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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2024

Tief berührende Poesie

Eine Blüte Luft
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In einem wundervoll gestalteten Büchlein. Sie führen uns heran, an einen nach einer ernsthaften Erkrankung veränderten Körper. Die Gedichten lassen einen tiefen Seelenblick zu, eine Teilhabe an den sehr ...

In einem wundervoll gestalteten Büchlein. Sie führen uns heran, an einen nach einer ernsthaften Erkrankung veränderten Körper. Die Gedichten lassen einen tiefen Seelenblick zu, eine Teilhabe an den sehr persönlichen Erfahrungen einer starken Frau. Sie regen zum immer wieder Lesen an, denn ein und dasselbe Gedicht kann in unterschiedlichen Stimmungslagen einem nochmals etwas Neues zuflüstern. Manche Gedichte beinhalten zudem eine universale Aussage.

Der Autorin gelingt es wunderbar, eine emotionale Tiefe in ihre Gedichte zu legen, die über ein Mitleiden weit hinausreicht, und einen zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.

Fazit: Ein bereicherndes Kleinod.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Lebensratgeber in eine schöne Geschichte verpackt

Der Traum des Nomaden
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Nael, ein Junge aus der Wüste, sucht nach seiner Bestimmung. Dafür muss er seine Heimat verlassen und sich auf abenteuerliche Reise zum Berg der Traumdeuter begeben. Denn er ist davon überzeugt, dass sein ...

Nael, ein Junge aus der Wüste, sucht nach seiner Bestimmung. Dafür muss er seine Heimat verlassen und sich auf abenteuerliche Reise zum Berg der Traumdeuter begeben. Denn er ist davon überzeugt, dass sein ständig wiederkehrender Traum, den er bisher nicht zu entschlüsseln vermag, ihm die Richtung zu einem erfüllten und glücklichen Leben weist. Auf dieser Reise schließt er Freundschaften, wird verfolgt, besteht Prüfungen, lernt viel über sich selbst und das Leben und wird von seinem Falken begleitet ..

Ein wunderbar inspirierend Lektüre, die ich mit großer Anteilnahme und Freude gelesen habe. Der Autor schreibt so feinfühlig und dennoch spannend, dass ich das Buch kaum auf die Seite legen wollte. Es gelang ihm, selbst mir als „alten Hasen“ im Themenbereich Selbstfindung noch wertvolle neue Aspekte zu vermitteln, die mich nachdenklich zurückließen. Besonders gut gefallen haben mir die schönen Geschichten in der Geschichte.

Besonders hilfreich erweist sich auch die Zusammenfassung am Ende „Naels Notizbuch“, in der alle wichtigen Aussagen nochmals zusammengetragen werden.

Das ist bereits mein 2. Buch des Autors. Schön zu sehen, wie er sich weiterentwickelt hat. Deshalb dieses Mal volle Sternezahl von meiner Seite.

Fazit: inspirierend, bereichernd, wundervoll

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Sprachlich herausragend geschriebene Dystopie

Diese ganzen belanglosen Wunder
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Doch auch vom Handlungsverlauf her bemerkenswert. Hauptakteure sind ein Junge, eine noch nicht alte, erwachsene Frau und ein Seidenhuhn. Spielt in einer nicht allzu fernen, aber nicht konkret zeitlich ...

Doch auch vom Handlungsverlauf her bemerkenswert. Hauptakteure sind ein Junge, eine noch nicht alte, erwachsene Frau und ein Seidenhuhn. Spielt in einer nicht allzu fernen, aber nicht konkret zeitlich datierten Zukunft. Es entstehen Beziehungen und vergehen. Die Jahreszeiten kommen und gehen, sie werden extremer. Wir erleben sie meist in einer kargen Marschlandschaft an einem großen Fluss. Dort, wo das Haus steht. Die emotionale Kälte zwischen den Menschen ist größer geworden in der angrenzenden Stadt. Doch für ein Jahr erleben 5 und ein halber zufällig zueinander gefundener Menschen diese ganzen belanglosen Wunder ..

Kein Roman zum Verschlingen. Ein Buch, was Zeit benötigt und mit Bedacht gelesen werden möchte. Nicht einfach zu verstehen, aber mit mannigfaltigen Möglichkeiten, der Phantasie Flügel zu verleihen. Die Autorin mutet ihrer Leserschaft etwas zu, doch sie traut ihr auch etwas zu. Aus meiner Sicht ist vor allem der sprachliche Stile das ganz Besondere. Sätze, die fast über die ganze Seite reichen, verschachtelt und doch sich nicht verlierend.

Nach etwa dem ersten Drittel ein kleiner stilistischer Bruch. Wäre der Roman in gleicher Weise fortgeführt worden, hätte ich ihn in die Kategorie „Meisterwerk“ einsortiert. Doch die Sätze werden kürzer, die Handlungsebene klarer. Sie lösen einen Reigen ganz unterschiedlicher emotionaler Reaktionen bei mir aus. Ja, es sind vor allem melancholische und das ist auch gar nicht schlimm so.

Die Umgebung erinnerte mich sofort an die aus „Der Gesang der Flusskrebse“. Doch die Geschichte ist eindeutig dystopisch ausgerichtet und ich finde es gerade gut, dass offen gelassen wird, wo sich die Landschaft genau befindet. Nicht immer wird die gerade Zeitlinie verfolgt, aber auch das macht nichts. Der Roman geht seinen eigenen Weg, wirft die Regeln der Mainstream-Bestseller über den Haufen und begeisterte mich bis zum bitteren Ende.

