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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2017

Schöne Liebesgeschichte

Darf's ein bisschen Glück sein?
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"Darf's ein bisschen Glück sein?" ist die Liebesgeschichte von Kat, die zusammen mit ihren Freundinnen eine Bar betreibt und panische Angst vor dem Fliegen hat, und Mac, einem Unternehmer, der zufällig ...

"Darf's ein bisschen Glück sein?" ist die Liebesgeschichte von Kat, die zusammen mit ihren Freundinnen eine Bar betreibt und panische Angst vor dem Fliegen hat, und Mac, einem Unternehmer, der zufällig weiß, wie er Kat durch die Flugangst hinweg helfen kann. Von ihrer ersten Begegnung an ist eine besondere Verbindung zwischen ihnen; sie fühlen sich zueinander hingezogen und es knistert enorm, aber da ist auch mehr, eine Vertrautheit und Leichtigkeit, die beide fühlen, zunächst allerdings nicht eingestehen möchten - schließlich hat Kat zu Beginn ihrer Bekanntschaft festgelegt, dass sie nur eine Woche miteinander verbringen werden, mehr nicht.

Beide sind keine Menschen, die oft ernsthafte Beziehungen führen, aber die Autorin hat überzeugend dargestellt, wie aus einem "Sexurlaub" langsam mehr wurde und sie sich immer näher gekommen sind. Es schien ganz natürlich und selbstverständlich zu sein, dass sie viel Zeit miteinander verbringen, miteinander über ihre Vergangenheit sprechen und einander in schwierigen Zeiten beistehen. Außerdem fand ich toll, dass ihre Romanze ohne großes Drama oder konstruiert wirkende Konflikte auskam. Natürlich gab es Hindernisse und Schwierigkeiten, doch insgesamt ist die Entwicklung der Beziehung harmonisch verlaufen und das war wirklich schön.

Die Charaktere selbst waren mir sympathisch. Gerade Kat ist eine starke, selbstbewusste Frau, die genau weiß, was sie will, und ihre Gefühle für Mac ändern daran auch nichts. Trotzdem entwickelt sie sich im Laufe der Handlung weiter und erkennt, dass es in ihrem Leben noch mehr gibt, als sie erwartet hatte. Bei Mac sieht es ähnlich aus und bei ihm fand ich noch seine familiären Bindungen interessant, die für die Geschichte eine wichtige Rolle spielten. In seiner Familie gibt es ein ernstes Problem und ich fand, dass die Autorin gut mit den verschiedenen Facetten umgegangen ist und am Ende auch ein zufriedenstellendes, realistisch wirkendes Ende gefunden hat.

Von mir bekommt "Darf's ein bisschen Glück sein?" 4 Sterne. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die mir angenehme Lesestunden beschert hat, und ich bin schon gespannt auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 30.11.2017

Anders als erwartet

Tochter des dunklen Waldes
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Da mir "Die silberne Königin" letztes Jahr gut gefallen hatte, war ich sehr neugierig auf das neue Buch der Autorin - vor allem, da die Inhaltsangabe eine fesselnde, wenn auch etwas unheimlich anmutende ...

Da mir "Die silberne Königin" letztes Jahr gut gefallen hatte, war ich sehr neugierig auf das neue Buch der Autorin - vor allem, da die Inhaltsangabe eine fesselnde, wenn auch etwas unheimlich anmutende Geschichte versprach. "Tochter des dunklen Waldes" hat mir etwas ganz anderes geliefert, als ich erwartet hatte, aber ich fand es trotzdem gelungen.

Es geht um Lilah, die in einem Dorf am Rande eines finsteren Waldes lebt, der von allen als Bedrohung aufgefasst wird. Die Dorfbewohner erzählen schaurige Geschichten, Legenden von Menschen, die sich in den Wald gewagt haben und nie wieder zurück gekommen sind, doch trotz all dieser Informationen folgt die Protagonist eines Tages dem Mann, in den sie verliebt ist, dorthin, da sie glaubt, er bräuchte ihre Hilfe. Dort angekommen muss sie aber feststellen, dass nicht alles so ist, wie sie dachte und dass ihr bisher viele Dinge verborgen geblieben sind. Trotzdem steht ihr noch so einiges bevor...

Wie bereits erwähnt hatte ich eine etwas gruselige, unheimliche Geschichte erwartet, doch letztlich war die Atmosphäre in dem Buch eine ganz andere. Der Schreibstil der Autorin ist wieder wunderschön, sehr bildgewaltig und fast schon märchenhaft, und ihr gelingt es mühelos, den Leser in ihre Welt hineinzuziehen. Gerade die Beschreibungen des Morgenwalds fand ich faszinierend und ich kann mir vorstellen, dass man sich dort sehr lange umschauen und immer wieder erstaunt sein könnte. Die Entwicklung der Handlung hat mich zu Beginn überrascht, aber alles war stimmig und mir hat gefallen, wie Seck ihre Figuren gestaltet und in den Kontext der Legenden gesetzt hat. Eine solche Thematik habe ich noch nicht oft gesehen und ich hätte jetzt auf jeden Fall Lust, noch ein paar mehr Bücher mit entsprechenden Charakteren zu lesen.

