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Veröffentlicht am 13.06.2025

Wunder und Heilige

Laurentius' Wunder
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An Gulianos Geburtstag verschwindet seine Mutter. Er beginnt auf Wunsch seiner neuen Stiefmutter eine Lehre als Koch, wo er von seinem Ausbilder missbraucht wird. Da er eigentlich Theologie studieren wollte, ...

An Gulianos Geburtstag verschwindet seine Mutter. Er beginnt auf Wunsch seiner neuen Stiefmutter eine Lehre als Koch, wo er von seinem Ausbilder missbraucht wird. Da er eigentlich Theologie studieren wollte, geht er ins Kloster von Assisi und nennt sich Laurentius. Doch eines Tages hat ein mystisches Erlebnis in der Basilika San Francesco; sein Mitbruder Angelo spinnt Intrigen und so wird er schließlich in die Psychiatrie zwangseingewiesen. Er glaubt noch immer ein Wunder gesehen zu haben und will es untersuchen, als er als Beauftragter der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen in den Vatikan kommt. Letztendlich zwingt ihn die Corona-Pandemie aber zurück ins Kloster.

Das Cover des Buches ist ausgezeichnet gemacht; sicherlich ist es etwas düster, aber es ist passend und macht neugierig.

Der Schreibstil der Autorin ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden bildhaft beschrieben.

Die Geschichte selbst ist gut konstruiert und recherchiert und hält definitiv Spannung bereit, aber natürlich kommen auch die Emotionen nicht zu kurz.

Es gibt aber leider auch ein paar Ungereimtheiten im Buch:

1) Als Laurentius in die Psychiatrie kommt, wird beschrieben, die Tür sei nur von außen zu öffnen, was auch Sinn macht. Allerdings geht er dann aber sehr oft ein und aus.

2) Dass der Psychiater Laurentius einfach eine Packung Psychopharmaka ins Zimmer gibt, ist definitiv nicht realitätsgetreu. Suizidgefahr und zudem ein anderer Patient!

3) Laurentius´ Mutter - so wird geschrieben - kann nicht heiraten, weil sie sich nicht scheiden hat lassen. Warum aber konnte Laurentius´ Vater dann so schnell heiraten?

4) Eine Zwangseinweisung geht meistens nicht so leicht und problemlos, wie sie im Buch geschieht.

Nichtsdestotrotz konnte mich die Geschichte überzeugen und in ihren Bann ziehen, was sicher auch dank Guliano so war, mit dem man einfach mitfühlen und mitfiebern kann.

Und nicht zuletzt regt das Buch auch zum Nachdenken an.

Fazit: Interessant, spannend und emotional. 4,5 von 5 Sternen

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2025

Rainer & Birte 2 - Der Standesbeamte im Leuchtturm

Windiges Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 7)
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Der Standesbeamte Ole Hansen wird im Leuchtturm mit einer antiken Waffe getötet kurz bevor er ein Paar vermählen soll. Der Tote war überall beliebt und so sehen die Ermittler Birte Lohse und Rainer Speckmann ...

Der Standesbeamte Ole Hansen wird im Leuchtturm mit einer antiken Waffe getötet kurz bevor er ein Paar vermählen soll. Der Tote war überall beliebt und so sehen die Ermittler Birte Lohse und Rainer Speckmann kein wirkliches Motiv für den Mord. Steckt vielleicht doch der reiche Vater der angehenden Braut dahinter oder hat es mit dem Interesse des Toten an der Geschichte des Leuchtturms zu tun? Als auch noch der beste Freund von Ole mit einer ähnlichen Waffe erschossen wird, deutet immer mehr auf den Leuchtturm als Motiv hin.

Das Cover des Buches passt sehr gut zum Inhalt und zur bisherigen Reihe.

Der Schreibstil der Autorin ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden hervorragend dargestellt.

Es handelt sich um den 7. Teil der Reihe "Zwischen Mord und Ostsee", um den 2. Fall mit dem Ermittlerpaar und den 1. der Autorin, die diese Reihe von Thomas Herzberg übernommen hat.

