Profilbild von Tamagotchi

Tamagotchi

Lesejury Star
offline

Tamagotchi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tamagotchi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2025

Ist das 'Gen zum Morden' vererbbar?

Die Tochter des Serienkillers
0

Jenny stellt sich diese Frage immer wieder, denn ihr Vater hat mehrere Frauen getötet. Sie hat sich zwar von der Familie distanziert und ihren Namen geändert, aber wegen der traumatischen Ereignisse in ...

Jenny stellt sich diese Frage immer wieder, denn ihr Vater hat mehrere Frauen getötet. Sie hat sich zwar von der Familie distanziert und ihren Namen geändert, aber wegen der traumatischen Ereignisse in ihrer Kindheit hat sie Blackouts, die sie befürchten lassen, dass sie nicht mehr weiß, was sie in dieser Zeit der Bewusstseinsstörung gemacht hat. Dazu kommen eine Reihe von Vorfällen, die sie an die Taten ihres Vaters erinnern. Was hat sie selbst dazu beigetragen?
Sie hat sich eine eigene Existenz als Tierärztin auf dem Lande aufgebaut und eine Familie gegründet, zusammen mit Mark, der aber nicht absolut vertrauenswürdig ist und der auch eine Affäre mit einer Frau aus dem Dorf hatte. Diese Frau wird entführt, und damit fangen die Probleme an, denn Jenny wird bald verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben. Sogleich entwickeln sich bei Jenny Selbstzweifel, weil sie sich immer wieder die Frage stellt, ob die Taten ihres Vaters nun auch bei ihr durchschlagen.
Schon der Prolog ist ergreifend und grausam, er wirft bereits einige Fragen auf. Das Buch ist ein regelrechter Pageturner, man möchte immer weiter lesen, um mehr zu erfahren. Die Autorin versteht es, Spannung aufzubauen und diese bis auf wenige etwas langatmige Passagen aufrecht zu erhalten. Zur Spannung trägt sicher auch bei, dass das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, meist aus der Sicht von Jenny oder Mark. Dazwischen gibt es Rückblicke auf Jennys Kindheit und Szenen im Gefängnis, wodurch die Figur des Serienmörders Paul Slater näher beleuchtet wird. Es gibt immer wieder Cliffhanger und überraschende Wendungen, so dass die Seiten nur so dahinfliegen.
Nach und nach entwickelt sich ein umfassendes Bild der Story und man rätselt ständig, wer denn nun der Täter sein könnte. Aber erst im letzten Viertel gibt es deutlichere Hinweise. Allerdings ist dies verbunden mit Szenen, die realitätsfern und stark konstruiert erscheinen.
Die Protagonisten werden gut beschrieben. Ich konnte ihren Gedanken folgen, Gefühle nachvollziehen und mich teilweise gut in sie hineinversetzen. Aber richtig sympathisch fand ich keinen von ihnen.
Alles in allem hatte ich eine spannende Lesezeit und möchte das Buch durchaus empfehlen, auch wenn es ein wenig von der realen Wahrnehmung abweicht.


  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.02.2025

Sehr spannend und düster märchenhaft

Ever & After, Band 2 - Die dunkle Hochzeit
0

Dieses Buch hat mich absolut gefesselt und in seinem Bann gehalten, wobei ich gestehen muss, dass ich bislang nie Märchenfantasy gelesen habe, weil es mir immer zu realitätsfern war. Dieses Buch konnte ...

