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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Was ist damals passiert?

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
4

Das ist die Frage, die sich durch dieses Buch zieht, von Anfang an bis zur Aufklärung am Schluss. Damals ist nämlich eine junge Frau aus Hannahs Clique bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen. Dieses ...

Das ist die Frage, die sich durch dieses Buch zieht, von Anfang an bis zur Aufklärung am Schluss. Damals ist nämlich eine junge Frau aus Hannahs Clique bei einem Bootsunglück ums Leben gekommen. Dieses Unglück ist noch bei vielen Bewohnern von Ostersande in trauriger Erinnerung, auch nach über 20 Jahren.
Hannah Bülow zieht nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Mannes zurück in ihr Heimatdorf an der Ostsee. Sie war Kommissarin in Münster, möchte aber nun einen Neustart, zumal ihre Töchter erwachsen sind und nicht mehr bei ihr leben. Sie hat durch Vermittlung ihrer Freundin Constanze eine Stelle in der örtlichen Polizeidirektion bekommen. Zunächst zieht sie mit Tobby, ihrem Hund, zu ihrem Vater, der etwas Unterstützung brauchen kann.
Nach einem spannenden und ergreifendem Prolog, in dem eine Frau ihren Suizid auf einem Boot angeht, senkt sich das Spannungslevel enorm ab, denn nun wird auf ca. 80 Seiten das Dorfleben in Ostersanden beschrieben und man wird sehr detailliert mit den Protagonisten bekannt gemacht. Das fand ich recht langatmig, denn da ist vieles redundant und man hat ja schließlich einen Krimi lesen wollen. Aber dann steigt die Spannung wieder an, und man kann endlich miträtseln, was bis zum Schluss anhält, denn es gibt immer wieder Überraschungen und plötzliche Wendungen.
Nach und nach erschließen sich dem Leser Details aus der Vergangenheit, die bei den damaligen Ermittlungen nicht bekannt waren. Dabei bleibt die Spannung bis zur Auflösung am Ende komplett erhalten, da die Rückblicke stets zu neuen Theorien anregen, aber nie zu viel verraten. Das finde ich gelungen.
Der Schreibstil ist flüssig und liest sich angenehm. Alles wird sehr detailliert dargestellt, so dass man im Kopf Bilder von Personen und Situationen hat. Allerdings sind dann auch manchmal Umstände beschrieben, die eher unwichtig erscheinen, z.B. wie viele Fischbrötchen welcher Art die einzelnen Personen essen. Das sind Seitenfüller, die ich unwichtig finde.
Die Charaktere sind überwiegend sympathisch. Am besten gefallen mir Kommissar Grewe, seine Assistentin Mara und der Psychologe Fleming. Hannah ist mir zu dominant, sowohl im privaten Umfeld als auch in der Polizeistelle. Sie ist mutig, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, erscheint mir aber zu perfekt.
Sehr unrealistisch finde ich die enge und andauernde Zusammenarbeit zwischen Hannah und der Kriminalpolizei. Oft sind sie zu dritt unterwegs, was wohl im wahren Leben nicht denkbar wäre. Und es gibt auch noch andere Begebenheiten, die man unter dichterischer Freiheit verbuchen sollte.
Alles in allem hat mir die Krimihandlung in diesem Buch gut gefallen, als sie dann so richtig in Schwung kam, und ich kann das Buch jedem empfehlen, der leichte Kriminalliteratur bevorzugt, die zum Miträtseln einlädt.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 11.09.2025

Bewegender Rückblick auf die eigene Familiengeschichte

Meine Mutter
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Das Buch beginnt mit der Beerdigung der Mutter, die Suizid begangen hat und der anscheinend niemand so richtig nachtrauert, noch nicht einmal die eigene Tochter. Das macht neugierig, was wohl die Gründe ...