Wie der vorherige Teil ist es auch hier ein sehr humorvoller Krimi. Das Potential durch das miteinander verheiratete Ermittlerpaar hat die Reihe. Allerdings hat mir das Duo in der Vorstellung im vorigen Fall besser gefallen, was sicher auch an dem anderen Autor liegt, obwohl ich von der neuen Autorin schon einige andere Reihen gelesen habe.

Die Spannung des Buches war sehr hoch, aufgelockert durch die humorvollen Stellen, die das Ermittlerpaar hauptsächlich zu verantworten haben. Trotzdem besteht deutlich Luft nach oben bezüglich des Ermittlerduos. Man weiß als Leser definitiv lange nicht, wer der Täter ist bzw. auf was der Autor hinauswill. Und doch erscheint am Ende eigentlich alles klar und logisch.

Nichtsdestotrotz gefiel mir speziell der Fall sehr gut und das Team hat Potential.

Fazit: Neue Ermittler und neuer Autor sind gut, aber müssen erst in Schwung kommen. 4,5 von 5 Sternen

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2025

Gaslighting?

Die Frau im Fenster gegenüber (Psychothriller)
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Seit ihrer Scheidung von ihrem gewalttätigen Ehemann lebt Josefine West alleine in einer Wohnung. Sie ist in einer Selbsthilfegruppe und arbeitet ehrenamtlich im Tierheim, wo sie langsam auch Leon lieben ...

Seit ihrer Scheidung von ihrem gewalttätigen Ehemann lebt Josefine West alleine in einer Wohnung. Sie ist in einer Selbsthilfegruppe und arbeitet ehrenamtlich im Tierheim, wo sie langsam auch Leon lieben lernt. Ihre beste Freundin Nici steht ihr zur Seite, und auch ihre verstorbene Schwester Paula, mit der sie in Gedanken immer wieder spricht. Auch die Schlafparalyse bekommt sie langsam in den Griff. Doch plötzlich sieht sie in der Wohnung gegenüber im Fenster eine Frau, die ihr sehr ähnlich sieht. Da die Wohnung gerade renoviert wird und unbewohnt ist, glaubt ihr die Polizei nicht. Doch die Frau kommt immer wieder...

Das Cover des Buches ist auf jeden Fall passend zum Buch, 100-prozentig überzeugen kann es mich aber nicht, obwohl es auch gut gemacht ist und durch die Farben auffällt.

Der Schreibstil der Autorin (damit meine ich Rose Hard) ist gut; Orte und Charaktere werden bildhaft in Szene gesetzt.

Die Handlung mitsamt der Vergangenheit von Josefine ist gut gewählt, durchdacht und auch gut recherchiert.

Die Spannung ist sehr hoch mit kleinen Abfällen, da es doch einige Längen (wenn auch wenige) gibt, wo sich die Handlung nicht weiterbewegt, sondern eher wiederholt.

Als Leser stellt man natürliche einige Theorien auf, was hier geschieht. Auf die Auflösung am Ende werden wohl nicht viele kommen, auch wenn man sich vielleicht ein wenig zusammenreimen kann. Nichtsdestotrotz ist das Ende absolut logisch und schlüssig.

Unerwähnt möchte ich auch nicht lassen, dass sich doch einige Fehler grammatikalischer Art in das Buch eingeschlichen haben, was ich vom FeuerWerke-Verlag eigentlich nicht gewohnt bin.

Fazit: Spannendes Buch mit überraschendem Ende. 4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Schönheit 7 - Islam, Kunst und Liebe

Sinnlos
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Die junge Kunststudentin Asmara Diab wurde durch einen Armbrustpfeil getötet. Sie hat libanesische Wurzeln und ist nach München geflohen, da sie ihren Cousin heiraten sollte. Doch steckt wirklich ein Ehrenmord ...

