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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2024

Die Protagonisten wirken etwas gestört.

Schwätzer
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Mehrere Männer in Berlin scheinen geplagt zu sein von einer allgemeinen Perspektivlosigkeit, arm, in der Vergangenheit teils kriminell, süchtig, einsam, voller Angstattacken und Langeweile, Schwätzer und ...

Mehrere Männer in Berlin scheinen geplagt zu sein von einer allgemeinen Perspektivlosigkeit, arm, in der Vergangenheit teils kriminell, süchtig, einsam, voller Angstattacken und Langeweile, Schwätzer und Lügner. Die einstige Jugendfreundschaft zwischen Eddi, Meikel und Heinrich ist das Bindeglied, das sie jetzt auf der Meteoritenjagd in Brandenburg begleitet. Dabei ist in einem zweiten Erzählstrang auch Farina nach dem Verlust ihres Clubs an der Spree und dem überraschenden Selbstmord ihrer Freundin Alva. Es geht um Kündigungen von Immobilien, finanziert durch das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Im zweiten Teil bewegt sich der Ich-Erzähler langsam hin zu dem Zahnarzt aus Usedom, der Eddis Meteoritenfund einfordert. Einige Nebenfiguren wie z.B. Waldemar Grossmann, Experte in Sachen Sternschnuppen und Fährmann, oder Farinas WG Mitbewohnerinnen Lea und Svea unterstützen die absurde bis perspektivlose Grundstimmung. Eine seltsame Geschichte!

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Eine Hommage an die ehemalige Filmindustrie in osteuropäischen Kriegsgebieten

Die Projektoren
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Das in zwei Segmente unterteilte Cover zeigt im Schriftbild Perspektiven, farblich vor dem mehrschichtigen Hintergrund gut platziert – kreativ.
Mit 1056 Seiten ist dieser Roman sehr umfangreich. Beginnend ...

Das in zwei Segmente unterteilte Cover zeigt im Schriftbild Perspektiven, farblich vor dem mehrschichtigen Hintergrund gut platziert – kreativ.
Mit 1056 Seiten ist dieser Roman sehr umfangreich. Beginnend in Annaberg-Buch im Erzgebirge geht die Zeitreise ins heutige Kroatien, nach Serbien etc., in Orte wie Novi Sad, Split, Belgrad oder ins Velebitgebirge. Stets spielen Projektoren, Filmvorführgeräte in Bioskopen, den Kinos vergangener Zeiten, eine wichtige Rolle neben der historischen Rückbesinnung auf endlose, verwirrende Kampfhandlungen der Partisanen zwischen deutschen, serbischen, kroatischen, russischen Soldaten etc. Auch auf die Helden der Projektoren wird Bezug genommen: Tarzan, Winnetou oder Old Shatterhand neben vielen Stummfilmkomikern. Auf den Autor Karl May, sein Leben und seine Erzählungen wird häufig zurückgegriffen. Wie das Leben eines jungen Meldegängers, Cowboy, in diesen Breiten durch den 2. Weltkrieg ausgesehen hat, wird mittels vieler Albträume bruchstückhaft unsortiert beschrieben. Der Inhalt folgt leider keiner linearen Abfolge, keinem roten Faden. Der Schreibstil, durchsetzt mit kroatischen Begriffen, teils mit langer Satzkonstruktion, ist anstrengend, auch stellenweise wirr. Man braucht robustes Durchhaltevermögen beim Lesen.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Langatmiger Verlauf mit fremdartig wirkendem Buddhismus

Toni & Toni
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Ein seltsames Paar. Antonia, hier Toni, ausgebildete Tänzerin, findet in Toni, Philosophie Student und an der Pforte des LOFT in Wien arbeitend, den Tanzpartner zur Umsetzung ihres Tanzprojektes. Allein ...

