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Veröffentlicht am 10.04.2025

Aus der Luft gegriffen

Höllische Küste
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ist der aktuelle Mordfall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen, nicht gerade, aber er fällt sozusagen aus der Luft: Es ist ein Fallschirmsprung im Tandem, bei dem Jaline Amundsen, Hochzeitsplanerin ...

ist der aktuelle Mordfall, in dem Liv Lammers und ihre Kollegen ermitteln müssen, nicht gerade, aber er fällt sozusagen aus der Luft: Es ist ein Fallschirmsprung im Tandem, bei dem Jaline Amundsen, Hochzeitsplanerin auf Sylt, ums Leben kommt. Dabei war sie gerade am Ziel ihrer Wünsche - nämlich dem Sprung zusammen mit dem von ihr sehr bewunderten Trainer gekommen - und dann so ein Ende! Wie sich schnell herausstellt, ist es kein Unfall, denn die Ausrüstung war manipuliert worden.

Und es gibt eine ganze Reihe von Verdächtigen - von den eifersüchtigen Partnern bis hin zu Geschäftspartnern ist alles möglich. Zudem ist nicht klar, ob der Anschlag der jungen Jaline oder dem Trainer gegolten hat - Gründe gäbe es für beide.

Ein ganzes Defilée an möglichen Tätern muss von Liv und ihrem Team "abgegrast" werden, zudem gerät sie diesmal unfreiwillig zwischen Fronten, da zwei ihrer Sylter Kollegen um eine bald frei werdende Führungsposition konkurrieren.

Wie immer geht es auch um Livs Beziehung zum Gerichtsmediziner Sebastian Gerlich. Allerdings geht es diesmal eher um die Frage, ob und wann geheiratet werden soll. So steht wieder einmal auch Privatleben der Ermittlerin im Fokus der Handlung, das Autorin Sabine Weiss so geschickt mit der Krimihandlung verwoben hat, dass wie bei einem Puzzle alles genau zusammenpasst. Zudem wimmelt es diesmal sozusagen vor Verdächtigen - es gibt so viele, dass ich mir wieder einmal bei der Lektüre dieser Krimireihe ein Personenverzeichnis gewünscht habe!

Auch dieser nunmehr neunte ist ein spannender Fall, dessen Auflösung ich leider als ein wenig vorhersehbar empfand. Dennoch lohnt sich die Lektüre! Ob Sie jetzt hier oder mit einem anderen Band starten, ich könnte mir vorstellen, dass sie wie ich diese Reihe, bei der sich die Protagonistin dank zahlreicher Alleinstellungsmerkmale von der Masse abhebt, lieben werden. Auf den nächsten Fall freue ich mich jedenfalls schon jetzt!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.03.2025

Ausgesprochen brutal und blutig

Der Nachtgänger
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ist Joona Linnas neuester Fall, in den der Meister allerdings vergleichsweise spät einsteigt, zudem leider ohne Saga Bauer - natürlich gegen seinen Willen, er hätte sie zu gerne dabei gehabt und insistiert ...

ist Joona Linnas neuester Fall, in den der Meister allerdings vergleichsweise spät einsteigt, zudem leider ohne Saga Bauer - natürlich gegen seinen Willen, er hätte sie zu gerne dabei gehabt und insistiert auch immer wieder diesbezüglich erfolglos beim Vorgesetzten

Die Schilderung des aktuellen Falles gestaltet sich diesmal sehr rund und übersichtlich - nach und nach werden ganz unterschiedliche Menschen auf die brutalste Art und Weise umgebracht. Bis eine Gemeinsamkeit ersichtlich wird, braucht es eine ganze Weile, die aber weder langatmig noch langweilig ist.

Immer wieder geschehen die Morde im Umfeld des somnambulen Jugendlichen Hugo - Zufall oder Absicht?

Lars Kepler, bzw. das Team, das hinter diesem Pseudonym steht, verfährt nach seinem üblichen Schema: Gewalt und viel Aktion, aber auf die originelle Art. Trotz der allgegenwärtigen Brutalität - einem Umstand, mit dem ich mich generell schwer tue - hat mir der Fall diesmal besonders gut gefallen, weil vieles Dennoch macht es immer wieder Spaß, einen Fall mit Joona zu lesen, wobei Saga diesmal sehr fehlte. Schade!.

Eine runde, klare Sache - ein absolutes Plus.

Ein Fall ohne Saga Bauer - ein kleines Minus. Hoffentlich bleibt es nun nicht dabei!

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  • Spannung
Veröffentlicht am 06.01.2025

Ein neues Ermittlerduo sorgt für Spannung - und für Tränen

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Wobei die Tränen meist Lachtränen sind - aber nicht nur. Denn Möchtegern-Autor Tommi und seine ukrainische Putzfrau Svetlana, die selbst auf dieser Bezeichnung besteht, kümmern sich um die Aufdeckung eines ...

Wobei die Tränen meist Lachtränen sind - aber nicht nur. Denn Möchtegern-Autor Tommi und seine ukrainische Putzfrau Svetlana, die selbst auf dieser Bezeichnung besteht, kümmern sich um die Aufdeckung eines Mordes. Und der hat mit einem kleinen Mädchen aus der Ukraine zu tun, das nun mutterseelenallein dasteht.