Dieses Buch hat mich absolut gefesselt und in seinem Bann gehalten, wobei ich gestehen muss, dass ich bislang nie Märchenfantasy gelesen habe, weil es mir immer zu realitätsfern war. Dieses Buch konnte ich jedoch nur schwerlich weglegen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Es fängt bereits sehr spannend an, als Rain einen Fluchtversuch unternimmt, zusammen mit ihrem Cousin Avery, der in einem Vogelkäfig sitzt, weil er in einen Spatz verwandelt wurde. Schon dieser Anfang ließ mich nicht stoppen, weil ich unbedingt wissen wollte, ob diese Aktion ein glückliches Ende nimmt.
Die Autorin versteht es meisterhaft, Spannung zu erzeugen, und dies zieht sich durch das ganze Buch. Dabei entwickelt sie immer wieder neue Ideen, es gibt keine Redundanzen.
Die einzelnen Szenen sind detailliert beschrieben, so dass man abtauchen kann in das Geschehen und sich im Kopf Bilder entwickeln. Dadurch tritt keine Langatmigkeit auf, sondern man ergänzt sein Kopfkino.
Ich habe den ersten Band der Trilogie nicht gelesen, bin aber trotzdem gut in das Geschehen hineingekommen. Etwa nach einem Drittel des zweiten Bandes habe ich dann eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils gelesen, wodurch mir einiges noch klarer wurde.
Inhaltlich geht es darum, dass Rain versucht, der chaotischen Welt, die sie durch das Erwecken Blacks ausgelöst hat, zu entkommen. Gelingt ihr dies nicht, wird sie den dunklen Prinzen heiraten müssen. Rain hat viele Ideen, aber Blacks Magie ist überall, gut getarnt und destruktiv. Als scheinbar letzter Ausweg erscheint Rumpelstilzchen, aber kann sie dieser Märchenfigur wirklich vertrauen?
Rain ist mir irgendwie sehr sympathisch, weil sie immer wieder gegen Black opponiert und nicht aufgibt. Sie ist unglaublich stark und zäh, lässt sich nicht einschüchtern.
Mir gefallen die immer wieder eingestreuten Querverweise auf die Märchen meiner Kindheit, sowie die Zitate aus den Grimmschen Märchen am Anfang jedes Kapitels.
Bleibt noch zu erwähnen, dass das Buch einen sehr attraktiven Farbschnitt hat, der es zu einem Eyecatcher im Bücherregal macht. Dazu trägt aber auch die Dicke des Buches bei, das mit seinen ca. 700 Seiten meine anderen Bücher übertrifft.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung, die Ende '25 erscheinen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2024

Vom Umsorgten zum Kümmerer

Alte Eltern
0

Der Autor beschreibt in diesem Buch die allmähliche Entwicklung der Demenzerkrankung seines Vaters und gibt in Rückblicken Einblicke in das Leben der Familie, als alles noch 'normal' war, bevor die Mutter ...

Der Autor beschreibt in diesem Buch die allmähliche Entwicklung der Demenzerkrankung seines Vaters und gibt in Rückblicken Einblicke in das Leben der Familie, als alles noch 'normal' war, bevor die Mutter plötzlich durch einen Unfall starb... In dieser Zeit konnte man den Alltag noch planen, wohingegen man seit der Erkrankung des Vaters immer wieder auf Unvorhergesehenes gefasst sein muss.
Ich habe dieses Buch nicht gelesen, weil ich vielleicht selbst in die Situation kommen könnte, demente Eltern zu betreuen, denn meine Eltern sind schon lange gestorben. Mich interessierte die andere Seite, denn ich könnte ja selbst von dieser Krankheit betroffen werden, und was passiert dann mit mir, was ich nicht mehr kognitiv mitbekomme?
Darüber erfährt man in diesem Buch sehr viel, denn der Autor setzt sich intensiv mit der Erkrankung des Vaters auseinander. Er kümmert sich um die meisten Anliegen persönlich und erlebt alle Feinheiten der Veränderung im Verhalten. Diese direkten Erfahrungen vermitteln ein reales Mitempfinden für den Leser, was mich oft in Gedanken abschweifen ließ...Das Buch hat mich auch beschäftigt, wenn ich es beiseite gelegt habe, denn es berührt durch seine intensiven Einsichten und Erkenntnisse.
Auf der Suche nach den Anfängen der Demenz lässt der Autor die eigene Vergangenheit Revue passieren und reflektiert die emotionale Bindung zwischen ihm und dem Vater. In der Rolle des Kümmerers hat er Angst, dass seinem Vater nicht genug Respekt entgegen gebracht wird, so dass er vieles selber in die Hand nimmt.
Er liest auch viele Bücher und Essays zum Thema, was man an den vielen Zitaten und Hypothesen anderer Autoren sieht, die Volker Kitz auf seine eigene Situation bezieht. Diese Passagen im Buch fand ich etwas weniger interessant als das direkte Vater-Sohn Erleben.
Um dieses Buch zu lesen, braucht man viel Ruhe und Ungestörtsein. Es ist mit Sicherheit keine Zuglektüre, denn es löst viele Reflektionen über das eigene Leben aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2022

Spektakuläre Ereignisse am West Coast Trail

Der finstere Pfad
3

Die Bücher von Jenny Blackhurst versprechen atemberaubende Spannung, überraschende Wendungen, unerwartete Geschehnisse und sind dementsprechend regelrechte Pageturner. So ist es auch in diesem Buch, man ...

