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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.11.2017

Spannend mit wunderbaren Zeichnungen

Zeitreise auf vier Pfoten, Band 02
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Auch im vorliegenden zweiten Zeitreise-Band sind die immer hungrige Hündin Curry, die mutige Lia und der leicht tüdelige Professor Tempus samt seiner Zeitmaschine in vollem Einsatz. Sie müssen ein Pony ...

Auch im vorliegenden zweiten Zeitreise-Band sind die immer hungrige Hündin Curry, die mutige Lia und der leicht tüdelige Professor Tempus samt seiner Zeitmaschine in vollem Einsatz. Sie müssen ein Pony zurückbringen ins mittelalterliche London und erleben in der Welt der Ritter und Turniere ein aufregendes Abenteuer, das viel Spürsinn und Ideenreichtum fordert.

Mir hat dieses Buch, geeignet für Kinder ab 8, ausnehmend gut gefallen. Es ist spannend und lebendig erzählt, es bringt spielerisch viel Wissenswertes rund um das Leben der Ritter auf der Burg und bei ihren Turnieren mit sich, auch ein Glossar am Schluss der Geschichte erklärt in kurzer, klarer Form ungewohnte Begriffe. Die etwas größere Schrift erleichtert den Kindern das Lesen, ebenso wie die kurzen Kapitel. Doch nicht nur die zeitgeschichtlichen Informationen machen das Buch besonders, auch der erzählte Inhalt, denn Kinder erleben, wie selbst gefährliche Abenteuer bestanden werden können, wenn alle Beteiligten ihre jeweiligen Fähigkeiten füreinander einsetzen. Für mich herausragende Ergänzung sind die vielen wunderbaren Zeichnungen von Fréderic Bertrand, die detailreich, humorvoll und liebevoll die Handlung kommentieren.
Dieses Kinderbuch kann ich uneingeschränkt empfehlen, insbesondere für wissbegierige Kinder ist das Buch eine großartige spannende Unterhaltung.

Veröffentlicht am 24.11.2017

Meisterhaft

Das Vermächtnis der Spione
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Eigentlich bin ich kein Freund von Romanen über Agenten, Spione und über die Geheimdienste der Welt. Aber wenn solch ein Könner des Faches schreibt, wird auch für mich das Lesen zum Genuss. Das Buch ist ...


Eigentlich bin ich kein Freund von Romanen über Agenten, Spione und über die Geheimdienste der Welt. Aber wenn solch ein Könner des Faches schreibt, wird auch für mich das Lesen zum Genuss. Das Buch ist sozusagen der Nachlass-Roman zu den Romanen um George Smiley, insbesondere zu dem „Spion, der aus der Kälte kam“. Wie eine Klammer umschließt dieses Buch nun die damalig erzählten Geschichten.

1961 sterben zwei Menschen an der Berliner Mauer. 2017 wird George Smileys ehemaliger Assistent Peter Guillam nach London zitiert zu einer Untersuchung des damaligen Todes der zwei Agenten. In dem Verhör werden die Geschehnisse noch einmal rekonstruiert und neu beleuchtet. Die einschlägigen Akten sind allerdings verschwunden, weil seinerzeit der Meisterspion George Smiley den eigentlichen Hintergrund verschleiern wollte. Die Zeit des Kalten Krieges ist der Dreh- und Angelpunkt des Buches. Die Person George Smiley bekommt aufgrund der Verhöre völlig neue Facetten.

Was für ein Könner ist doch le Carré! Man liest die ersten Zeilen und ist schon hingerissen von der Schreibe-Kunst des Autors. Seine detailreichen Beobachtungen sind wie feine Pinselstriche, die sich nach kürzester Zeit zu einem dichten, intensiven und mehrdeutigen Bild zusammenfügen. Die Zeitsprünge werden zu einem probaten Stilmittel, die Vielschichtigkeit dessen, was als „Mittel zum Zweck“ dient, was die Schuldfrage und Motivation betrifft, und zudem die fragwürdigen Rollen des Geheimdienstes beleuchtet. Geschichtlich-politische Realität und erdachtes Denken und Handeln der Protagonisten des Buches ergeben ein erschreckend klares Bild der schmutzigen Seite von Politik und Geheimdienst.

Veröffentlicht am 15.11.2017

Ende einer Sucht

Flaschenpost
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Dieses Buch berichtet in sehr eindringlicher Weise von Paul Schlosser, einem unreifen, selbstunsicheren jungen Mann, der recht ziellos und sozial isoliert durchs Leben treibt und durch den Alkohol vermeintliche ...



Dieses Buch berichtet in sehr eindringlicher Weise von Paul Schlosser, einem unreifen, selbstunsicheren jungen Mann, der recht ziellos und sozial isoliert durchs Leben treibt und durch den Alkohol vermeintliche Stärkung und trügerische Sicherheit erlebt. Wir erfahren viel über frustrierende Arbeitsversuche, über ein hilfloses Elternhaus, über Kneipen als Zufluchtsort und gemeinsames Trinken als vermeintlich freundschaftliches Miteinander. Die Alkoholabstürze mehren sich, die Einsicht fehlt, ein erster Therapieversuch schlägt fehl. Die Schraube dreht sich immer weiter abwärts…

Der Untertitel nimmt das Ende vorweg. Das ist gut – für Paul Schlosser selbst und für Leser, die sich bei Büchern ein positives Ende wünschen. Und das ist schlecht – für den Spannungsbogen, für das lesend-mitspürende Sich-Hineinbegeben in den Abwärtssog, denn der Leser weiß ja: Es geht gut aus. Und so bleibt er immer ein kleines Stückchen außerhalb des Geschehens. Ein weiteres Problem habe ich mit den Zeitsprüngen – ein Stilmittel, das in einem Erfahrungsbericht nichts verloren hat und zu unnützer Verwirrung führt. Die mitunter deftige Sprache stößt ab, ist aber sicher sehr realistisch und wirklichkeitsnah eingesetzt.