Bin auf die Autorin durch einen Beitrag mit ihr in HR2-Radio aufmerksam geworden, der mich sehr neugierig auf ihr Buch hat werden lassen.

Fazit: ein breiter Strom für Entdeckungen und ein emotionaler Strudel – für mich das Highlight meines bisherigen Lesejahres

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Was bedeutet Glück?

Gemeinsam, anders, glücklich
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Der Autor schreibt über seinen jüngeren Bruder, der sich in einer Einrichtung für betreutes Wohnen wohlfühlt und gelernt hat, sich an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen, einer Arbeit nachgeht, ...


Der Autor schreibt über seinen jüngeren Bruder, der sich in einer Einrichtung für betreutes Wohnen wohlfühlt und gelernt hat, sich an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen, einer Arbeit nachgeht, die ihn erfüllt und gute Kontakte zu seiner Familie und zu seinen Freunden hält.

Sein Einstieg ins Leben war durchaus von sorgenvollen ersten Jahren geprägt. Das Buch beginnt mit eine Rückschau und damit, wie die Geschwister für Johannes einstanden und ihn so angenommen haben, wie er einfach war.

Ca. 50 Jahre später möchte sein ältester Bruder, der Autor, nun eine gemeinsame Tour mit Johannes unternehmen, mit einem speziellen Rad, auf dem man nebeneinander sitzen kann. Diese gemeinsame Zeit schafft ein ganz besonderes Miteinander und die Idee für dieses Buch.

Was bedeutet Glück? Und welches sind die Voraussetzungen? Philosophisch angehauchte Fragen, die aber im Alltäglichen ebenso eine Antworten zu finden wissen. Vielleicht, wenn man die eigenen Begrenzungen annimmt und sich nicht selbst blockiert, in dem was möglich ist; sich nicht so sehr von der Meinung anderer abhängig macht, sondern schaut, war für einen selber passt.
Der Autor führt in dem Zusammenhang häufiger den Vergleich mit einer leistungsorientierten Welt an. Braucht es jedoch diesen Vergleich überhaupt? Manchmal ist aber wohl ein Impuls von außen nützlich, damit begonnen werden kann, über sich selbst hinauszuwachsen.

Der Blick des Autors ist ein liebvoll-wertschätzender sowohl auf seinen Bruder, als auch auf das ihn betreuende Umfeld und die dort lebenden Mitbewohner. Dabei kommt es wohl darauf an, mit Gelassenheit und Neugierde dem Unbekannten offen gegenüberzutreten.

Der Schreibstil des Buches kommt ohne Schnörkel aus, ist direkt und gut zu lesen. Ein wenig Biografie, aber viel Einblick in eine für die meisten fremde Welt.


Fazit: Ein Buch, das helfen kann, Hürden abzubauen und mehr mit den Menschen mit Beeinträchtigung zu sprechen statt über sie. Wir könnten vielleicht etwas für uns selbst lernen.


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Veröffentlicht am 28.07.2024

Den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen

Doktor A.
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Jurre passiert genau das. Da geht es einem frischgebackenen Weltmeister wohl nicht viel anderes als Otto Normalverbraucher. Gerade bei entsprechenden Vorfällen im familiären Bereich trifft es uns besonders ...

Jurre passiert genau das. Da geht es einem frischgebackenen Weltmeister wohl nicht viel anderes als Otto Normalverbraucher. Gerade bei entsprechenden Vorfällen im familiären Bereich trifft es uns besonders hart. Und Jurre kann es sich nicht erklären, wieso er dafür verantwortlich gemacht wird.

Seine Frau hat ihn also verlassen und er ist sich selbst keines Vergehens bewusst. Vielleicht geht es im weiteren Verlauf des Romans darum, ein Rätsel zu lösen. Vielleicht geht es aber auch darum, Jurre bei seiner Weiterentwicklung zu begleiten.

Ich kenne dieses Phänomen auch: Je mehr man seine Unschuld bezeugt, umso weniger wird einem geglaubt. Doch welche Alternative bleibt, um der Wahrheit ans Licht zu verhelfen? Es gibt ein altes Wort dafür, was im Roman passiert: Rufmord. Jurre lehnt sich irgendwann nicht mehr auf, da er erkannt hat, was in seiner Macht steht und was eben auch nicht.

Letztendlich muss er sich mit einem manipulativen Menschen auseinandersetzen, dessen tieferen Beweggründe nicht ganz klar sind. Die Idee, es anderes zu probieren, als den üblichen Weg, ist so einfach wie genial. Jurre macht etwas sehr weises.

Und was ist eigentlich mit Doktor A.? Er kommt wie die Jungfrau zum Kinde bzw. zu Jurre, da er zunächst auch völlig ahnungslos erscheint. Letztendlich wird er jedoch zur tragenden Schlüsselfigur, der Jurre den entscheidenden Hinweis gibt. Die visuelle Darstellung auf dem Cover finde ich sehr passend.

Dem Autor gelingt es, eine dichte und tiefgründige Geschichte zu entwickeln, bei der die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten wird, obwohl es sich nicht um einen Krimi oder Thriller handelt. Als Leser kommen wir der Person des Jurre sehr nah und können, an seiner emotionalen Entwicklung teilnehmen. Der Autor lässt uns umfassenden an seinen Gedankengängen teilhaben.


Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, das zwar einige Antworten liefert, aber auch so manche Frage aufwirft, über die es lohnt, nochmals genauer nachzudenken.


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