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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2025

Bedrückender Roman über Mütter und Töchter

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Regina ist Mutter zweier äußerst verschiedener Töchter: Antonia ist eher unauffällig, während die jüngere, Wanda, schon in ihrer Schulzeit äußerst erfolgreich ist. Später wird Antonia ihr Studium gleich ...

Regina ist Mutter zweier äußerst verschiedener Töchter: Antonia ist eher unauffällig, während die jüngere, Wanda, schon in ihrer Schulzeit äußerst erfolgreich ist. Später wird Antonia ihr Studium gleich nach Beginn abbrechen und wird zur alleinerziehenden Mutter, die auf Reginas Unterstützung angewiesen ist. Wanda hingegen scheint eine Bilderbuchkarriere anzustreben, während sie heimlich eine Essstörung entwickelt. Die Schwestern bleiben ein Leben lang in Konkurrenz zueinander, vor allem um die Liebe der Mutter.

Regina hatte selbst keine schöne Kindheit, ihr Psychologiestudium hat sie gegen die Wünsche ihrer Eltern durchgesetzt, wie so vieles andere auch. Doch als die Kinder kamen, hat sie zurückgesteckt. Als die Töchter flügge werden, träumt sie davon, doch noch zu promovieren. Regina hängt viel zu sehr in ihren eigenen Lebenswünschen fest, sie erscheint irgendwie immer eher unglücklich. Für mich war es erschreckend, welche Auswirkungen dies auf ihre Töchter hat, die sich mit den Erwartungen ihrer Mutter herumschlagen müssen. Als Leserin taucht man nicht nur in die Entwicklung der beiden Schwestern ein, sondern auch in die Geschichte der Mutter, so dass ihr Handeln gut nachvollziehbar wird. Sympathisch wurde sie mir dadurch trotzdem nicht. Vielmehr ist es äußerst bedrückend zu lesen, wie sich ein Ereignis an das andere reiht, wie die Mädchen es immer wieder der Mutter recht machen wollen, immer ohne Erfolg. Das Bild der Kampfhunde, die nachts spazieren gehen, ist mir dabei immer wieder vor Augen gekommen, der Titel ist recht plakativ. Vermutlich werden viele Frauen in diesem Buch an eigene Erlebnisse erinnert werden, was die Lektüre doch immer wieder schmerzhaft werden lässt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter und evtl. auch der eigenen Mutterschaft wird hier angeheizt.

Die Geschichte ist keine leichte Lektüre, weil die Autorin den Finger kontinuierlich in die Wunde zwischen Mütter und Töchter legt. Doch die Ereignisse sind so authentisch geschildert, dass ich das Buch unbedingt weiter empfehle. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.01.2025

Lügen und Magie

Kingdom of Lies
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Prisca weiß, dass sie anders ist als die meisten Dorfbewohner, denn noch als Baby wird allen Einwohnern des Königreichs ihre Magie entzogen; sie sollen sie zurück erhalten, wenn sie mit fünfundzwanzig ...

Prisca weiß, dass sie anders ist als die meisten Dorfbewohner, denn noch als Baby wird allen Einwohnern des Königreichs ihre Magie entzogen; sie sollen sie zurück erhalten, wenn sie mit fünfundzwanzig Jahren volljährig werden. Doch Prisca hat ihre Magie behalten, auch wenn sie nicht weiß, warum das geschehen ist. Wer allerdings seine Magie nicht geopfert hat, wird von Assessoren aufgespürt und getötet, genauso wie ihre Familien. Prisca droht aufzufliegen, und so flieht sie recht überstürzt. Auf der Flucht trifft sie einen Mann, der immer wieder in ihren Träumen aufgetaucht war, auch wenn sie diese Träume noch nicht einordnen kann. Sie ahnt noch nicht, wie sehr das Schicksal die beiden verbunden hat…

Prisca lebt in einer Welt, die eigentlich voller Magie sein sollte. Warum diese Magie verschwunden ist und vor allem wohin, wird sie noch herausfinden. Die Geschichte ist voller überraschender Wendungen, was die Spannung in die Höhe treibt. Hier ist vieles nicht so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint: Jede Menge Lügen warten darauf, aufgedeckt zu werden. Und obwohl schon recht viele Lügen geklärt wurden, gibt es noch viele ungeklärte Themen, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Die Liebesgeschichte, die eingearbeitet wurde, ist recht vorhersehbar, und die doch recht ausführlichen Sexszenen hätte ich nicht wirklich gebraucht. Dennoch hat dieses Buch seinen ganz eigenen Charme, und ich habe diese Lektüre gerne genossen.

Nun bin ich schon sehr gespannt auf den nächsten Band dieser Geschichte. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Mutige Coco

Coco und die Revolution der Mode
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Schon in jungen Jahren wird Gabrielle Chanel zur Halbwaisen, ihr Vater bringt sie mit ihren zwei Schwestern in ein Waisenheim. Doch Gabrielle ist fest entschlossen, ihre Träume umzusetzen, sie lernt zu ...