Das Buch beginnt mit der Beerdigung der Mutter, die Suizid begangen hat und der anscheinend niemand so richtig nachtrauert, noch nicht einmal die eigene Tochter. Das macht neugierig, was wohl die Gründe dafür sein könnten. In diesem Buch schildert die Autorin, durch welche tragischen Ereignisse und Gegensätze das Leben der Mutter Gisela geprägt wurde.
Um bessere Einsichten in die Vergangenheit zu bekommen, reist die Autorin nach Polen, nach Schlesien, wo ihre Mutter die glücklichsten und unbeschwertesten Tage verbrachte, bis der Krieg für gravierende Änderungen sorgte. Ihre Recherchen sollen auch die Motive für die vielen Selbstmorde in der Familie erklären, denn es ist sicherlich nicht abwegig, dass die Autorin selbst in eine vergleichbare Situation geraten könnte.
Nach der Ankunft in Schlesien überfällt den Leser eine so große Zahl an Namen, dass man den Durchblick verliert. Hier wäre ein Stammbaum sehr nützlich gewesen. Ich habe versucht, mir einen solchen selbst zu erstellen, um wieder Klarheit zu bekommen. Auch eine Liste der Dorfbewohner habe ich mir erstellt.
Die Familiensaga wird auf verschiedenen Ebenen erzählt, die sich dann als Ganzes im Hinblick auf die Gefühlslage der Mutter verbinden. Diese Seiten fand ich sehr ergreifend und interessant, denn man kann sich ausmalen, wie der Weg von der kleinen Gisela, die immer im Mittelpunkt steht, sich entwickelt zu der unsicheren Frau, die ihre Beziehungen nur schwerlich aufrecht erhalten kann und in Affären flieht.
Als Leser bekommt man hautnah zu spüren, wie die Familiensituation, die Gisela in jungen Jahren Halt gibt, immer mehr zerbröckelt, denn nach und nach erschließen sich dem Leser Details aus der Vergangenheit, die dann auch Umstände im späteren Leben erklären, wie z.B. die Untreue von Giselas Vater seiner Frau gegenüber und die geduldige Toleranz, die Giselas Mutter zeigt.
Ich finde es immer hochinteressant, hinter solche Familienbeziehungen zu schauen und daraus meine Schlüsse zu ziehen. Das macht für mich ein Buch spannend, auch wenn nicht viel passiert. Dies hat mir auch hier gefallen, nachdem ich dann endlich einen Durchblick durch die Namen erlangt hatte.
Den Vorgänger 'Die Schwester', in der die Autorin über ihre Schwester schreibt, die auch den Suizid wählte, werde ich mir sicherlich in Kürze besorgen.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und mich oftmals zum Nachdenken gebracht, da auch Wurzeln meiner Familie in Schlesien und Ostpreußen verankert sind.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Interessante Infos für Swifties

Taylor Swift is Life
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In diesem Buch erfahren wir Leser vieles über Taylors Leben, ja sogar über ihre Kindheit, ihre Schulzeit und ihre Gefühlswelt in der jeweiligen Phase, was ich sehr interessant finde.
Untermalt werden die ...

In diesem Buch erfahren wir Leser vieles über Taylors Leben, ja sogar über ihre Kindheit, ihre Schulzeit und ihre Gefühlswelt in der jeweiligen Phase, was ich sehr interessant finde.
Untermalt werden die Texte mit stilisierten Zeichnungen der Sängerin, es gibt keine Fotos, was ich nicht schlimm finde, denn die Zeichnungen treffen das Wesentliche.
Das Buch wird eingeordnet 'ab 8 Jahre'. Hier habe ich Zweifel, ob ein 8-jähriges Kind die große Menge an Texten auf sich nehmen möchte, zumal sie nicht in kindgerechter Sprache erscheinen. Ich denke, man sollte etwas mehr Leseerfahrung mitbringen.
Sehr interessant fand ich das Kapitel über die 'Easter Eggs', die sie regelmäßig für ihre Fans versteckt, das sind verborgene Botschaften, denen man erstmal auf die Schliche kommen muss. Ein Zeichen für Kreativität und Fan-Verbundenheit!
Die Diskografie ist sehr detailliert, und sie enthält viel Hintergrundmaterial.
Das Taylorskop ist auch wieder eine kreative Idee, denn hier werden Songs dem jeweiligen Sternzeichen zugeordnet.
Das Buch ist sehr stabil gebunden und das Design sieht hübsch aus in zartem Swift-Rosa.
Ich bin kein Taylor-Fan, aber ich versuche seit dem Sommer, dem Geheimnis der Swift-Mania auf die Spur zu kommen, denn dieses Phänomen ist beeindruckend. Und dieses Buch hat mir deutlich weiter geholfen 😀

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Der pure Wunsch zu überleben

Und später für immer
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Gegen Ende des zweiten Weltkriegs beschließt Johann Meinert, gemeinsam mit ein paar Kameraden zu desertieren. Nach all den Einsätzen bei der Luftwaffe hat er nur noch den dringenden Wunsch, endlich zu ...

