Profilbild von DoraLupin

DoraLupin

Lesejury Star
offline

DoraLupin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DoraLupin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2024

Sehr gut recherchiert

Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld
0

Auf dieses Buch war ich wirklich sehr gespannt, denn es beschreibt Stuttgart und das Nazigefängnis "Hotel Silber", welches nach dem zweiten Weltkrieg weiter als Gebäude der Polizei gedient hat. Da ich ...

Auf dieses Buch war ich wirklich sehr gespannt, denn es beschreibt Stuttgart und das Nazigefängnis "Hotel Silber", welches nach dem zweiten Weltkrieg weiter als Gebäude der Polizei gedient hat. Da ich selbst gebürtig aus der Nähe von Stuttgart komme, war ich besonders gespannt auf diesen historischen Roman und hatte tatsächlich ein paar sehr spannende und historisch interessante Lesestunden!

Inhalt: Stuttgart 1945. Der Polizeibeamte Paul Kramer muss mithelfen, im berüchtigten Hotel Silber die neue Kriminalpolizei aufzubauen – genau an jenem Ort, an dem er wenige Tage vor Kriegsende noch von der Gestapo gefoltert wurde. Doch Hass und Ideologie sind mit der Kapitulation nicht verschwunden. Als die ersten Verbrechen aufgeklärt werden müssen, zeigt sich schnell, wer auf welcher Seite steht – und Pauls Ermittlungen werden für ihn selbst zur Gefahr.

Das Buch beginnt direkt sehr berührend und schockierend und man erlebt das Schicksal einer Familie mit! Der Autor hat für dieses Buch sehr gute Recherchearbeit geleistet und einige reale Schicksale ins Buch integriert, dies hat mir besonders gut gefallen aber es ist natürlich gleichzeitig auch besonders traurig und bedrückend zu lesen.

Der Autor hat es geschafft Stuttgart kurz vor Ende sowie kurz nach Ende des Krieges anschaulich und lebendig zu schildern und obwohl ich schon recht viele Romane über diese Zeit gelesen habe konnte ich noch Neues dazulernen.

Kramer und seine Freundin sind sympathische Protagonisten, die mir persönlich fast ein wenig zu perfekt waren. Etwas mehr Ecken und Kanten sind mir da normalerweise lieber aber ich verstehe andererseits auch, dass der Autor Paul Kramer hier von anderen Kollegen der Polizei deutlich abheben wollte.

Ich sehe dieses Buch mehr als sehr interessanten historischen Roman denn als Kriminalroman, der der Krimi stand hier nicht im Vordergrund und war auch ziemlich vorhersehbar, was aber nicht schlimm ist. Stattdessen werden hier reale Schicksale aufgezeigt was ich persönlich genau spannend finde. Dennoch könnte es mögliche Leser vielleicht verwirren und Erwartungen schüren.

Fazit: Sehr interessanter und gut recherchierter historischer Roman, der Krimi tritt in den Hintergrund.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2024

Wie ein Sprung in schäumendes Wasser

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
0

Effy möchte am liebsten Literatur studieren, aber Frauen in Llyr ist dies untersagt und deshalb gibt sie sich mit einem Studium der Architektur zufrieden. Dies erweist sich für sie bald als Glückgriff, ...

Effy möchte am liebsten Literatur studieren, aber Frauen in Llyr ist dies untersagt und deshalb gibt sie sich mit einem Studium der Architektur zufrieden. Dies erweist sich für sie bald als Glückgriff, denn sie erhält die Chance das Anwesen ihres verstorbenen Lieblingsautors zu renovieren! Doch das Anwesen sehr viel renovierungsbedürftiger als gedacht und wird zunehmend vom Meer verschlungen. In diesem Anwesen trifft Effy auch auf den Literaturstudenten Preston, der seine Abschlussarbeit unbedingt über den verstorbenen Autor schreiben möchte. Erst können sich beide nicht ausstehen, aber sie stoßen auf immer mehr Geheimnisse und Sagen über den Elfenkönig, dieser ist eine Hauptfigur des berühmtesten Romans des Verstorbenen. Preston und Effy wollen mehr darüber rausfinden und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Antworten.

Das ganze Buch ist wirklich wunderschön aufgemacht, das Cover, der tolle Farbschnitt, es eignet sich ideal als Geschenk und besticht äußerlich sehr. Auch der Schreibstil wirkt oft sehr märchenhaft und mystisch, was auch sehr gut zum Buch und zur Geschichte gepasst hat. Dennoch hatte ich die ersten 150 Seiten etwas Probleme richtig rein zu kommen, für mich persönlich hätte dieser Abschnitt etwas gekürtzt sein dürfen. Dann starten Effy und Preston mit ihren "Ermittlungen" zum berühmten Werk des Autors und zugleich auch mit der Sage um den Elfenkönig und dies hat mich dann doch sehr in seinen Bann ziehen können und ich war dann auch richtig in der Geschichte drin und wollte in jeder freien Minute weiter lesen und wissen was passiert.

