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Veröffentlicht am 11.02.2025

Eine schmerzhafte Rückbesinnung an eine enge Freundschaft

Wenn wir lächeln
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In zwei Teilen geht es um charakterlich sehr verschiedene, 16-jährige Frauen in der Real-Abschlussklasse, die sich bei einem Fußballspiel Mitte der Nullerjahre als einzige Mädchen unter Jungen auf dem ...

In zwei Teilen geht es um charakterlich sehr verschiedene, 16-jährige Frauen in der Real-Abschlussklasse, die sich bei einem Fußballspiel Mitte der Nullerjahre als einzige Mädchen unter Jungen auf dem Ascheplatz kennenlernen. Sie spielen mit den Blicken von Männern und lächeln. Anto, vorbestraft, selbstbewusst, stiehlt, lügt, raucht, trinkt und hat aus Angst vor sexuellen Übergriffen auf dem nächtlichen Nachhauseweg gern Waffen zur Selbstverteidigung dabei. Ihr Verhältnis zur abwesenden Mutter ist eigentlich unklar. Mal ist diese in Kur, im Ausland oder erfolgreich durch Vorträge und Ayurveda-Kurse n der ganzen Welt. Ihre Freundin Jara, vorsichtig und ängstlich, erzählt zunächst von ihrer panischen Rückbesinnung auf Antos Spring in die Ruhr von einer alten Brücke. Krasse Themensprünge und Zeitenwechsel in jeweils einem Kapitel befassen sich ausgiebig mit deren alkoholträchtigem Freizeitverhalten, mit ihren kriminellen Energien. Dass sie beide sich dabei auch mit männlichen sexuellen Übergriffen auseinander setzen müssen, sorgt zunehmend für Wut und aggressive Verteidigungsstrategien. Im zweiten Teil wechselt Jara zum Gymnasium und erlebt aber auch dort nicht nur bei männlichen Wetten und Mutproben grobe sexuelle Belästigung. Sich gegenseitig zu beschützen, läuft mehr und mehr außer Kontrolle. Die Zuspitzung auf eine ganz heikle Situation sorgt für reichlich Spannung. Leider erfordern Jaras ständig wechselnde Gedankensprünge je Absatz im Kapitel große Konzentration, um den Gesamtzusammenhang voll zu erfassen.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Ein spannendes Szenarium mit optischen Strukturmängeln!

Die Schanze
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Das winterlich gehaltene Cover mit perspektivischem Blick von einer Sprungschanze in die beeindruckende Tiefe fällt ins Auge, verstärkt durch den sechsarmigen grell grünen Strahleneffekt – ein gelungener ...

Das winterlich gehaltene Cover mit perspektivischem Blick von einer Sprungschanze in die beeindruckende Tiefe fällt ins Auge, verstärkt durch den sechsarmigen grell grünen Strahleneffekt – ein gelungener Eyecatcher. Im Zentrum des Thrillers steht die junge Ärztin Ellen Roth, Anfang dreißig, die vom geliebten Partner verlassen sich emotional lädiert von der Großstadt Hamburg und dem dortigen Krankenhausbetrieb abwendet. Die Beschreibung des Hauskaufs mit defekter Heizung inclusive der Übernahme der Allgemeinpraxis mit wichtiger Patientenkartei von Dr. Schwarz in ihrem Heimatdorf im Alpenbereich erscheint unrealistisch, bildet aber einen passenden atmosphärischen Rahmen für einen Krimi in einem absterbenden Dorf mit typischen Klischees in Eiseskälte. Auch dass Ellen an den schlimmen Ort eigener traumatischer Ereignisse zurückkehrt, erscheint nicht sinnvoll – muss alte, tiefe, unverheilte Narben aufreißen. Ihre emotionale Konstitution gepaart mit ihrer Einsamkeit und familiären Verstrickung gibt genügend Möglichkeiten zum Einbinden interessanter Nebenfiguren, fast ohne Erwähnung der Polizei. Die Charaktere kommen menschlich realistisch in ihren Aktionen rüber. Rückblenden mitten im Text sind nicht immer klar erkennbar und erschweren den Lesefluß. Der Gummiball in der Jackentasche des Polizisten i.R. lässt ein Fragezeichen offen. Insgesamt ein spannender Plot!

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Bedingungslose, wahre Liebe mit zu viel Drama

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Das in rosa bis roten Farbtönen gehaltene Cover führt mit dem abendlichen Ambiente am Meer einfühlsam zum Setting der Küsten Kleinstadt Ferley. In Band 2 dieser New Adult Dilogie erzählen Hazel und Damian ...