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs beschließt Johann Meinert, gemeinsam mit ein paar Kameraden zu desertieren. Nach all den Einsätzen bei der Luftwaffe hat er nur noch den dringenden Wunsch, endlich zu seiner Frau und dem ungeborenen Kind zurückzukehren. Als die Situation geographisch günstig ist, setzt er sein Vorhaben in die Tat um. Er flieht zu Onkel und Tante und versteckt sich dort im Heuschober. Alles verläuft ruhig, bis plötzlich das Nachbarsmädchen Frieda ihn entdeckt, sich mit ihm bekannt macht und ihn immer wieder mal besucht. Sie ist 16 Jahre alt, und ihr Vater dient der NSDAP. Sie verhält sich anfangs recht feindselig gegenüber Johann. Von da an wird er von Zweifeln gequält, ob Frieda ihn verrät oder ob er ihr vertrauen kann....
Der Autor bedient sich eines sehr spannenden Schreibstils, Johanns Angst während der Flucht und im Versteck ist förmlich spürbar. Besonders trifft dies auf den Moment zu, als einer der Deserteure plötzlich einen Rückzieher machen will, da hält man den Atem an.
Sehr atmosphärisch ist es auch, als er von Frieda entdeckt wird und das Scheitern seiner Flucht in greifbare Nähe rückt. Intensiv bemüht er sich um die Zuneigung von Frieda, um nur ja nicht verraten zu werden. Man spürt regelrecht seine Panik.
Immer wieder werden Rückblicke auf die Zeit vor der Desertation eingeschoben. Diese Zeitsprünge waren zunächst nicht klar erkennbar. Die Erinnerungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, machen einen großen Teil des Buches aus. Diese Einschübe sind zwar interessant und sie spiegeln die Gefühlswelt der Soldaten intensiv wieder, aber das eigentliche Thema wird dabei umgangen. Ich fand das etwas langatmig, denn ich wollte ja wissen, wie es mit Johann und Frieda weitergeht und ob die Flucht erfolgreich ist.
Hochspannend wird es dann nochmal, als Frieda und Johann sich annähern. Auch diese Situation ist wieder sehr gefühlsintensiv. Man spürt, wie es zwischen den beiden knistert. Hier hätte ich etwas mehr erwartet. Diese gefährliche Situation wurde nur kurz beschrieben.
Auch das Ende ist mir etwas zu kurz geraten, im Prinzip ist es ein offenes Ende....
Alles in allem hat mir das Buch gefallen, es hat Einblicke in eine mir fremde Welt geliefert und Denkanstöße gegeben. Nur einige Situationen kamen mir zu kurz, während andere zu ausführlich waren. Durchaus lesenswert!

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Gestörtes Mutter-Kind Verhältnis

Kleine Monster
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In diesem Roman geht es um eine junge Familie: Pia, Jakob und deren Sohn Luca (7 Jahre alt). Luca hat in der Grundschule etwas gemacht, das er nicht hätte tun dürfen und das mit einem Mädchen zu tun hat. ...

In diesem Roman geht es um eine junge Familie: Pia, Jakob und deren Sohn Luca (7 Jahre alt). Luca hat in der Grundschule etwas gemacht, das er nicht hätte tun dürfen und das mit einem Mädchen zu tun hat. Die Eltern werden in die Schule bestellt, und in einem atmosphärischen Gespräch wird der Leser vor das Rätsel gestellt, was denn eigentlich passiert ist. Man erfährt dies erst etliche Seiten später, aber diese Seiten sind erfüllt mit Hochspannung, da man die Zusammenhänge verstehen möchte.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr, denn er drückt die jeweilige Atmosphäre und die Gefühlswelt der Hauptpersonen so sorgfältig aus, dass man sich einfühlen kann.
Zunächst bin ich davon ausgegangen, dass es hier um ein Familiendrama geht, da die heile Welt, in der sich die Familie glaubte, durch den eigenen Sohn zerstört wird. Doch nach und nach stellte sich heraus, dass es eher um die traumatischen Erlebnisse Pias in ihrer Kindheit geht, die sie noch nicht bewältigt hat. Das hat mich etwas enttäuscht, weil meine Erwartungen an das Buch in eine andere Richtung gingen.
Richtig sympathisch ist mir keiner der Charaktere, am ehesten noch Jakob, der meist versucht, auftretende Probleme zu verharmlosen.
Pia, die Hauptprotagonistin, ist so sehr mit ihrer Vergangenheit beschäftigt, dass sie die Realität völlig falsch einschätzt und damit ihrem Sohn schadet. Das ist tragisch! Die Auseinandersetzung Pias mit ihrer Vergangenheit birgt einige Längen, da hier die Spannung fehlt.
Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, indem ich mehr und mehr in das 'Innere' der gesamten Familie Einsicht erhielt.

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