War nicht so mein Fall - die Illustrationen fand ich eher langweilig und die Geschichte hat mich auch nicht gecatcht
Wahre HeldenInhalt: Cohen der Barbar und seine Graue Horde haben die Nase voll vom Älterwerden. Nachdem sie das Achatene Reich erobert hatten und Cohen eine Zeitlang Kaiser war, wollen sie nicht eines Kriegers unwürdig ...
Inhalt: Cohen der Barbar und seine Graue Horde haben die Nase voll vom Älterwerden. Nachdem sie das Achatene Reich erobert hatten und Cohen eine Zeitlang Kaiser war, wollen sie nicht eines Kriegers unwürdig am Müßiggang sterben wie der alte Vicent, der sich vom Heldentum zurückgezogen hatte und dann an einer Gurke erstickte. Anschließend noch begraben zu werden, das ist der Horror für die uralten Helden. Und wer hat Schuld an ihrem Leid? Die Götter, die sie haben so lange leben und gebrechlich werden lassen. Wobei gebrechlich relativ ist - immer noch nimmt es die Graue Horde mit allem und jedem auf, auch mit den Göttern. Sie haben vor, dem Göttersitz Cori Celesti einen Besuch abzustatten und den Göttern das Feuer, das ihnen vor Äonen von den Menschen gestohlen wurde, zurückzubringen, mit Zinsen. Im Stadtstaat Ankh-Morpork wurde dieses Vorhaben, das die gesamte Scheibenwelt zerstören würde, offenbar. Lord Vetinari und die Zauberer der Unsichtbaren Universität suchen nach einem Weg, die Graue Horde, die einen gewaltigen Vorsprung hat, zu stoppen. Die Mission ist natürlich lebensgefährlich, und Rincewind, der unmagischste Zauberer der Welt, wird zusammen mit dem genialen Erfinder Leonard da Quirm und dem hünenhaften Polizei-Capitain Karotte geschickt, um den Weltuntergang zu verhindern. Der Roman wurde illustriert von Paul Kidby.
Bewertung: Eigentlich mag ich Terry Pratchett, die Scheibenwelt und die Cover-Bilder sehr gerne, aber das Buch war nicht wirklich mein Fall. Zunächst fielen natürlich die umfangreichen Illustrationen auf, die allerdings rasch eintötig und eher langweilig auf mich wirkten. Viele Bilder sind in einem Braunton gehalten, es fehlt Farbe und es fehlt Detail. Gerade bei den Doppelseiten fällt dies auf. Direkt nach dem Aufblättern hat man das Bild schon erfasst und ist fertig damit. Ein paar Doppelseiten haben zudem den Fehler, dass man das Motiv durch die Falz beeinträchtigt hat. Da fehlt dann zuviel oder Entscheidendes und das sieht blöd aus. Mich hat überdies die Gleichförmigkeit gestört. In der Grauen Horde sehen fast alle gleich aus. Der Helm ein bißchen anders, der Bart länger oder kürzer - ein echtes, persönliches Gesicht jedoch hat fast keiner. Auf einer Seite wurden verschiedene Arten von Sumpfdrachen dargestellt, darunter eine Beschreibung der einzelnen Arten. Und ich dachte nur: Neeeee, das lese ich jetzt nicht. Weil die eben fast alle gleich aussehen. Die entscheidenden Situationen der Story und ihre Figuren sind zwar abgebildet, aber viele Zeichnungen sagen wenig aus. Dabei hätte der Text Details geliefert beispielsweise für den Rand der Welt. Da ist ein Gully bei Regen fast interessanter. Ich mochte auch nicht, dass Ponder Stibbons wie Harry Potter aussieht.
Mit der Geschichte und dem Schreibstil bin ich auch nicht recht warm geworden. Eigentlich bewundere ich Terry Pratchett dafür, wie kreativ er gedacht hat. Er hat beispielsweise vielen Sprichworten eine neue Bedeutung gegeben und wusste zu überraschen, indem er mit seiner Geschichte unvermutet in eine ganz andere Richtung abbog. In diesem Buch kam es mir jedoch eher vor wie eine bewährte Masche, die man zu lange gestrickt hat. Ich war bald darauf eingestellt, dass meine Erwartung ständig über den Haufen geworfen werden, und deswegen hat bei mir die Überraschung dann nicht mehr so gut gezogen. Die Geschichte war durch die vielen Sprünge zwischen Personengruppen und Orten zu sehr zerrissen. Eine Szene im spannendsten Moment verlassen zu müssen, finde ich außerdem einen billigen Trick, um die Spannung hochzuhalten. Wenn ich dann zur Szene zurückkehrte nach dem Einschub, merkte ich, dass da keine Spannung war, wie es weitergeht. Die Figuren kennt man, wenn man die Scheibenwelt etwas kennt. Und darum hat man sie auch gern. Aber die Einfühlung war anderweitig schon einmal tiefer. Möglicherweise liegt es daran, dass es mir vorkommt, als wäre der Roman nach einem bewährten Muster hergestellt worden. Die Idee an sich, es den Göttern heimzuzahlen, war mir neu. Innovation finde ich gut. Aber insgesamt halte ich dieses Buch für einen der schwächeren Romane von der Scheibenwelt: ⭐️ ⭐️ ⭐️