Wenn eine Kamerdienerin und der Hoffotograf ermitteln...
Der Fotograf der KaiserinWir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, ...
Wir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, den Herrschenden zu gefallen, nicht ganz einfach hat. Doch Liesel hat sich das Vertrauen der Kaiserin erarbeitet. Und so schickt sie die Kaiserin höchstpersönlich mit einem geheimen Brief zum Schwager der Kaiserin, dem Erzherzog Luziwuzi. Doch plötzlich landet sie mittendrin, als ein Mordanschlag auf den Schauspieler und Geliebten des Erzherzogs verübt wird und trifft dort auf den Hoffotografen Viktor Angerer. Aufregende Ermittlungen beginnen zwischen Gendarmerie und militärischer Geheimpolizei... Liesel und Angerer wissen oftmals nicht mehr, wem sie in diesem ganzen Gewirr aus Intrigen noch vertrauen können.
Humorvoll und mit einer gehörigen Portion Wiener Schmäh erzählt der Autor Tom Sacher, wie es am Wiener Hof zugeht. Die Figuren sind unterhaltsam und authentisch beschrieben. Doch muss ich geschehen, dass ich dem Handlungsfaden nur schwer folgen konnte. Die komplizierten Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren machen es an der Stelle nicht unbedingt leichter. Vor allen Dingen in der zweiten Hälfte des Romans überschlagen sich die Ereignisse.
Interessant fand ich es, dass man hier einfach mal das schwarze Schaf der Habsburger Familie in das Zentrum des Geschehens gestellt hat und eine Mord in Mayerling, 1882, nur wenige Jahre vor der allseits bekannten Tragödie rund um den Kronprinzen Rudolf. Und so finden auch Helene Vetsera und ihre Tochter Mary ihren Platz in dieser Geschichte.