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Claudia86

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2025

Wenn eine Kamerdienerin und der Hoffotograf ermitteln...

Der Fotograf der Kaiserin
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Wir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, ...

Wir schreiben das Jahr 1882 am kaiserlichen Hof in Wien. Liesel ist eine Bauernmagd aus Bayern, die als Kammerdienerin am steifen Wiener Hof, wo jeder sein eigenes Süppchen kocht und penibel darauf achtet, den Herrschenden zu gefallen, nicht ganz einfach hat. Doch Liesel hat sich das Vertrauen der Kaiserin erarbeitet. Und so schickt sie die Kaiserin höchstpersönlich mit einem geheimen Brief zum Schwager der Kaiserin, dem Erzherzog Luziwuzi. Doch plötzlich landet sie mittendrin, als ein Mordanschlag auf den Schauspieler und Geliebten des Erzherzogs verübt wird und trifft dort auf den Hoffotografen Viktor Angerer. Aufregende Ermittlungen beginnen zwischen Gendarmerie und militärischer Geheimpolizei... Liesel und Angerer wissen oftmals nicht mehr, wem sie in diesem ganzen Gewirr aus Intrigen noch vertrauen können.

Humorvoll und mit einer gehörigen Portion Wiener Schmäh erzählt der Autor Tom Sacher, wie es am Wiener Hof zugeht. Die Figuren sind unterhaltsam und authentisch beschrieben. Doch muss ich geschehen, dass ich dem Handlungsfaden nur schwer folgen konnte. Die komplizierten Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren machen es an der Stelle nicht unbedingt leichter. Vor allen Dingen in der zweiten Hälfte des Romans überschlagen sich die Ereignisse.

Interessant fand ich es, dass man hier einfach mal das schwarze Schaf der Habsburger Familie in das Zentrum des Geschehens gestellt hat und eine Mord in Mayerling, 1882, nur wenige Jahre vor der allseits bekannten Tragödie rund um den Kronprinzen Rudolf. Und so finden auch Helene Vetsera und ihre Tochter Mary ihren Platz in dieser Geschichte.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Geheimnisse der Vergangenheit

Die verborgene Tochter
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Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich ...

Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind, ist Georgia allein, nein eigentlich nicht richtig. Die Familie ihrer besten Freundin Sam hat sie als Waise aufgenommen. Und auch wenn sie beruflich erfolgreich ist, hat sie doch eigentlich immer das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Und da ist dann plötzlich dieser Termin in einem Londoner Anwaltsbüro, wo ihr ein seltsames Kästchen ausgehändigt wird, das eigentlich für ihre Großmutter vorgesehen war. Eine Großmutter, die auch nach dem Tod ihrer Eltern nichts mit ihr zu tun haben wollte.

Auf den vierten Band der Töchter-Saga von Soraya Lane habe ich mich sehr gefreut. Die Autorin entführt uns mit „Die verborgene Tochter“ in die Schweiz, um das Familiengeheimnis von Georgia, oder besser gesagt ihrer Großmutter, aufzudecken.

Eigentlich hat Georgia zunächst wenig Interesse an der mysteriösen Schachtel, die mit dem Namen ihrer Großmutter, in einem ehemaligen Frauenhaus in London aufbewahrt wurde. Doch der geheimnisvolle rosafarbene Edelstein, den sie in der Schachtel findet, lässt sie einfach nicht los. Und so macht sie sich nach zwei Jahren doch auf die Suche. Hinweise führen sie schließlich in die Schweiz an den Genfer See. Dort lernt sie den Juwelier Luca Kaufmann kennen, der wie schon mehrere Generationen seiner Familie vor ihm, darauf gehofft hat, diese geheimnisvollen Stein zu finden, der einst Teil eines königlichen Diadems war. Kann er Georgia helfen, das Geheimnis ihrer Familie zu entschlüsseln?

Der Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Sie schafft es, die persönlichen Sequenzen und auch die Orte so bildhaft zu umschreiben, dass man das Gefühl bekommt, man könnte es vor seinem inneren Auge entdecken.

Für mein Gefühl muss ich jedoch sagen, dass mir der Handlungsstrang um Delphine, Georgias Vorfahrin, aus der Vergangenheit besser gefällt. Der Erzählung aus der Gegenwart um Georgia fehlt es aus meiner Sicht doch etwas an Tiefe. Ich bin beim Lesen irgendwie nicht wirklich emotional an sie herangekommen.

