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Veröffentlicht am 06.04.2026

Tolle Idee, aber keine spannende Umsetzung

The House Witch 1
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Die Gestaltung des Buches gefällt mir richtig gut. Die gesamte Darstellung der Küche wirkt mit den warmen-ruhigen Farben ungemein cozy und passt perfekt dazu, wie sich Finns Küche anfühlen könnte. Außerdem ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir richtig gut. Die gesamte Darstellung der Küche wirkt mit den warmen-ruhigen Farben ungemein cozy und passt perfekt dazu, wie sich Finns Küche anfühlen könnte. Außerdem sind die kleinen Details wirklich toll gestaltet, weil sie Hinweise auf die Geschichte geben, ohne zu viel zu verraten.

Die Geschichte als solche fand ich ebenfalls vielversprechend: Als Finlay Ashowan die Stelle als königlicher Koch am Hof von König Norman von Daxaria annimmt, ahnt noch niemand, welche großen Veränderungen damit einhergehen. Denn Fin ist nicht nur ein begnadeter Küchenchef, sondern obendrein eine Haushexe mit magischen Fähigkeiten, die nicht nur für die Sicherheit der Küche sorgen, sondern nach und nach das gesamte Schloss schützen. Während Derexia am Rande eines Krieges mit dem mächtigen Nachbarland steht, muss Fin aggressive Magier, arrogante Ritter und verstörte Küchenhilfen managen. Doch je größer die Bedrohungen für das Reich werden, desto tiefer wird er in das Netz der Intrigen hineingezogen und muss bald seine sichere Küche verlassen, um die zu schützen, die ihm wichtig sind.

Ich war wirklich gespannt auf die Geschichte, weil die Voraussetzungen so anders erschienen und die Idee von Küchenmagie einen so cozy Vibe hatte. Allerdings konnte mich das Buch leider so gar nicht überzeugen. Das liegt auch am Schreibstil. Zu Beginn fand ich ihn vor allem ungewöhnlich und zum Teil ein wenig umständlich, mochte aber den Humor und habe deswegen auch weitergelesen. Allerdings wurde es mit zunehmendem Verlauf der Geschichte nicht einfacher, der Geschichte zu folgen, weil der Humor wirklich oft ins Alberne abdriftet und mich die Erzählperspektive zunehmend verwirrt hat. Ich habe schon lange kein Buch mehr mit einem omnipräsenten Erzähler gelesen und fand es hier auch immer irritierend, weil man zwar teilweise einen Einblick in alle Personen (und hin und wieder in die Katze Kraken) bekommt, aber man gleichzeitig das Gefühl hat, nie alles zu erfahren. Es hat mich jedes Mal wieder leicht aus der Richtung gebracht, wenn sich mitten im Kapitel die Perspektive verschoben hat und ich mich wieder neu orientieren musste.

Die Story als solche hatte wirklich viel Potenzial. Ich habe mich echt darauf gefreut, zusammen mit Fin in der Küche zu kochen und dabei fast schon zufällig auf Geheimnisse und Intrigen zu stoßen, doch nach einem etwas unruhigen, manchmal fast schon gehetzten Auftakt passiert erstaunlich wenig, besonders dafür dass das Buch mehr als 600 Seiten hat. Ich hätte gar nichts dagegen gehabt, wenn sich die Geschichte langsam entwickelt und man nach und nach mehr über die Personen im Schloss erfährt. Aber irgendwie passieren immer wieder kleinere Dinge, die aber oft keinerlei weitere Relevanz haben und die Story nicht wirklich voranbringen, während immer wieder drohende Krieg im Hintergrund schwelt.

Leider sind mir auch die Charaktere nicht wirklich ans Herz gewachsen. Ich mochte Fin zwar durchaus und fand seine Kräfte als Haushexe auch wirklich spannend, aber ich fand nicht alle seiner Handlungen wirklich logisch. Ich hatte immer wieder das Gefühl, ihn jetzt verstehen zu können und dann handelt er doch wieder anders, ich erwartet habe. Ich war auch kein großer Fan davon, dass er oft wenig Selbstbeherrschung hat und sich den höhergestellten Personen zum Teil wirklich respektlos verhalten hat. Ich habe nicht wirklich verstanden, warum er unbedingt am königlichen Hof arbeiten wollte, wenn er sich nicht zumindest ein bisschen in das vorhandene System halten will. Auch die anderen Charaktere konnte ich nie so richtig greifen, manche blieben recht oberflächlich, manche konnte ich lange nicht einschätzen und manche mochte ich schlicht einfach nicht, obwohl sie keine unsympathische Charaktere sein sollten. Vielleicht gab es einfach mit einem Schlag zu viele neue Charaktere und ich hatte nicht genügend Zeit, sie wirklich einschätzen zu können. Die einzige herausstechende Ausnahme ist vermutlich Prinz Eric, den ich wirklich toll fand. Endlich hatte man mal kein verzogenes, arrogantes Prinzlein, sondern ein neugieriges, höfliches, extrem liebenswertes Kind, dem seine zukünftigen Untertanen und sein Reich nicht egal ist. Er war einfach jedes Mal ein kleines Highlight und ich habe mich gefreut, ihn zusammen mit Kraken zu erleben.

Alles in allem hatte das Buch so viel Potenzial und das Setting gefiel mir auch außerordentlich gut, aber es konnte mich leider trotzdem nicht wirklich überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass ich weder mit der Erzählart noch mit den Charakteren warm werden konnte und nie das Gefühl hatte, die Story so richtig zu durchschauen oder erkennen zu können, wohin sie eigentlich führen wird. Ich sehe zwar das Potenzial des Buches, aber ich werde einen zweiten Teil nicht lesen, dafür konnte ich mich zu wenig mit der Geschichte und der Welt anfreunden.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Romy Fölcks schwächstes Buch bisher

Fünf Fremde
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Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag, dass die dunklen Wolken und Wellen perfekt die Bedrohlichkeit des Sturms und des Geheimnisses auf Neuwerk ausdrücken, dabei aber nur die Stimmung ...

Die Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich mag, dass die dunklen Wolken und Wellen perfekt die Bedrohlichkeit des Sturms und des Geheimnisses auf Neuwerk ausdrücken, dabei aber nur die Stimmung des Buches und nicht den Inhalt verraten.

Die Geschichte klang ebenfalls sehr vielversprechend: An einem stürmischen Oktobertag reisen verschiedene Leute nach Neuwerk, die vor vielen Jahren ihren Sommer auf der kleinen Insel verbracht haben. Annika arbeitet eigentlich bei Mordkommission in Hamburg und kehrt auf ihre Heimatinsel zurück, um sich um ihre zunehmend verwirrtere Mutter Hedda zu kümmern, Michelle will ab nächstem Jahr als Vogelwartin auf der Nachbarinsel arbeiten, Mats arbeitet beim Deutschen Wetterdienst und will sich unbedingt den aufkommenden Herbststurm ansehen, die Nonne Charlotte will ihre Freundin Hedda besuchen und Sinje ein Buch über die Ereignisse in dem Sommer schreiben, der sie alle verbindet. Als der Sturm an Intensität gewinnt und Geheimnisse offenbart werden, wird deutlich, dass sie alle in Gefahr schweben und sich nur mit der Wahrheit daraus befreien können.

Ich fand die belletristischen Romane von Romy Fölck immer angenehm zu lesen, besonders ihre Krimis konnten mich aber komplett begeistern, deswegen habe ich mich auch sehr auf diesen Thriller gefreut. Leider konnte er mich so gar nicht überzeugen. Das liegt auch am Schreibstil. Gerade dieser war es in den letzten Büchern, der mich immer wieder komplett in die Geschichte ziehen konnte, selbst wenn diese mich komplett fesseln konnte. Hier wirkte er aber oft irgendwie unfertig und umständlich. Teilweise haben sich Satzstrukturen stark wiederholt oder die Namen von Figuren wurden vertauscht. Das hätte mich vermutlich nicht gestört, eventuell wäre es mir nicht einmal aufgefallen, wenn mich wenigstens die Story hätte fesseln können.

Leider konnte mich auch diese nicht so richtig überzeugen. Das liegt auch daran, dass es keine direkte Hauptfigur gibt, sondern abwechselnd aus der Sicht von sechs Personen erzählt wird, von der eine ein Rückblick ist. Das hat bei mir dafür gesorgt, dass ich meine Schwierigkeiten hatte, die Charaktere wirklich kennenlernen zu können. Natürlich wusste ich nach einer gewissen Zeit, wer wer war und was sie beruflich machen, aber ich hatte trotzdem sehr lange das Gefühl, sie als Personen überhaupt nicht greifen zu können. Das fand ich extrem frustrierend, weil ich dadurch auch wenig Anteilnahme an dem Leben der Menschen hatte. Ich hatte nie das Gefühl wirklich zu wissen, was hinter ihnen steckt und konnte deswegen auch ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen. Ich hätte es hier vermutlich bevorzugt, wenn man Annika mehr in den Mittelpunkt gerückt hätte, dann hätte ich wenigstens ihrer Geschichte so richtig folgen können. Die Charaktere hätte dabei sogar spannende Anlagen und Voraussetzungen, aber sie wirkten nicht komplett ausgearbeitet.

So ging es mir leider auch bei der gesamten Geschichte. Dabei fand ich das Setting toll, ich war wie die Charaktere auch als Kind auf der Insel (wenn auch nur für einen Tag vor vielen Jahren) und fand es super spannend, mehr darüber zu erfahren. Man hat auch durchaus ein gutes Gefühl für die Insel bekommen, auch wenn mir manchmal eine Karte im eBook geholfen hätte, die verschiedenen Orte und deren Positionierung auf der Insel besser verstehen zu können. Neben dem gelungenen Setting wirkte aber auch die Story ein bisschen unfertig und lieblos. Ich konnte mir recht früh einen Großteil der Ereignisse zusammenreimen, was ein Zufall gewesen sein mag, aber es hat leider nicht dafür gesorgt, mich die ganze Zeit zu fesseln. Zumal viele der Auflösungen am Ende für mich keinen richtigen Sinn ergaben, ebenso wenig wie das Verhalten der Charaktere in vielen Situationen.

Alles in allem hatte ich während des Lesens irgendwie das Gefühl zusammen mit den Charakteren in einem heftigen Sturm durch die Geschichte zu irren und den roten Faden dabei immer wieder aus den Augen zu verlieren. Dabei waren das Setting und die grundlegende Idee der Story gut, es wirkte aber alles unrund und unfertig. Ich konnte mich weder mit den Charakteren anfreunden, noch fand ich die Geschichte so fesselnd, dass ich sie unbedingt weiterlesen musste. Eigentlich mag ich die Bücher von Romy Fölck wirklich gerne, doch dieses konnte mich leider so gar nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Spannendes Setting, das leider nicht überzeugen kann

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, ...

Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, gestattet schon einen Blick auf die Story des Buches, bleibt dabei aber geheimnisvoll.

Die Geschichte klang auf den ersten Blick ebenfalls vielversprechend: Während die Eltern von Inez Olivera die Hälfte ihres Jahres in Ägypten bei Ausgrabungen verbringen, bleibt sie in Argentinien bei ihrer Tante, obwohl sie sich nichts mehr wünscht, als ihre Eltern endlich begleiten zu dürfen. Als die beiden dann plötzlich in der Wüste verschwinden, scheint dieser Traum endgültig vorbei zu sein. Doch Inez will unbedingt herausfinden, was passiert ist und macht sich auf den Weg nach Alexandria gegen den ausdrücklichen Wunsch ihres Onkels, der nun ihr Vormund ist. Dort angekommen, trifft sie auf Whit, der sie möglichst schnell zurück nach Argentinien befördern soll, doch Inez will endlich das Land sehen, das ihren Eltern so wichtig war und widersetzt sich Whit und ihrem Onkel. Als sie schließlich in die Nähe der Ausgrabungen kommt, erwacht plötzlich eine uralte Magie zum Leben und Inez gerät in einen Strudel voller Geheimnisse und Intrigen, in dem sie der Schlüssel zu einem der größten Rätsel der Menschheit sein könnte - zu Kleopatras Grab.

Ich war richtig gespannt auf diese Geschichte, weil ich die Kombination aus zwei verschiedenen historischen Epochen unglaublich spannend fand, aber leider konnte mich das Buch nie so richtig überzeugen. Das fängt schon mit dem Schreibstil an. Er wirkt an vielen Stellen etwas altmodisch, umständlich und schafft es dadurch nicht, mich so richtig in die Geschichte zu ziehen. Wenn ich es für einen Großteil der Geschichte noch akzeptieren könnte, weil es zum Zeitgeist gepasst hat, fand ich vor allem die Dialoge sehr künstlich und gestelzt, was dafür gesorgt hat, dass ich das Gefühl hatte, die Charaktere nie wirklich greifen zu können.

Diese sind für mich auch das größte Problem der Geschichte. Ich mochte eigentlich, dass Inez so willensstark und furchtlos ist, weil sie sich dadurch dafür einsetzt, endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig musste ich mich aber immer wieder daran erinnern, dass sie bereits 19 Jahre alt ist. Sie wirkt in vielen Situationen vielmehr wie ein Teenager und ist erstaunlich naiv. Ich verstehe vollkommen, dass sie sehr behütet bei ihrer Tante und ihrer Familie aufgewachsen ist und auch ihre Mutter legt immer viel Wert darauf, dass sie eine respektierte Frau der Gesellschaft wird. Allerdings vertraut sie fremden Menschen wirklich viel zu schnell und ich habe immer wieder den Kopf geschüttelt, in welche Situationen sie gerät, einfach nur weil sie nicht zumindest ein wenig skeptisch ist. Ich finde dabei sogar glaubwürdig, dass sie direkt nach ihrer Ankunft in Ägypten noch vertrauensvoll gegenüber Autoritätspersonen ist, schließlich hat sie das nicht anders gelernt. Allerdings hatte ich oft nicht so richtig das Gefühl, dass sie daraus lernen würde, vielmehr stößt sie Menschen, die ihr tatsächlich helfen wollen, immer wieder von sich, weil ihr nicht passt, dass sie sie wieder nach Hause schicken wollen. Ich kann sogar verstehen, dass sie, nachdem sie es schon bis nach Ägypten geschafft hat, nicht einfach wieder kampflos nach Argentinien zurückkehren will, aber sie hat einfach keinerlei Gespür dafür, wie gefährlich das Leben dort für sie sein kann. Das hat mich mit zunehmendem Verlauf immer mehr gestört, sodass es mir schwer fiel, mit ihr und ihrer Geschichte mitzufiebern. Mit Whit geht es mir leider ähnlich. Er ist kein schlechter Kerl, aber sein Alkoholkonsum und seine herablassende Art Inez gegenüber haben mich von Anfang an genervt. Zumal er selten komplett aufrichtig ihr gegenüber ist. Es würde vieles leichter machen, wenn irgendjemand ihr mal erklären würde, was genau vorgeht und welche Regeln in Ägypten herrschen, schließlich kennt sie das Land nicht und durch die Unehrlichkeit macht Whit es sich noch schwieriger, Inez wieder loszuwerden.

Die Story und vor allem das Setting fand ich zunächst vielversprechend, aber es dauert wirklich lange, bis beides so richtig zur Geltung kommt. Schon zu Beginn der Geschichte musste ich mich immer wieder aktiv daran erinnern, dass man sich in Argentinien befindet und auch in Ägypten dauert es lange, bis sich das ändert. Das liegt für mich auch daran, dass man im Prinzip nichts von Inez‘ Reise mitbekommt. Sie berichtet kurz, dass sie sich als Witwe ausgegeben hat, aber das ist auch schon alles, was man erfährt. Ich glaube, ich hätte die Herausforderungen und die Länge der Reise deutlich besser verstehen können, wenn ich zumindest einen Teil davon hätte miterleben können.

Alles in allem hatte das Buch wirklich viel Potenzial, aber ich wurde leider weder mit der Story noch mit den Charakteren wirklich warm. Ich wollte die Geschichte schon alleine wegen des Settings und den Einblicken in die ägyptische Antike wirklich mögen, aber es hat sehr lange gedauert, bis sie mich so weit gefesselt hat, dass ich weiterlesen wollte.

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Veröffentlicht am 21.09.2024

Tolle Idee, die leider nicht überzeugend umgesetzt wird

Long Live Evil
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Ich mochte das düstere Cover mit dem graffitiartigen Titel im Kontext mit dem dunklen Blumenmuster als Farbschnitt unglaublich gerne. Zudem passt es wirklich perfekt ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Ich mochte das düstere Cover mit dem graffitiartigen Titel im Kontext mit dem dunklen Blumenmuster als Farbschnitt unglaublich gerne. Zudem passt es wirklich perfekt zu der Stimmung des Buches.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gefesselt: Rae stirbt. Keine Behandlung hat bisher gegen ihren aggressiven Krebs geholfen, sodass ihr nichts Anderes übrig bleibt, als darauf zu warten, dass ihr Leben zu Ende geht. Doch dann trifft sie eines Abends auf eine Frau, die ihr einen Ausweg anbietet: Sie kann in die liebste Buchreihe ihrer Schwester, Zeit des Eisens, eintauchen und muss dort versuchen, die Blume des Lebens an sich zu bringen, um so in ihr altes Leben zurückzukehren. Rae nimmt an und wacht im Körper von Lady Rahela auf, einer rachsüchtigen, intriganten Hofdamen, die ausgerechnet am nächsten Tag hingerichtet werden soll. Sie muss nun alles Wissen um die Handlung des Buches nutzen, um zu überleben und die bösen Machenschaften ihrer Figur fortzuführen. Dabei stellt sie fest, dass es doch seine Vorteile hat, die Böse der Geschichte zu sein.

Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut, weil ich zum einen die Vorstellung, in das eigene Lieblingsbuch einzutauchen, wirklich spannend fand und ich zum anderen eine Geschichte unbedingt mal aus der Sicht eines bösen Charakters lesen wollte. Leider konnte mich das Buch so gar nicht überzeugen, auch wenn es wirklich viel Potenzial gehabt hätte.

Dazu trägt auch der Schreibstil bei. Dabei gefiel mir dieser zu Beginn eigentlich noch recht gut, allerdings ließ das mit der Zeit nach. Zunächst gefielen mir die kleinen Abschnitte aus dem Buch, in dem sich Rae wiederfindet, aber mit zunehmendem Verlauf des Buches haben sie mich mehr verwirrt als alles andere. Das liegt vor allem daran, dass sich das Buch durch Raes Handlungen natürlich verändert. Man kennt aber ja das Original nicht, sodass ich die meiste Zeit das Gefühl hatte, den ersten Teil nicht gelesen zu haben. Es kommen immer wieder Dinge, die Rae in der Handlung komplett überraschen, als Leser zuckt man aber nur ein bisschen die Schultern, weil man nicht wissen kann, was eigentlich passiert wäre. Ein weiterer Punkt, den ich nie wirklich verstanden habe, ist, dass Rae die Bücher von Zeit des Eisens als ihre Lieblingsreihe bezeichnet, sie aber den ersten Band nie gelesen hat. Dennoch kann sie immer wieder die weitere Handlung vorhersagen, sodass sie schnell als Prophetin des Hofes gilt. Ich verstehe ihre Gründe dafür, dass sie sie nie gelesen hat sogar, aber dass sie sich trotzdem an wirklich willkürliche Ereignisse erinnert, war mir einfach zu unrealistisch.
Über den für mich eher schwierigen Schreibstil hätte ich sogar noch hinwegsehen können, wenn ich die Charaktere gemocht hätte, aber leider bleiben die so oberflächlich, dass ich ihre Namen (von denen es zugegeben einige für eine einzige Person gibt) immer wieder vergessen habe. Hier wäre zumindest ein Personenverzeichnis für mich extrem hilfreich gewesen, damit ich zu Beginn verstanden hätte, welche Titel oder Spitznamen zu welcher Person gehören und nicht dauernd verwirrt gewesen wäre. Zudem wird oft mehr Wert darauf gelegt, die stereotypische Darstellung verschiedener Rollen (die perfekte Heldin, die böse Stiefschwester, der tiefgründige Held, etc.) zu kritisieren, als die Charaktere selbst tiefgründig zu gestalten. Das lässt sich manchmal damit erklären, dass Zeit des Eisens und somit der entsprechenden Charaktere eben einfach nicht detailliert genug ist, aber bei Rae gilt das nicht als Ausrede, sie ist schließlich eine richtige Person. Dennoch wurde ich nie so richtig warm mit ihr. Sie schafft es nie richtig zu erkennen, dass die Welt um sie herum zwar auf Papier entstanden ist, aber für sie doch sehr real geworden ist und dennoch behandelt sie alle Personen als austauschbare Schachfiguren, die man beliebig opfern kann. Das hat mich mit der Zeit wahnsinnig gemacht, weil ich sie zu Beginn zwar noch verstehen konnte, aber spätestens ab einem gewissen Zeitpunkt hätte sie erkennen müssen, dass das Buch eben mehr ist als eine Geschichte.

Alles in allem fand ich das Buch zunächst vor allem wegen der guten Idee sehr unterhaltsam, das ließ aber im Verlauf des Buches stark nach. Ich hatte einfach das Gefühl, dass sehr viel gewollt wurde, was leider nicht gut umgesetzt wurde. Weder die Charaktere noch die Story als solche haben mich wirklich abgeholt, sodass ich mich zum Ende hin mehr durchgeschleppt habe, als es wirklich zu genießen. Einen weiteren Teil werde ich auf keinen Fall noch lesen wollen, obwohl die Idee zunächst so vielversprechend geklungen hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Leider nicht überzeugend

Die Hexen von Cleftwater
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Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Mir gefällt das schlichte dunkelblaue Cover mit der einzelnen Diestel, was zusammen mit der goldenen Schrift unglaublich edel wirkt und das Buch zu etwas Besonderem ...

Das Cover des Buches mag ich richtig gerne. Mir gefällt das schlichte dunkelblaue Cover mit der einzelnen Diestel, was zusammen mit der goldenen Schrift unglaublich edel wirkt und das Buch zu etwas Besonderem macht.

Die Geschichte klang ebenfalls sehr vielversprechend: Die stumme Martha Hallybread lebt 1645 in Cleftwater. Sie lebt als ehemalige Amme mittlerweile als Dienerin auf dem Anwesen ihres Dienstherren und ist auch als Hebamme und Heilerin erste Ansprechpartnerin für die Menschen im Dorf bei allerlei Beschwerden. Das gilt auch für ihre Nachbarn, die Martha bei der Geburt ihres Kindes unterstützt, doch das Kind stirbt und ihre Helferin Prissy wird plötzlich verdächtigt, eine Hexe zu sein. Der einflussreiche Hexenjäger Silas Makepeace beauftragt ausgerechnet Martha, ihn bei der Suche nach weiteren Hexen in dem kleinen Ort zu unterstützen. Doch diese hat ein Geheimnis, dass ihr ihr Leben kosten könnte, schließlich hat sie von ihrer Mutter eine Lehmpuppe geerbt, die ihr scheinbar immer wieder aus schwierigen Situationen zu helfen scheint.

Ich war wirklich gespannt auf das Buch, weil ich sowohl das Setting im 17. Jahrhundert als auch die Protagonistin spannend fand, aber leider konnte es mich zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Das liegt auch am Schreibstil. Der ist zwar nicht schlecht, aber schafft es nicht, mich wirklich in die Geschichte zu ziehen. Manchmal hatte ich zudem das Gefühl, dass die Szenen fast wahllos aufeinanderfolgen, weil sie scheinbar nicht wirklich was miteinander zu tun haben.

Das beeinflusst auch die Story, die mir aber noch weniger gefällt als die Art, wie das Buch geschrieben ist. Ich habe einen historischen Roman über die Hexenverfolgung in England erwartet und ich weiß, dass ich bei sowas sehr hohe Ansprüche habe, aber ich habe bis zum Schluss nicht richtig verstanden, was das Buch sein wollte. Für mich persönlich war es weder ein historischer Roman noch ein literarischer, sondern es wirkte oft so, als wäre Martha mit recht modernen Überzeugungen ins 17. Jahrhundert versetzt worden, während das Umfeld sehr stereotypisch für diese Zeit dargestellt wird. Das macht das ganze in meinen Augen einfach sehr unglaubwürdig. Natürlich ist es gut, dass Martha die Hexenjagd nicht unterstützt, aber sie wirkt den anderen immer überlegen, obwohl sie eine nicht besonders hochgebildete Haushälterin ist, die Glück hatte, dass sie bei ihrer Familie untergekommen ist. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen als Hebamme und Heilerin weiß, dass manche Dinge einfach passieren, dass Kinder an Krankheiten sterben, dass Vieh krank werden kann oder dass die Ernte aufgrund von Unwetter verdirbt, aber sie erklärt vieles aus einer viel zu modernen Perspektive zu der es mehr braucht, als einen gesunden Menschenverstand. Außerdem habe ich nicht verstanden, wie Martha mit ihrer Umwelt kommuniziert. Sie ist zwar nicht komplett stumm, spricht aber sehr selten aufgrund der Wucherungen in ihrem Hals (oder dem Wurm, wie sie ihn nennt) und dennoch scheinen alle zu verstehen, was sie sagen will. Dabei verstehe ich sogar, dass ihr Schützling Kit, den sie kennt, seit er ein Baby ist, sie verstehen kann, selbst bei den Menschen in dem kleinen Dorf kann ich mir das noch vorstellen, schließlich lebt sie schon ewig dort, aber Menschen von außerhalb, wie der Hexenjäger scheinen damit auch kein Problem zu haben. Das mag bei alltäglichen Gesten auch kein Problem sein, aber sie führt teilweise komplette Gespräche mit ihr fremden Leute ohne dass es auch nur einmal Verständigungsschwierigkeiten gibt. Das war für mich einfach komplett unrealistisch, zumal so gut wie nie ausgeführt wurde, wie genau sie sich verständigen. Selbst die Verständigung mit Kit fand ich ein bisschen zu einfach, weil sie angeblich nur ein bisschen lesen kann, aber mit ihm in einer Mischung aus Gesten und Buchstaben kommuniziert. Bei den anderen Charakteren hatte ich ebenfalls so meine Probleme, sie bleiben lediglich Statisten in der Geschichte und ich wusste nie, wer wer ist, weil sie keine richtige Hintergrundgeschichte bekommen haben.

Alles in allem hatte ich während des gesamten Buchs das Gefühl, dass das Buch eine Parabel auf aktuelle Ereignisse sein sollte und ich es einfach nicht verstanden habe. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich viel lieber einen wirklichen historischen Roman gelesen hätte, mit einer sympathischen Protagonistin und nachvollziehbaren Handlungssträngen, aber das alles fehlte mir hier, sodass ich mich fast schon ein bisschen durch das Buch quälen musste und am Ende absolut enttäuscht war

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