Die junge Kunststudentin Asmara Diab wurde durch einen Armbrustpfeil getötet. Sie hat libanesische Wurzeln und ist nach München geflohen, da sie ihren Cousin heiraten sollte. Doch steckt wirklich ein Ehrenmord dahinter. Denn Asmara arbeitete auch bei einer Zeitung, wo ihr Chefredakteur mehr fühlte, als Asmara wollte. Und dann noch die unnahbare Kunstprofessorin Sylvia Kahnleitner, die auch eine erfolgreiche Künstlerin ist. Der Münchner Kriminalrat Benedict Schönheit und sein Team bearbeiten den ungewöhnlichen Mordfall.

Das Cover passt zum Buch, da es ja auch um Kunst geht. Es gefällt mir eigentlich gut, auch wenn es zum Genre nicht wirklich passt.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Charaktere und Orte werden sehr gut dargestellt. Allerdings gibt es dann doch einige Fehler, wenn etwa ein Schnitzel zum Smoker-Schweinefleisch wird oder sich die Haarfarbe einer Person schnell ändert. Für dies muss ich dann auch Punkte oder Sterne abziehen.

Für mich war es nicht das erste Buch des Autors, aber das erste aus dieser Reihe. Man kann dieses Buch aber absolut als Einzelband lesen.

Der Fall selbst ist natürlich spektakulär; vor allem durch die Mordwaffe. Dazu gibt es durch verschiednee Motive auch viele Verdächtige und lädt den Leser so zum Mitraten ein.

Kriminalrat Benedict Schönheit - der nicht nur einen außergewöhnliche Namen hat - ist sehr besonders. Er lässt sich schnell mal auf Verdächtige bzw. Zeugen ein, betrügt dabei seine Lebensgefährtin und geht auch oft eigene Wege.

Nichtsdestotrotz konnte mich der außergewöhnliche Fall mit dem ungewöhnlichen Ermittler überzeugen. Vor allem auch dadurch, da die Ermittlerarbeit hier im Vordergrund steht.

Fazit: Ungewöhnlicher Krimi mit ungewöhnlichem Mord und ungewöhnlichem Ermittler. 4,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Der Mann gegenüber/Begleiche deine Schuld

Begleiche deine Schuld: Thriller
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Privatdetektiv Hunter Bell, der aufgrund seines Charakters kein Polizist werden durfte, bekommt einiges zu tun. Denn zum einen zieht Floyd Tipps, ein verurteilter Frauenmörder, gegenüber ein. Hunter hat ...

Privatdetektiv Hunter Bell, der aufgrund seines Charakters kein Polizist werden durfte, bekommt einiges zu tun. Denn zum einen zieht Floyd Tipps, ein verurteilter Frauenmörder, gegenüber ein. Hunter hat ihn damals enttarnt und Floyd schwor Rache. Zudem heiratet sein bester Freund Josh bald Ashley. Und eine Frau will dass er genau diese beschattet. Als dann auch noch seine Frau Cassie verschwindet, läuten die Alarmglocken bei ihm.

Zuerst einmal: Das Buch erschien im Jänner 2024 unter dem Titel "Begleiche deine Schuld", nicht einmal ein halbes Jahr später im gleichen Verlag als "Der Mann gegenüber".

Beide Cover haben ihren Reiz, die der Neufassung gefällt mir eine Spur besser.

Der Schreibstil des Autors ist hervorragend; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Die Story selbst ist sehr vielschichtig und wendungsreich. Allerdings nicht so überraschend, wie der Text auf "Der Mann gegenüber" weis machen will. Denn einiges ist doch schon sehr früh vorhersehbar oder zumindest weit bevor es Hunter checkt.

Hunter, der definitiv kein Sympathieträger ist, ist trotzdem eine sehr interessante Figur und passt hervorragend in das Setting.

In manchen Belangen wirkt es auch etwas zu dick aufgetragen und dann schon fast unglaubwürdig.

Aber auch die Spannung war definitiv vorhanden und blieb immer auf gutem hohem Niveau.

Insgesamt konnte mich das Buch aber doch großteils überzeugen und ich freue mich auf weitere Bücher des Autors.

Fazit: Wendungsreicher Thriller, manchmal vorhersehbar. 4,5 von 5 Sternen

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