✎ Regina Feldmann & Martina Stuhlberger - 9 kleine Menschen
9 kleine MenschenIch „kenne“ Regina Feldmann aus dem Internet. Ihre Mission, Diversität in Kinderzimmer zu bringen, befürworte ich sehr. Ob sie das mit „9 kleine Menschen“ schafft, bin ich mir nicht so sicher …
Als ich ...
Ich „kenne“ Regina Feldmann aus dem Internet. Ihre Mission, Diversität in Kinderzimmer zu bringen, befürworte ich sehr. Ob sie das mit „9 kleine Menschen“ schafft, bin ich mir nicht so sicher …
Als ich das Cover sah und las, von wem es geschrieben wurde, hatte ich direkt eine Vorstellung vom Inhalt. Ich erhoffte mir eine tiefgehende Message und viel Diversität.
Die Autorin erklärt im Nachwort, was sie zum vorliegenden Bilderbuch inspiriert hat. Bei den Abzählreimen „10 kleine (Zappelfinger)“ »hatte ich das Gefühl, dass nicht jedes Kind mitgedacht wurde.«
Ich verstehe ihre Intension, aber ich denke auch, nicht jedes Buch kann jedes Kind mitdenken. Man kann versuchen, so viel Diversität wie möglich hineinzubringen, doch es wird niemals gelingen, ALLE Kinder anzusprechen - auch in Büchern von Regina Feldmann nicht.
Es werden Gemeinsamkeiten von den Kindern aufgezählt:
- alle 9 kleinen Menschen kommen aus einer Stadt (Kinder aus Dörfern sind nicht mitgedacht)
- alle 9 kleinen Menschen sind satt(keins muss Hunger leiden oder hat zu wenig zu Essen)
- alle 9 kleinen Menschen werden in Familien groß(keins wächst in einem Heim auf)
Dann werden noch Unterschiede aufgezeigt:
- 1 Kind mit Sehbehinderung (Blindenstock, aber Brille)
- 1 Kind mit Prothese
- 1Kind mit Brille
- manche Kinder mit Haustieren
Ja, die Kinder werden mit verschiedenen Hautfarben dargestellt.
Ja, es gibt verschiedene Familienkonstellationen. (aber ich sehe zum Beispiel keine 2 Männer, die ein Kind großziehen)
Ja, die Kinder sind gleich und doch unterschiedlich.
Und trotzdem kann dieses Buch nicht den Anspruch erheben, alle Kinder mitzudenken. Auch, weil es einfach unmöglich ist.
Daher hat das Buch für mich - vor allem aufgrund des Nachwortes - einen bitteren Beigeschmack.
Mein Kind hat es übrigens nach dem ersten Lesen freiwillig abgegeben. Es durfte direkt weiter in den Kindergarten ziehen.
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