezeichnet. Sie geben dem Buch neben dem wertvollen Inhalt zusätzlich einen besonderen Wert.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, sehr angenehm und die Charaktere der Menschen und Katzen werden sympathisch und authentisch beschrieben.
Ein bezaubernder und inspirierender Roman über das Leben und seinen Sinn.

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Veröffentlicht am 12.11.2023

Leiser, zarter Episodenroman

Gute Nacht, Tokio
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„Gute Nacht , Tokio“ von Atsuhiro Yoshida handelt von unterschiedlichen Menschen, welche überwiegend nachts unterwegs sind.

Matsui ist Taxifahrer und die Hauptprotagonisten sind ab und zu seine Fahrgäste. ...

„Gute Nacht , Tokio“ von Atsuhiro Yoshida handelt von unterschiedlichen Menschen, welche überwiegend nachts unterwegs sind.

Matsui ist Taxifahrer und die Hauptprotagonisten sind ab und zu seine Fahrgäste.
Mitsuki, die Filmrequisiteurin, Kanako die Telefonseelsorgerin, Tashiro oder Palme der Meisterdektiv, alle sind sie auf der Suche. Auch Matsui und die Stille der Nacht bringt die fremden Personen einander näher, Vertraulichkeiten werden getauscht und in der Anonymität der Metropole Gefühle und Gedanken ausgesprochen.

Das Drehkreuz, geführt von vier Frauen ist ein Bistro, welches nur nachts offen hat und auch hier verpassen sich immer wieder die Suchenden.

Der Autor schreibt sehr intensiv über das Leben der einzelnen Personen in einer Metropole und
verbindet auf geniale Weise alle Geschichten miteinander.
Er gibt allen Persönlichkeiten den benötigten Raum, stellt ihre Leben, Gedanken, Ängste und Sorgen vor. Leise, unaufgeregt und empathisch beschreibt er die verschiedenen Leben in der Nacht.

Er zeichnet ein friedliches, ruhiges Nachtleben in der hektischen Stadt, die immer in Bewegung ist. In der Stille der Nacht sind nur die Nachtschwärmer unterwegs. Dunkle Straßen, kuriose Geschäfte, skurrile Gestalten, Nachteulen und der unaufgeregte Schreibstil ziehen mich als Leser in den Episodenroman.

Der Roman berührt zart und weckt die Sehnsucht des Lesenden zu einer Verbundenheit , einer Zugehörigkeit und Ganzheit. Oftmals steckt das Detail in Sekunden oder Kleinigkeiten und wir suchen vergeblich in der dunklen Nacht. Bis ein Stern am Himmel erscheint ….

Ein sehr schöner Episodenroman und ein kleines Highlight für alle Lesenden die ein Faible für japanische Bücher haben.

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