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Veröffentlicht am 15.09.2016

Red Rage

Lost Souls Ltd. 4: Red Rage
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Mit „Red Rage“ hat Alice Gabathuler den vierten und abschließenden Band ihrer Lost- Souls- Ltd.- Reihe geschrieben. In dieser Reihe stehen die noch recht jungen Leute Ayden, Nathan, Raix und Kata im Mittelpunkt. ...

Mit „Red Rage“ hat Alice Gabathuler den vierten und abschließenden Band ihrer Lost- Souls- Ltd.- Reihe geschrieben. In dieser Reihe stehen die noch recht jungen Leute Ayden, Nathan, Raix und Kata im Mittelpunkt. Bei dem Jugendthriller „Red Rage“ empfehle ich, dass man bereits die Vorgänger „Blue Blue Eyes“, „Black Rain“ und „White Sky“ gelesen hat, damit man die Geschichte und die Zusammenhänge besser mit verfolgen kann.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Lost Souls Ltd. – So nennt sich die Untergrundorganisation um den jungen Fotografen Ayden, den kaputten Rockstar Nathan und den charmanten Verwandlungskünstler Raix. Sie alle haben als Opfer von schweren Verbrechen überlebt und dabei einen Teil ihrer Seele verloren. Nun verfolgen sie nur ein Ziel: Jugendliche in Gefahr aufzuspüren und zu versuchen, sie zu retten. Dabei kämpfen sie gegen Entführer, Mörder, das organisierte Verbrechen – und gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit. Ein leerer Wagen auf einer Klippe. Aydens Jacke auf dem Rücksitz, Geld und Ausweise in den Taschen. Im CD-Laufwerk das dritte Album von Black Rain, der Lautstärkeregler voll aufgedreht. Das dazugehörige Booklet eingeklemmt unter dem Scheibenwischer, aufgeschlagen beim Text von Suicide Embrace. Wie ein Abschiedsbrief. Kata und Nathan glauben nicht an Selbstmord. Und dann wird in einer Garage ein Toter gefunden. Das ist der Beginn eines Rachefeldzugs. Sein Ziel: Lost Souls Ltd. zu vernichten.

Das Cover zu „Red Rage“ lässt die Zugehörigkeit zur Lost- Souls- Ltd.- Reihe erkennen und nimmt auf gekonnte Weise Bezug zum Inhalt des Buches, ohne zu viel zu verraten.
Der Schreibstil von Alice Gabathuler ist wie gewohnt sehr angenehm und leicht, sodass sich das Buch zügig lesen lässt. Man hat als Leser das Gefühl, dass die Seiten nur so dahinfliegen und dass man dabei in den Sog des Geschehens gezogen wird. „Red Rage“ ist ein temporeicher Jugendthriller, in dem die Freunde der bisherigen Bücher ihren finalen Kampf gegen John Owen führen. Hierbei wird permanent der Spannungsbogen aufrechterhalten und mit unverhofften Wendungen weiter angefacht. Auch der eingesetzte Perspektivenwechsel führt dazu, dass zusätzliche Spannung in den finalen Band aufgebaut wird. Man liest auf der einen Seite, wie es Ayden ergeht. Wie er sich behaupten muss und was er erleiden muss. Auf der anderen Seite kann man lesen, wie die Freunde rund um die Lost Souls Ltd. versuchen, Ayden zu helfen und ihn zu entlasten. Nathan, Kata und Ronan versuchen, Ayden auf ihre eigene Art zu helfen und suchen dabei oftmals auch auf Hilfe von Bekannten und Freunden. Viele bisher eingeführte Charaktere haben nochmal ihren Auftritt und helfen dabei, die Geschichte voranzutreiben. Schade finde ich es, dass Raix im Hintergrund bleibt. Dieser Charakter hat eigentlich viel Potential, was somit nur verschenkt wird. Im Grund wird er nur zu Beginn und am Ende des Buches kurz eingeführt.
Im vierten und letzten Band rund um die Lost Souls Ltd. erfahren wir mehr über die Vergangenheit von Ayden, welcher hier im Vordergrund steht. Durch die eingeführten Rückblenden erfährt der Leser, wie Ayden zu seinen leiblichen Eltern stand, wie er Rose kennen gelernt hat und wie steinig seine Vergangenheit war. Allgemein ist es sinnvoll, dass man vor „Red Rage“ die Vorgänger der Reihe gelesen hat. So kann man die Entwicklung der Charaktere und auch ihre Handlungsweise besser nachvollziehen. Auch die Zusammenhänge werden so klarer.
Etwas schade finde ich, dass durch die temporeiche Entwicklung der Geschichte etwas die zwischenmenschliche Ebene zurückstecken muss. Zwar werden viele Charaktere aus den vorherigen Büchern nochmal eingeführt, dennoch fehlt mir persönlich die Interaktion zwischen diesen. Vor allem bei den Hauptcharakteren habe ich dies etwas vermisst.

