„Das Böse vor deiner Tür“ hat ein ansprechendes Cover. Besonders gespannt war ich auf den Beitrag von Sarah Bestgen, deren Schreibstil mich schon in „Happy End“ begeistert hat. Auch in dieser Sammlung ...
„Das Böse vor deiner Tür“ hat ein ansprechendes Cover. Besonders gespannt war ich auf den Beitrag von Sarah Bestgen, deren Schreibstil mich schon in „Happy End“ begeistert hat. Auch in dieser Sammlung hat sie mich nicht enttäuscht und ihre Geschichte zählt für mich zu den Highlights.
Neben Bestgen konnte ich jedoch auch andere Autorinnen entdecken, deren Erzählungen mich in den Bann gezogen haben. Einige davon haben mich so begeistert, dass ich nun auch auf deren frühere Werke neugierig geworden bin und hoffe, dort weitere spannende Geschichten zu finden.
Natürlich trifft nicht jede Geschichte meinen Geschmack, und nicht alle waren gleichermaßen gruselig. Dennoch schafft es die Sammlung insgesamt, durchgehend spannend zu bleiben und bietet für Liebhaberinnen des Horrorgenres viele lesenswerte Momente. Besonders jetzt vor Halloween!
Fiebiger und Haghiri haben ein gut strukturiertes Buch geschrieben, in dem sie auf ehrliche und praxisnahe Weise zeigen, wie man sich emotional stabilisieren kann. Besonders gefällt mir die Mischung aus ...
Fiebiger und Haghiri haben ein gut strukturiertes Buch geschrieben, in dem sie auf ehrliche und praxisnahe Weise zeigen, wie man sich emotional stabilisieren kann. Besonders gefällt mir die Mischung aus wissenschaftlichen Hintergründen und praktischen therapeutischen Ansätzen, die sie zu Werkzeugen vereinen, die man direkt anwenden kann. Die Themen sind vielfältig – ob Schlafprobleme, Grübeleien, Wut oder Grenzüberschreitungen – und die beiden Autorinnen erklären alles schön rund, sodass wirklich für jede:n etwas dabei ist.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits: Die wissenschaftlichen Hintergründe sind für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich dargestellt. Es wird oft auf „Studien“ verwiesen, ohne diese wirklich einzuordnen. Aussagen wie „viele Studien haben gezeigt“ bleiben zu vage, ohne dass klar wird, welche Studien gemeint sind, wer sie durchgeführt hat oder wie lange sie liefen. Da hätte ich mir eine tiefere Einordnung gewünscht, um die Aussagen besser bewerten zu können. Einfach darauf zu vertrauen, dass die Studien schon richtig sein werden, reicht mir da nicht ganz. Für Leser:innen, die wissenschaftlich fundierte Beweise schätzen, hinterlässt dies ein gewisses Ungleichgewicht. Ein intensiverer Blick auf die Studien könnte das Buch noch überzeugender machen.
Insgesamt ist es eine wertvolle Lektüre für all jene, die nach praxisnahen Lösungen für ein stabileres emotionales Leben suchen. Das Buch kann man sicherlich immer wieder zur Hand nehmen.
„A Study in Drowning“ hat ein schönes Cover und bietet eine interssante Prämisse. Die Autorin schafft es, in diesem Young Adult-Roman wichtige gesellschaftliche Themen wie Geschlechterungleichheit und ...
„A Study in Drowning“ hat ein schönes Cover und bietet eine interssante Prämisse. Die Autorin schafft es, in diesem Young Adult-Roman wichtige gesellschaftliche Themen wie Geschlechterungleichheit und Opferbeschuldigung sensibel zu behandeln. Als einzige Frau in einem von Männern dominierten Architekturstudium kämpft sie mit Hindernissen, die ihr Geschlecht ihr auferlegt. Die Schilderung ihrer Erfahrungen als Opfer von sexuellen Übergriffen und der darauffolgenden Viktimisierung verleiht der Figur Tiefe. Auch, dass sie nicht ganz angepasst ist und mitunter unfreundlich und launisch sein kann ist erfrischend.
Die Handlung ist spannend und fesselnd: Effies Reise zum Anwesen ihres verstorbenen Lieblingsautors, um dessen Haus neu zu entwerfen, ist nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere Reise. Mit einem Kommilitonen taucht sie tief in die Geheimnisse des Autors ein, bei der Realität und Fantasie zu verschwimmen scheinen.
Trotz der packenden Geschichte habe ich doch ein Problem mit diesem Buch: Die Feindseligkeit zwischen Effies und Prestons Heimatländern wird zwar angedeutet und auf historische Kriege zurückgeführt, bleibt aber weitgehend unausgeführt. Effies Vorurteile gegenüber Preston und seiner Herkunft werden im Verlauf der Geschichte nicht ausreichend hinterfragt oder entwickelt. Zudem ist Effie ganz offen von Vorurteilen geprägt, die, obwohl sie sich in Preston verliebt, nie tiefer behandelt werden.
Insgesamt ist die Geschichte fesselnd, ich hätte mir jedoch noch mehr Worldbuilding und eine Auseinandersetzung mit der Xenophobie Effies gewünscht.
