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Veröffentlicht am 28.11.2024

Auf der Insel des Schicksals

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
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Laelias Zukunft erscheint traumhaft und relativ gesichert: Nach der erfolgreichen Teilnahme bei den Jagdspielen erwartet sie die Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund und der Thron ihres Fürstentums. ...

Laelias Zukunft erscheint traumhaft und relativ gesichert: Nach der erfolgreichen Teilnahme bei den Jagdspielen erwartet sie die Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund und der Thron ihres Fürstentums. Blöd nur, dass sie aus unerklärlichen Gründen plötzlich auf der Seite der Gejagten landet und sich alle Pläne in Luft auflösen.
Das Setting erinnert auf den ersten Blick natürlich an die Tribute von Panem: Jugendliche treten in einer Art Arena (hier einsame Insel) gegeneinander an, die Teilnahme wird durch Lose geregelt, in der Wildnis erwarten sie gefährliche Tiere und irgendwer ist mit dem ganzen System nicht mehr so wirklich einverstanden.

Darüber hinaus entwickelt sich die Geschichte aber schnell zu etwas ganz eigenem. Die Adeligen sind französisch angehaucht und benehmen sich größtenteils auch so wie diejenigen, die sich bei uns dann damals in der französischen Revolution "verantworten" mussten. Der Haken hier ist jedoch, dass jedes Adelshaus über eine andere Art von magischer Kraft verfügt. Dieses ganze System fand ich toll ausgearbeitet, verschiedene Farben, Blumen und Kräfte verleihen den Adligen eine zusätzliche angeborene Identität und Zugehörigkeit, die im Laufe der Geschichte auch auf die Probe gestellt wird.

Die Handlung wird aus der Perspektive von Laelia erzählt und als Leser ist man genauso ratlos wie sie. So fragt man sich von Anfang an, was bei der Auslosung schief gelaufen ist, doch statt Antworten kommen nur immer mehr Fragen hinzu, was gut Spannung aufbaut - nichts läuft wie geplant, nichts ist so, wie es scheint.
Der Schreibstil ist hierbei angenehm zu lesen, zeitweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, aber auch die Kapitellänge erschien mir genau richtig.

Zu meinen Highlights zählten die Beschreibungen, sowohl der Landschaft, der Gesellschaft als auch der Charaktere. Diese kann man sich gut vorstellen, aber auch an Details zu ihren Hintergrundgeschichten wird nicht gespart. Statt einfacher Nebencharaktere erkundet der Leser die Insel zusammen mit authentischen Personen voller Sorgen, Ängsten, Stärken und Hoffnungen.
Auch die "Überlebenstricks" auf der Insel fand ich spannend zu lesen - ich hoffe zwar nie auf einer einsamen Insel zu stranden, aber immerhin hätte ich dann schon ein paar Ideen.
Zuletzt hervorheben möchte ich Laelia selber: Meiner Meinung ist sie ein absolut gelungener Hauptcharakter. Anstatt stur bei ihren Ansichten zu bleiben hinterfragt sie das, was ihr falsch vorkommt und entwickelt sich charakterlich im Verlauf der Handlung weiter.

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Mord oder kein Mord, das ist hier die Frage

Letzter Atem
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Als absoluter Neuling und ohne zuvor von den Darmstadt-Krimis gehört zu haben bin ich gespannt in diesen 16. Teil der Reihe gestartet.
Richtig hilfreich hierfür war, dass alle "alten" Charaktere nochmal ...

Als absoluter Neuling und ohne zuvor von den Darmstadt-Krimis gehört zu haben bin ich gespannt in diesen 16. Teil der Reihe gestartet.
Richtig hilfreich hierfür war, dass alle "alten" Charaktere nochmal eine Art Kurzvorstellung bei ihrem ersten Auftritt bekommen haben. So konnte man auch ohne Vorwissen gut in die Geschichte hineinfinden, wurde allerdings auch nicht mit Infos aus den früheren Büchern erschlagen. Im Gegenteil, ich bin jetzt eher noch neugierig auf die anderen Bücher geworden.

Hierbei gibt es ein fortlaufendes Rahmengeschehen rund um die Ermittler, man lernt ihre Familie, Freunde, Stärken und Schwächen kennen. Das Buch fokussiert sich somit nicht nur auf den Fall, sondern zwischendurch gibt es immer wieder auch mal Kapitel, in denen beispielsweise Horndeich die Probleme seiner Kinder lösen muss. Dies hat mir sehr gut gefallen, obwohl die Charaktere ja neu für mich waren, aber so haben sie direkt sehr menschlich und authentisch auf mich gewirkt. Ich habe bei der ersten Liebe des Sohnes genauso mitgefiebert wie bei der Suche nach dem möglichen Mörder. Auch die Dynamik im Team und die Dialoge waren super, jeder hatte andere "Spezialgebiete", in denen er geübt war, was zu kreativen Ermittlungsmethoden geführt hat.
Besonders positiv aufgefallen sind mir die Nebencharaktere, die vermutlich nur in diesem Buch einen Auftritt hatten, wie Angehörige der Mordopfer. Auch wenn sie eher eine kleine Rolle gespielt haben, wurden sie doch ebenfalls gut und einzigartig beschrieben und sind auch im Gedächtnis geblieben.

Ich selbst war zwar noch nie in Darmstadt, aber wie mir glaubhaft versichert wurde sind die Handlungsorte dort auch sehr realitätsgetreu, sodass man sich entweder direkt heimisch fühlt oder wie ein Touri durch das Buch die Stadt erkundet. Im Verlauf des Buches kommen auch noch andere Handlungsorte hinzu, auch hierbei wird Abwechslung geboten.
Ähnlich realistisch waren ebenfalls die medizinischen oder sonst speziellen Schilderungen im Buch, hier merkt man schnell, dass der Autor gut recherchiert hat und es dem Leser so ermöglicht, nebenbei noch etwas dazuzulernen.
Ich hatte viel Freunde beim Verfolgen der Spurensuche und ob es nun wirklich ein Mord war - tja, dafür müsst ihr wohl das Buch lesen :)

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Von den Zusammenhängen des Lebens

23 Leben
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23 Leben ist ein ungewöhnliches Buch, das ich in so einer Form auch noch nie gesehen habe. In sehr kurzen Kapiteln lernen wir jeweils einen neuen Charakter kennen, 23 insgesamt. Hierbei beeinflussen z.B. ...

23 Leben ist ein ungewöhnliches Buch, das ich in so einer Form auch noch nie gesehen habe. In sehr kurzen Kapiteln lernen wir jeweils einen neuen Charakter kennen, 23 insgesamt. Hierbei beeinflussen z.B. die Handlungen von Person 1 etwas im Leben von Person 2 und immer so weiter, bis hin zu Person 23. In der Mitte des Buches gibt es dann einen Zeitsprung und wir erfahren gespiegelt, wie es allen ergangen ist, diesmal angefangen bei Person 23.
Dadurch entsteht eine beeindruckende Kette an Verknüpfungen, ähnlich dem Schmetterlingseffekt. Selbst Kleinigkeiten können hier große Auswirkungen haben, was in sehr kreativer Weise dargestellt wird und zum Nachdenken über unsere eigenen Handlungen anregt.

Das Buch eignet sich super, um es am Stück zu lesen - man denkt sich die ganze Zeit, nur noch ein Kapitel, und will dann aber doch wissen, welche Person als nächstes kommt. Ein bisschen hat es mich auch an eine Serie erinnert, beinahe ein Sog mit geschickter Inszenierung.
Jedes Kapitel kann dadurch auch schon fast als eigenständige Kurzgeschichte gelesen werden, aber besonders wird es halt im Kontext.

Bei den Charakteren gibt es auch viel Abwechslung, ganz unterschiedliche Personen werden hier durch Zufälle miteinander verbunden. Manches mag vielleicht klischeehaft anmuten, jedoch gibt es solche Menschen ja auch wirklich, daher fand ich die Personen eigentlich alle ziemlich authentisch - manche kann man direkt nicht leiden, manche liebt man, viele sind einfach schön neutral/grau.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

Zauberhafte Neuerzählung einer chinesischen Legende

A Song to Drown Rivers
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Märchen und Legenden sind oft ganz schön schwarz-weiß: Es gibt die glorreichen Helden und Retter und auf der anderen Seite die Feinde, die Bösen und Gegenspieler der Helden. Doch sind auch diese in Wirklichkeit ...