Abgesehen von diesen „Äußerlichkeiten“ habe ich das Lesen dieses Buches jedoch als großen Gewinn empfunden, denn noch nie vorher habe ich in einer solch brachialen Intensität die Welt eines Alkoholkranken erlebt und seinen Weg in die Hölle und aus ihr heraus miterlebt. Das allein zählt.

Veröffentlicht am 31.10.2017

Ich bin verwirrt

Tod in Deauville
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Ich bin verwirrt.
Habe ich wirklich einen Krimi gelesen?
In dem Badeort Deauville, in der Normandie gelegen, steht ein Filmfestival bevor, zu dem viele Stars der Filmbranche erwartet werden. Zum selben ...

Ich bin verwirrt.
Habe ich wirklich einen Krimi gelesen?
In dem Badeort Deauville, in der Normandie gelegen, steht ein Filmfestival bevor, zu dem viele Stars der Filmbranche erwartet werden. Zum selben Zeitpunkt ist eine Rechnungsprüfung angesagt beim Museum für moderne Kunst, ebenfalls in Deauville, und dafür werden entsandt Jean-Francois Lacroix, ein zwanghafter und weltfremder Beamter, und Eglantine de Tournevire, eine kapriziöse, reiche Schönheit. Kaum sind die beiden in Deauville angekommen, bricht bei einer Vernissage der Buchhalter des Museums aus unerklärlichen Gründen tot zusammen, eben der Mann, der den beiden Rechnungsprüfern kurz zuvor noch angedeutet hatte, dass er ihnen etwas sagen müsse. Die Ermittlungen führen mitten hinein in Machtspiele, Korruption und Eitelkeiten.
Das Buch ist in einer etwas behäbigen, vielleicht sogar altmodischen, aber dennoch schönen, sorgsamen, sauberen Sprache geschrieben. Das hat mich für das Buch eingenommen. Ein Personenverzeichnis zu Beginn wäre hilfreich gewesen, da uns zum einen die französischen Namen nicht sofort im Gedächtnis bleiben und zum anderen im Buch oftmals gewechselt wird zwischen Nennung des Vornamens allein oder des Nachnamens. Gut gefallen haben mir die vielen detailreichen Schilderungen, mitunter mit feinem Humor durchsetzt, die es dem Leser leicht machen, innere Bilder zu entwickeln. Manche Passagen sah ich geradezu filmhaft in meiner Phantasie ablaufen. Apropos Humor: Ich bin mir nicht sicher, ob James Holin nicht mit einer gewissen diebischen Freude und ganz bewusst immer so haarscharf an der Grenze eines möglichen realen Geschehens und einer Slapstick-Komödie herumwanderte. Zudem nahm er in so mancher Szene die Politiker, die Ämterwirtschaft, das Polizeiwesen und andere Absurditäten des öffentlichen Lebens auf die Schippe.
Das Buch hat mir Spaß gemacht zu lesen, auch wenn es insgesamt nur mäßig spannend war. Vielleicht war es ja gar kein Krimi und brauchte deshalb das Element des Spannungsbogens gar nicht. Vielleicht war es eine gesellschaftskritische Satire oder vielleicht ganz schlicht eine Komödie oder vielleicht eine Filmvorlage für – ja vielleicht doch für einen Krimi? Ich weiß es nicht und bin verwirrt. Ich weiß nur, dass das Buch zu lesen mir rundum Spaß gemacht hat.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Atem anhalten

Atemlose Stille
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In der Tat habe ich stellenweise den Atem angehalten. Zum einen aufgrund der Spannung, aber auch bei der Vorstellung des Apnoetauchens, insbesondere wenn dieses Tauchen als Form von Gewalt angewandt wird.

Die ...

In der Tat habe ich stellenweise den Atem angehalten. Zum einen aufgrund der Spannung, aber auch bei der Vorstellung des Apnoetauchens, insbesondere wenn dieses Tauchen als Form von Gewalt angewandt wird.

Die Mindener Kommissarin Marlene Borchert und Kommissar Benno Erdmann aus Bielefeld haben eine schwierige Beziehung zueinander, die zwischen Nähe und Distanz wechselt. Beide werden bis ans Äußerste gefordert, nachdem eine Leiche in der Weser treibend gefunden wird, besonders als sich herausstellt, dass der Tote zum Vorstand einer Bank gehörte, ein affärenreiches Leben geführt hatte und, besonders seltsam, in Salzwasser ertrunken ist. Hin und her durch Ostwestfalen-Lippe führt die Ermittlungsarbeit, und immer zwischendrin der Versuch Benno’s, Marlene wieder näher zu kommen. Aber auch Marlene’s Vorgeschichte wird aufgrund eines Zufalls aufgerollt und führt Marlene bis ans Äußerste ihrer psychischen Belastbarkeit. Bis Benno schließlich in eine absolut ausweglose Situation und in allerhöchste Lebensgefahr gerät…

Das Buch kommt von Anfang an spannend in Schwung und lässt den Leser nicht mehr los bis zum fulminanten Ende, wobei das Ende gar kein Ende ist, sondern ehe die Brücke zum hoffentlich bald erscheinenden nächsten Band. Vielleicht tritt die dem Krimi zugrunde liegende Tat und deren Aufklärung manchmal zu sehr in den Hintergrund, wenn all die persönlichen Verstrickungen von Benno und Marlene sehr viel Raum einnehmen, aber letztlich zählt, dass man das Buch nicht weglegen kann, bevor man atemlos auf der letzten Seite angekommen ist! Absolut lesenswert!