Mich erinnert das Buch an einen Sprung in schäumendes Wasser, am Anfang sieht man nur einzelne Umrisse der Geschichte und alles wirkt sehr geheimnisumwoben, bis sich die Gicht dann nach und nach auflöst und ein klares Bild des Wasser entsteht. Auch die Geschichte ist anfangs sehr geheimnisvoll und ich hatte keine klare Vorstellung wohin die Reise gehen soll, die Geschichte um den Elfenkönig wird auch immer wieder bruchstückhaft erzählt aber nie ganz klar. Je weiter ich aber gelesen habe, desto mehr konnte ich verstehen und desto klarer wurden auch die verschiedenen Zusammenhänge. Das Ende der Geschichte um den Elfenkönig hatte ich mir tatsächlich größer und fantasiereicher vorgestellt als es im Buch selbst dann war, die Geschichte ist vielmehr mystisch als wirklich eine Fantasygeschichte zu sein. Auch die Welt inder Effy lebt wird eher nebenbei beschrieben und es gab kein richtig klares Bild. Die Autorin "erklärt" dem Leser diese nicht sondern wirf immer wieder Puzzleteile hin, die der Leser selbst zusammenfügen muss. Dies macht das Buch einerseits sehr interessant zu lesen, teils aber auch etwas mühsam.

Alles in allem fand ich die Geschichte sehr schön erzählt, ich mochte den sagenhaften, mystischen Schreibstil sehr gerne und die Charaktere fand ich ebenfalls sympathisch. Gefallen hat mir ausserdem, dass die Liebesgeschichte der beiden sich eher im Hintergrund abgespielt hat und nicht, wie in vielen anderen Geschichten des Genres, Mittelpunkt der Handlung war.

Fazit: Ein Buch, dass mich Seite für Seite immer mehr in seinen Bann gezogen hat. Nicht immer ganz leicht zu lesen aber andererseits auch faszinierend. Nicht so fantasievoll wie gedacht, dafür aber mit viel Atmosphäre geschrieben. Ich gebe gute 4 Sterne für diese Geschichte verstehe jetzt aber auch, dass dieses Buch doch ziemlich polarisiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2024

Wanderung in ein neues Leben?

Zwei in einem Leben
0

Marnie lebt momentan an ihrem Leben vorbei, da sie als Lektorin arbeitet, hat sie Homeoffice, Treffen mit Freunden sagt sie ab und möchte am liebsten ihre Ruhe haben. Doch dann ruft eine gute ...

Marnie lebt momentan an ihrem Leben vorbei, da sie als Lektorin arbeitet, hat sie Homeoffice, Treffen mit Freunden sagt sie ab und möchte am liebsten ihre Ruhe haben. Doch dann ruft eine gute Freundin sie an und überredet Marnie zu einer Wanderung mitzukommen, Marnie kann nicht schon wieder absagen und hat seit Neujahr den Vorsatz mehr aus sich rauszugehen und sagt deshalb zu. Bei dieser Wanderung läuft auch Michael mit, der seit der Trennung seiner Freundin sehr darunter leider und ausser seinen Themen im Erdkundeunterricht wenig unterhaltsam ist. Am liebsten wandert er der Gruppe vorneweg und hat seine Ruhe. Während der Wanderung springen immer mehr Teilnehmer ab, bis am Ende nur nur noch Marnie und Michael übrigbleiben und anfangen sich wirklich zu unterhalten.

Das Hörbuch ist in einer leicht verständlichen und einfachen Sprache, ich hatte daher überhaupt keine Probleme in der Handlung mitzukommen. Die Geschichte wird immer wechselnd aus Sicht von Marnie und Michael erzählt und so wechseln auch die beiden Sprecher des Hörbuchs kapitelweise. Mir hat dies sehr gut gefallen, da man so die Erzählperspektive noch besser unterscheiden konnte.

Insgesamt hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen, ist sie anfangs noch etwas oberflächlich, vorallem aus Marnies Sicht, der Aussehen anfangs deutlich wichtiger als Charakter zu sein scheint, es wird aber nach und nach immer tiefgründiger. Marnies Charakter fand ich etwas schwierig zu deuten. Anfangs kommt sie sehr introvertiert rüber und lehnt treffen mit anderen Menschen kategorisch ab, aber sobald sie bei der Wanderung ist dreht sich ihr Charakter sehr und sie übernimmt sogar oft die Führung wenn es um Gespräche geht. Ich fand es daher etwas schwer sie einzuschätzen. Michael dagegen ist seinem Charakter immer treu geblieben und meist war es deshalb leicht sich in ihn und seine Gedanken hineinzuversetzen.

Die Wanderung wird schön beschrieben und sowohl die Schwierigkeiten und schlechtes Wetter, als auch die wunderschöne Aussicht wenn man etwas erreicht hat kommen in der Geschichte vor. Kurz vor dem Ende wirkte die Geschichte etwas konstruiert auf mich und so, als wollte man noch unbedingt Probleme schaffen vor dem Ende, ich hätte das persönlich nicht gebraucht, denn so wirkte es etwas klischeehaft. Das Ende an sich ist etwas offen, hat mir aber sehr gut gefallen.

