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Veröffentlicht am 09.01.2018

Ein Paradiesvogel im christlichen Verlagswesen

Amazing Grace
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Christliche Leser kennen sicher den erfolgreichen Verlag Gerth Medien, ehemals Schulte und Gerth. In diesem Buch erzählt der Verleger Klaus Gerth aus seinem Leben. Nach einem spannenden Einstieg, erzählt ...

Christliche Leser kennen sicher den erfolgreichen Verlag Gerth Medien, ehemals Schulte und Gerth. In diesem Buch erzählt der Verleger Klaus Gerth aus seinem Leben. Nach einem spannenden Einstieg, erzählt er einige Episoden aus seiner Kindheit und Jugend. Er fühlt sich zur Kosmetikbranche hingezogen und macht dort Karriere. Er verkehrt dort mit den Einflussreichen, in sich spürt er aber eine Leere. Erst durch eine Hinwendung zum Glauben an Jesus Christus wird seine Sehnsucht gestillt. Eifrig verschlingen er und seine Frau alle Literatur, die sie zu ihrem neugefundenen Glauben finden können. Anfangs denken sie, sie sind die einzigen überzeugten Christen weit und breit.

Obwohl es unvernünftig erscheint, gibt Klaus Gerth schließlich seine Karriere in der Kosmetikbranche auf, um einen christlichen Verlag zu leiten, der ums Überleben kämpft. Vor allem durch seine Kontakte zu christliche Autoren in Amerika kann er einige Verkaufsschlager auflegen. Unter seiner Leitung floriert der Verlag, der schließlich in Gerth Medien umbenannt wird. Nach vielen Jahren ist auch die Nachfolge geklärt, und Klaus Gerth zieht in den Ruhestand nach Amerika, um in der Nähe seiner Tochter zu leben. Dort sucht er Wege sein Herzensanliegen zu verkündigen, die Endzeit.

Klaus Gerth hat viel erlebt, und seine Geschichte ist spannend. Interessant sind die Erlebnisse seiner Verlagszeit gerade für christliche Leser, da sie einiges über die christlichen Verlage in Deutschland erfahren. Allerdings hat mich diese Biographie nicht überzeugt. Die Erzählung wirkt sprunghaft, lückenhaft und emotionslos. Über Schwierigkeiten und Glaubenskämpfe wird schnell hinweggegangen, von Erfolgen hingegen wird manchmal etwas prahlerisch erzählt. Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass es dem Autor ein großes Anliegen ist zum Glauben aufzurufen, aber ich glaube dieses Anliegen hätte besser umgesetzt werden können. Vielleicht steht in dieser Biographie zu sehr das Wirken des „wundersamen“ Klaus Gerths im Mittelpunkt; dabei hätte ich lieber mehr vom Wirken eines wunderbaren Gottes gelesen.

Veröffentlicht am 04.12.2017

Inspirierende Urlaubslektüre

Meer als Alles.
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Daniel besucht auf einer wunderschönen Insel seinen alten Freund und Mentor, Leif, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. In dem dritten Band dieser Meeres-Trilogie erinnert er sich immer wieder ...

Daniel besucht auf einer wunderschönen Insel seinen alten Freund und Mentor, Leif, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. In dem dritten Band dieser Meeres-Trilogie erinnert er sich immer wieder an seine ersten beiden Reisen, die sein Leben stark verändert haben. Von einem gehetzten, selbstsüchtigen Mann hat er sich inzwischen in einen gelassenen, gereiften Mann verwandelt. Er scheint schon sehr weit auf seiner inneren Lebensreise gekommen zu sein, trotzdem ist er dankbar für jede Weisheit aus dem Mund seines Mentors.