Aber auch mit diesem Band hat es die Autorin geschafft, eine interessante Familiengeschichte zu erzählen. Die Reihe ist wirklich empfehlenswert und ich kann jetzt schon sagen, dass man die einzelnen Bände auch sehr gut voneinander getrennt lesen kann. Alle Informationen, die man zum Verständnis braucht, fließen auch hier mit ein. Ich habe bislang zwei Teile dieser Saga gelesen und bin schon gespannt, wie die Suche der anderen Erben verläuft. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Der Kampf der Hortis-Frauen

Das verborgene Glück
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Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis ...

Im zweiten Teil der Triest-Saga von Charlotte Lyne, „Das verborgene Glück“, merkt man schnell, dass „Vicky“, Viktoria Hortis erwachsen geworden ist. Sie führt mit großer Leidenschaft die Pension Hortis in Triest und hat mit dem Winzer Fabrizio Ascoli die Liebe ihres Lebens gefunden. Doch Fabrizio scheint nicht mit ganzem Herzen bei ihr zu sein. So möchte er doch das Weingut seiner Familie in Montechiaro d'Acqui erhalten und hofft, es einst in gute Hände übergeben zu können.

Melitta hat sich mittlerweile in die Leitung der Pension, neben Vicky, eingefunden. Die Aufgaben sind klar verteilt und so kann jede der beiden Frauen ihre Stärken ins „Hortis“ einbringen. Doch scheint Melitta immer noch nach ihrem Platz im Leben zu suchen. Als sich in der Familie ihrer Angestellten Fanika Probleme auftun, ist Melitta schnell zur Stelle und möchte helfen. Doch als sie Fanikas Bruder Dejan kennenlernt, merkt man sofort eine gewisse Spannung zwischen den beiden.

Auch Agathe, Melittas Mutter, wird im Verlauf der Geschichte nahbarer. Als ihr Baron Adam Kinsky, Gast im Hortis, seine Geschichte anvertraut, beginnt auch sie sich zu öffnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Einer Vergangenheit, die sie bislang auch vor ihrer Tochter geheim gehalten hat.

Gemeinsam versuchen die Hortis-Frauen, die Pension auch durch die politischen Unruhen Anfang des 20. Jahrhunderts zu bringen. Doch von Fabrizio, dem das „Hortis“ eigentlich gehört, fehlt jede Spur. Wie soll es nur weitergehen und wer steckt wohl hinter den ganzen Problemen?

Da wo der 1. Band geendet hat, setzt der 2. Band an. Doch wo man zunächst den Eindruck bekommt, dass die Geschichte sehr sprunghaft vorgesetzt wird, stellt sich schnell heraus, dass es nur ein Traum ist. Doch was will dieser Traum Vicky sagen? Ein Traum, der alles verändern wird?

Fast wie nebenbei werden auch die politischen Probleme zwischen den Österreichern, Deutschen, Italienern und Slowenen zum Teil dieser Geschichte. Und man merkt auch, welchen Einfluss dieser historische Hintergrund auf die Figuren hat. Und so bekommen die Figuren, die ich nach dem ersten Teil noch als blass und ohne Tiefe beschrieben habe, plötzlich ein emotionales und tiefgründiges Gesicht. Auch das bewegende Ende hat mich wirklich überzeugt.




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Veröffentlicht am 21.01.2025

Wer ist Freund? Und wer ist Feind?

Saale Premium - Der Himmel über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 3)
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Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu ...

Der Roman „Saale Premium – Der Himmel über dem Weinschloss“ ist der dritte Teil der Trilogie der Autorin Paula Seifert rund um die Sekt- und Weingeschichte im Saale-Unstrut-Tal.

1945. Als der Krieg zu Ende ist, gerät Freyburg zunächst unter amerikanische Verwaltung. Als Hedda festgenommen und von den Amerikanern zu ihrer Mitgliedschaft in der NSDAP verhört werden soll, traut sie ihren Augen kaum, als plötzlich Thomas vor ihr steht, in der Uniform eines amerikanischen Majors.

Ansonsten scheint sich die Familiengeschichte der Frauen auf dem Weinschlösschen zu wiederholen. Elisabeth, Heddas Tochter, muss schnell merken, dass ihr Ehemann Wolfgang als gebrochener Mann aus dem Krieg zurückkehrt ist. Er liebt seine Frau, doch er kann es ihr nicht zeigen. Er ist Pfarrer, doch der Krieg hat ihm seinen Glauben genommen und das Erlebte hat sämtliche Gefühle in ihm zerstört.