Das in rosa bis roten Farbtönen gehaltene Cover führt mit dem abendlichen Ambiente am Meer einfühlsam zum Setting der Küsten Kleinstadt Ferley. In Band 2 dieser New Adult Dilogie erzählen Hazel und Damian in der Ich-Perspektive streckenweise auch von ihrer Kindheit neben ihren jetzigen Themen wie Hund, Buchhandlung, Boxkampf, Male und Kiten, mit Trigger-Warnung vor Drogenmissbrauch und Gewalt. Momente mit der Freundesclique erfreuen, während die Romance-Anteile im Push-Pull-Spiel zwischen Hazel und Damian nach 3-jähriger Funkstille nicht ausgewogen sind. Viele Fragen werden erst sehr spät beantwortet, z.B. wieso Hazel damals ging und sich nie bei ihren Freunden gemeldet hat oder wie sie solch astronomische Schulden hat anhäufen können. Während Damians Handlungen überzeugend wirken, schleppt Hazel zu viele Probleme und Geheimnisse viel zu lange mit sich herum, auch wenn ihr Verhältnis zum Großvater nachvollziehbar beschrieben wird. Deren Neuanfang ist von sehr belastenden Geheimnissen und auch Lügen überschattet, der natürlich zu einem konstruierten Spannungsbogen führt mit viel Drama.
Sicher eine gefühlvolle Unterhaltung für jüngere Leser*innen.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Ohne vorab gelesenen Band 1 etwas verwirrend.

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Das Cover von Band 2 des Mörderarchivs hat Wiedererkennungswert sowohl durch die übereinstimmende Farbgestaltung und ähnlichem Themenhintergrund von Gebäuden als auch durch ein typisch britisches Erkennungszeichen ...

Das Cover von Band 2 des Mörderarchivs hat Wiedererkennungswert sowohl durch die übereinstimmende Farbgestaltung und ähnlichem Themenhintergrund von Gebäuden als auch durch ein typisch britisches Erkennungszeichen wie z.B. hier einer roten Telefonzelle, die jedoch in diesem Cosy-Crime keine Rolle spielt - insgesamt eine passende Einstimmung. Das beschriebene Setting rund um das englische Herrenhaus, einem Landsitz in Castle Knoll/Dorset, wirkt idyllisch gelegen, exotisch mit Gewächshaus und mit der Bibliothek inclusive Mörderarchiv wie ein gelehrtes, mysteriös umwobenes ehemaliges Zuhause der bereits ermordeten Großtante Frances und nun in der Gegenwart ihrer Großnichte Annie. Auf zwei Erzählebenen entfaltet sich die verwirrende Auflösung. In der Gegenwart arbeitet sich Annie anhand von Tagebucheinträgen und Akten von Frances im Mörderarchiv ab 1967 langsam vorwärts. Die Prophezeiungen, diese kryptischen, mysteriös formulierten Botschaften der Wahrsagerin Peony Lane Frances` Freundeskreis und Dorfbewohner betreffend, erweisen sich als kreativer, unterschwellig spannender Leitfaden. Neben der intelligenten Hauptfigur Annie, der angehenden Krimiautorin und Hobbyermittlerin mit guter Kombinationsgabe, gruppieren sich einige Freunde von ihr und Frances neben vielen geheimnisumwitterten Dorfbewohnern zwischen Gut und Böse und engen Familienmitgliedern – verwirrend viele, wenn man Band 1 nicht gelesen hat. Diese Charaktere wirken eher leer, erschweren mitunter den logischen Aufklärungsprozess durch die Vielzahl an verwobenen Geheimnissen und Intrigen, der wiederum unterbrochen wird durch interessante Einschübe aus der Vergangenheit.
Insgesamt ein unterhaltsamer britischer Cosy-Crime.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Geheimnisse einer guten Beziehung

In einem Zug
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Der rote Faden fädelt sich entlang einer 4-stündigen Zugfahrt zwischen Wien und München mit Mitreisenden wie den Schriftsteller Eduard Brünhofer und der Physio- und Psychotherapeutin Catrin Meyr. Auf Basis ...

Der rote Faden fädelt sich entlang einer 4-stündigen Zugfahrt zwischen Wien und München mit Mitreisenden wie den Schriftsteller Eduard Brünhofer und der Physio- und Psychotherapeutin Catrin Meyr. Auf Basis der verschiedenen Haltestellen gleiten die Kapitel in Dialogform zwecks zwischenmenschlicher Annäherung dahin. Das anfangs unterhaltsame Frage-Antwort-Spiel über Themen wie Liebe und Langzeitbeziehung entwickelt sich eher zu einem penetranten, unangenehmen Kreuzverhör durch Catrin, unterbrochen von humoristischen, intelligenten Gedankensprüngen von Eduard. Während sie zunehmend unsympathischer wird in ihrer Penetranz, wirkt er unglaubwürdiger durch die Beantwortung zu privater Sachverhalte gegenüber einer ihm wildfremden Zugbekanntschaft. Das überraschende Ende wertet den Roman auf neben der sprachlichen Finesse in meisterhaften Formulierungen hinsichtlich der Hommage an seine Ehefrau Regina. Seine satirischen, teils komödiantischen, teils humorvollen bis ernsthaften und bildhaften Gedanken über die erfolgreiche, langlebige Zweisamkeit in der Ehe gefallen.

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