Lilah ist eine starke Protagonistin, die ihre Stärken und Schwächen hat. Ihre Liebe zu Dorean zählt irgendwie zu beiden Kategorien, da sie für ihn bereit ist, viel zu geben und zu opfern, koste es, was es wolle - das lässt sich schon daran erkennen, dass sie für ihn in den dunklen Wald gegangen ist, doch sie stellt es auch im Lauf der Geschichte noch oft unter Beweis, egal, was passiert. Die Themen von Loyalität, Vertrauen und Vergebung spielen dabei eine entscheidende Rolle und obwohl ich nicht immer hundertprozentig glücklich damit war, wie mit den Vorkommnissen umgegangen wurde, bin ich am Ende doch zufrieden mit dem Ergebnis und die Botschaft, die dahinter steht, ist auf jeden Fall wichtig. Für mich bedeutsamer als die Romanze war allerdings eine andere Beziehung, die Lilah eingegangen ist und in der so viel Liebe und Zutrauen steckt, dass es wunderschön zu lesen war.

"Tochter des dunklen Waldes" liefert eine schöne, oft märchenhaft anmutende Geschichte, die auch mit düsteren Ereignissen wie einem Mord und ernsten, wichtigen Themen gut umgeht. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich freue mich auf das nächste Werk der Autorin.

Veröffentlicht am 13.11.2017

Macht neugierig auf mehr

Diamond Men - Versuchung pur! Mr. Wednesday
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"Mr. Wednesday" hat mir gut gefallen. Die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf und auch wenn nach wie vor sehr viel unklar und geheimnisvoll ist, hatte ich doch das Gefühl, dass die Handlung sich immer ...

"Mr. Wednesday" hat mir gut gefallen. Die Geschichte nimmt immer mehr an Fahrt auf und auch wenn nach wie vor sehr viel unklar und geheimnisvoll ist, hatte ich doch das Gefühl, dass die Handlung sich immer mehr verdichtet und ich bin gespannt auf die Auflösung. Ich bin mir sicher, dass auf Tess eine große Überraschung wartet.

Die Prüfung in dieser Episode war wieder interessant und obwohl ich fand, dass sie die Aufgabe etwas zu leicht gelöst hat, wurde es in der Handlung erklärt, wieso sie in der Lage ist, so rasch und gründlich zu arbeiten. Mir gefällt, wie sie das Unternehmen beeinflusst und dass sie in der Lage ist, etwas zu bewirken. Besonders mag ich daran, dass es sie wegen ihres Wunsches nach Rache in Gewissenskonflikte stürzt. Dadurch wird alles in Frage gestellt, woran sie bisher gearbeitet hat und es kommt Spannung auf, da man sich nicht sicher sein kann, was sie tun wird.

Mr. Wednesday selbst war mir sehr sympathisch und ich mochte, dass er und die Protagonistin nicht nur Chemie hatten, sondern auch über gemeinsame Interessen plaudern konnten. Er scheint ein vielbeschäftigter Mann zu sein, doch er wirkte menschlich, war an den Ergebnissen von Tess' Recherchen interessiert und hat vergleichsweise offen mit ihr geredet. Das Gefühlschaos ist so natürlich perfekt und die Hormone kochen über; wie Tess selbst feststellt, begegnet sie jeden Tag einem umwerfend attraktiven Mann und dann ist da noch Mr. Monday, den sie täglich sieht... mal sehen, wie es sich in den nächsten Teilen entwickeln wird, wenn die verbleibenden vier Herren auftauchen. Die erotische Spannung steigert sich definitiv immer mehr.

Die dritte Episode bekommt von mir 4 Sterne. Mir gefällt, dass die Handlung sich immer mehr verdichtet und auch die widerstreitenden Gefühle, die Tess hat, eine größere Rolle spielen.

Veröffentlicht am 10.11.2017

Von Anfang bis Ende interessant

Toteneis
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"Toteneis" ist der fünfte Band um Hannah Jakob, eine Kriminalpsychologin, die in der Lage ist, jedes Gespräch aus ihrer Erinnerung heraus perfekt wiederzugeben. Diese Begabung ist in ihrem Beruf natürlich ...

"Toteneis" ist der fünfte Band um Hannah Jakob, eine Kriminalpsychologin, die in der Lage ist, jedes Gespräch aus ihrer Erinnerung heraus perfekt wiederzugeben. Diese Begabung ist in ihrem Beruf natürlich sehr nützlich, aber mir hat gefallen, dass sie nicht zu oft benutzt wurde und nach wie vor harte Ermittlungsarbeit nötig war.

