Schuld und Sühne
Brennende HimmelTeresa macht mit ihren Eltern Urlaub in Camporotondo, es ist ein heißer Sommer im Jahre 2000. Das sechzehnjährige Mädchen verliebt sich das erste Mal, als sie dem zwei Jahre älteren Riccardo begegnet, ...
Teresa macht mit ihren Eltern Urlaub in Camporotondo, es ist ein heißer Sommer im Jahre 2000. Das sechzehnjährige Mädchen verliebt sich das erste Mal, als sie dem zwei Jahre älteren Riccardo begegnet, und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Im Winter 2019 überredet Riccardo seinen achtzehnjährigen Sohn Niccolò zu einer Fahrt nach Camporotondo, dahin, wo damals alles begann. Dort will er Niccolò erzählen, was geschah, als er und Teresa aufeinander trafen, in jenem schicksalhaften Sommer des Jahres 2000 in Sizilien.
»Niccolò wusste nicht genau, was geschehen war, doch hatte er, als er größer wurde, irgendwann aufgehört, Fragen zu stellen, und das Ereignis als eins der kleinen, abgeschmackten Geheimnisse seiner Eltern eingestuft. Aber eins war sicher: Worum es sich auch immer handelte, Teresa war noch nicht darüber hinweg.« (Seite 25)
Zu Beginn des Buches gibt es eine Warnung und den Hinweis darauf, dass der Text explizite Schilderungen sexualisierter Gewalt sowie psychischer und physischer Gewalt in der Familie enthält, möchte ich gerne voranstellen. Ergänzend weise ich darauf hin, dass der Text beleidigende Schimpfwörter und diskriminierende Aussagen beinhaltet und auch eine Menge Zigaretten, Alkohol sowie weitere Drogen darin vorkommen. Tatsächlich ist es aber vorrangig die unflätige Sprache, die mich wiederholt gestört hat, obwohl ich natürlich verstehe, dass diese ein Mittel zum Zweck war. Das hat mir einfach ein klein bisschen den Gesamteindruck verhagelt, wenn ich das mal ganz dezent sagen darf. Dies ist der einzige Kritikpunkt, den ich zum vorliegenden Buch habe.
Nachdem mich das Debüt des Autors mit dem Titel „Die Hungrigen“ seinerzeit mehr als begeistert hat, war meine Erwartungshaltung riesig, was sein neues Werk angeht. Bereits das erste Kapitel konnte mich überraschen, weil die Richtung, die dieses vorgab, unerwartet kam. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, war aber danach umso gespannter darauf, zu erfahren, wie es zu dieser dramatischen Situation kommen konnte. Und Mattia Insolia enttäuschte mich nicht, er präsentierte mir ein Leben, das noch unschuldig war, bis Gefühle hochkochten und tragische Umstände dazu führten, dass nichts mehr so blieb, wie es einmal gewesen ist. Der Weg war hier das Ziel, dennoch erwischte mich die Auflösung kalt. Letztendlich sah ich rückwirkend vieles aus einem anderen Blickwinkel, was nicht weniger verstörend wirkte. Großartig!