Alles in allem ist dieser Roman eine gelungene und actionreiche Abschluss der Lost- Souls- Ltd.- Reihe. Ein wirklich spannendes und fesselndes Abenteuer mit Nathan, Kata, Ayden und Raix, welches sich flüssig lesen lässt. Hierfür möchte ich 4 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Unheimliche Gesellschaft

Unheimliche Gesellschaft
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Der Autor Tilo Eckardt hat mit seinem historischen Kriminalroman „Unheimliche Gesellschaft“ den zweiten Band seiner Roman- Reihe rund um Thomas Mann geschrieben. Dabei ist es meiner Meinung nach nicht ...

Der Autor Tilo Eckardt hat mit seinem historischen Kriminalroman „Unheimliche Gesellschaft“ den zweiten Band seiner Roman- Reihe rund um Thomas Mann geschrieben. Dabei ist es meiner Meinung nach nicht zwingend erforderlich, dass man den ersten Band „Gefährliche Betrachtungen“ bereits gelesen hat. Es werden zwar ein paar Andeutungen und Anspielungen auf die Kriminalhandlung aus dem ersten Teil gemacht, dennoch kann man die Handlung auch ohne Vorkenntnisse ohne Probleme nachvollziehen.

Inhaltsangabe:
Oktober 1933. Thomas Mann sucht mit seiner Familie Zuflucht in Zürich, weil er in seiner Heimat Repressalien oder gar eine Verhaftung fürchten muss. Doch auch in der Schweiz ist die Lage alles andere als sicher. Der Dichter wird von Ängsten geplagt, die sich noch steigern, als die forsche Autofahrerin Katia Mann vor ihrem Haus in Küsnacht einen Mann anfährt, der anschließend spurlos verschwindet. Dem eilig herbeigerufenen Getreuen Žydrūnas Miuleris alias Müller gelingt es nicht, die Identität des Unfallbeteiligten festzustellen. Dieser scheint auf rätselhafte Weise sein Äußeres zu verändern und den Spieß umzudrehen: Mit einem Mal fühlen sich Mann & Müller beschattet. Als Gerüchte laut werden, dass die Gestapo nicht davor zurückschreckt, Regimegegner bis in die neutrale Schweiz zu verfolgen, überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst versucht jemand Ludwik, Müllers vierbeinigen Gefährten, zu ermorden, dann entgeht er selbst nur knapp einem Anschlag. Doch war er das eigentliche Ziel? In einer Stadt voller Spitzel sind Mann & Müller auf Katia Manns zweifelhafte Fahrkünste und die Pünktlichkeit der Schweizer Bahn angewiesen, um einen Fall zu lösen, der – wie ihnen klar wird – einst im fernen Nida seinen Anfang nahm.

Ich persönlich habe noch kein Werk aus der Feder von Tilo Eckardt gelesen. Für mich war der Aspekt ansprechend, dass in diesem historischem Kriminalroman Thomas Mann eine wesentliche Rolle spielt und ich war auf die Umsetzung gespannt.
Dies ist schon der zweite Band, indem Müller und Mann in die Rolle eines Duos aus Detektiven schlüpfen. Wobei Müller eigentlich ein Übersetzer ist und eigentlich Miuleris mit Nachnamen heißt und Thomas Mann nur zu gerne zur Hilfe eilt, die beiden pflegen fast ein freundschaftliches Verhältnis. Den ersten Band „Gefährliche Betrachtungen“ habe ich persönlich noch nicht gelesen. Dennoch bin ich gut in den zweiten Band hineingekommen, ich hatte hierbei keinerlei Startschwierigkeiten. Es werden ein paar Andeutungen gemacht und inhaltlich auch Bezug auf den Reihenauftakt genommen, teilweise ist diese auch wichtig für die Handlung. Dennoch werden diese näher erklärt, sodass man auch als Quereinsteiger keine Schwierigkeiten hat, diesem Kriminalfall zu folgen.
Der Schreibstil ist an die damalige Zeit angepasst – wirkt dabei jedoch stellenweise etwas gestelzt, gekonnt wird auch eine kleine Prise Humor eingebunden. Dieser ist gut zwischen den Zeilen versteckt und fügt sich meisterhaft in die Handlung ein. Es gibt einige spannende Szenen, ein packender und zugleich politischer Fall entwickelt sich und steigert sich bis zum Höhepunkt. Es gibt einige Fallstricke und nicht alle relevanten Aspekte sind gleich offensichtlich. Seite für Seite entwickelt sich ein packender Fall, dabei entwickelt sich eine Schnitzeljagd durch Zürich. Dennoch hätte man manche Szenen meiner Meinung nach etwas kürzen können, es gab Aspekte, welche mich nicht vollständig überzeugen konnten. Eckardt schafft es gekonnt, die historischen Details gut in den Kriminalfall einzubinden. Positiv finde ich es auch, dass der Autor im Nachwort noch einmal darauf eingeht, was Fakten und Fiktion ist. Gekonnt wurde hier beides miteinander vermengt und nicht selten habe ich mich während des Lesens gefragt, welche Fakten in diesem Krimi alle eingebunden wurden. Auch ein umfangreiches Quellenverzeichnis ist beigefügt worden. Der Kriminalroman ist aus der Perspektive von Müller erzählt. Der Roman ist eine Rückblende, Müller erzählt seinem Urenkel Jonas Epochen aus seinem vergangenen Leben. Dadurch lernt man den Protagonisten besser kennen, kann seine Gedankengänge besser nachvollziehen und bekommt Einblicke in sein vergangenes Leben. Dennoch blieb für mich der Protagonist Müller eher flach, es fehlte mir persönlich an einem überzeugenden Charakter mit wiedererkennbaren Eigenschaften – etwas was hervorsticht. Ich habe nicht richtig mitgefiebert und habe nicht um ihn gebangt.
Interessant fand ich hier die Darstellung von Thomas Mann, dieser muss keine einfache Persönlichkeit gewesen sein. Mann ist eher stilvoll und distanziert. Er ist sehr mit seinen eigenen Problemen und seinem Exil beschäftigt. Auch scheint sich die Familie Mann noch nicht vollständig an das Leben in der Schweiz gewöhnt zu haben. Mein persönlicher Liebling war jedoch der Hund Ludwig. Er hat einige Situationen bereichert und Leben in das Werk eingehaucht. Er hat außerdem die Handlung wesentlich beeinflusst und Ludwig ist der eigentliche Held der Geschichte.

Insgesamt konnte mich Tilo Eckardt mit seinem historischen Kriminalroman „Unheimliche Gesellschaft“ gut unterhalten. Es gab in meinen Augen einige interessante Aspekte, wie zum Beispiel die Darstellung von Thomas Mann. Aber dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig in seinen Bann ziehen. Hierfür möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 11.09.2025

Der Laden in der Mondlichtgasse

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Die Autorin Hiyoko Kurisu hat mit „Der Laden in der Mondlichtgasse“ den Auftakt ihrer Romanreihe geschrieben. Daher lässt sich dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Die Mondlichtgasse ist ...

Die Autorin Hiyoko Kurisu hat mit „Der Laden in der Mondlichtgasse“ den Auftakt ihrer Romanreihe geschrieben. Daher lässt sich dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Die Mondlichtgasse ist ein geheimnisvoller Ort: Zwischen Vollmond und Neumond ist sie geöffnet und nur Menschen, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten sind, können sie betreten. Wie die Schülerin Kana, die sich einsam fühlt und an ihrer Beziehung zweifelt, oder der Immobilienmakler Koguma, der glaubt, wegen seines Äußeren nicht ernst genommen zu werden. In der Confiserie verkauft ihnen der rätselhafte Kogetsu eine traditionelle japanische Süßigkeit, die scheinbar ihre Probleme löst. Anschließend beobachtet Kogetsu ungesehen, wie sich das Leben seiner Kunden zum Besseren verändert. Denn Kogetsu ist ein Fuchsgeist, der verstehen will, was es bedeutet, ein Mensch zu sein …

Ich persönlich fand den Klappentext hier ziemlich vielversprechend und habe mir ein fantastisches, vielleicht ein leicht märchenhaftes Buch erhofft, welches gut in die Herbststimmung passt.
Schon die Gestaltung des Buches finde ich sehr gelungen, der haptische Effekt ist gelungen und ich finde die Darstellung des kleinen Ladens auf dem Cover recht ansprechend. Positiv möchte ich auf jeden Fall noch das Glossar am Ende des Buches erwähnen. In diesem wird auf die japanischen Begriffe eingegangen. Auch auf die traditionellen japanischen Süßigkeiten, welche in dem Roman ihren Raum finden, wird hier näher eingegangen, sodass man sich als Leser diese besser vorstellen kann.
Der Schreibstil ist eher leicht, dafür aber sehr liebevoll. Beim Lesen kommt eine cozy Atmosphäre auf, sodass man sich in diesem Werk gut fallen lassen kann. Dieses Buch ist nicht so zu anspruchsvoll, es ist eher ein leichtes Wohlfühlbuch mit einem leicht märchenhaften Einschlag, ohne dabei allzu aufdringlich zu sein. Der Roman ist in sechs Kapitel unterteilt. In diesen steht immer eine andere Person im Vordergrund mit einem ganz individuellen Problem oder eigenen Gedanken. Verbunden sind diese einzelnen Kapitel durch einen gemeinsamen Charakter – der Fuchsgeist Kogetsu. Die einzelnen Kapitel sind quasi abgeschlossene kleine Geschichten, welche ein wenig an Fabeln erinnern. In den einzelnen Episoden steckt immer eine kleine Botschaft oder Weisheit verborgen, ohne dabei allzu belehrend oder aufdringlich zu sein. Dies hat mir persönlich gut gefallen und ich fand die Umsetzung hier gelungen. Was meinen Lesefluss ein wenig gestört hat, waren die Wortwiederholungen. Besonders bei der jeweiligen Beschreibung der Mondlichtgasse, welche in jedem Kapitel stattfindet, wurden immer die selben Wortgruppen verwendet und der Fokus lag größtenteils auf genau denselben Aspekten dieser historisch anmutenden, leicht heruntergekommen und verlassenen Gasse. Dies fand ich spätestens nach der dritten Wiederholung eher störend. Ich persönlich hätte es gelungener gefunden, wenn vielleicht jede Person eine andere Besonderheit entdeckt hat oder hier einen anderen Fokus gehabt hat. Teilweise wird hier auch versucht, den Schwerpunkt auf einen anderen verlassenen Laden zu lenken, nur um dann doch wieder dieselben Details zu betonen. Dies fand ich leider nicht so gelungen.
Der rote Faden in „Der Laden in der Mondlichtgasse“ ist quasi der Charakter Kogetsu. Dieser ist ein Fuchsgeist und der Ladenbesitzer mit den traditionellen japanischen Süßigkeiten, welche einen magischen Effekt hervorrufen. Diese Idee und auch die Umsetzung fand ich persönlich gelungen. Mir hat es gefallen, wie Kogetsu erst lernt wie man mit den Kunden, also den Menschen in seinem Geschäft umzugehen. hat Es hat mir Freude bereitet zu lesen, welchen Effekt die Süßigkeiten haben. Am jeweiligen Kapitelanfang bekommt man hier schon mal einen kleinen Vorgeschmack, der Titel des Kapitels heißt nach der jeweiligen Süßigkeit und eine kleine Illustration dieser ist ebenfalls beigefügt. Aber auch die Menschen, welche im jeweiligen Kapitel im Fokus stehen, waren liebenswert und ihre Sichtweise und Probleme konnten mich überzeugen. Nur zu gerne habe ich ihre Story gelesen und habe überlegt, wie die Süßigkeit ihren Sorgen entgegenwirken könnte. Im letzten Kapitel lernen wir Kogetsu besser kennen. Wir erfahren mehr über ihn und seine Gedankengänge und auch seine Beweggründe. Der Leser bekommt einen kleinen Einblick in seine Vergangenheit und wie er auf die Idee gekommen ist, dieses Süßwaren- Laden in der Mondlichtgasse zu eröffnen. Auch was es mit seinen Öffnungszeiten auf sich hat, erfahren wir. Allgemein hat es mir gefallen, dass der Leser endlich mehr über Kogetsu erfährt. Aber leider fand ich persönlich das Ende und damit die Aufklärung von seinem Problem nicht so gelungen. Mich hat dies etwas melancholisch zurückgelassen. Dies ist natürlich Geschmackssache, aber ich fand die Auflösung seiner Sorgen nicht zufriedenstellend.

Insgesamt konnte mich Hiyoko Kurisu mit ihrem Roman „Der Laden in der Mondlichtgasse“ gut unterhalten, mir hat hier die Atmosphäre richtig gut gefallen. Die einzelnen Kapitel fand ich ebenfalls gelungen. Lediglich das Ende des Buches hat mir persönlich nicht leider gar nicht gefallen. Daher bin ich auf die Weiterführung gespannt, welche magischen Süßigkeiten Kogetsu noch in seinem Laden verbirgt. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Weg aus Tinte und Magie

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Der Autor Akram El- Bahay hat mit dem Fantasybuch „Die Buchreisenden – Ein Weg aus Tinte und Magie“ den Auftakt einer magischen Dilogie geschrieben. In dieser Reihe ist es manchen Menschen möglich, unter ...

Der Autor Akram El- Bahay hat mit dem Fantasybuch „Die Buchreisenden – Ein Weg aus Tinte und Magie“ den Auftakt einer magischen Dilogie geschrieben. In dieser Reihe ist es manchen Menschen möglich, unter bestimmten Bedingungen, in die Welt des Buches einzutauchen. Da dies ein Reihenauftakt ist, kann dieses Werk ohne Vorkenntnisse aus anderen Büchern von El- Bahay gelesen werden.

Klappentext:
In einem Hinterhof einer kleinen Gasse unweit der berühmten Charing Cross Road in London liegt ein unscheinbarer Buchladen, der nur auf Anfrage öffnet. In Libronautic Inc. gelangt man an Orte, zu denen eigentlich kein Weg führt. Adam arbeitet hier als Erzähler und hat die Gabe, Menschen in die Geschichten hineinzuführen. Doch eines Tages hält sich ein buchreisender Kunde nicht an die Regeln und weicht in einem Roman vom besprochenen Weg ab. Mitten in einem Wald, in dem eine Leiche im Mondschein liegt, verlässt der Kunde seine Reiseführer Adam und Gabriel. Adam verfolgt den Mann, der etwas zu suchen scheint, und findet ihn vor einer Tür, die plötzlich zwischen den Bäumen steht ...

Ich persönlich habe schon einige Bücher aus der Feder von Akram El- Bahay gelesen und bisher konnte er mich mit seinen Werken und auch mit seinem Erzählstil überzeugen. Und auch bei seinem neusten Werk klingt der Klappentext einfach zu vielversprechend. Daher habe ich zu diesem Fantasybuch ohne zu Zögern gegriffen.
Der Schreibstil ist, wie ich es bereits aus seinen anderen Werke gewöhnt bin, sehr flüssig, sodass sich das Buch zügig lesen lässt. Besonders ist bei El- Bahay aber der bildhafte Stil. Er schafft es immer wieder, dass Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen, sodass ich das Gefühl habe, selbst Teil der Geschichte zu sein. Gekonnt wird hier eine ansprechende Welt gezeichnet und eine gelungene Atmosphäre aufgebaut. Die Geschichte entwickelt dabei eine Sogwirkung, sodass es einem schwerfällt, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Welt, welche der Autor hier erschafft ist wahrlich magisch. Es gibt in dieser fiktiven Welt Menschen mit einem Talent, sich selbst und noch andere Mitreisenden in die Welt der Bücher hineinzulesen. Dabei müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden, zum Beispiel benötigt der Erzähler hierzu eine Erstausgabe des Werkes. Zusammen mit den Protagonisten gelangt man immer tiefer in dieses Abenteuer inklusive ihrer Geheimnisse und buchigen Charaktere. Und zusammen mit diesen lernt man die Grundlagen dieser magischen Welt kennen. Das Worldbuilding ist wirklich ansprechend und es macht Spaß, zusammen mit den Charakteren in diverse Bücher hinab zu tauchen und diese zu erkunden. Gerne würde ich mehr von solchen Buchreisen lesen, vielleicht auch mal eine, bei der nichts schiefgeht.
Der Einstieg in das Fantasybuch ist recht direkt, als Leser wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen. Dies ist meiner Meinung nach hier gut gelungen. Adam ist noch ein jüngeres Mitglied der Libronauten und bereitet sich gerade auf seine erste Reise mit Begleitperson und einem Kunden vor. Ziel ist der Roman „Vampyr“ von Polidori. Sofort wird eine stimmungsvolle Atmosphäre aufgebaut, man kann die verstaubte Buchhandlung quasi spüren. Auch wird sofort Spannung erzeugt, zusammen mit den Kunden ist man auf die Reise in dieses Buch gespannt. Natürlich passiert hier ein Missgeschick und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Auf vielseitige Weise gelingt es dem Autor, Spannung zu erzeugen und es gibt ein paar unerwartete Wendungen. Allgemein ist der Auftakt eher actionreich und ist wie eine Jagd nach einem Geheimnis bzw. dessen Auflösung.
Was mich persönlich zwiegespalten hat, sind hier die Charaktere und ihre Handlungen. Es gibt ein paar Szenen, in denen ich die Handlungen der Charaktere nicht ganz nachvollziehen kann. Auch macht jemand hier eine einhundertachtzig Gradwanderung seines Wesens, blüht total auf, um einer Frau zu imponieren. Auch die Libronauten sind mir persönlich nicht ganz klargeworden. Wie funktioniert diese Gemeinschaft? Sie leben zusammen in einem Haus, bestreiten aber ihren Alltag total unabhängig voneinander, es gibt keinen Zusammenhalt. Aber dennoch unterstützen sich gewisse Mitglieder. Und dann diese ganzen Geheimnisse, welche sie im Untergrund betrieben. Mir ist diese mönchsartige Gemeinschaft noch nicht genug beschrieben worden. Adam ist der Protagonist des Buches, er hat die besondere Stimme, kann also sich und andere in Bücher hineinlesen. Er ist noch ein jüngerer Mann, teilweise noch ziemlich naiv. Auch hinterfragt er mir persönlich zu wenig seine Mitmenschen und auch teilweise seine eigenen Taten. Er nimmt hin, dass sein bisheriges Leben eine Lüge war, hat keinerlei Verbindung mehr zu dieser. Auch ein gestohlenes Tagebuch, da interessiert ihm der Inhalt nicht, wobei dies für den weiteren Verlauf relevant ist. Dann scheint er Büchern nur bedingt sein Interesse zu gewährleisten, falls sie einen Zweck für seine Reisen geben. Und am schlimmsten fand ich seinen Umgang mit einem anderen Charakter, hier wurde er stellenweise ziemlich fies. Insgesamt war mir Adam nicht sympathisch, sodass ich nicht um ihn gebangt habe. Ansprechend fand ich dagegen den Kobold Luthin, hier mochte ich seinen Humor ganz gerne. Oftmals hat er die Situation aufgeheitert. Allgemein finde ich, dass manche Nebencharaktere eher blass waren. Zum Beispiel William läuft oftmals nur nebenher, ohne einen wesentlichen Beitrag zur Geschichte zu haben.
Dieses Fantasybuch endet mit einem Cliffhanger und vielen offenene Fragen. Auf den letzten Seiten werden erneut noch weitere Fragen in den Raum geworfen. Als Leser hat man hier das Gefühl, dass keine essentielle Frage geklärt wurde und dadurch fühlt man sich etwas hängen gelassen. Zumindest einen teilweisen Erfolg hätte ich mir hier gewünscht.

Insgesamt hat der Autor Akram El- Bahay mit „Die Buchreisenden – Ein Weg aus Tinte und Magie“ einen unterhaltsamen Auftakt seiner Dilogie geschrieben. Dieses Buch bietet einige tolle Ideen und Ansätze. Jedoch fand ich die Umsetzung szenenweise nicht immer gelungen. Auch mit den Charakteren hatte ich leider meine Schwierigkeiten. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 19.01.2025

Fuchsfeuer

Fuchsfeuer – Nacht der Dämonen
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Die Autorin Manuela Elser hat mit dem Urban Fantasy- Roman „Fuchsfeuer – Nacht der Dämonen“ den Reihenauftakt ihrer Demon Fighters Reihe geschrieben. Da dies der erste Band der Reihe ist, kann man das ...

Die Autorin Manuela Elser hat mit dem Urban Fantasy- Roman „Fuchsfeuer – Nacht der Dämonen“ den Reihenauftakt ihrer Demon Fighters Reihe geschrieben. Da dies der erste Band der Reihe ist, kann man das Werk ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Wenn die Sonne untergeht, kriechen sie aus ihren Löchern: Die Yōkai, die Geister und Dämonen Japans. Wie alle Erstgeborenen weiß Sayu, dass die Yōkai sie in der Nacht, in der sich der Mond rot verfärbt, holen werden. Als statt ihr jedoch ihre kleine Schwester Eri entführt wird, steht Sayus komplette Welt auf dem Kopf. Tagsüber muss sie sich plötzlich einem schwierigen Schulalltag stellen und kommt dabei der charmanten Mirai langsam näher. Nachts hingegen zieht sie an der Seite des mysteriösen Ryo gegen die Yōkai in den Kampf, um ihre Schwester wiederzufinden. Doch dieser Kampf hat seinen Preis und bald muss Sayu sich entscheiden: Will sie ihre Schwester retten oder die Zukunft, die sie nie hatte?

Mich persönlich hat bei diesem Fantasy- Roman das japanische Setting sehr interessiert. Der Aspekt mit den Dämonen fand ich hier recht vielversprechend, der Klappentext konnte hier auf jeden Fall mein Interesse wecken und so habe ich mich auf einen abenteuerreichen Roman im asiatischen Raum gefreut. Meine Erwartungen wurden jedoch nur teilweise erfüllt.
Der Schreibstil von Manuela Elser ist sehr angenehm und bildhaft. Gekonnt schafft es die Autorin, hier ein bildgewaltiges Setting zu erschaffen und eine dichte Atmosphäre entsteht. Dadurch sind Bilder vor meinem geistigen Auge entstanden und ich konnte mir die Örtlichkeiten und auch die Dämonen gut vorstellen. Ich hatte das Gefühl, zusammen mit der Protagonistin Sayu durch die Kirschbäume zu wandeln. Empfehlen möchte ich hier auch die Homepage der Autorin. Auf dieser sind Fanarts ausgestellt, sodass man einen guten Eindruck von den Charakteren und den Dämonen bekommt. Am Anfang des Buches wird man sofort mitten in das Geschehen hineingeworfen und befindet sich gleich im Dilemma der Story. Die Erstgeborenen werden in einer Nacht, in der sich der Mond rot verfärbt, von den Yokai geholt. Danach werden sie nie wiedergesehen. Was mit den Erstgeborenen passiert, weiß leider keiner genau. Zu Beginn des Buches muss sich Sayu genau dieser Situation stellen. Bis zur besagten Nacht ist es nicht mehr lange und zusammen mit ihrer besten Freundin versucht Sayu, sich bestmöglich auf die Situation vorzubereiten. Sie überlegen, wie diese Nacht ablaufen wird und was mit ihnen passieren wird. Ich persönlich hatte leider ein paar Einstiegsschwierigkeiten, denn ich hatte Probleme einen Zugang zu der Story zu finden. Den Einstieg empfand ich etwas holprig. Ich musste mich erst einmal mit der Situation zurechtfinden und auch die verschiedenen Dämonenunterarten haben hier ihren Beitrag dazu geleistet.
Positiv möchte ich auf jeden Fall noch das World Building erwähnen. Alleine schon das asiatische Setting ist gekonnt in Szene gesetzt worden. Als Leser hat man das Gefühl, nach Japan katapultiert zu sein. Und auf jeder Seite merkt man dem Buch an, dass die Autorin sich in Japan gut auskennt - auch, dass ihr dieses Land viel bedeutet. Aber auch die Mythologie des Landes ist gut eingefangen worden. Die Dämonen sind gelungen dargestellt und langsam erkennt man die Unterstrukuren und Hierarchien, welche auch bei den Dämonen vorherrscht. Die Zusammenhänge fand ich hier sehr interessant und hat mir Spaß gemacht, diese näher kennen zu lernen. Immer tiefer taucht man in die Welt der Dämonen ein und erkennt, wie unterschiedlich die Welt bei Tag und bei Nacht aussieht. Dies hat mir persönlich gut gefallen. Allgemein waren die Nächte voller Action und Abenteuer. Am Tag mussten die Charaktere ihren Alltag meistern und sich dort behaupten.
Die Charaktere fand ich auch recht interessant und vielseitig gezeichnet. Sayu steht hier im Zentrum der Geschichte und sie lernt man eigentlich als bestes kennen. Sie ist eine Erstgeborene und hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden, dass die Yokai sie eines nachts holen werden. Jedoch kommt alles anders als gedacht und stattdessen wird ihre Schwester Eri von den Yokai geholt. Für Sayu fühlt sich dies an, als ob sie ein Leben lebt, welches sie nicht verdient hat und sie sucht nach Antworten, will ihre Schwester befreien. Sayu ist eine starke junge Frau, welche einige Hürden meistern muss. Die Gesellschaft verurteilt sie, weil sie denken, dass sie die Dämonen überlistet hat und damit dafür gesorgt hat, dass Eri geholt wurde. Sayu hat es nicht leicht und ich fand es interessant, an ihren Gedanken Anteil zu haben. Sie wächst mit ihren Aufgaben und ihre nächtlichen Streifzüge, auf der Suche nach ihren Schwester Eri, fand ich sehr spannend und nur zu gerne habe ich diese Passagen gelesen. Dennoch konnte ich keine direkte Verbindung zu Sayu aufbauen, sie ist zwar eine toughe Frau und auch emotional, dennoch ist sie mir nicht ans Herz gewachsen. An der neuen Schule lernt sie Mirai kennen und freundet sich mit ihr an. Auch sie scheint ein Geheimnis zu haben und Stück für Stück lernt man auch Mirai kennen. Ich fand sie recht sympathisch und ihre Art fand ich ganz gelungen, ein gekonnter Gegensatz zu Sayu. Bei den nächtlichen Streifzügen lernen wird noch Ryo kennen, welcher ebenfalls gegen die Dämonen kämpft und dabei seine ganz eigenen Gründe hat. Seine Geschichte fand ich wahrlich interessant und gebannt habe ich seine Entwicklung verfolgt.
Mir persönlich ging es am Ende ein bisschen schnell und manche Zusammenhänge wurden mir zu zügig aufgeklärt. Hier hätte ich mir ein paar Seiten und damit Details mehr gewünscht.

Insgesamt konnte mich die Autorin Manuela Elser mit ihrem Fantasybuch „Fuchsfeuer – Nacht der Dämonen“ gut unterhalten. Das asiatische Setting und die Welt der Dämonen fand ich sehr reizvoll. Dafür ist mir die Protagonistin Sayu nicht so ans Herz gewachsen. Insgesamt möchte ich 3,5 Sterne vergeben.