Ein seltsames Paar. Antonia, hier Toni, ausgebildete Tänzerin, findet in Toni, Philosophie Student und an der Pforte des LOFT in Wien arbeitend, den Tanzpartner zur Umsetzung ihres Tanzprojektes. Allein schon diese Tatsache wirkt sehr unrealistisch. Aus den Depressionen der weiblichen Toni erwachsen erneut häufige Selbstverletzungen in Form von Hautritzungen mit Krankenhausbesuchen seit früher Jugend – diese bildlichen Beschreibungen berühren zwar, ermüden jedoch in ihrer Länge. Der männliche Toni flieht aus diesen Tagen des bedrückenden Alltags in Zen-Buddhismus und die japanische Sprache, was menschlich verständlich ist. Hat man als Leser jedoch keine Beziehung zu diesem Fachgebiet, bleibt diese Lektüre nicht nahe genug greifbar. Daher kann dieser Roman langweilen.

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Veröffentlicht am 13.09.2024

Zu unwirklich und unglaubwürdig.

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Das Cover des Buches könnte den Felsen Es Vedrà, einem besonderen Ort voller Mythen bei der Insel Ibiza darstellen. Zumindest würde diese Szenerie zum Romaninhalt passen. Inhaltlich geht es in einem e-mail-Kontakt ...

Das Cover des Buches könnte den Felsen Es Vedrà, einem besonderen Ort voller Mythen bei der Insel Ibiza darstellen. Zumindest würde diese Szenerie zum Romaninhalt passen. Inhaltlich geht es in einem e-mail-Kontakt zwischen dem verzweifelten, ehemaligem Schüler Maurice und seiner mittlerweile pensionierten Mathematiklehrerin Grace Winters um Depressionen und Angststörungen, Trauer, Anhedonie und Schuldgefühle. In ihrer langatmigen Geschichte erzählt die Zweiundsiebzig-Jährige von fantastischen bis unmöglichen Vorgängen mit ihren paranormalen Fähigkeiten, erworben aus den beschützenden Kräften im blauen Licht, tief aus dem dortigen Meer bei Es Vedrà. Thematisiert wird die Ökologie der Insel mit ihren beschützendswerten Reservaten, weg von weiterer Hotellerie entlang der Küste von Ibiza. Eingebettet zwischen Erwähnungen von mathematischen Zahlenreihen oder z. B. der neuen Theorie der Unendlichkeit von Georg Cantor finden sich Nebenfiguren wie Alberto Ribas und Christina van der Berg jeweils mit ihrer Tochter, die ebenfalls für eine Atmosphäre aus Realismus, Übernatürlichem, Magie sorgen. Der Roman möchte wohl über die komplexe Hauptfigur Grace, die trotz komplizierter Vergangenheit die Kraft für einen Neuanfang findet, dem Leser vermitteln: Gib die Hoffnung auf neue Überraschungen und Erfüllung im Leben nicht auf.

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Veröffentlicht am 07.09.2024

Kassel und das Haus voller Enttäuschungen

Aus dem Haus
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Das Cover zeigt das weiße, stilistisch moderne Haus der Eltern in Kassel. Um dieses Gebäude und seinen Verkauf windet sich die eigene Familiengeschichte mit Rückbesinnung auf zeitlos bunt aneinander gereihte ...

Das Cover zeigt das weiße, stilistisch moderne Haus der Eltern in Kassel. Um dieses Gebäude und seinen Verkauf windet sich die eigene Familiengeschichte mit Rückbesinnung auf zeitlos bunt aneinander gereihte Episoden z.B. über Großeltern, die Tante, den Kirchenchor, den Besuch eines früheren Arbeitskollegen. Im Vorfeld des Umzugs porträtiert die Ich-Erzählerin besonders ihre Mutter als unglückliche, einsame Außenseiterin, mit einer überwiegend negativen Sichtweise auf ihr gesamtes Umfeld während schwerer Depressionen. Der Schreibstil in oft langatmig aneinander gereihten Halbsätzen schafft es nur beschränkt, die deprimierende Retrospektive humorvoll wiederzugeben. Ihre Mutter, die Hohepriesterin des Unglücklich-Seins und ihr stets williger Ehemann als recht hilfloser Gehilfe sind zwei Soziallegastheniker, voller Snobismus und Lamentieren. Für die Ich-Erzählerin war das Zusammenleben mit ihren Eltern sicher nicht einfach.
Leider fügen sich die einzelnen Episoden nicht zusammen zu einem harmonischen Ganzen mit durchgängigem rotem Faden. Durch die Beschreibung von massiver familiärer Prädisposition hinsichtlich Pech und Unglück in deren Leben wirken die Hauptcharaktere unsympathisch.

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