Die Bücher von Jenny Blackhurst versprechen atemberaubende Spannung, überraschende Wendungen, unerwartete Geschehnisse und sind dementsprechend regelrechte Pageturner. So ist es auch in diesem Buch, man möchte es einfach nicht aus der Hand legen.
Inhaltlich geht es um eine junge Frau, die sich eine Auszeit nehmen möchte, aber von ihrer besten Freundin dabei im Stich gelassen wird. So begibt sie sich allein zum abenteuerreichen Erleben des kanadischen West Coast Trail. Schnell lernt sie andere junge Leute kennen, aber am Ende der Tour steht ein schreckliches Verbrechen. Zwanzig Jahre sind seitdem vergangen, als Laura, Mutter von zwei Kindern und glücklich verheiratet, eine erschreckende Nachricht hört. Am kanadischen Wanderweg wurden menschliche Knochen gefunden, und damals war auch sie am Ort des Geschehens. Von nun an passieren merkwürdige Dinge und Drohungen erreichen die heile Welt von Lauras Familie. Wie hängt das alles zusammen, und was ist damals wirklich passiert?
Sehr positiv ist, dass man dauernd mitgerätselt hat, wer und aus welchem Grunde hier agiert und auch damals agierte. Hierzu konnte man viele Theorien entwickeln, die dann aber schnell von der Autorin wieder als Sackgasse gestoppt wurden, was den Spannungsbogen noch erhöhte.
Gut gelungen fand ich den Perspektivwechsel, der so manche Situation aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtete und beleuchtete. Der Schreibstil ist flüssig, anschaulich und gut verständlich. Die Charaktere werden ausgiebig beleuchtet einschließlich all ihrer Heuchelei und Verlogenheit, ab und an auch etwas überzogen. Mir ist es bis zum Schluss nicht gelungen, den rätselhaften Sachverhalt zu lösen, deshalb war es spannend bis zum Ende.
Die grundlegende Idee dieses Thrillers ist sehr einfallsreich, und die Autorin ist bemüht, alle Fäden am Ende zusammenzufügen, auch wenn ihr das nicht ganz gelingt. Ein paar Fragen bleiben unbeantwortet und einiges wirkt sehr konstruiert.
Aber alles in allem hatte ich aufregende und unterhaltsame Lesestunden und freue mich bereits auf den nächsten JB-Thriller.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.01.2020

Vorverurteilung oder Wahrheit?

Nebeljagd
0

Eine Frau wird in einem kleinen Dorf ermordet, und sofort fällt der Verdacht auf ihren Pflegesohn Johann Haug, der nie ein gutes Verhältnis zu ihr hatte. Außerdem steht er in Verdacht, seine frühere Freundin ...

Eine Frau wird in einem kleinen Dorf ermordet, und sofort fällt der Verdacht auf ihren Pflegesohn Johann Haug, der nie ein gutes Verhältnis zu ihr hatte. Außerdem steht er in Verdacht, seine frühere Freundin vor 20 Jahren grausam ermordet zu haben, was aber nie bewiesen wurde. Ohne ausreichende Beweise wird eine Gerichtsverhandlung initiiert, und Linn Geller ist seine Pflichtverteidigerin. Sie ist in ständigem Zweifel was Haugs Schuld betrifft und recherchiert auf eigene Faust, da sie das Gefühl hat, dass hier einiges verschleiert werden soll. Sie sieht sich der abweisenden Front der Dorfgemeinschaft gegenüber, die sich ihre feste Meinung gebildet hat und nicht davon abweicht.
Genau wie die Verteidigerin werden auch die Leser immer wieder in verschiedene Denkrichtungen gelenkt, so dass man bis zum Ende hin in Unsicherheit bleibt, ob Johann Haug wirklich ein Mörder ist. Diese Komplexität, die den Leser immer wieder in Sackgassen führt und die ein Umdenken erfordert, erzeugt eine durchgreifende Spannung, denn man möchte unbedingt die Wahrheit erfahren.
Am Anfang erschien mir der Kriminalroman etwas langatmig, vielleicht lag es daran, dass ich den Vorgängerband nicht kannte und erstmal in das Geschehen hineinfinden musste. Aber die Spannung steigerte sich ständig und ließ mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und erscheinen realitätsnah. Linn ist eine Anwältin, die sich durch Ehrgeiz und Hartnäckigkeit auszeichnet. Auch persönliche Bedrohungen schüchtern sie nicht ein. Wir erfahren zwar auch etwas über das Privatleben der Anwälte/Ermittler, aber das hält sich in Grenzen und ist so völlig akzeptabel. Die Szenerie wird intensiv und sehr atmosphärisch beschrieben, besonders die unsägliche Verbohrtheit und der Starrsinn der Dorfbewohner.
Ein sehr spannendes und in sich schlüssiges Buch, das ich gern gelesen habe. Besonders die sich steigernde Spannung habe ich genossen. Und ich möchte dementsprechend eine eindeutige Lesempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere