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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2024

Optimistisch und schön gestaltet

Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben
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Das Buch basiert auf einem traditionellen koreanischen Volksmärchen. Die in Südkorea geborene, inzwischen in Berlin lebende, Autorin erzählt in kurzen Episoden die Geschichte eines alten Mannes und eines ...

Das Buch basiert auf einem traditionellen koreanischen Volksmärchen. Die in Südkorea geborene, inzwischen in Berlin lebende, Autorin erzählt in kurzen Episoden die Geschichte eines alten Mannes und eines Berges, dem nachgesagt wird das Unglück bringt und der deshalb „Berg des Grauens“ genannt wird. Um auf den Markt zu gelangen, muss der Großvater den Berg überqueren, und man sagt, wer auf diesem Berg hinfällt, wird nur noch drei Jahre zu leben haben. Deshalb ist der alte Mann sehr vorsichtig, aber als es plötzlich im Gebüsch raschelt, stürzt er. Er wollte noch so vieles erleben, doch nun geht er davon aus, dass sein Leben in 3 Jahren beendet sein wird. Nach Ablauf der Jahre fühlt er sich schwach und schwächer und er erkrankt. Die Ärztin, die er auf sucht meint, er wäre gesund. Als sich dann seine Enkelin nach ihm erkundigt, sieht sie die Sache aus einer ganz anderen Warte. Der Name des Berges wird in „Berg des langen glücklichen Lebens“ geändert und die Menschen strömen dorthin und purzeln vergnügt den Berg hinunter.
Die Illustrationen sind sehr bunt und ein wenig surrealistisch angelegt, ein wenig erinnern sie mich an Chagall. Ein wunderschönes altes Märchen, das uns zeigt, dass man Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive sehen muss, dann kann aus dem Unglück Glück werden.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Wunderschöne Illustrationen

Es war einmal ein kleiner Baum
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Dieses Bilderbuch mit seinen wunderschönen Illustrationen erzählt die Geschichte eines Baumes. Auf dem Cover sehen wir den kleinen Jungen wie er fröhlich auf einer Schaukel sitzt, die am Baum hängt.
Auf ...

Dieses Bilderbuch mit seinen wunderschönen Illustrationen erzählt die Geschichte eines Baumes. Auf dem Cover sehen wir den kleinen Jungen wie er fröhlich auf einer Schaukel sitzt, die am Baum hängt.
Auf der ersten Doppelseite sitzt er zu Füßen des riesigen Baumes, im Hintergrund sehen wir leicht verschwommen die große Stadt. Danach beginnt die Geschichte. Ein Ritter auf einem Pferd steht vor einer Flusslandschaft als einziges Haus ist eine Burg zu sehen. Die Landschaft ist in oranges Licht getaucht, obwohl die Sonne hinter einer sehr dunklen Wolke nur ein wenig hervorschaut, strahlt dieses Bild und ein kleiner zarter Baum kommt aus der Erde. In einer Gewitternacht ist der Baum zu sehen, dunkel hebt er sich vor dem blauen Hintergrund ab und auf der Wiese sehen wir Damwild. Den auf der nächsten Seite kommt ein Mensch mit einer Kutsche daher, zusammen mit ihm tauchen mit auch die ersten Haustiere auf. Ein Haus wird gebaut, es entsteht ein kleines Dorf und Äcker werden angelegt. Während das Dorf langsam zur Stadt heranwächst, wächst auch unser Baum. Bald schon gibt es eine moderne Stadt mit Lichtern, Geschäften und einem Park. Und in diesem Park treffen wir wieder auf den Jungen, den wir von der ersten Doppelseite kennen.
Eine leise Geschichte wird hier mit wenigen Worten erzählt. Beeindruckend sind die Bilder, die in unterschiedlichen Wetterlagen die Veränderung der Landschaft dokumentieren. Wie oft haben wir an so einem alten Baum gestanden und uns gefragt, was dieser Baum schon alles gesehen haben mag?

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Wichtig und überzeugend

EINFACH MENSCH
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Auf dem weißen Grund des Covers sehen wir ein Mädchen auf einer Schaukel. Das Kind schaut ernst, vielleicht sogar ängstlich. Zunächst stellt sich dieses Mädchen uns vor, „Ich bin Ausländerin“ lautet ihr ...