Eingebettet in ein paar entspannende Angeltage am Meer, tauschen sich die beiden Freunde darüber aus, was im Leben wichtig ist, und wie man als Mann ein sinnvolles Leben führen kann. Neben Themen wie die Zukunftsangst, Tod und innere Reife, geht es in diesem Buch vor allem um eine Visitenkarte des Lebens. Anhand von mehreren Fragen kann auch der Leser nach seiner persönlichen Visitenkarte suchen. Der Gedanke, der dahinter steckt ist, dass es bei jedem Menschen ein Wort gibt, das seine Aufgabe und Sehnsucht im Leben beschreibt, z.B. Lebensbejaher, Schatzsucher, Problemlöser oder Weltenbummler.

Der Autor, Ude Schroeter, liebt das Meer, das wird auch in diesem Buch sehr deutlich. Nach einem kirchlichen Studium arbeitete er im Bereich der Diakonie, bis er sich mit seiner Leidenschaft selbstständig machte. Nun verbindet er Hobby mit Beruf, und arbeitet als Coach, Berater, Fotograf und Autor, und er bietet Seminare mit dem Wissen aus seinen Büchern an.

Das Buch ist wunderschön gestaltet, und die vielen schönen Bilder laden zum Entspannen ein. Die Rahmengeschichte mit zwei Männern, die sich zum Angeln und Reden treffen, finde ich gut gelungen und auch für Frauen interessant. Die Betrachtungen über Gott und die Welt fand ich manchmal interessant und hilfreich, an manchen Stellen aber zu vage. So geht es immer wieder um das „innere Kind“ und den „initiierten Mann“, aber diese Begriffe werden nicht hinreichend erklärt. Es gibt ja eine große Spannweite von möglichen Denkansätzen, wenn es um diese beiden Begriffe geht, und ich hätte gerne genauer gewusst was der Autor damit meint.

Ich hatte auch erwartet, dass in diesem Buch, das in einem christlichen Verlag erschienen ist, mehr Hoffnung aus dem christlichen Glauben geschöpft wird. Es sind zwar einige Ansätze vorhanden, aber die Geschichten und Gedanken aus der Bibel stehen eher am Rande. Es kommt mir fast so vor, als wären sie entschuldigend angefügt worden. Das ist schade, denn ich denke, gerade bei den existenziellen Fragen, die dieses Buch aufwirft, wäre im christlichen Glauben eine Quelle der Weisheit zu finden.

Fazit: Wunderschön gestaltet, bietet dieses Buch hilfreiche Denkansätze und einen Einstieg in Themen wie Sinnsuche und Identität, aber zu wenig Tiefe und Hilfe für den ernsthaft, suchenden Leser.

Veröffentlicht am 18.11.2017

Versöhnung der Religionen

Der Jesus-Dschihad
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Der 1951 geborene Autor Dave Andrews lebt selbst das, was er predigt. Als junger Mann verkauften er und seine Frau alles, was sie hatten, und lebten in Afghanistan, Indien und Nepal. Dort kümmerten sie ...

Der 1951 geborene Autor Dave Andrews lebt selbst das, was er predigt. Als junger Mann verkauften er und seine Frau alles, was sie hatten, und lebten in Afghanistan, Indien und Nepal. Dort kümmerten sie sich um benachteiligte Menschen. Inzwischen lebt er wieder in seiner Heimat Australien, und setzt sich auch dort für Randgruppen und Benachteiligte ein. Sein Herz schlägt für Freundschaft und Versöhnung zwischen Christen und Moslems, und das ist das Thema dieses Buchs.

Um diesen Dialog einzuleiten, schlägt er zuerst die dunklen Kapitel in der Geschichte des Christentums auf. Seine Aufzählung der Gräueltaten, die im Namen der Religion verübt wurden, ist lang und erschreckend. Danach folgt ein Kapitel über die Glaubenskriege der Moslems. Dieser erste Teil endet mit Gedanken über die Bereitschaft zur Gewalt. Was bringt Menschen dazu, im Namen der Religion, Andersglaubende zu töten?

In einem zweiten Hauptteil geht Andrews auf das Hauptthema seines Buchs ein, den Jesus-Dschihad. Dabei versteht er Dschihad als den gewaltfreien Einsatz für Gerechtigkeit, bei dem Jesus uns ein Vorbild sein kann. Das Buch schließt mit einigen Beispielen von christlichen und moslemischen Aktivisten; Menschen, die sich ohne Gewalt gegen Ungerechtigkeit eingesetzt haben.

Der Titel soll vermutlich bewusst provozieren, aber beim Lesen des Buchs verstehe ich schnell wieso Andrews diese beiden Begriffe nebeneinander stellt. Ich denke er leidet darunter, dass Extremisten den Begriff Dschihad für ihre Zwecke einsetzen, und damit den Eindruck vermitteln, das sei die Botschaft des Islams. Seiner Meinung nach finden sich auch im Koran viele Hinweise auf einen gewaltlosen Einsatz für Gerechtigkeit, im Sinne Jesu.

Dieses Buch ist im Gespräch mit seinen guten, moslemischen Freunden entstanden. Aus christlicher Sicht wirkt es vielleicht an manchen Stellen so, als wollte er die Unterschiede verwischen, und nur auf das Gemeinsame beider Religionen sehen. Ich stimme zu, dass wir viel gemeinsam haben, aber mir kommt es beim Lesen so vor, als würde Jesus auf einen Aspekt seines Wirkens reduziert werden. Sicher, Jesus ist das allerbeste Vorbild für Frieden und Versöhnung, aber er ist viel mehr. Er sagt von sich selbst, dass er der einzige Weg zum Vater ist, und spätestens da scheiden sich wohl die Geister. Und er fordert seine Nachfolger auf Jünger zu machen, die auf den Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden.

Ich finde es bewundernswert, dass Andrews lebt, was er sagt. Ich schätze seine Gedankenanstöße zu dem Thema Versöhnung. Ich stimme zu, dass Begegnungen und tiefe Freundschaften zwischen Christen und Moslems gut und wichtig sind. Ich habe aber große Bedenken, wenn Teile von Jesu Botschaft unter den Tisch gekehrt werden, damit es so aussieht, als gäbe es nichts Trennendes.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Was geschah wirklich?

June
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Das Buch beginnt mit einem Haus, das eine Geschichte zu erzählen hat, eine Geschichte von den vielen Menschen, die in diesem Haus gelebt, geliebt und gelitten haben. Die Erzählung findet in zwei ...

Das Buch beginnt mit einem Haus, das eine Geschichte zu erzählen hat, eine Geschichte von den vielen Menschen, die in diesem Haus gelebt, geliebt und gelitten haben. Die Erzählung findet in zwei Zeitebenen statt, zum einen geht es um das junge Mädchen June im Jahre 1955, und dann wieder um ihre Enkelin Cassie im Jahre 2015.

Cassie hat dieses Haus geerbt, und nach und nach kommen die Geheimnisse dieses Hauses ans Licht. Ihre Großmutter begegnete im Jahre 1955 dem berühmten Schauspieler Jack Montgomery, und da Cassie unerwartet als seine Erbin ernannt wurde, wird alles in Frage gestellt was sie bisher über sich und ihre Vergangenheit geglaubt hat. Könnte dieser Schauspieler der Vater ihres Vaters sein?

Die Geschichte ist gut erzählt, und gefüllt mit unerwartete Irrungen und schicksalhafte Entscheidungen. Teilweise fand ich die Erzählung allerdings etwas zu langatmig.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein Blick ins Schlafzimmer

Sexualität und Glaube
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Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, ist für mich herausfordernd, denn ich ringe selbst um Antworten auf Fragen, die hier angesprochen werden. Dabei wundere ich mich, wie ethische Maßstäbe, die ...

Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, ist für mich herausfordernd, denn ich ringe selbst um Antworten auf Fragen, die hier angesprochen werden. Dabei wundere ich mich, wie ethische Maßstäbe, die für mich als Christ schon lange klar sind, zunehmend in Gemeinden an Bedeutung verlieren.

Dieses Buch ist sehr darum bemüht, wissenschaftlich fundierte Antworten auf Fragen rund um das Erleben von Sexualität zu geben. In verschiedenen Medien wurden Christen aufgerufen, anonym über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben. Über 10.000 Menschen sind es, die hier Einblick in ihre zutiefst persönlichen Gedanken und Erlebnisse geben.

Die Ergebnisse werden in verschiedene Themenfelder gegliedert und ausgewertet, beispielsweise Sexualität als Single, Paarsexualität, Sex und Gewalt oder sexuelle Vielfalt. Jedes Kapitel endet mit interessanten Kommentaren von Fachleuten zu den vorangestellten Auswertungen.

Das Buch ist gut lesbar, und auch das Layout mit den vielen Grafiken der Auswertungsergebnissen überzeugt. Die Themen sind sinnvoll gewählt und interessant. Es ist grundsätzlich sehr wertvoll, dass es ein solches Buch als Gesprächsgrundlage gibt.

Beim Lesen habe ich aber das Gefühl, dass nicht wirklich objektiv an dieses Thema herangegangen wird. Es scheint ein Unterton mitzuschwingen: Wer an einer veralteten Sexualethik festhält, ist zu bedauern und gefährdet andere. Das wird nicht ausdrücklich so gesagt, klingt aber an vielen Stellen durch.

Natürlich ist es gut und notwendig, eigene Überzeugungen immer wieder zu prüfen und zu hinterfragen. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass alles, was vor zwanzig Jahren gelehrt wurde, automatisch überholt ist. Manchmal scheint es mir, dass Christen gerne den Trends um sich herum folgen, einfach einige Jahre später.

Ein Beispiel dafür sehe ich im Kapitel über Pornographie. Dort wird vor allem die Inkongruenz im Leben gläubiger Menschen thematisiert: Viele Christen lehnen Pornographie ab, konsumieren sie jedoch selbst. In diesem Buch wird dabei besonders hervorgehoben, wie belastend die damit verbundenen Schuldgefühle sein können. Erwähnt wird jedoch nicht, dass solche Schuldgefühle nicht nur Überreste einer strengen christlichen Prägung sein müssen, sondern auch ein wertvoller Hinweis des Gewissens sein können.

Anstatt nur von Komplexen zu reden, könnte auch über die andere Seite informiert werden: Frauen werden ausgebeutet, um pornografische Inhalte herzustellen. Dazu zeigen zahlreiche Studien, wie sich das Gehirn der Konsumenten verändert, wodurch echte Intimität immer weniger möglich wird. Pornokonsum wird außerdem leicht zu einer Sucht, die nach immer stärkeren Reizen sucht. Eine Verharmlosung der Pornographie wird zudem unseren Kindern schweren Schaden zufügen.

Ähnliche Bedenken habe ich auch bei anderen Themen in diesem Buch. Ich finde die Idee ausgezeichnet, über den Zusammenhang von Glauben und Sexualität zu forschen, finde aber, dass die Auswertungen in diesem Buch zu einseitig sind. Schade! Ich hätte mir ein deutschsprachiges Buch gewünscht, das eher dem amerikanischen Bestseller, „The Great Sex Rescue“ ähnelt.

Fazit: Dieses Buch wertet eine groß angelegte Studie unter Christen zum Thema Glauben und Sexualität aus. Die Teilnehmer stammen aus der katholischen und evangelischen Kirche sowie aus Freikirchen und anderen christlichen Denominationen. Die Idee hinter dem Projekt ist hervorragend, und viele Aspekte des Buches sind gelungen. Kritisch sehe ich jedoch die teilweise einseitige Interpretation der Ergebnisse.