Das Hörbuch "Introvertiert, na und?" von Saskia Fröhlich, gesprochen von ihr selbst und Maximilian Winkel, ist unterhaltsam, aber an manchen Stellen etwas repetitiv. Es geht zwar um Introversion, aber ...
Das Hörbuch "Introvertiert, na und?" von Saskia Fröhlich, gesprochen von ihr selbst und Maximilian Winkel, ist unterhaltsam, aber an manchen Stellen etwas repetitiv. Es geht zwar um Introversion, aber vieles, was gesagt wird, wiederholt nur (bekannte) Grundlagen. Neue Erkenntnisse oder tiefere Einblicke fehlen leider.
Dafür gibt’s aber jede Menge Anekdoten. Für Introvertierte sind die Geschichten gut nachfühlbar. Allerdings bleibt die Wissenschaft dabei auf der Strecke. Es wäre schön gewesen, wenn das Thema Introversion zumindest zwischendurch etwas fundierter behandelt worden wäre.
Der Humor und der Sarkasmus sind sehr präsent – typisch für Fröhlichs Stil. Wenn man ihren Humor mag, wird man gut unterhalten. Wer aber auf einen Mix zwischen Humor und Wissenschaft gehofft hat, könnte enttäuscht werden.
Die Soundeffekte sind gut gemacht und lockern das Ganze auf. Auch die Tatsache, dass Fröhlich selbst spricht, gibt dem Hörbuch eine persönliche Note. Es wäre jedoch echt cool gewesen, wenn der extrovertierte Ex-Partner von dem Zweitsprecher Maximilian WInkel gesprochen worden wäre. Das wäre für mich ein richtiges Highlight gewesen.
Unterm Strich ist "Introvertiert, na und?" ein kurzweiliges Hörbuch, das vor allem durch Fröhlichs lockere Art lebt. Wer auf humorvolle Anekdoten steht, wird es mögen. Wer sich zusätzlich tiefere, wissenschaftliche Infos zu Introversion erhofft, könnte eher enttäuscht sein.
„A Song to Drown Rivers“ ist das erste Buch von Ann Lian, das ich gelesen habe. Das Cover ist wunderschön, und der Plot klang vielversprechend: Eine außergewöhnliche Schönheit wird als Braut an einen verfeindeten ...
„A Song to Drown Rivers“ ist das erste Buch von Ann Lian, das ich gelesen habe. Das Cover ist wunderschön, und der Plot klang vielversprechend: Eine außergewöhnliche Schönheit wird als Braut an einen verfeindeten Königshof gesandt, um in Wirklichkeit das gegnerische Königreich auszuspionieren.
Leider ging mir der Einstieg zu schnell. Xishis Leben bei ihrer Familie und die Umstände, unter denen sie aufgewachsenen ist, werden kaum beleuchtet. Da sie aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schönheit in der Gesellschaft eine besondere Behandlung erfährt, hätte ich mir hier mehr Tiefgang gewünscht. Die (politischen) Verhältnisse, in denen sie lebte, bleiben eher angedeutet, und auch die Beziehung zur Familie wird nur am Rande.
Nachdem Fanli auftaucht und sie für die gefährliche Spionagemission gewinnen will, fällt Xishi die Entscheidung fast überstürzt: Sie willigt nach kurzer Überlegung und ohne große Nachfrage ein. Die darauf beginnende Ausbildung zur Spionen, die nur 10 Wochen dauert, findet dann größtenteils off page statt. Obwohl dabei Kunst, Geschichte, Etikette und Instrumente gelehrt werden, sodass sie für einen Königshof gewappnet ist, soll das in gerade mal 10 Wochen passieren???? Dieser Abschnitt hätte länger dauern müssen, um auch mehr über die Charaktere zu erfahren. Etwas widersprüchliche oder unbequemere Gefühle seitens Xishi wären gut gewesen, aber Xishi denkt weder über ihre besonders veränderte Lebenssituation nach, noch denkt sie überhaupt an ihre Eltern. Große innere Zweifel hat sie auch nicht. Es fehlt an Details und an Raum für Worldbuilding.
Die Liebesgeschichte zwischen Xishi und Fanli entwickelt sich ebenso im Schnelldurchlauf und geschieht größtenteils off page. Xishis Gefühle scheinen sich lediglich auf Fanlis Äußerlichkeiten zu beziehen und wir lernen ihn kaum kennen. Ein tieferer Konflikt zwischen den beiden oder mehr Raum für ihre Gedanken und Emotionen hätten der Geschichte mehr Tiefe gegeben.
Nach einem Drittel gewinnt die Handlung im feindlichen Königreich dann aber doch noch spannende Wendungen und Xishi macht eine interessante Charakterentwicklung durch, die das Buch am Ende doch noch packend macht. Trotz der Schwächen im anfänglichen Pacing und der oberflächlichen Darstellung der Charaktere und Liebesgeschichte bietet „A Song to Drown Rivers“ einen fesselnden Plot und eine interessante Protagnistin.