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Veröffentlicht am 04.11.2024

Fesselnde Geschichte mit Gruseleffekten und Gänsehautgarantie

Diviners – Aller Anfang ist böse
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Die siebzehnjährige Evie, Tochter aus gutem Hause, fällt dort in Ungnade und wir von Ohio in das faszinierende New York zu ihrem etwas schrulligen Onkel geschickt. Dieser leitet das Museum für Amerikanisches ...

Die siebzehnjährige Evie, Tochter aus gutem Hause, fällt dort in Ungnade und wir von Ohio in das faszinierende New York zu ihrem etwas schrulligen Onkel geschickt. Dieser leitet das Museum für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes. Evie fühlt sich frei in New York und genießt das Nachtleben. Hier weiß niemand, welche Fähigkeiten sie besitzt. Dann erschüttert ein grausamer Mord die Stadt und Evies Onkel wird von der Polizei als Berater hinzugezogen. Evie will behilflich sein und kommt dem Täter, der übernatürliche Kräfte zu haben scheint, gefährlich nahe. Zusammen mit dem Gauner Sam und dem Jericho, dem Gehilfen ihres Onkels, gilt es, das Böse auzuhalten, bevor es zu spät ist. Unterdessen kommen in New York noch weitere Personen mit besonderen Fähigkeiten zusammen.

Diviners - Aller Anfang ist Böse ist die Neuauflage und der erste Band einer Reihe, die bereits vor ca. 10 Jahren schon einmal von dtv verlegt wurde. Allerdings zeigt sich das Buch jetzt in neuem Gewand mit einem Cover, dass ich wunderschön finde, weil der Blick der jungen Frau einen schon gefangen nimmt. Die goldenen Buchstaben passen wunderbar zum Glamour der Zwanzigerjahre, in denen die Geschichte spielt. Allen, die bei dem Buch - wie in jedem Onlinebuchshop angepriesen - eine Romantasy erwarten, sei gleich gesagt, dass dem absolut nicht so ist. Die paar Szenen, die zu so einer Einschätzung führen könnten, gibt es allenfalls am Anfang und nahezu am Ende der Geschichte. Wider erwarten handelt es sich bei Diviners - Aller Anfang ist böse eher um eine Grusel- oder Horrorgeschichte mit vielen übernatürlichen Begebenheiten, brutalen Morden, Sekten, Geistern und abgrundtief Bösem. Das hat mich überrascht, aber nach einem etwas holprigen Start, war ich vom Buch gefesselt. Zahlreiche Gänsehautmomente sorgen für ordentlich Grusel und die ganze Zeit will man wissen, was nun hinter all den Ereignissen um die Protagonistinnen steckt.

Die Autorin hat zahlreiche Charaktere in den Plot eingebaut, dessen Haupthandlung Evie und ihre Helfer während der Mordermittlung sind. Daneben gibt es einige sehr interessante, nicht leicht einschätzbare Zeitgenoss
innen, die zahlreiche Nebenschauplätze bevölkern. Da wäre zum Beispiel ein Revuemädchen, das mit ihrem "Bruder" in demselben Haus wohnt, wie Evies Onkel. Hinzu kommt Evies Freundin Mabel, ein junger Mann, der für zwielichtige Typen arbeitet, dessen Bruder, eine geheimnisvolle Nachhilfelehrerin, zwei alte Schwestern usw. Auch die angesprochenen Themen sind zahlreich. Was diese betrifft, wirft die Autorin jede Menge Fragen auf, die in diesem Band nur teilweise beantwortet werden. Ich fand jedoch jede Person und ihren Hintergrund und auch die Themen sehr interessant und rätselhaft dargestellt. Leider spielen nur wenige von ihnen am Ende dieses ersten Bandes eine größere Rolle. Da hoffe ich dann auf die Fortsetzung. Meiner Meinung nach ist der Schreibstil der Autorin aber so gut, dass kaum langweilige Momente aufkommen. Dafür sorgen auch ihre Beschreibungen von New York City zur Zeit der Goldenen Zwanziger, von den Lebensbedingungen der Menschen über die Prohibition bis hin zum Jazz, Theatern und geheimen Kneipen. Man fühlt richtig den Glamour und die Schattenseiten dieses Jahrzehnts. Natürlich hätte man einiges als Unnötig streichen können, aber ich finde, so kam eine ganz besondere Atmosphäre auf, die das Buch ausmacht.

Vorsicht! Am Ende bleiben viele Handlungsstränge und Schicksale der Protagonist*innen offen. Der Fall der Morde wird jedoch erstmal abgeschlossen. Ich werde auf jeden Fall den zweiten Band lesen. Den gibt es noch von der älteren Ausgabe, ich hoffe aber, dass auch von diesem bald eine Neuausgabe erscheinen wird. 4,5 Sterne

PS: Das Buch hat die Altersempfehlung ab 14, einiges ist aber doch recht brutal und horrormäßig beschrieben, so dass man da durchaus ein ab 16 daraus machen kann.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Tolle Fassung mit Comics für weniger geübte Leser und Lesemuffel

Animox als Comic-Roman 1. Das Heulen der Wölfe
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Simon lebt bei seinem Onkel, seine Mutter ist ständig unterwegs. Sein erster Schultag in der siebten Klasse läuft gar nicht gut. Weil er mit Tieren spricht, wird er von anderen Schülern ausgelacht. Natürlich ...

Simon lebt bei seinem Onkel, seine Mutter ist ständig unterwegs. Sein erster Schultag in der siebten Klasse läuft gar nicht gut. Weil er mit Tieren spricht, wird er von anderen Schülern ausgelacht. Natürlich wissen sie nicht, dass er die Sprache der Tiere wirklich beherrscht. Nur die Neue, Winter, scheint ihn nicht für verrückt zu halten. Auf dem Heimweg erhält er plötzlich Warnungen, er sei in großer Gefahr. Seine Mutter wartet zu Hause auf ihn, doch dann wird sie angegriffen und verschleppt. Simon will sie unbedingt befreien und erfährt so, welche Geheimnisse seine Familie vor ihm verborgen hielt.

Die bekannte Animox-Serie von Aimée Carter war uns ein Begriff, meine Tochter hatte schon einmal das Hörbuch des ersten Teils gehört, weil ihr das Buch noch zu viel Text war. So waren wir hocherfreut, dass es dieses jetzt auch als Comic-Roman gibt. Meine Tochter ist ein riesiger Wolf-Fan und fand das Cover ganz stark. Zudem kannten wir schon andere Bücher von Oetinger Splash, einer Serie, die speziell für Kinder entwickelt wurde, die weniger geübt im Lesen sind oder einfach nicht so viel Lust haben, für die aber die typischen Erstlesegeschichten nicht mehr so interessant sind. Hier soll Action, Abenteuer und Lesespaß Hand in Hand gehen. Durch eine größere Schrift und die vielen tollen Comicstrips, werden die Leser*innen nicht nur beim Verständnis unterstützt, sondern auch durch Erfolgserlebnisse motiviert. Den Anteil der Bilder schätze ich auf ca. 35 - 40%. So geht das Lesen viel einfacher von der "Hand". Die actionreichen Szenen haben meiner Tochter jedenfalls ziemlich gut gefallen. Auch die Einteilung in kurze Kapitel ist ein Vorteil.

Die Geschichte selbst beginnt mit der Vorstellung von Simon, in den sich wohl jedes Schulkind gut hineinversetzen kann. Er hat es nicht leicht. Schon bald entwickelt sich eine starke, dynamische Geschichte um die Geheimnisse in seiner Familie. Wir mögen solche Art von realem Leben gepaart mit Fantasyelementen sehr gern. Hier geht es vor allem um Tierwandler-Fähigkeiten und verschiedene Königreiche, die eigentlich friedlich zusammenleben sollten. Jedoch gibt es nicht nur eine Partei, die mehr Macht haben möchte und genau in diesen Konflikt gerät Simon aufgrund seiner Herkunft. Nebenbei geht es auch viel um Freundschaft und das Gefühl allein zu sein. Der Plot hält einige überraschenden Wendungen bereit und man weiß gar nicht, wem man vertrauen soll. Manchmal fühlt sich der Wechsel zwischen Text und Bild etwas holprig an, aber man gewöhnt sich sehr schnell an den flotten Erzählstil und die Kürzungen im Text. Im Nachhinein würde ich auf jeden Fall als Erwachsene auch den Originalband gern noch einmal lesen und dann gleich wissen wollen, wie es weitergeht. Letzteres trifft auch auf meine Tochter zu, die gar nicht abwarten kann, bis der zweite Animox-Comicroman erscheint. Trotz aller Kürzungen hat sie der Geschichte gut folgen können und brennt ebenso darauf zu erfahren, was Simon als nächstes erlebt. Insgesamt wirklich sehr empfehlenswert vor allem für Kinder, die man sonst nur schwer zum Lesen kriegt. Hiermit sollte es klappen. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Fesselnde Fantasy mit tollen magischen Elementen

Crown of Light and Darkness
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In Lavandria leben die Menschen in von Mondlicht beschienener Dunkelheit, seit der Krieg mit den Sidhe, einem Volk von Hochelfen endete. Nur einmal im Jahr ist es den Sterblichen gestattet auf die helle ...

In Lavandria leben die Menschen in von Mondlicht beschienener Dunkelheit, seit der Krieg mit den Sidhe, einem Volk von Hochelfen endete. Nur einmal im Jahr ist es den Sterblichen gestattet auf die helle Seite zu wechseln, wo wenige Auserwählte in einem Arenakampf das Licht zurückgewinnen können. Astoria, die dort Schreckliches erlebt und Rache geschworen hat, ist fest entschlossen an diesem Kampf teilzunehmen und die Sonnenkrone des Sidhe-Herrschers zu gewinnen. Als der König zögert, sie zu töten, taucht ein Unbekannter auf und durchkreuzt Astorias Pläne. Plötzlich stehen sie und König Ronas auf derselben Seite.

Ich lese zwar nicht so oft Fantasy-Bücher, aber mittlerweile sind es doch einige gewesen. Oft gefallen sie mir besonders gut, wenn sie etwas Besonderes haben, sei es beim Worldbuilding oder beim Magiesystem. Auch besondere Protagonistinnen können mich packen. Hier kommen alle drei Faktoren zusammen und ich war nach kurzer Zeit sehr gefesselt von Lavandria. Die Idee, dass die Sieger eines Krieges dem unterlegenen Gegner das Sonnenlicht wegnehmen, fand ich faszinierend. Was für eine Strafe, das ganze Jahr im Dunklen ausharren zu müssen, nur beschienen von Mondlicht. Die Autorin Jana Schikorra schildert plausibel, wie sich das für die Sterblichen anfühlt und wie sie zwar nicht leben, aber überleben können. Hinzu kommt bei der Protagonistin Astoria noch ein unglaublich großer Rachedurst dem Herrscher der Sidhe gegenüber. Warum sie diese unbändige Wut verspürt, wird nach und nach offenbart. Auch die lichte Seite Lavandrias ist faszinierend, doch nur zum Ludiem ist es den Menschen erlaubt, die Sonnenseite zu betreten. Dafür müssen Freiwillige gegen Sidhe in der Arena kämpfen. Ein ungleicher Kampf, denn die Sidhe haben einige Vorteile. Die ganzen Beschreibungen und Erklärungen, die zum Worldbuilding gehören, fand ich absolut schlüssig und ziemlich durchdacht.

Das Buch hat auch einen romantischen Anteil, ist also nicht nur Fantasy, sondern teilweise Romantasy, wobei ich diesen Teil nicht so übertrieben fand, wie bei manch anderen Fantasybüchern. Das lag vielleicht auch daran, dass Astoria vor hat, Sidhe-König Ronas zu töten und nur unfreiwillig zu seiner Verbündeten wird. Das verzögert die Entwicklung von Gefühlen natürlich. Die Wortgefechte und der Schlagabtausch zwischen den beiden ist richtig unterhaltsam. Beide sind nicht auf den Mund gefallen. Für mich als Leser
in stellte sich bald die Vermutung ein, dass wir nicht alles wissen, sondern dass es viele Geheimnisse gibt, die Astoria erst noch aufdecken muss. Für Spannung sorgt eine dunkle Macht, die nicht nur Astorias Pläne durchkreuzt, sondern auch ganz Lavandria bedroht. Der Großteil des Buches ist eine Reise oder Suche durch das ganze Land, in dem es viele verschiedene, faszinierende Landschaften gibt. die gut, aber nicht zu ausschweifend beschrieben werden. Das einzige, was mir nicht so zugesagt hat, war, dass die sonst so starke Astoria in spicy Szenen etwas zu unterwürfig war. Das ist zwar irgendwie hot, passt aber nicht so gut zu ihr.

Wer eigentlich der Böse in der Geschichte ist, bleibt lange im Dunklen, denn immer wieder werden Zweifel geschürt. Dies zusammen mit der tollen Welt und der Magie der Sidhe, die sich in vielen verschiedenen Formen zeigt, macht Crown of Light und Darkness für mich zu einem tollen, abwechslungreichen und unvorhersehbaren Fantasybuch. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Gut gemixter Lesecocktail - sinnlich und spannend

The Lies We Hide (Brouwen Dynasty 1)
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Leenard Brouwer will mit seinem Vater und dessen bekanntem Gin-Unternehmen nichts zu tun haben und lebt deshalb in London. Doch dann passiert etwas und er muss sofort zurück nach Amsterdam, wo die Familie ...

Leenard Brouwer will mit seinem Vater und dessen bekanntem Gin-Unternehmen nichts zu tun haben und lebt deshalb in London. Doch dann passiert etwas und er muss sofort zurück nach Amsterdam, wo die Familie in einem großen Schloss lebt. Leen hasst alles daran und kann mit der Vergangenheit einfach nicht abschließen. Jetzt soll er auch noch die Firma übernehmen, die in finanzielle Bedrängnis geraten ist. Helfen soll ihm dabei die bekannte Gin-Fluencerin Miss Cocktailery. Für Nika, die hinter diesem Account steht ist das die Chance. Allerdings weiß Leen, der früher ihr bester Freund war, nicht, dass sie es ist. Für die beiden entsteht eine Zwickmühle als klar wird, dass die Gefühle von damals trotz allem nicht verschwunden sind.

Fand das Cover schon so toll und die dazugehörige Idee, die ganze Geschichte in der Welt des Gin spielen zu lassen. Das Setting in und um Amsterdam ist super beschrieben und man fühlt sich sofort als Reisender in dieser schönen Stadt. Das liegt vor allem auch daran, dass Nikas Hausgemeinschaft das Lebensgefühl ihrer Straße so authentisch transportieren. Die Nebencharaktere wurden wirklich mit viel Liebe ausgestaltet und sorgen für ein heimeliges Gefühl der Geborgenheit, das vor allem Nika auffängt, wenn es ihr nicht so gut geht.

Nika ist eine offene, selbstbewusste Frau, die allerdings Leens damalige Abweisung nie ganz verwunden hat. Sie arbeitet in einer Old-School-Bar, kreiert jedoch im Netz ihre eigenen modernen Gin-Cocktails und ist damit sehr erfolgreich. Leen hingegen schleppt die Probleme seiner Kindheit und Jugend immer noch mit sich herum. Vor allem die Abneigung seines Vaters ihm gegenüber und ein traumatisches Erlebnis hat er nie verwunden. Dementsprechend negativ und grumpy ist er manchmal, bis hin zur Aggressivität, die ihm wenigstens ein bisschen das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Es passt ihm gar nicht, dass er nach Hause zurückkehren muss. Allerdings gab es ein Verbrechen und er ist seiner Familie, vor allem seiner Schwester und seinem verschwundenen Bruder immer noch verbunden. Das Aufeinandertreffen zwischen Leen und Nika wühlt viele Erinnerungen an die Vergangenheit wieder auf und ist wie ein Tanz auf Messers Schneide. Beide wissen nicht so recht, wie sie agieren sollen. Es knistert gewaltig, doch beide sind unsicher, ob es hier noch etwas zu retten oder einen Neubeginn geben kann.

Das Buch ist ein wirklich toller, aufregend neuer Cocktail aus bekannten Zutaten, die allerdings perfekt gemixt sind. Viele Probleme, jede Menge Tiefgang und Gefühl, eine Prise gut geschriebener Spice, gewürzt mit einem Schuss Crime und garniert mit tollen Nebencharakteren, die man einfach mögen muss, ist "The Lies We Hide" ein lesenswerter erster Band der Bouwen Dynasty Reihe. Und wie bei Cocktails ist ein Band hier nicht genug, denn am Ende warten ein paar überraschenden Wendungen und ein Cliffhanger, die dafür sorgen, dass man sofort das nächste Glas bestellen möchte. Richtig kreativ fand ich auch die Kapitelanfänge, die alle den Titel selbstkreierter Cocktails trugen. Leider wurden nur die Zutaten aufgezählt und nicht die Mengen, sonst hätte man zu jedem Abschnitt den passenden Drink genießen können. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Witzige Freundschaftsgeschichte zum Thema KI

Ada und die Künstliche Blödheit – Ein Roboter auf der Flucht
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Ada kann es kaum noch erwarten. Sie hat lange gespart und nun soll sie endlich geliefert werden: Ihre Lernfroindin, ein Roboter mit künstlicher Intelligenz, der sie beim Lernen und Spielen unterstützen ...