Auf dem weißen Grund des Covers sehen wir ein Mädchen auf einer Schaukel. Das Kind schaut ernst, vielleicht sogar ängstlich. Zunächst stellt sich dieses Mädchen uns vor, „Ich bin Ausländerin“ lautet ihr erster Satz. Sie wurde im Iran geboren, aber wenn man sie am Telefon hört, denkt man sie sei Deutsche. Jeder Satz wird durch ein einfaches Bild dargestellt und hier geht das Mädchen telefonierend über ein Seil und die Zuschauer jubeln ihr zu, zumal sie gerade ein besonders schwieriges Wort sagt. Sie berichtet über ihre Flucht und dass sie unerwünscht war, als sie angekommen ist. So wird sie erwachsen und sie wird von anderen ganz unterschiedlich wahrgenommen. Zusammen mit dem Reichsadler ist sie Spaghetti und darunter steht „Dabei war ich schon längst eine Deutsche.“ So wird sie mehrfache Mutter und wünscht sich „Einfach Mensch“ zu sein, findet das aber nicht so einfach.
Die Bilder sind schlicht gehalten, als einzige Farbe wurde ein dunkles Rot benutzt, trotzdem sagen sie sehr viel aus. Neben den knappen Sätzen zeigen sie uns die Situation einer Frau, die als Flüchtling nach Deutschland kam und hier ihr Leben aufgebaut hat. Da Buch bietet viel Stoff zur Diskussion und es hält uns einen Spiegel vor, wie wichtig es ist alle einfach als Mensch zu sehen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Kleinstadt ohne Idylle

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Anna, die evangelische, geschiedene Pastorin mit Adelstitel wird auch in diesem Buch sehr gefordert.
Sie selbst steht ständig im Verdacht mit einem ansässigen Junggesellen anzubandeln und ihre Mutter wünscht ...

Anna, die evangelische, geschiedene Pastorin mit Adelstitel wird auch in diesem Buch sehr gefordert.
Sie selbst steht ständig im Verdacht mit einem ansässigen Junggesellen anzubandeln und ihre Mutter wünscht sich nach wie vor jemand von Adel für ihre Tochter. Allerdings ist es Freddy ihr Hund, der sauf Freiers Füssen unterwegs ist.
Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Raffaela, einem fünfzehnjähren Mädchen, das bewusstlos gefunden wurde und das jetzt im Krankenhaus im Koma liegt. Heike, ihre Mutter gibt sich die Schuld für den Unfall, der zur Behinderung des Kleinkindes geführt hat. Aich damals lag das Kind im Koma und auch heute machen sich alle Sorgen um das Mädchen. Im Rückblick erfahren wir Raffaelas Geschichte, die das Schicksal der Eltern und auch die des älteren Bruders umfasst.
So ringt sich auch in diesem Frühjahr alles um den Spargel und das Fest bei dem Tante Ottilie, inzwischen 90 Jahre alt, wieder auftreten wird. Annas Großtante, die zu dem Dreiergespann der Klatschtanten gehört, die aber auch weise Ratschläge erteilt und so manche verfahrene Situation wieder hinbekommt.
Ein Buch voller Humor, einem tragischen Schicksal, vielen wundervollen Charakteren, die mir immer wieder Freude bereiten, und mit viel Lokalkolorit. Niederrhein pur!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Beeindruckendes biografisches Bilderbuch

Maschas leuchtende Jahre
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Vor einiger Zeit habe ich die Biografie von Mascha Kaléko „Such nach der Heimat“ gelesen und ich war erstaunt über das ungewöhnliche Leben dieser deutschen Dichterin. In diesem Bilderbuch wird auch ihr ...

Vor einiger Zeit habe ich die Biografie von Mascha Kaléko „Such nach der Heimat“ gelesen und ich war erstaunt über das ungewöhnliche Leben dieser deutschen Dichterin. In diesem Bilderbuch wird auch ihr Leben erzählt und mit wunderschönen Illustrationen, die sich stilistisch an der Zeit der 1920er Jahre orientiert, ausgeschmückt. Auf dem Cover sehen wir die junge Mascha mit einen Federhalter in der Hand auf einer Schreibmaschine sitzend.
Auf der ersten Seite ist das Gedicht „Der Mann im Mond“ abgedruckt. Eine Frau liegt schlafend mit ihrem Kind, wohl die kleine Mascha, im Bett, auf dem Kopfende sitzt eine Eule, dazu scheint eine Mondsichel. Dann sieht man Mascha als Mädchen mit einem Hund über eine Wiese tollen, aber oft machte sie sich schon damals „eigene Gedanken“. Sie war mutig und konnte „eisenhart“ sein. Sie war sieben, als sie mit ihren Eltern nach Deutschland floh, Auslöser war der 1. Weltkrieg. Dann begann die wunderbare Zeit in Berlin, sie dichtete und verbrachte ihre Zeit im Romantischen Café mit anderen Künstlern. Erst die Nazis machen ihrer Kariere ein Ende und sie flieht mit ihrem zweiten Mann und ihrem Sohn nach Amerika.
Die Gedichte von Mascha Kaléko sind nach wie vor schön zu lesen. Sie haben Tiefe und Gefühl, aber auch Humor. Mir gefällt es deshalb sehr gut, dass die Autorin diese Dichterin den Kindern näherbringt, sie schafft es mit kurzen Texten unterstütz durch die aussagestarken Illustrationen ein Bild zu erschaffen, das sicher vielen in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht sehen die heutigen Kinder mal ein Gedichtband von Mascha in der Buchhandlung und sie werden dann danach greifen…

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