Der Fall, an dem sie und ihr Team arbeiten, ist sehr komplex. Es beginnt damit, dass Frauenleichen gefunden werden, doch obwohl sie schon bald eine Vermutung haben, wer dahinter steckt, gilt es dies natürlich zu beweisen und herauszufinden, wie er das alles veranlasst haben könnte. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die alle in irgendeiner Form relevant für die Aufklärung des Falles sind und es ist der Autorin gelungen, alle miteinander zu verknüpfen, ohne dass es konstruiert wirkte. Ebenfalls realistisch war für mich, dass es Fort- und Rückschritte gab und auch falsche Fährten verfolgt wurden. Da der Leser Einblicke in die Erlebnisse verschiedener Charaktere bekommt, weiß er die meiste Zeit mehr als die Ermittler. Dies hat der Spannung keinen Abbruch getan, was vor allem daran liegt, dass man lange nicht weiß, wie alles zusammenhängt und was sich als relevant herausstellen wird. Die Auflösung selbst war für mich überzeugend und hat zum Rest der Geschichte gepasst.

Obwohl "Toteneis" mein erster Band der Reihe war, konnte ich der Handlung problemlos folgen. Allerdings waren einige vergangene Ereignisse sehr entscheidend, die vermutlich in früheren Bänden stattgefunden haben. Die Zusammenhänge werden deutlich, da Peters die wichtigsten Informationen in die Geschichte einbaut, doch gerade die Beziehungen der Figuren untereinander wären wohl mit Vorwissen komplizierter und greifbarer gewissen, vor allem, was den 'Schattenmann' betrifft. Ich bin nun definitiv neugierig auf die vorherigen Fälle und werde sie bei Gelegenheit lesen, um mir ein umfassendes Bild über die Hintergrundgeschichte zu machen.

Die Charaktere selbst waren gut ausgearbeitet und mir hat gefallen, dass die Autorin mit Graustufen gearbeitet hat und ein paar Fragen aufwirft, auf die es keine klaren Antworten gibt. Wurde richtig gehandelt? Wenn nein, kann man es nicht zumindest verstehen? Was hätte man selbst getan? Es hat das Buch komplexer und die Figuren greifbarer gemacht, selbst wenn einige Szenen unbequem sind - vor allem, wenn man feststellt, dass man das Handeln nicht einfach verurteilen kann.

Von mir gibt es vier Sterne für ein packendes, von Anfang bis Ende interessantes Buch.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Lebendige Schilderung der Nachkriegszeit

Tausend Teufel
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"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Reihe um Max Heller. Während im Vorgänger der Nationalsozialismus eine entscheidende Rolle gespielt hatte, war der Fall dieses Mal im Dresden der Nachkriegszeit ...

"Tausend Teufel" ist der zweite Band der Reihe um Max Heller. Während im Vorgänger der Nationalsozialismus eine entscheidende Rolle gespielt hatte, war der Fall dieses Mal im Dresden der Nachkriegszeit angesiedelt. Wie schon in "Der Angstmann" ist es dem Autor gut gelungen, die Ermittlungen in das historische Umfeld einzubetten und zu zeigen, wie schwierig und entbehrungsreich die Situation ist. Hunger, Kälte, Elend und Kummer sind beinahe greifbar und die Probleme und Sorgen der Menschen sind durchgängig präsent. Die Schilderung war sehr eindringlich und man hat das Gefühl, mit Max vor Ort zu sein und das Leid der Bevölkerung anzusehen. Auch die Mentalität der Bevölkerung wurde gut geschildert; es gibt jene, die die Sowjets als Besatzer verachten, andere, die sich anpassen, die, die die Entwicklungen unterstützen und viele Graustufen dazwischen. Mir hat das gefallen, da man so ein realistisches, umfassendes Bild der damaligen Zeit bekommen hat und die Geschichte lebendig und echt wirkte. Es gab zudem viele Stellen, die zum Nachdenken darüber anregen, wie man selbst gehandelt hätte.

Der zweite Band liefert erneut einen gut durchdachten, fesselnden Fall, obwohl er stellenweise in den Hintergrund rückt, gerade, wenn es um die schrecklichen, erdrückenden Lebensumstände geht. Die Ermittlungsarbeit war interessant und kam mir unter den gegebenen Umständen realistisch vor, vor allem in Bezug auf die Probleme, die Heller und seine Kollegen hatten. Der Protagonist selbst ist und bleibt sympathisch und mir hat gefallen, dass er unbedingt die Wahrheit herausfinden wollte und nicht aufgegeben hat. Ich fand das bewundernswert, gerade, weil es für ihn selbst negative Konsequenzen hätte haben können. Heller weigert sich auch nach wie vor, seine Arbeit mehr als nötig politisieren zu lassen und in eine Partei einzutreten. Es spricht für seinen Charakter und es ehrt ihn, dass er so stark für seine Überzeugungen eintritt, aber "Tausend Teufel" macht deutlich, dass er sich dadurch sein Leben schwer macht und dass Druck auf ihn ausgeübt wird. Dadurch stellt sich die Frage, ob es ihm möglich sein wird, diese Haltung in Zukunft zu vertreten - gerade, da der Ost-West-Konflikt sich in den Jahren danach stark verschärft hat. Das werden die Folgebände zeigen und ich bin schon sehr gespannt darauf.