Was außer den beiden so richtig niemanden interessiert - und seien wir ehrlich, zunächst nicht einmal Tommi. Aber Svetlana, gerüstet mit einem beträchlichen Maß an Lebenserfahrung und einem noch größeren an intuitiver Intelligenz, lässt nicht locker - und so "ermitteln" die beiden in ihrem ersten Fall gemeinsam. Svetlana ist der eigentliche Star des Romans; sie hat eine Art, deutsche Ausdrücke zu verdrehen, die mich während meiner Lektüre immer wieder zum Lachen brachte - und zwar, bis die Tränen flossen. Und ein erhebliches Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen in die Situation ihrer Landsleute, die sich aufgrund des Krieges in der Heimat in Deutschland befinden - diese Eigenschaft brachte mich aufgrund ihrer Nähe zur Realität aus anderen Gründen zum Weinen.

Ein warmherziger und witziger Krimi von Volker Klüpfel, der einen Hälfte des Autorenduos der "Kluftinger"-Reihe, der den ernsten Hintergrund nicht außer Acht lässt. Andere Themen, die er in diesem Buch streift, sind das Zusammenleben verschiedener Generationen in Deutschland, sowie Wohnungs- und Beziehungsprobleme. Immer in heiterem Kontext, aber nicht ohne ernsten Hintergrund. Ich habe diese Lektüre sehr genossen und freue mich bereits auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 05.12.2024

Kampfhunde gibt es nicht nur in der Tierwelt

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Nein, manchmal sieht man sie auch in der menschlichen Sozialisation wie bspw. hier in der Familie Richter. Wobei es sich hier ausnahmslos um Hündinnen handelt, denn der Vater Edgar ist ein ...

Nein, manchmal sieht man sie auch in der menschlichen Sozialisation wie bspw. hier in der Familie Richter. Wobei es sich hier ausnahmslos um Hündinnen handelt, denn der Vater Edgar ist ein eher friedlicher Typ. Dagegen geht Mutter Regina, eine Psychologin, im eigenen Familienkreis ständig auf Konfrontationskurs, vor allem gegenüber dem ruhigen, aus ihrer Sicht laschen Teil der Familie, zu dem außer ihrem Ehemann auch noch Antonia, die ältere Tochter, gehört. Wanda, die Jüngere der beiden, ähnelt dagegen deutlich ihrer Mutter und wird von dieser dafür geliebt - nein, vergöttert!

Wir begegnen der Familie in drei unterschiedlichen Jahrzehnten, wobei sie sich ab dem zweiten bereits dezimiert, doch in Erinnerungen leben alle weiter. Und alle verändern sich - sowohl im Leben als auch in der Wahrnehmung bzw. in den Erinnerungen der anderen.

Es ist ein eindringlicher, dazu trotz vieler schmerzhafter Passagen ausgesprochen unterhaltsamer und immer wieder auch ironischer Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Meines Erachtens hat die Autorin Anna Brüggemann mit diesem Buch ein wahres Meisterwerk geschaffen, das - so scheint es mir - auch manch eine Momentaufnahme oder auch mehr aus ihrer ganz persönlichen Erfahrung beinhaltet.

Veröffentlicht am 30.10.2024

Hildur und ihre Lieben

Hildur – Der Schatten des Nordlichts
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Dieser Krimi ist der dritte Teil einer ungewöhnlichen Trilogie um die Kommissarin Hildur Rúnarsdóttir, die in den Westfjorden Islands, auf gut Deutsch am A... der Welt, ermittelt. Eigentlich leitet sie ...

Dieser Krimi ist der dritte Teil einer ungewöhnlichen Trilogie um die Kommissarin Hildur Rúnarsdóttir, die in den Westfjorden Islands, auf gut Deutsch am A... der Welt, ermittelt. Eigentlich leitet sie die Abteilung für vermisste Kinder, aber aufgrund der dünnen Besiedlung und der damit verbundenen ebenso dünnen Besetzung des Polizeireviers hat sie immer wieder in anderen Bereichen zu tun.

Mit ihrem Kollegen, dem Finnen Jakob versteht sie sich nach wie vor gut: sie vertrauen einander bedingungslos, was sich diesmal als besonders relevant erweist.

Diesmal wird zunächst eine Leiche in einem Fischernetz gefunden - die Ermittlungen bleiben jedoch nicht nur daran hängen. Nein, Hildur verschlägt es sogar nach Finnland - ihr Kollege Jakob droht in seiner Heimat in ernste Schwierigkeiten zu geraten.

Hildur ist eine sehr sympathische Figur, der ich gern weiter folgen würde, wenn diese Erzählungen nicht von vornherein als Trilogie ausgewiesen wären. An den recht verschachtelten und umständlich daher kommenden Stil habe ich mich inzwischen gewöhnt: auch im dritten Teil kommen wieder einige Erzählstränge und Informationen vor, sogar noch mehr als in den beiden vorherigen. Dennoch empfinde ich ihn als besonders spannungsreich.

Dies hängt vor allem mit der Familienhistorie von Hildur zusammen - ihre jüngeren Schwestern sind vor Jahrzehnten verschwunden, die Eltern verunglückt. Es gibt nur noch eine blinde Tante - die jüngere Schwester ihrer Mutter, bei der sie aufgewachsen ist. Und die hat neuerdings einen Freund, der bei Hildur alle Alarmglocken schrillen lässt. Zudem ist das Ende - wie es bei einer Trilogie sein sollte - ausgesprochen rund und bringt alle Themen zusammen. Dennoch würde ich mir wünschen, dass der Autorin Satu Rämo noch der ein oder andere Fall für Hildur und Jakob in den Sinn kommen würde, den sie ihren LeserInnen nicht vorenthalten möchte!