Märchen und Legenden sind oft ganz schön schwarz-weiß: Es gibt die glorreichen Helden und Retter und auf der anderen Seite die Feinde, die Bösen und Gegenspieler der Helden. Doch sind auch diese in Wirklichkeit nicht einfach auch nur Menschen, besonders die historischen Persönlichkeiten?
A Song to Drown Rivers versteht es gekonnt, die Protagonisten einer 1500 Jahre alten Legende zum Leben zu erwecken und ihnen eine Seele zu verleihen.
Xishi als wunderschöne Heldin, die das feindliche Königreich von innen heraus zerstören soll. Ihr Lehrmeister Fanli, der sie zur perfekten Waffe schmiedet. Fuchai, der König, den sie zerstören wollen.
Sie alle entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter und zeigen ihre pure Menschlichkeit, was schön und erfrischend zu lesen war.

Ebenso gelungen war die Darstellung des antiken Chinas. Die Beschreibungen wechseln hier zwischen poetisch-traumhaft und erschreckend-realistisch, sodass ich mir sowohl den Palastluxus als auch das karge Dorfleben zur damaligen Zeit gut vorstellen konnte. Apropos Darstellung, das Buch selbst ist wunderschön gestaltet mit hochwertigem Farbschnitt und sogar goldener Prägung unter dem Schutzumschlag.
Das Erzähltempo fand ich passend, ich hatte weder das Gefühl, dass etwas zu schnell ging, noch dass sich unnötig lange in einem Abschnitt aufgehalten wird.
Zwar überwiegen die ernsten und teilweise auch tragischen Szenen in der Geschichte, jedoch gibt es auch einige liebenswerte Nebencharaktere, die ein wenig Humor hineinbringen.

Insgesamt eine spannende und berührend erzählte Neufassung einer alten Legende mit einer wichtigen Botschaft, die auch über tausend Jahre später noch aktuell ist: Nur die Mächtigen profitieren von Kriegen, für die normale Bevölkerung bleibt nur Leid.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

Geocaching mit Götterkämpfen und Pommes

Magical Fries – Der Geschmack des Lebens
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Magical Fries war mein erster Roman des Food Universe und nach all den super Bewertungen des Vorgänger war ich umso gespannter - und wurde absolut nicht enttäuscht.
Zusammen mit Crew, Lennon und Chae begibt ...

Magical Fries war mein erster Roman des Food Universe und nach all den super Bewertungen des Vorgänger war ich umso gespannter - und wurde absolut nicht enttäuscht.
Zusammen mit Crew, Lennon und Chae begibt man sich auf eine wahnwitzige Jagd rund um die Welt, mit starken Gegenspielern und unerwarteten Herausforderungen, alles nur für Pommesgewürze - mit dem Bonus, eine verstorbene Person wiederbeleben zu können.
Besonders toll fand ich, dass das Buch sich Zeit nimmt: Gefühle werden nicht übergangen, sondern sich damit beschäftigt, Beziehungen werden in Ruhe aufgebaut, es bleibt Zeit für ruhigere Abschnitte. Dabei geht die Spannung aber keineswegs verloren, vielmehr fühlt man die Ruhe vor dem Sturm. Wenn dieser Sturm dann eintrifft, gibt es Action pur, toll beschriebene Kampfszenen, bei denen man super mitfiebern kann.
Auch das Miträtseln kommt nicht zu kurz, immer wieder bekommt man kleine Hinweise geliefert, um die Geheimnisse nach und nach aufzudecken. Dazu gibts auch noch eine Prise moralischer Fragen, die zum Nachdenken anregen.
Da der Roman in sich abgeschlossen ist, hatte auch ich als Neuling keinerlei Probleme, mich gut in dieser Welt zurechtzufinden. Wenn man die anderen Bände gelesen hat, werden einem jedoch manche Nebencharaktere noch bekannt vorkommen und sich eventuell ja auch Wiedersehensfreude einstellen. Die Charaktere generell waren auch ein Highlight für mich, sie haben alle sehr authentisch gewirkt, mit ihren ganz eigenen Sorgen, Problemen, Eigenschaften und Stärken. Besonders in der Gruppe war die Dynamik unschlagbar, ein tolles Team mit viel Witz, aber auch bei der sich entwickelnden Liebesgeschichte hat die Chemie gestimmt.
Romantik, Humor, Emotionen, Abenteuer, Freundschaft, Magie - das perfekte Rezept für ein tolles Buch!

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