Die beiden Sprecher des Hörbuchs haben schön und lebendig vorgelesen, die Stimmen waren angenehm.

Fazit: Eine schöne Geschichte über das Wandern, die Liebe und auf die Chance sein Leben nochmal zu ändern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2024

Mystisch

Die Unmöglichkeit des Lebens
0

Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace erbt von einer fast vergessenen ehemaligen Arbeitskollegin ein kleines Häuschen auf Ibiza. Neugierig geworden warum ausgerechnet sie das Haus geerbt ...

Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace erbt von einer fast vergessenen ehemaligen Arbeitskollegin ein kleines Häuschen auf Ibiza. Neugierig geworden warum ausgerechnet sie das Haus geerbt hat, fliegt Grace nach Ibiza. Dort erlebt sie merkwürdige Tauchgänge und lernt eigenartige Menschen kennen. Mehr und mehr lernt Grace, dass sie nicht alles auf der Welt mathematisch oder rational erklären kann und das gerade sie auserwählt wurde einen Kampf für die Natur auf dieser Insel zu führen.

Der Schreibstil von Matt Haig ist sehr schön anzuhören, er ist sehr anschaulich und lebendig und so hatte ich die Insel im Mittelmeer immer schön vor Augen, aber er schreibt auch sehr mystisch und märchenhaft, dies muss einem liegen. Besonders Grace fand ich von Anfang an eine unheimlich sympathische Protagonistin, die durch ihr Alter und den Beruf auch mal etwas ungewöhnlicheres darstellt. Dabei ist sie aber unheimlich liebenswürdig und ich habe sie gern begleitet bei ihrer Suche nach Antworten.

Ist der Mittelteil in meinen Augen etwas langatmig geraten und vieles wird intensiv beschrieben, so haben mir doch der Anfang und das Ende der Geschichte umso mehr Spaß gemacht. Das Buch ist ein Mix aus einem Wohlfühlroman der mystische Elemente vereint und einem Krimi und ich habe gerade am Ende sehr gerne über die Entwicklungen der Insel und die Gefahren gelesen. Spannend und ein wenig fantastisch geht das Buch zu Ende und schenk einem ein paar Stunden vergnügliche und mystische Hörstunden mit einer sehr sympathischen Protagonstin.

Die Hauptsprecherin hat gut zur Person Grace gepasst und hat wirklich toll gelesen. Die beiden anderen Sprecher die einen sehr kleinen Part hatten, haben mir aber ebenfalls gut gefallen und es hat Spaß gemacht ihnen zu lauschen.

Fazit: Wer es mystisch und ein wenig kriminalistisch mag, ist bei dieser Geschichte richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2024

Gefühlvoll

Mühlensommer
0

Ein drückend heißer Sommertag. Mit ihren beiden Töchtern macht sich Maria auf den Weg in ein langes Wochenende fern von Stadt, Stress und Schule. Doch dann ruft Marias Mutter an: Der Vater hatte einen ...

Ein drückend heißer Sommertag. Mit ihren beiden Töchtern macht sich Maria auf den Weg in ein langes Wochenende fern von Stadt, Stress und Schule. Doch dann ruft Marias Mutter an: Der Vater hatte einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Die Mutter ist bei ihm, und auf dem Bauernhof der Familie müssen Schweine, Kühe und Hühner versorgt werden – aber auch die demente Großmutter. Maria fährt sofort zum Hof. Doch dort, vor der alten Mühle, erwartet sie neben der unermüdlich Äpfel schälenden Oma auch die Erinnerung an ihre Jugend zwischen Schulbus und Schweinestall, Dreimeterbrett und Kirchenbank, an starre Traditionen und lauter kleine Freiheiten. Als am Tag darauf die Mutter aus dem Krankenhaus heimkehrt und plötzlich auch Marias Bruder Thomas auf dem Hof steht, ist die Familie versammelt. Sie eint die stille Sorge um den Vater. Bis Thomas das Schweigen bricht und endlich zur Sprache kommt, was sie alle lang verdrängt haben.

Das Buch wird in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Einmal begleitet der Leser Maria in der Gegenwart aber dann geht es auch immer wieder in die Zeit ihrer Kindheit zurück. So lernt man Maria gut kennen und kommt ihr als Protagonistin nah. Das Buch wird lebendig und lebensnah erzählt, so kommt es in der Gegenwart zum Beispiel zu Streitigkeiten zwischen den Familienmitgliedern. Ausserdem schafft es die Autorin das Setting der Geschichte sehr anschaulich und bildhaft zu beschreiben und ich konnte den Hof, die Tiere und Menschen und die ländliche Umgebung richtig vor meinen Augen sehen.

Fazit: Eine wirklich schöne, gefühlvolle Geschichte das keine großen Überraschungen bringt aber sehr schön erzählt ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere