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Veröffentlicht am 23.09.2024

Ein Kabarettist am Herd

Buchingers Kochbuch
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Kannte ich Michi Buchinger vor diesem Kochbuch? Nein! Ich bin kein Typ für Youtube-Videos, Blogs oder Instagram. Ich folge nichts und niemandem, aber ich stolpere dennoch immer wieder über Bücher dieser ...

Kannte ich Michi Buchinger vor diesem Kochbuch? Nein! Ich bin kein Typ für Youtube-Videos, Blogs oder Instagram. Ich folge nichts und niemandem, aber ich stolpere dennoch immer wieder über Bücher dieser sogenannten Influencer. Das eine oder andere ist dabei flüssiger als flüssig, nämlich überflüssig, aber dann gibt es doch immer wieder solche Perlen wie dieses! Endlich jemand, der so tickt wie ich, obwohl er vom Alter her mein Sohn sein könnte, der auf Fotos zu Rezepten besteht oder sich sonst weigert, die Rezepte auszuprobieren. Endlich jemand, der dem Frühstückskochwahnsinn wie ich aus dem Weg geht! Endlich jemand, der bodenständig kochen will, nicht zu viel Aufwand betreibt und chichi-Zutaten meidet, den Einkauf nicht romantisiert, Stress und Kochgeruch nicht wegredet. Yeah! Danke! Das mit dem Reinlegen überlege ich mir noch mal!

Die Kapitel sind eindeutig benannt mit COMFORT FOOD KOCHEN MIT CHIPS; MICHI EXPRESS / SCHNELLE KÜCHE; FITNESS; ENTERTAINING; SIEHT SCHEISSE AUS, SCHMECKT ABER GUT; SÜSSES. Die Kapitel starten immer mit einer Liste der Rezepte, die folgen werden, und einem humorigen Text. Angehängt sind dann noch das Rezeptregister, die Danksagung und das Team. Passt für mich! Super easy ist der klassische Chipstoast, aber Leute, das Ding schmeckt wirklich geil! Die Rezepte steigern sich aber im Grad der Raffinesse und des Aufwands. Wirklich schwierig werden sie jedoch zum Glück nicht. Die eine oder andere Zutat hat man vielleicht doch nicht zu Hause, aber ganz so schwierig, wie der Autor das einräumt, sind Flohsamenschalen dann doch nicht aufzutreiben. Vor dem Start gibt es einen kleinen Text mit mehr oder weniger großer Prise Humor, dann kommen die Zutatenliste und im Anschluss die Zubereitungsschritte. Letztere sind in Wir-Form gehalten, was irgendwie lustig wirkt.

Insgesamt macht es Spaß, mit Michael Buchinger zu kochen, auch wenn da schon einige Rezepte auftauchen, die weniger nach meinem Geschmack geraten sind. Ist ja aber immer so. Neu erfunden hat Buchinger das Kochen nicht, aber er macht Kochanfängern und Seltenkochern Mut, mehr als Spaghetti mit Pesto zu kochen. Drum ja auch die Aussage, wenn er kochen kann, kannst Du das auch. Das macht die Rezepte keinesfalls kleiner! Man muss nicht Lafer-Style kochen, Buchinger-Style ist viel alltagstauglicher! Auch die kleinen Anekdötchen zwischendrin machen Laune. Und besonders erfreulich ist natürlich, dass Michi Buchinger ebenso wie ich hasst, wenn ein Rezept ohne Foto ist. Also hat er zu allen Rezepten auch Fotos eingefügt und allein das ist schon ein dickes Lob wert. Womit wir ja auch wieder beim Anfang wären. Und gleichzeitig am Ende. Ein Kreis! Höchstpunktzahl!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein Insel-Abenteuer der besonderen Art

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Grace ist pensionierte Mathelehrerin und alleinstehend. So rational sie sonst ist, macht sie sich auf nach Ibiza, als sie unerwartet ein heruntergekommenes Häuschen auf der Insel erbt. Alles ist so unberechenbar, ...

Grace ist pensionierte Mathelehrerin und alleinstehend. So rational sie sonst ist, macht sie sich auf nach Ibiza, als sie unerwartet ein heruntergekommenes Häuschen auf der Insel erbt. Alles ist so unberechenbar, so unlogisch, dass sie die sich ihr stellenden Rätsel unbedingt lösen möchte. Warum hat Christina ihr das Haus vererbt und nicht ihrer Tochter Lieke? Nach so vielen Jahren, die sie gar keinen Kontakt mehr hatten? Was hat Alberto mit all dem zu tun, was geschehen ist und geschieht? Bei ihren Nachforschungen stellt Grace fest, wie allgegenwärtig ihre eigene Vergangenheit ist.

Matt Haig schreibt Bücher, die wortwörtlich anders sind. Und ich liebe dieses Anderssein. Auch bei diesem Buch muss man loslassen, sich auf die Geschichte einlassen, nicht gegen die Geschehnisse ankämpfen, die Logik ausschalten. Dann eröffnet sich einem eine wunderschöne, wunderbare Reise, die Realität und Mystik miteinander verwebt und zeigt, dass auch in den dunkelsten Zeiten das Leben einfach wunderbar ist. Wie Grace muss man alles, was man über das Leben und die Realität zu wissen glaubt, neu überdenken. Und das geht nur, wenn man loslässt und sich in die Story fallen lässt.

Grace ist eine so zauberhafte Figur, die man einfach gernhaben muss. Je mehr man über sie erfährt, desto mehr schließt man sie in sein Herz und wünscht ihr, dass sie einfach nur zulässt, glücklich zu sein. Die besondere Chance, die sich ihr bietet, wird man kaum selbst je erleben, doch ist es sehr schön, davon zu träumen. Gleichzeitig ist es auch ergreifend, wie wund ihre Seele ist und wie sehr sie sich selbst bestraft. Für andere, auch im Grunde Fremde, gibt sie alles, kämpft sie und ist sie stark. Sie versucht sogar, eine ganze Insel zu retten. Nur für sich selbst schafft sie das nicht. Die Rettung der ganzen Insel, die mystischen, fast schon magischen Geschehnisse, die kleinen wunderbaren Dinge, die großen unglaublichen Dinge, all das ergibt zusammen ein Buch, das den Leser bereichern kann. Er muss es nur zulassen! Wer komplett in der Realität gefangen ist, wird keine Freude an diesem Buch haben. Wer aber an Dinge glauben möchte, die zwar unrealistisch, dafür aber wunderbar sind, wer La Presencia gerne mal begegnen möchte, der wird das Buch wie ich endlos lieben. Von mir fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 18.09.2024

So vielfältig kann die Orange sein

Orangen - Deutscher Kochbuchpreis 2024 Silber
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Mir gefallen Koch- und Backbücher sehr, besonders, wenn sie Themen behandeln. Hier sind es die Orangen und ich staune, dass ich diese Frucht so lange so unterschätzt habe! Allerdings geht das wohl vielen ...

Mir gefallen Koch- und Backbücher sehr, besonders, wenn sie Themen behandeln. Hier sind es die Orangen und ich staune, dass ich diese Frucht so lange so unterschätzt habe! Allerdings geht das wohl vielen so, denn ich kenne kein anderes Kochbuch, das die Orange in den Mittelpunkt der Rezepte stellt.

Da passt die Geschichte von Jamie Schler, wie dieses Kochbuch entstanden ist, herrlich hinein und erklärt vieles. Man freut sich automatisch auf das Abenteuer, die Orange nicht nur als Obst für den Direktverzehr, sondern auch in Küche und Backstube einzusetzen. Interessant ist schon gleich mal die kleine Orangen-Sorten-Kunde. Ganz ehrlich, ich habe einfach nur Orangen gekauft und nie wirklich auf die Sorte geachtet. Das wird nun anders laufen!

Die Rezepte sind dann unterteilt in die Kapitel Saucen, Dressings, Dips und Relishes; Suppen, Salate, Vorspeisen und Beilagen; Hauptgerichte; süße und herzhafte Brote; Kekse und Leckereien; Kuchen; Desserts. Am Anfang steht immer eine Liste mit den Rezepten, die im jeweiligen Kapitel zu finden sind. Die Rezepte haben natürlich einen Namen. Darunter finden sich ein paar Zeilen Info zum Gericht. Anschließend teilt sich die Seite auf in eine Spalte mit Zutatenliste und Platz für die Zubereitungsschritte. Hin und wieder sind letztere etwas ausführlicher erklärt oder einfach mehr zu tun, sodass eine weitere Seite dafür nötig ist. Die Erklärungen sind immer gut verständlich und nachvollziehbar. Aber bitte den Rat der Autorin beachten: Immer erst genau das Rezept durchlesen und die Zutaten vorbereiten, dann klappt es super!

Die Zutaten sind in meinen Augen nicht ausgefallen. Man bekommt alles im gut sortierten Lebensmittelgeschäft recht problemlos. Die Rezepte sind für 4-6 Personen ausgelegt und im Schwierigkeitsgrad zumeist im alltagstauglichen Bereich. Ein paar aufwendigere Rezepte finden sich zusätzlich, die man sich ja für besondere Tage und liebe Gäste reservieren kann.

Nicht zu jedem Rezept findet sich ein Foto. Hier bin ich in der Regel äußerst empfindlich, da ich solche Rezepte in der Tat absolut ignoriere. Da Jamie Schler weitgehend nur bei Dressings, Dips und ähnlichen Rezepten keine Bilder eingefügt hat, bin ich nicht ganz so streng. Dennoch wäre es schön gewesen, hätte sie eine Seite mit nummerierten Schälchen mit diesen Speisen eingefügt.

Nicht alle Rezepte treffen meinen Geschmack, doch das erwarte ich auch von keinem Koch- oder Backbuch. Ich lasse mich gerne inspirieren und erweitere noch lieber mein Wissen. Die Rezepte sind bunt, vielfältig und quer durch die internationale Küche. Das imponiert mir, das spricht mich an, das gefällt mir. Süß finde ich, dass die Fotos dem Trend folgen, altes Geschirr und alte Küchenutensilien zu verwenden. Das symbolisiert perfekt die Tradition und Bedeutung, die Orangen für Jamie haben. Insgesamt bekommt man mit diesem Buch einen völlig neuen Blick auf die Orangen und das gefällt mir ausgesprochen gut. Fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Jung, bunt, lecker!

Die coolsten Backrezepte für Teens
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Ob für Teens oder Backanfänger, für alle ist hier etwas zu finden, das nachzubacken lohnt und im Schwierigkeitsgrad nicht ganz so hochgestellt ist. Dennoch überzeugen Optik und Geschmack! Wunderbar gemacht ...

Ob für Teens oder Backanfänger, für alle ist hier etwas zu finden, das nachzubacken lohnt und im Schwierigkeitsgrad nicht ganz so hochgestellt ist. Dennoch überzeugen Optik und Geschmack! Wunderbar gemacht finde ich schon gleich zu Anfang das Back-Know-How für Einsteiger, das interessant zu lesen und super informativ ist. Auch alte Hasen können da noch etwas für sich mitnehmen.

Die Rezepte sind übersichtlich und gut verständlich geschrieben und aufgebaut. Die Menge, die Zubereitungszeit, die Backzeit und die Kalorien pro Stück, darunter die Zutatenliste und am Ende die Zubereitungsschritte sind neben einem aussagekräftigen Foto und der Bezeichnung zu finden. Ohne den Buchtitel kommt man beim Inhalt nicht unbedingt darauf, dass das Buch sich direkt an Teens richtet.

Die Rezepte bieten eine große Auswahl, schon allein von den Teigen her. Vom Rührteig über Quark-Öl-Teig, an Hefeteig vorbei bis zu Biskuit ist alles dabei und auch Rezepte für Fertigteige aus dem Kühlregal finden sich. Süßes und Deftiges gibt es, um wirklich alle Geschmäcker abzudecken und auch als Mitnahmeessen für Schule oder Feiern zu passen.

Für mich ist dies ein fröhliches Backbuch, das zeigt, dass Backen Spaß und Freude bereitet, aber nicht zwingend kompliziert sein muss. Es ist auch recht dünn, sodass es die Zielgruppe nicht gleich erschlägt und ihr die Gelegenheit bietet, Interesse an weiteren Büchern mit Rezepten zu wecken. Idee und Umsetzung sind super, zumal für absolut jedes Rezept auch ein Foto geliefert wird, was mir persönlich enorm wichtig ist. Kann man prima verschenken, aber auch selbst behalten! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Essen, das glücklich macht!

Seelenfutter! Das Goldene von GU
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Dieses Kochbuch hat mit gesunder, kalorienbewusster Ernährung nicht wirklich viel zu tun und genau das ist das Gute daran. Manchmal braucht die Seele eben etwas, das nicht vernünftig ist, sondern gut tut. ...

Dieses Kochbuch hat mit gesunder, kalorienbewusster Ernährung nicht wirklich viel zu tun und genau das ist das Gute daran. Manchmal braucht die Seele eben etwas, das nicht vernünftig ist, sondern gut tut. Und im Grunde ist genau das doch auch wieder gesund, solange es nicht jeden Tag genossen wird. Die Kapitel Kleine Seelentröster; Yummie Veggies; Feelgoods mit Fisch und Fleisch; Süßer Seelenbalsam sprechen deutlich für sich und teilen das Buch in meinen Augen großartig ein. Vorab gibt es eine interessant zu lesende Einführung, ein wenig Warenkunde und dann geht es los.

Die Gerichte sind mal mehr, mal weniger aufwendig zuzubereiten und natürlich schmeckt nicht jedem alles. Aber oft sind es nur wenige einzelne Zutaten, die man dann auch einfach weglassen kann, um Gefallen daran zu finden. Bei mir sind es beispielsweise die Oliven, die ich bei den ausgebackenen Mozzarellabroten nicht mag. Dafür gebe ich ein paar Paprikawürfelchen dazu und bin im Schlemmerhimmel. Die indischen Samosas beispielsweise sind köstlich, machen aber viel Arbeit. Doch stelle ich bei mir selbst fest, dass auch das Zubereiten schon die Seele füttert und der Genuss am Ende die Arbeit wettmacht.

Die Rezepte sind klar und übersichtlich strukturiert. Nach dem Titel folgt ein kurzer, erklärender Satz, dann Angaben zu Personen und Zeiten, die Zutatenliste(n) und die knappen, aber deutlichen Arbeitsschritte. Man muss kein Profi sein, um die Anweisungen zu verstehen und umsetzen zu können. Oft findet sich, was dazu schmeckt, sowie diverse Arten von Tipps von gute Laune über Tuning bis zu Profi. Die Rezepte reichen von Klassikern bis moderner Küche, von deutscher bis internationaler Küche. Sie sind kunterbunt und abwechslungsreich. Die Zutaten bleiben dabei recht bodenständig. Wirklich exotisch ist nichts und die etwas ungewöhnlicheren Zutaten finden sich im Supermarktregal problemlos. Ob deftig oder süß, ob Kleinigkeit oder mächtige Mahlzeit, ob mit oder ohne Fleisch, hier ist wirklich an alles gedacht. Ganz besonders freue ich mich über die tollen Fotos zu den Gerichten, ohne die ich Rezepte schlichtweg ignoriere.

Und natürlich schmecken all diese tollen Gerichte auch dann, wenn man keine Seelentröster braucht und total glücklich ist! Ob allein oder zu zweit, diese Rezepte erfreuen Herz, Seele und den Gaumen! Für alle Tage eher nicht ganz so ideal, wenn man sich bewusst ernähren möchte, aber für die besonderen Tage im Leben einfach toll. Fünf Sterne!

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