Nachdem dann Weinschlösschen unter sowjetischer Besatzung enteignet und Flüchtlinge im Haus einquartiert werden, verfällt auch noch dazu ihre Mutter in eine Schockstarre. Doch Elisabeth möchte alles tun, um ihrer Familie zu helfen, also fängt sie in der Buchhaltung der Sektkellerei an. Dort lernt Elisabeth auch ihren Vorgesetzten Jürgen John kennen. Schnell merkt man, dass die beiden mehr verbindet. Doch eine Trennung von Wolfgang kommt für Elisabeth nicht infrage.

Plötzlich geraten Elisabeth und ihre Familie in den Fokus der Staatssicherheit, denn auch weil sie Westkontakte hat, weckt dies Neid und Missgunst. Es stellt sich immer wieder die Frage, wem sie noch trauen kann.

Der abschließende Band der „Weinschloss-Saga“ schildert eindrucksvoll das Leben einer enteigneten Familie in der DDR, die erfolgreich ein Unternehmen führte, aber schnell zeigt wie schwer es war, wenn man auf Grund der eigenen Geschichte und plötzlich unter Beobachtungen der Staatssicherheit gerät.

Der Autorin ist es auch in diesem Band eindrucksvoll gelungen, die geschichtlichen Ereignisse in die fiktive Geschichte um die Frauen vom Weinschlösschen einzubinden und die Auswirkungen auf ihr Leben zu schildern.

Auch über diesem Band schwebt insgesamt eine bedrückende Stimmung, auch wenn immer wieder eine Funken Hoffnung in der Geschichte aufkeimt.

Die Frauen der Familie werden in allen drei Bänden als starke Charaktere geschildert. Aber auch die Rückschläge in ihrem Leben lassen auch ihre verletzlichen Seiten aufblitzen. Und so kämpft sich gegen alle Widrigkeiten auch immer wieder die Liebe in ihr Leben.

Ich habe mich wieder gut unterhalten gefühlt. Jedoch bekommt man das Gefühl, dass sich die Geschichte der Protagonistinnen wiederholt und so ist dieser Teil für mich doch etwas schwächer ausgefallen, als die beiden anderen Teile. Dennoch ließe der doch etwas unerwartete Ausgang der Geschichte tatsächlich Hoffnung auf eine Fortsetzung offen.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Der Traum von Freiheit

Gut Rosenthal - Das Gestüt in Pommern
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Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten ...

Die junge Charlotte von Breskow liebt nichts mehr als Pferde und würde so gern die Welt bereisen und ihre Freiheit genießen. Doch für „Lotte“ ist es wie für jede junge Frau vorgesehen, dass sie heiraten und Ehefrau und Mutter werden soll. Und so willigt sie schließlich ein, den wesentlich älteren Andreas von Eichberg zu heiraten. Doch dieser erwartet von seiner neuen Frau nur Anstand, Gehorsam und einen männlichen Erben.

Nach ihrer Hochzeit auf dem Gestüt ihres Mannes angekommen, findet sie nur schwer in ihre Rolle. So sucht sie am liebsten Zuflucht bei den Pferden und schließt auch schnell die Bediensteten auf Gut Rosenthal in ihr Herz.

Doch Lottes Mann, anfangs noch verständig und ruhig, entwickelt sich mehr und mehr zum wahren Tyrannen. Als Lotte endlich schwanger wird, geht er davon aus, dass sie ihm den ersehnten Erben schenkt. Doch als sie eine Tochter auf die Welt bringt, die kurz nach der Geburt stirbt, kann Lotte nur mit der Hilfe der Hausangestellten vor ihrem Mann fliehen. Wohin sie ihre Flucht wohl führen wird?

Das Buch „Gut Rosenthal – Das Gestüt in Pommern“ ist der Debütroman von Frieda Radlof. Das Cover, der Klappentext und die Hoffnung auf eine schöne Pferdegeschichte haben mich zu dem Buch greifen lassen. Doch die Geschichte ist eher schwermütig, traurig und emotional angelegt, aber man spürt immer wieder Lottes Hoffnung.

Die Kapitel sind kurzweilig und schnell zu lesen. Ich muss jedoch sagen, dass mich erst die Erzählung zu Lottes Flucht wirklich fesseln konnte.

Lange wusste ich nicht, wohin die Handlung führen sollte, also habe ich weitergelesen. Alles in allem hat die Autorin eine Geschichte geschaffen, die wahrscheinlich nicht nur „Pferdemenschen“ anspricht. Anfänglich zieht sich die Geschichte doch etwas, aber der Umbruch ist mit Lottes Flucht gut gelungen. Aber manche Entwicklungen wirken für mich doch etwas konstruiert und sind nur schwer nachvollziehbar.

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