Ada kann es kaum noch erwarten. Sie hat lange gespart und nun soll sie endlich geliefert werden: Ihre Lernfroindin, ein Roboter mit künstlicher Intelligenz, der sie beim Lernen und Spielen unterstützen soll. Damit will sie auch bei ihrem Mitschülern punkten. Doch dann schneit plötzlich ein Lernfroind ins Haus, der so ganz anders ist, als Ada sich das vorgestellt hat. KB (Künstliche Blödheit) wie sie ihn nennt scheint auf der Flucht zu sein und hat meist keine Ahnung. Dass Opa ihm 80er-Jahre-Sprüche beibringt, macht das Ganze auch nicht besser. Am liebsten würde Ada KB ganz schnell wieder loswerden, doch in der Fabrik droht ihm die Vernichtung. Außerdem wird schnell klar, dass sich ein Geheimnis um den seltsamen Androiden rankt.

Meine Tochter und ich haben beide das Buch unabhängig voneinander gelesen. Das Cover gefällt uns richtig gut, es sticht einfach aus der Menge heraus. Der Knaller für Kinder ist auf jeden Fall auch der provokante Titel, bei dem sofort Fragen im Kopf aufploppen. Künstliche Blödheit? Was ist das denn? Meine Tochter war unglaublich neugierig auf die Geschichte und sie ist sehr wählerisch bei Büchern. Die Charaktere, die auf dem Cover abgebildet sind, zeigen auch schon, dass diese eher skuril sind und es hier nicht bierernst zugeht.

Wir waren am Anfang des Buches ziemlich überrascht, dass sich die Geschichte anscheinend in einer nahen Zukunft abspielt, die die Autorin sehr schön beschreibt. Es gibt nicht mehr so viele Autos, die Energiewende ist vollzogen und KI und Roboter sind aus dem normalen Leben nicht mehr wegzudenken. Auch die Stadt, in der Ada lebt, ist etwas anders aufgebaut und Schulunterricht findet mehr digital als analog statt. Es ist richtig interessant in diese Welt einzutauchen, in der aber auch der zwischenmenschliche Kontakt nicht mehr ganz so ausgeprägt ist. Das ist auch mit ein Grund, warum Ada unbedingt eine Lernfroindin haben möchte, mit der sie zusammen lernen und ihre Mitschüler beeindrucken kann. Dabei ist Ada eigentlich ein schlaues Mädchen, das auch gut ohne auskommen könnte.

Von dem plötzlich auftauchenden Androiden auf der Flucht ist sie wirklich nicht begeistert. Er entspricht nicht dem, was sie sich vorgestellt hat und so will sie ihn loswerden und auf die richtige Lernfroindin warten. Doch ihr Opa nimmt KB sofort unter seine Fittiche und er lernt schnell ziemlich viel, wovon das meiste aber nicht unbedingt roboterlike ist, sondern Sprücheklopfen bis zum Abwinken. Opas Haltung ist noch die vom alten Schlag, was fast ein bisschen Wehmut beim erwachsenen Leser auslöst. Meine Tochter fand es einfach nur lustig, was für Chaos die beiden produzieren, da folgt eine lustige Situation auf die nächste. Die Familie und die Freunde sollen natürlich auch nicht mitkriegen, dass Adas Roboter nicht so schlau ist. Dazu muss Ada noch dafür sorgen, dass sie die Verfolger aus der Fabrik loswerden. Richtig spannend wird es auch noch, als Ada sich immer öfter beobachtet fühlt und man liest gespannt, welches Rätsel sich hinter KB verbirgt. Insgesamt hatten wir beide beim Lesen unsere Freude, wobei das Buch meiner Tochter noch etwas besser gefallen hat als mir, weil die Witze natürlich mehr auf Kinder ausgelegt sind. Am Ende sind übrigens noch nicht alles Fragen beantwortet, so dass wir uns jetzt schon freuen, mit KB und Ada in einen weiteren Band zu starten. 4,5 Sterne

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