Schon in jungen Jahren wird Gabrielle Chanel zur Halbwaisen, ihr Vater bringt sie mit ihren zwei Schwestern in ein Waisenheim. Doch Gabrielle ist fest entschlossen, ihre Träume umzusetzen, sie lernt zu schneidern und Hüte zu machen. Schon von Anfang an hat sie ihren ganz eigenen, sehr auffälligen Stil. Die Frauen von Paris sind von ihren Kreationen begeistert. Durch Zufall kommt sie zu dem Spitznamen Coco, der zu ihrem Namen in der Modewelt wird. Schwieriger gestaltet sich ihre Liebe zu Boy, der sie in schwierigen Zeiten immer unterstützt hat.

Der Roman hält den Fokus auf den Menschen, der hinter dem Namen Coco Chanel steckt. Gabrielle ist eine Kämpferin, trotz mancher Schwierigkeiten behält sie ihren Lebenstraum eisern im Blick. Das ist gerade in ihrer Zeit gar nicht so einfach gewesen, und schon gar nicht mit ihrer schwierigen Kindheit. Man kann gut nachvollziehen, wie Gabrielle Chanel zu Coco Chanel wurde und wie ihre Zielstrebigkeit sie in ihrem Leben weiter brachte. Und man bangt mit ihr um ihre Liebe zu Boy.

Das Buch um diese mutige Frau hat mir spannende Lesestunden beschert. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Spannende Zeitreise

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
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1871 treffen im böhmischen Kurort Karlsbad drei junge Menschen aus drei Ländern aufeinander: Vicky ist die Tochter einer Londoner Industriellenfamilie. Ihre Familie ist im Baubereich tätig und will den ...

1871 treffen im böhmischen Kurort Karlsbad drei junge Menschen aus drei Ländern aufeinander: Vicky ist die Tochter einer Londoner Industriellenfamilie. Ihre Familie ist im Baubereich tätig und will den Ärmelkanal untertunneln, um England mit dem Festland zu verbinden. Paul ist ein Berliner Ingenieur, der große Pläne hat. Auguste Escoffier ist ein angehender Meisterkoch aus Paris, der sich später einen großen Namen machen wird. Doch die Pläne ihres Lebens werden von der Realität sehr schnell eingeholt.

Bei diesen drei Menschen scheint sich eine Liebesgeschichte anzubahnen, doch ist nicht bei drei einer zuviel? Mir gefällt allerdings, dass der Plot sich eher auf das Leben seiner Charaktere in einer Zeit im Umbruch stützt, und durch den Kunstgriff, dass gleich drei Nationalitäten abgedeckt werden, erfährt der Leser denn auch das Leben in den Hauptstädten dieser drei Nationen. Der Schreibstil ist gut lesbar, so dass die 672 Seiten des Buches schnell dahinschmelzen. Manchmal beschlich mich das Gefühl, dass die drei Protagonisten doch recht viel an Schwierigkeiten im Leben zu bewältigen haben, doch was soll‘s, die Geschichte ist insgesamt sehr spannend geraten. Die reellen Geschehnisse sind gut mit den fiktiven Schilderungen verquickt, erst anschließend an die Geschichte wird deutlich, dass einige der Personen erfunden sind.

Dieser historische Roman kurz vor der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hat mir einige spannende Lesestunden beschert. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil der Dilogie. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Der Duft der Verbrechen

Das Parfüm des Todes
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Die Tatortreinigerin Yang Ning arbeitet mit Leidenschaft in ihrem Beruf. Wo andere sich schwer tun wegen dem Geruch, ist sie in ihrem Element: Denn nur dann kehrt ihr phänomenaler Geruchssinn wieder zurück, ...

Die Tatortreinigerin Yang Ning arbeitet mit Leidenschaft in ihrem Beruf. Wo andere sich schwer tun wegen dem Geruch, ist sie in ihrem Element: Denn nur dann kehrt ihr phänomenaler Geruchssinn wieder zurück, nachdem sie ihn mit dem Tod ihres Bruders verloren hat. Doch dann gerät sie in eine Falle: Sie hat eine Wohnung gesäubert, die allerdings Tatort eines Verbrechens war. So gerät sie in den Fokus der Polizei, die sie nun als Hauptverdächtige sieht. Um ihre Unschuld zu beweisen, muss Yang Ning selbst den Täter finden, indem sie dem Duft eines Parfüms folgt, das er hinterlassen hat. Hilfe sucht sie bei einem Serienmörder, um das Innenleben eines psychopathischen Denkens zu verstehen.

In diesem Thriller dreht sich allles um das Olfaktorische von Gewalttaten und ihren Hinterlassenschaften. Hier greift die Autorin Katniss Hsiao denn auch in die Vollen, es gibt so einige Szenen, die mit brutalen Beschreibungen aufwarten und dabei auch den Ekelfaktor mit einbauen. Die Geschichte spielt in Taipeh, und so war ich äußerst neugierig auf das Leben in einem Land, das doch einige kulturelle Unterschiede zu meinem Leben aufweist. Das ist recht gut gelungen, auch wenn ich mich mit den ungewohnten Namen immer wieder recht schwer tat. Yang Ning selbst ist jemand, die nach außen recht robust und eigenwillig erscheint. Man könnte meinen, sie lässt sich nichts sagen, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat. Doch bedingt durch ihre Geschichte wirkt sie andererseits recht labil, denn sie leidet immer noch unter dem Tod des geliebten Bruders. Dabei hält die Geschichte einige Überraschungen bereit. Äußerst markant geraten sind die Charaktere geraten.

Dieser Thriller aus einem anderen kulturellen Kontext hat mich bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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